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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Reform Medizinstudium - keine Vergabe mehr über Wartezeit?



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medizin93
26.11.2015, 14:37
im Großen und Ganzen gehe ich davon aus und hoffe, dass wir in D immer noch eine unabhängige Rechtsprechung haben, die sich über Interessen einzelner Gruppen oder Interessenvertretungen erhebt und eine Lösung findet, die dem Gros der Leute zugutekommt.

Wie andere habe auch ich bereits eine lange Wartezeit hinter mir (derzeit im 7. WS). Somit würde auch mich eine Entscheidung in entsprechender Weise betreffen. Dennoch sehe ich derzeit noch beruhigt in die Zukunft und hoffe, dass ich im schlimmsten Fall 6 oder 7 Jahre warten muss. Das kann ich auch nur jedem raten, der in einer ähnlichen Lage ist. Was bringt es mir, mir jetzt Sorgen darüber zu machen, was erst zur Entscheidung steht? Solang ich in der Wartezeit eine für mich sinnvolle Aufgabe gefunden habe, ist alles i.O.

SchalkineBurger
26.11.2015, 15:12
im Großen und Ganzen gehe ich davon aus und hoffe, dass wir in D immer noch eine unabhängige Rechtsprechung haben, die sich über Interessen einzelner Gruppen oder Interessenvertretungen erhebt und eine Lösung findet, die dem Gros der Leute zugutekommt.

Wie andere habe auch ich bereits eine lange Wartezeit hinter mir (derzeit im 7. WS). Somit würde auch mich eine Entscheidung in entsprechender Weise betreffen. Dennoch sehe ich derzeit noch beruhigt in die Zukunft und hoffe, dass ich im schlimmsten Fall 6 oder 7 Jahre warten muss. Das kann ich auch nur jedem raten, der in einer ähnlichen Lage ist. Was bringt es mir, mir jetzt Sorgen darüber zu machen, was erst zur Entscheidung steht? Solang ich in der Wartezeit eine für mich sinnvolle Aufgabe gefunden habe, ist alles i.O.

Versteh ich. Man könnte aber noch mal bei diesem Bund nachfragen und sie über die Wichtigkeit der Übergangslösung aufklären bzw. dort selber petitieren.
Eigentlich müsste man die Wartezeit dann für alle lassen ,die vor dem Stichtag begannen zu warten.

Es geht auch nicht wirklich um die Unabhängigkeit ,sondern darum ,dass ein nicht kleiner Teil von Menschen Chancen wittert ihre Vorstellungen über das Medizinstudium durchzupressen.
Die sitzen dann eben zB bei ihrem Fakultätentag zusammen, pflegen irgendwelche Vorurteile gegen andere Gruppen (man vergleiche die Fachkultur von Medizinstudenten untereinander) und denken sich dann eine 33,3-Regel oder nur 3 mal Losen aus.
Das unter dem Vorwand der freien Berufswahl.Widerspruch.

medizin93
26.11.2015, 15:31
Ich denke, dass der Hartmannbund über die Bedeutung der Wartezeit für viele Bewerber bescheid weiß. Zudem er in seiner Erhebung auch feststellte, wie wichtig für viele Bewerber die Chance auf einen Teilstudienplatz ist. Natürlich kann man ihnen noch einmal mitteilen, dass die Wartezeit für viele hier von überaus großer Bedeutung ist.

Ich persönlich halte mich mit meiner Meinung bezüglich der Interessen von MFT usw. zurück. Ich kenne weder entsprechende Statistiken, die Aufschluss über Wartezeitstudierende gibt, noch weiß ich 100%ig darüber bescheid, in welchem Zusammenhang die Regelung der Quoten mit der Umstrukturierung des Medizinstudiums allgemein steht.

Ich kann wie gesagt nur hoffen, dass entsprechende Stellen (bverfg etc.) eine zufriedenstellende Lösung finden, die auch mal länger als 10 Jahre besteht.

Aber wenn sich hier natürlich eine Gruppe von Wartezeiten findet, die sich GEMEINSAM an zb den HB wendet, sehe ich nichts, das dem entgegen stehen würde :-top

Blume24
26.11.2015, 17:16
Interessant zu wissen wäre noch, ob 2020 sozusagen das Stichjahr ist, die neuen Regelungen also möglichst zum WS 20/21 gelten sollen oder ob man eine Umsetzung zum nächstmöglichen Zeitpunkt plant. Zu bedenken ist ja, dass dieser Masterplan nicht nur den Zugang zum Medizinstudium betrifft, sondern auch noch andere Aspekte. Kann mir nicht vorstellen, dass sich das alles so schnell ändern lässt und z.B. in 2 Jahren schon ganz neue Regelungen gelten.

Ein leicht mulmiges Bauchgefühl ist bei mir allerdings dennoch auch immer dabei. Könnte mir vor allem selbst in den Hintern treten, dass ich direkt nach dem Abi 2 potentielle Wartesemester hergeschenkt habe.

Unabhängig von den eigenen Sorgen bin ich aber der Meinung dass man, wenn man unbedingt was ändern möchte, einfach einen entsprechenden Test für alle Abiturienten einführen könnte. Meinetwegen auch erst ab einem Abi von 1,5 oder so. Da kann sich Jeder drauf vorbereiten und es wäre eine nachvollziehbare Art die Studienplätze zuzuteilen.

medizin93
26.11.2015, 17:39
Ich habe genau diese Frage dem HB und dem Gericht gestellt. Die Antwort des HB hab ich ja gepostet. Das Gericht hat noch nicht geantwortet und ich gehe auch nicht davon aus, dass die mir antworten werden.

Bzgl. eines standardisierten Tests der verpflichtend für alle potenziellen Bewerber ist, habe ich zufällig einen Artikel des Spiegels von 1979 oder so ähnlich gefunden, in dem relativ schlüssig erklärt wird, warum ein Test, wie er derzeit in Ö und in den 80ern (?) in D ganz unabhängig von der Abiturnote bestand, der falsche Weg ist. Ich denke schon, dass ein 1,0 Abiturient sich das Recht erarbeitet hat, auszusuchen, was er studiert, während jemand mit 3,5 warten muss. ABER nach Abzug dieser Quote wäre ein einheitlicher Test für mich keine schlechte Idee, falls es das war, was du meintest @blume24.

ccrusher
26.11.2015, 21:34
Geht es eigentlich ausschließlich um Humanmedizin? Oder auch Zahnmedizin?

medizin93
26.11.2015, 22:34
Beim HB gehts glaub ich nur um HM. Weiß nicht ob eine Entscheidung vom BVerfG für Hm auch bei ZM greift. Werden zwar beide gleich vergeben, aber im Verfahren gehts ausdrücklich um HM. Wie das dann bei ZM angewendet wird....?:-nix

Shizr
27.11.2015, 14:47
Beim HB gehts glaub ich nur um HM. Weiß nicht ob eine Entscheidung vom BVerfG für Hm auch bei ZM greift. Werden zwar beide gleich vergeben, aber im Verfahren gehts ausdrücklich um HM. Wie das dann bei ZM angewendet wird....?:-nix
Die Frage wird sein, wie sich das BVerfG dazu äußert.


Letztendlich gibt es keinen auch nur theoretisch denkbaren Sachgrund, warum die Studiengänge grundlegend unterschiedlich behandeln sollte.
Wenn das BVerfG die lange Wartezeit bei Humanmedizin für verfassungsgemäß halten sollte, würde das sicherlich auch bei Zahnmedizin gelten. Und umgekehrt.

Darüber hinaus wird glaube ich ebenso spannend, inwieweit das BVerfG sich grundsätzlich zur Wartezeit äußert.

medizin93
27.11.2015, 15:10
Naja ich bin kein Jurist, aber ob sich Urteile, die in ihrem Verfahrensumfang ersteinmal nur HM einschließt automatisch auf andere Studiengänge übertragen lassen, auch wenn sie gleich vergeben werden, müssen wir abwarten. Ich fände es natürlich auch für die zukünftigen Zahnis toll, wenn sie sich auch ein wenig mehr Hoffnung machen können. Bei ihnen dürfte ja nach dem Urteil aus den 70ern die Wartezeit auch nur höchstens 10 WS betragen...

Kann kaum abwarten eine Entscheidung zu hören, auch wenn ich nicht meine ganzen Hoffnungen daran verschwende. Aber eine grundsätzliche Entscheidung, wie du sie auch ansprichst, würde so einigen etwas Zukunftssicherheit geben. :)

SchalkineBurger
27.11.2015, 19:18
die Regelung würde nicht nur für Zahnmedizin gelten, sondern für alle Studiengänge.
Denn in allen Studiengängen gibt es Wartezeitquoten (vielleicht nicht 20 Prozent, das weiß ich nicht).
Wichtiger wäre eigentlich zu wissen, was mit Übergangszeiten gemeint ist. Darauf sollte man nämlich eigentlich die Akteure festzurren.

So Studierfähigkeitstests machen nur dann Sinn ,wenn man sie wiederholen kann. Ein einmaliger Versuch kann niemals gültige Ergebnisse liefern und lädt zum Betrug ja geradezu ein. Das Abitur selbst ist gar keine schlechte Idee, wenn es wieder auf die alte Schwierigkeitsstufe gehoben werden würde.

Interessant an der ganzen Diskussion ist auch eines. Wenn man das Abitur in der Bewerbung noch weiter absenkt, braucht man eigentlich nicht mehr in die Schule zu gehen :). Ob das der Regierung in einer demokratischen "Bildungsrepublik" passt, wage ich mal zu bezweifeln.

Panamera
27.11.2015, 19:29
Nach dieser Logik bräuchten Schüler, die NC-freie Fächer wählen möchten (und das sind immer noch viele) grundsätzlich nicht zur Schule zu gehen.
Das Problem der Vergabe von Studienplätzen (und damit Berufsmöglichkeiten) nach Abinote sehe ich folgendermaßen: die Notenvergabe an unterschiedlichen Schulen kann komplett unterschiedlich sein, Lehrer haben im momentanen System am wenigsten Stress, wenn sie grundsätzlich gute Noten geben (keine Beschwerden von Eltern, keine Tränenausbrüche) und diejenigen, die beispielsweise von ihren Eltern massiv in der Schule gepusht werden, damit sie Medizin studieren, haben einen enormen Vorteil, indem sie kommunizieren, dass sie gute Noten brauchen.
Ein System, welches eine solch wichtige Funktion hat, kann meines Erachtens nur zentral und einheitlich vonstatten gehen. Also entweder ein Zentralabitur mit Korrektur schulfremder Lehrer unter standardisierten Bedingungen oder - meiner Meinung nach besser - ein zentraler Zugangstest. Das würde denjenigen helfen, die - wie ich - aufgrund fehlender Reife und Motivation in der Schule nicht ihr Bestes gegeben haben und dadurch in der Schule eher unter Wert benotet werden - und das trifft wahrscheinlich auf ziemlich viele 16jährige, vor allem die männlichen Oberstufenschüler zu.

SchalkineBurger
27.11.2015, 20:08
Lehrer, die Noten nach Wunsch der Eltern vergeben, sind unerwünscht. Das war vor ein paar Jahren auch noch nicht so.
Die Korrektur von schulfremden Lehrern ist in vielen Bundesländern Standard und auch richtig.

Warum sollte man Leuten, die weder Reife noch Motivation haben durch eine Kompensation einen Vorteil gegenüber anderen einräumen? Genau solche Fragen ergeben sich ja automatisch.

Es ist halt die Frage ,warum für teures Geld von der Allgemeinheit Schulbildung finanziert werden soll, wenn darin dann nur so nach persönlicher Einstellung gelernt wird. Das untergräbt nämlich jeglichen Sinn von Zensuren.
Es ist vermutlich auch unmöglich die Zensur der Schule in der Studienzulassung auszublenden.
Denn das ist die gesellschaftliche Aufgabe von Schule.

Schubbe
27.11.2015, 20:30
Lehrer, die nach den Pfeifen der Eltern tanzen gibts genug und es werden immer mehr mehr, da Eltern immer kommunikativer werden um es vorsichtig zu formulieren. Es ist einfach der Weg des geingsten Widerstandes: Kein Lehrer hat Lust nach Feierabend mit 20 Eltern zu telefonieren, um zu erörtern dass Kevin die 5 in Mathe verdient, wenn er in der zwölften Klasse keine quadratische Gleichung lösen kann. Aber sicherlich liegt es daran, dass der Lehrer schlecht erklärt. Kevin ist immerhin [willkürlicher akademischer Beruf]-Kind.

Bzgl. der Reife muss man einfach sagen, dass die Abiturienten deutlich jünger sind als vor 20 Jahren. Studienanfänger sind häufig nicht einmal volljährig. Nun ist es aber so, dass gerade diese jungen Schüler sich in einer kritischen Entwicklungsphase befinden, die mit einer gewissen Belehrungsresistenz einhergeht. Das spiegelt sich natürlich sofort in den Noten wider.

Wenn du also mit 16-17 Jahren nicht genau wusstest, dass du unbedingt Arzt werden willst, dann hast du es dir sehr schnell im heutigem System verspielt. Mal abgesehen davon, dass es schon sehr viel verlangt ist von jungen Menschen in dem Alter (die noch nichts von der Welt wissen) zu erwarten wo ihr Leben denn mal hingeht.

Jetzt mischen wir eine total inflationäre Vergabe von Abiturnoten hinzu und du befindest dich sehr schnell außer Konkurrenz, weil du erst 1-2 Jahre später zum Entschluss gekommen bist, dass du Medizin studieren willst. Die Entscheidung mag dann auf Grund differenzierter Überlegung entstanden sein, aber leider für viele zu spät um wettbewerbsfähig zu sein.

SchalkineBurger
27.11.2015, 20:40
Dann sollten wir und Herr Gröhe vielleicht mal über die Auswahl der Lehramtsstudenten nachdenken.
Gerade diese Beinflussung von Lehrern gab es früher in der Form einfach nicht. Die Noten in der Spitze haben sich in den letzten 10 Jahren in manchen Ländern fast verdoppelt, was natürlich nicht auf die Kompetenz der Kinder zurück geht.
Gäbe es eine vernünftige Benotung ,hätten wir das Problem nicht :).

Panamera
27.11.2015, 20:49
Bist du dir sicher, dass es das früher nicht gab? Ich hab "früher" nicht erlebt, daher will ich dazu nichts sagen.
Lehrer sind Menschen und Menschen zeigen bestimmte Verhaltensmuster, die sich nicht abtrainieren lassen. Ein Prüfungssystem muss also gewissermaßen eine unmenschliche Komponente haben, sonst ist es nicht fair. Das fand ich auch bei dem Medizinertest besonders gut: es wurde möglichst großer Wert auf eine "gerechte" Testumgebung gelegt, die eine Abiturprüfung vom eigenen Lehrer kontrolliert (wie bei meinem Abitur vor ein paar Jahren) nicht leisten kann.
Der Deal wäre doch einigermaßen gerecht: wer in der Schule viel mitgenommen hat, wird sich in einem anschließenden Test einfacher tun, als derjenige, der geschlafen hat. Es gibt dann keinen Grund mehr, denjenigen für sein Schlafen gesondert zu bestrafen. Der Sympathiefaktor für bestimmte Schüler, der wohl eher unbewusst bei den Lehrern entsteht, würde dann wegfallen.

medizin93
27.11.2015, 21:32
Mir wäre es ziemlich unangenehm gewesen, wenn meine Eltern damals meine Lehrer angerufen hätten und ihre Lernmethoden angezweifelt hätten. Viel schlimmer finde ich, dass unsere "Oberstufenkoodinatorin", also die, die sich darum kümmern soll, dass man was ordentliches studiert, immer noch den Mythos verbreitet, dass man auch mit 2,5 noch eine Chance auf Medizin hat, und man seine Note mit jedem WS verbessert :-wand

SchalkineBurger
28.11.2015, 17:04
Bist du dir sicher, dass es das früher nicht gab? Ich hab "früher" nicht erlebt, daher will ich dazu nichts sagen.
.
Ja. Bin mir schon sicher, dass es das in der Form früher eher nicht gab, da sich Eltern nicht so um Kinder gekümmert haben,wie heute.
Außerdem haben Lehrer so etwas einfach abgeblockt.
Der Medizinertest als gerechte Atmosphäre zu verkaufen, finde ich auch eher gewagt. Es gibt wohl keinen Test, der so für Betrugsversuche anfällig ist. Ob es eine Testung der Konzentrationsfähigkeit (TMS ist ein Aufmerksamkeits/Belastungstest) für ein Studium braucht, welches eigentlich keine Bandbreite an kognitiven Fähigkeiten abfragt, bleibt auch dahingestellt. Außerdem ist eine einmalige Testung in den Ergebnissen nicht so wirklich gültig oder eben gültiger als aufsummierte Schulleistungen.
In Hessen war es früher so, dass der Lehrer selbst die Aufgaben stellte. Das war natürlich sinnlos.

Aber die Regierung wird sich definitv fragen müssen, ob sie ihr eigenes Schulsystem durch eine Abwertung der Abinote in Frage stellt.
Wichtig wäre noch ,ob man diesen Studentenbund einfach mal fragt ,wie die Übergangslösung für die Wartezeit aussehen soll.
Oder das Gesundheitsministerium sollte gefragt werden.

medizin93
28.11.2015, 17:30
Wichtig wäre noch ,ob man diesen Studentenbund einfach mal fragt ,wie die Übergangslösung für die Wartezeit aussehen soll.
Oder das Gesundheitsministerium sollte gefragt werden.

naja dann schreib ihnen doch einfach. Ich glaube nicht, dass die schon etwas geplant haben. Der HB hat dazu ja auch noch nichts gesagt, aber die antworten wenigstens ausführlich und schnell. Einen Versuch wäre es wert.

nie
28.11.2015, 22:39
Ja. Bin mir schon sicher, dass es das in der Form früher eher nicht gab, da sich Eltern nicht so um Kinder gekümmert haben,wie heute.



Nur mal so aus Interesse: was genau verstehst du den unter "früher"?
Vor 10 Jahren? Vor 20 Jahren? Oder viellleicht 1975?

SchalkineBurger
30.11.2015, 17:12
Nur mal so aus Interesse: was genau verstehst du den unter "früher"?
Vor 10 Jahren? Vor 20 Jahren? Oder viellleicht 1975?

bei 10 bis 15 wird schon ein Unterschied festzustellen sein.