Susi: Ich bin als NEO-Out zuständig für alle Studenten, die über die bvmd ins Ausland gehen. Das fängt damit an, dass sie auf der Homepage sind und dann Fragen haben, zum Beispiel zum Sprachzertifikat oder zum Bewerbungspunkte-Formular. Ich kann dann gezielt antworten oder die Mails an die jeweilige Lokalvertretung weiterleiten. Kurz vor den Bewerbungsfristen kommen Fragen zur Onlinebewerbung. Wenn die Frist vorbei ist, versuche ich, entsprechend der Wünsche, die Plätze zuzuordnen.
Jedes Jahr im August auf der GA zeichnen wir Verträge mit den über 90 anderen Ländern. GA steht für „General Assembly“ der IFMSA. Einmal pro Semester kommen hier über 800 Studenten aus allen Ländern der IFMSA zusammen. Die letzte GA fand im August 2011 in Kopenhagen statt, die nächste wird im März 2012 in Ghana stattfinden. Dabei richten wir uns einerseits nach den Wünschen der Studenten, die sich bis zum 15. Juli beworben haben. Andererseits müssen wir die Wünsche der Studenten abschätzen, die sich bis zum Dezember bewerben werden. Auf jeden Fall schafft die bvmd es, ungefähr 300 Verträge zu zeichnen. Fast alle Verträge sind bilateral. Das heißt, dass für jeden deutschen Studenten, der in ein bestimmtes Land geht, ein Student aus diesem Land zu uns kommt.
Am liebsten schließen wir natürlich Verträge mit Ländern, die beliebt sind und mit denen man auch gut zusammenarbeiten kann.
Was gefällt den „Incomings“ in Deutschland, was wollen sie sehen
Genau wie deutsche Studenten können sie bei der Bewerbung auch drei Wunschstädte für ihre Famulatur angeben. Berlin, München und Hamburg hat so gut wie jeder. Natürlich können nicht alle in diese Städte, aber meistens sind sie auch in Nicht-Wunschstädten glücklich. Sie kommen völlig ohne Erwartungen und denken sich „Mist, ich bin nicht in Berlin.“ Dann sind sie positiv überrascht. Günther aus Chile zum Beispiel war hier vor einem Jahr zur Famulatur, jetzt tritt er eine Stelle am Herzzentrum Leipzig an.
Viele Studenten wollen gar nicht nur in einem einzigen Fachgebiet arbeiten, sondern freuen sich eher über einen Rundumblick über die deutsche Medizin. Der Incoming, den ich gerade betreue, arbeitet jeden Tag 11 Stunden im Krankenhaus, weil er hier so viel lernen kann.
Den Leuten gefällt es hier, weil die Bedingungen im Krankenhaus meistens gut sind. Die Lokalvertretungen sind engagiert und das ist nicht selbstverständlich. So eine Rundumbetreuung gibt es nicht in jedem Land. Fast immer machen wir einen Ausflug nach Berlin, weil das eigentlich alle Incomings mal sehen möchten. Die Ausflüge richten sich natürlich danach, in welcher Stadt die Studenten ihre Famulatur machen. Von Kiel aus geht’s zum Beispiel nach Hamburg, von Leipzig nach Berlin, Dresden und ins Elbsandsteingebirge. Der Famulantenaustausch der bvmd wurde 2009, 2010 und 2011 als „Best Exchange Programme worldwide“ ausgezeichnet.
Was ist eure Aufgabe bei der Verteilung der Famulaturplätze?
Denis: Ich kann entscheiden, welcher Incoming in welche Stadt kommt. Theoretisch könnte ich bei Facebook nachsehen und die schönsten Studentinnen nach Leipzig holen. Das mache ich natürlich nicht, sondern ich sehe mir die Wünsche der Incomings an. Susi hat die Macht darüber, wer rausgehen darf und wer nicht. Also welche der 600 deutschen Bewerber die 300 zur Verfügung stehenden Plätze im Ausland bekommen.
Susi: Die Chancen sind sehr verschieden, je nachdem, für welche Länder man sich bewirbt. In den ersten klinischen Semestern ist es schwer, einen Platz zu kriegen. Man kann sich aber zusätzliche Bewerbungspunkte holen, zum Beispiel indem man sich lokal für den Austausch engagiert oder auf eine MV fährt. Das muss man halt nutzen. Bei der bvmd gelten folgende Bewerbungsfristen für Auslandsfamulaturen:
- 15.12. für Juli bis Dezember des folgenden Jahres
- 15.07. für Januar bis Juni des folgenden Jahres
Ende September werden die Restplätze unter
http://bvmd.de/ausland/scope/restplaetze/ veröffentlicht.