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Famulatur in Spanien

Traumatologie und Orthopädischer Chirurgie

Frank Syré

Da ich seit frühester Jugend gute Beziehungen nach Spanien habe und schon oft dort meine Ferien verbracht habe, fand ich die Idee reizvoll das Angenehme mit der Pflicht zu verbinden, und einmal durch eine Famulatur Einblick in den Alltag und den Ablauf einer spanischen Klinik zu bekommen.Durch eine Knieverletzung im Sommerurlaub 1995 wurde ich auf eine angesehene Privatklinik im Nordwesten Barcelonas aufmerksam.

Anfang der siebziger Jahre gründete ein gewisser Dr. Dexeus (gesprochen: Dechéus) aus dem Zusammenschluß mehrerer Arztpraxen unterschiedlicher Fachrichtungen ein gleichnamiges Institut. Mittlerweile ist das Institut zu einer richtigen Klinik herangewachsen und beherbergt etliche Fakultäten.Spezialgebiete dieser Klinik sind Gynäkologie und Sportmedizin. Für Interessierte hier eine Präsentationsseite im WEB: http://www.idexeus.es.

Ich entschied mich für eine Famulatur in der Unfallchirurgie und wollte dort insbesondere etwas über Hand- und Fußchirurgie erfahren.Nach einer schriftlichen Anfrage bezüglich einer Famulatur (das Wort kennt man in Spanien nicht!) bzw. eines 4-wöchigen Praktikums teilte man mir mit, daß sie noch nie einen europäischen Studenten hatten, ich aber gerne kommen könne. Man wies mich gemäß meiner Anfrage dem Leiter für Hand- und Mikrochirurgie Prof. Dr. Mir zu. Der Tutor für die Jungassistenten ist Dr. Jordi Font Segura. Termin meines Antritts war der 02.09.1996; ein Montag.Ich fand mich im Gebäude ein und suchte nach meinem Ansprechpartner, dem großen Handchirurgen - aber der hat montags keine Sprechstunde, sondern operiert an einem anderen Krankenhaus (auch unvorstellbar, aber zwei Jobs in unterschiedlichen Kliniken sind in Spanien keine Seltenheit).Für mich hieß das morgen wiederzukommen.

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Der nächste Morgen

Gesagt getan: am nächsten Morgen um 09:00 Uhr fand ich mich dann pünktlich in seiner Sprechstunde ein. Nach einer freundlichen Begrüßung verwies er mich an seinen jefe de residentes, seinen ältesten/erfahrensten Assistenzarzt der mir das Gebäude und die wichtigen Stellen, wie OP, OP-Umkleide und Cafeteria zeigte, die sich in einem anderen Gebäude befinden. Zufällig hatte ein weiterer Deutscher just an diesem Tage seinen Einstand als residente (Assistenzarzt) und ich hatte einen Gefährten im Neuland der spanischen Kliniken.

Ich war also in der Handchirurgie eingeteilt, mit der Option bei OP´s der unteren Extremität dabeizusein. Montags um 8:00h fangen die OP´s an, die je nach Team meist bis 13-14:00h dauern; die Teams sind sehr nett und interessiert.Der OP-Trakt beherbergt Teams aus der Traumatologie, der Gynäkologie und der Allgemein- und Kinderchirurgie. Montag also OPs nach eigener Wahl bzw., wenn welche aus dem eigenen Ressort stattfinden dann natürlich zuerst die. Ansonsten ist der Nachmittag zur freien Verfügung; man kann in die ausgezeichnete hauseigene Bibliothek gehen und nacharbeiten oder man fährt mit den Öffentlichen in der Stadt herum und schaut sich da was an.Dienstagvormittag ebenfalls OPs, aber nicht aus der Trauma; d.h. entweder wieder in die Bibliothek(das lohnt sich echt und ist angenehm kühl!) oder ausschlafen. Ab 16:00h findet die Sprechstunde des Handchirurgen statt, die bis ca. 19 oder 20:00h geht. Hier stellen sich neue Patienten mit ihren speziellen Problemen vor, oder Patienten kommen zur Nachsorge bzw. zum Verbandwechsel. Die meisten derer sprechen Catalá, aber das ist beim Verbinden und Wundversorgen nicht so wichtig. Der Handchirurg Prof Dr. Mir-Bullo ist Spezialist in Sachen Lunatummalazie und hat die ruhigste Hand, die ich je gesehen habe.

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