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Halbes Tertial Neufundland

Chirurgie in Kanada

Katrin Blum

 

PJ-Tertial an sich

Das ganze Tertial ist von der Uni ziemlich gut geplant. Am ersten Tag bekommt man eine Einführung und einen Rundgang durch das Krankenhaus. Ausserdem werden einem zahlreiche Türcodes verraten, die man sich unbedingt alle notieren sollte. Nach der Einführung wird man dann auf Station abgegeben. Je nachdem wie viel zu tun ist, darf man dann gleich ein wenig mithelfen oder man darf nach Hause gehen. Man ist immer einem Team zugeordnet, in dem meist 1- 3 „staffs“ (Chefärzte) und unterschiedlich viele „residents“ (Assistenzärzte) sind. Je nachdem in welchem Zeitraum man da ist sind vielleicht auch noch andere „clerks“ (Studenten) in deinem Team. Der Tagesablauf sieht dann ungefähr so aus: 

  • 7 Uhr Rounds (Visite)
     
  • ab 8 Uhr startet dann das OP-Programm
     
  • wenn das OP-Programm fertig ist, roundet dein Team noch mal mit den staffs zusammen
     
  • meist geht man so gegen 17 Uhr nach Hause
Wenn man mal früher gehen will, ist das auch kein Problem, dann spricht man das mit seinem resident ab und dann geht das in Ordnung. Je nach Einsatz, Eifer und Motivation kann man auch „calls“ mitmachen. Du als ausländischer Student musst das nicht machen, aber ich kann es nur empfehlen, calls mitzumachen. Man muss ja nicht, so wie die kanadischen Studenten es müssen, jeden vierten Tag einen call machen - aber man sollte es wenigstens mal versuchen. Während eines calls ist man mit einem resident für den emergency room (Ambulanz), den OP und die Stationen zuständig. Meistens läuft es dann so ab, dass Du zuerst zum Patienten gehst, ihn untersuchst und eine Diagnose stellst. Dann piepst Du deinen resident an und der untersucht den Patienten nochmal nach und dann wird das weitere Procedere besprochen. Man kann also schon mal ausprobieren, wie das ist, eigenständig zu arbeiten und Entscheidungen zu fällen.
 

St. John´s und das Studentenleben

Wenn man einem Kandadier erzählt, das man nach Neufundland fliegt, dann erntet man doch ein wenig Spott. Es ist eben einfach nicht die mondänste Gegend Kanadas, aber doch einzigartig. Die Neufundländer sind alle sehr, sehr nett und hilfsbereit, jeder grüsst jeden auf der Strasse und obwohl die Stadt nicht sehr groß ist, kann man doch ziemlich gut ausgehen. Ausserdem ist es landschaftlich extrem vielseitig, so dass man sich am Wochenende ruhig mal ein Auto leihenund die Umgebung ein wenig erkunden sollte. Wenn man in der Zeit Mai - Juli in Neufundland ist, kann man mit verschiedenen Anbietern zum whale watching fahren oder man kann die Eisberge an der Bucht von Neufundland vorbeischwimmen sehen. Ein weiteres highlight ist das screetching...was das ist, könnt Ihr selber herausfinden.

Fazit:

Ich kann nur jedem empfehlen, ein Teil seines PJ- Tertials in Kanada zu verbringen. Es sind zwar ein bisschen mehr Aufwand und Kosten, als wenn man in Deutschland PJ macht, aber es lohnt sich auf jeden Fall. Allen viel Erfolg und viel Spass in NFLD!
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