Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Literaturzitate /-auszüge



Seiten : 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 [11] 12 13 14 15 16 17 18 19 20

Loish
06.04.2005, 14:57
.... geniales Buch!!

:-meinung :-love :-love :-top

Jemine
06.04.2005, 16:46
Ich würd mal auf der Runenberg oder wie das auch hieß tippen.



rischtisch :-top

He-Man
08.04.2005, 15:39
*hochpush*

"So, also hierher kommen die Leute, um zu leben, ich würde eher meinen, es stürbe sich hier. Ich bin ausgewesen. Ich habe gesehen: Hospitäler. Ich habe einen Menschen gesehen, welcher schwankte und umsank. Die Leute versammelten sich um ihn, das ersparte mir den Rest. Ich habe eine schwangere Frau gesehen. Sie schob sich schwer an einer hohen, warmen Mauer entlang, nach der sie manchmal tastete, wie um sich zu überzeugen, ob sie noch da sei. Ja, sie war noch da. Dahinter? Ich suchte auf meinem Plan: Maison d'Accouchement. Gut. Man wird sie entbinden - man kann das. Weiter, rue Saint-Jacques, ein großes Gebäude mit einer Kuppel. Der Plan gab an Val-de-grâce, Hôpital militaire. Das brauchte ich eigentlich nicht zu wissen, aber es schadet nicht. Die Gasse begann von allen Seiten zu riechen. Es roch, soviel sich unterscheiden ließ, nach Jodoform, nach dem Fett von pommes frites, nach Angst. Alle Städte riechen im Sommer. Dann habe ich ein eigentümlich starblindes Haus gesehen, es war im Plan nicht zu finden, aber über der Tür stand noch ziemlich leserlich: Asyle de nuit. Neben dem Eingang waren die Preise. Ich habe sie gelesen. Es war nicht teuer. [...] Ich lerne sehen. Ich weiß nicht, woran es liegt, es geht alles tiefer in mich ein und bleibt nicht an der Stelle stehen, wo es sonst immer zu Ende war. Ich habe ein Inneres, von dem ich nicht wußte. Alles geht jetzt dorthin. Ich weiß nicht, was dort geschieht."

*verneig*

Loish
08.04.2005, 20:21
*gegoogelt* .... *erhellt*
:-))

Jemine
09.04.2005, 15:07
Kenn ich nicht :-nix
Und falls doch, erfolgreich verdrängt... Keine Ahnung.
Bitte bitte auflösen! :-meinung

THawk
09.04.2005, 18:38
Kenn ich auch nicht, aber Google hat gut geholfen :-wow

He-Man
10.04.2005, 13:58
War aber auch schwer: "Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge" von Rilke. Einer der ersten Großstadtromane und trotz seiner hundert Jahre klingt der Text sehr modern. Macht ihr weiter, der Thread macht Spaß...

Trojan
12.04.2005, 19:03
...und weiter gehts !
Ich habe was gutzumachen : Das letzte von mir war so schwer, dass
es wirklich nur Leute kennen konnten, die auch Bernhard Lassahn kennen....

:-blush

Darum jetzt was echt Leichtes: Ich frage nach dem Namen des Gedichtes und nach dem Dichter. Der Dichter nennt im Stück zweimal seinen Namen (der ist natürlich wegge-x-t *gg*).
Wer sich mit deutscher Literatur gut auskennt, wird schon alleine an Versmaß und Reimbindung erkennen, wer das geschrieben hat, und alle anderen brauchen dann nur zu sehen, welcher Dichtername sich hier wohl am Besten reimt ;-)

" Es sang eine Nacht---
eine Nachti--
Ja, Nachtigall am Sachsenplatz.
Heute morgen.- Hast Du in Berlin
Das je gehört ? - Sie sang, so schien
Es mir, für mich, für XXXXXXXXXX.

Und gab mir doch Verlegenheit,
Weil sie dasselbe Jauchzen sang,
Das allen Dichter früherer Zeit
Durchs Herz in ihre Verse klang.
In schöne Verse !

Nachtigall,
Besuche bitte ab und zu
Den Sachsenplatz;
Dort wohne ich. Ich weiss, dass Du
nicht Verse suchst von XXXXXXXXXX.

Und hatten doch die Schwärmer recht,
Die Dich besangen gut und schlecht."

Na...... ?

luckyblue
12.04.2005, 22:12
Ringelnatz: Am Sachsenplatz

Trojan
13.04.2005, 05:04
... richtig, Lucky !

Genauer gesagt heisst das Gedicht "Am Sachsenplatz: Die Nachtigall" :-D
Geschrieben hat es, wie Du gesagt hast, Joachim Ringelnatz.

Gruß, Trojan

luckyblue
14.04.2005, 01:14
Das Paar führte damals das, was man später eine „moderne Ehe“ nennen sollte, und es war eher Jxxxxxs Unaufmerksamkeit zuzuschreiben, dass sie ein Kind von ihrem Mann erwartete. Dennoch beschloss sie, das Kind zu behalten; die Mutterschaft, so meinte sie, gehörte zu den Erfahrungen, die eine Frau machen musste; die Schwangerschaft stellte sich im übrigen als eine eher angenehme Zeit heraus, und Bxxxx wurde im März 1956 geboren. Die mühselige Pflege, die das Aufziehen eines kleinen Kindes erfordert, erschien dem Paar sehr bald unvereinbar mit ihrem Ideal der persönlichen Freiheit, und so wurde Bxxxx 1958 in gegenseitigem Einvernehmen zu seinen Großeltern mütterlicherseits nach Algier geschickt. Zu jenem Zeitpunkt war Jxxxxx erneut schwanger; doch diesmal war Mxxx Dxxxxxxxxx der Vater.

Aus der Feder eines Romanciers des Alten Europas. Ende der Neunziger ein echter Bestseller; zu Recht, wie ich meine.

luckyblue
14.04.2005, 17:12
Mal ein lustiges Galgenraten zum Namen des Autors:


_ _ _ _ _ _
_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _

Hier wartet schon mal der Berg.;-)

He-Man
14.04.2005, 20:50
Okay, aufgrund Deiner Tips spekuliere ich mal auf Michel Houellebecq (obwohl ich ihn nicht als Romancier bezeichnen würde, der ironische Tonfall wiederum paßt). Ich hätte zuerst auch auf Sandor Marai getippt, aber dessen Name ist ja kürzer :-))
Und?

luckyblue
14.04.2005, 21:31
Ist richtig. (Und wenn er Essayist sein will, soll er halt keinen Roman schreiben.;-))

Fehlt nur noch der Titel. Da gibt es ja nicht so viele Möglichkeiten ...

He-Man
14.04.2005, 23:03
:-dance
Der Titel müßte "Elementarteilchen" sein: "Ausweitung der Kampfzone" habe ich gelesen und da kam dieser Abschnitt - soweit ich mich erinnere - nicht drin vor.
Auf ein neues:

"Herr K. sprach über die Unart, erlittenes Unrecht stillschweigend in sich hineinzufressen, und erzählte folgende Geschichte: "Einen vor sich hin weinenden Jungen fragte ein Vorübergehender nach dem Grund seines Kummers. 'Ich hatte zwei Groschen für das Kino beisammen', sagte der Knabe, 'da kam ein Junge und riß mir einen aus der Hand', und er zeigte auf einen Jungen, der in einiger Entfernung zu sehen war. 'Hast du denn nicht um Hilfe geschrien?' fragte der Mann. 'Doch', sagte der Junge und schluchzte ein wenig stärker. 'Hat dich niemand gehört?' fragte ihn der Mann weiter, ihn liebevoll streichelnd. 'Nein', schluchzte der Junge: 'Kannst du denn nicht lauter schreien?' fragte der Mann. 'Nein', sagte der Junge und blickte ihn mit neuer Hoffnung an. Denn der Mann lächelte. 'Dann gib auch den her', sagte er, nahm ihm den letzten Groschen aus der Hand und ging unbekümmert weiter."

Aus welchem Sammelband ist diese Geschichte entnommen und wie heißt der große Aufklärer?

Trojan
15.04.2005, 16:39
... "Geschichten von Herrn Keuner"...
Bertold Brecht.
:-lesen :-lesen

He-Man
15.04.2005, 18:38
Yup, genau richtig!

Trojan
15.04.2005, 18:48
... und schon gehts weiter :

"Alles hat seine Stunde: Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit:
Eine Zeit zum Gebären, eine Zeit zum Sterben, eine Zeit zum Planzen,und eine Zeit zum Abernten der Pflanzen,eine Zeit zum töten, und eine Zeit zum heilen, eine Zeit zum Niederreissen, und eine Zeit zum Bauen,
eine Zeit zum Weinen, eine Zeit für die Klage, und eine Zeit für den Tanz.
Eine Zeit zum Steinewerfen, und eine Zeit zum Steinesammeln, eine Zeit zum Umarmen, und eine Zeit, die Umarmung zu lösen,
eine Zeit zum Suchen, und eine Zeit zum Verlieren, eine Zeit zum Behalten, und eine Zeit zum wegwerfen,
eine Zeit zum Zerreissen, und eine Zeit zum Zusammennähen, eine Zeit zum Schweigen, und eine Zeit zum Reden,
eine Zeit zum Lieben, und eine Zeit zum Hassen, eine Zeit für den Krieg, und eine Zeit für den Frieden."

Wo kommt das her ? ;-)

Feuerblick
15.04.2005, 18:58
Wieder mal biblisch... Prediger 3, 1 - 8 (glaub ich zumindest)

Loish
15.04.2005, 19:01
Ich wusste: Bibel
Google wusste: Buch Kohelet. :-]

Ich weiß, das war geschummelt... aber mir war zumindest klar WO ich suchen muss ;-)

Und das mit Brecht hätt ich ja auch gewusst :-)