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cartablanca
07.12.2021, 21:22
Es sollte nach Angebot und Nachfrage gehen. Warum sollte ein Intensivpfleger/in nicht mehr wie ein Arzt verdienen? Das ist Kapitalismus.
Es sollte nach Angebot und Nachfrage gehen. Warum sollte ein Intensivpfleger/in nicht mehr wie ein Arzt verdienen? Das ist Kapitalismus.
Bei Ärzten herrscht ein mindestens genauso großer bzw. wahrscheinlich sogar noch größerer Mangel. Nur wird da einfach von oben verfügt "du machst das jetzt". Und da es anders als bei der Pflege keine Personaluntergrenzen gibt, geht das sogar auf.
Banane123
07.12.2021, 21:30
Das ist Kapitalismus.
Gott sei dank haben wir in Deutschland keinen Kapitalismus.
Es sollte nach Angebot und Nachfrage gehen. Warum sollte ein Intensivpfleger/in nicht mehr wie ein Arzt verdienen? Das ist Kapitalismus.
Sehe ich genau so. Angebot und Nachfrage - der Markt regelt alles, die Regierung soll sich einfach nur raushalten.
Bei Ärzten herrscht ein mindestens genauso großer bzw. wahrscheinlich sogar noch größerer Mangel. Nur wird da einfach von oben verfügt "du machst das jetzt". Und da es anders als bei der Pflege keine Personaluntergrenzen gibt, geht das sogar auf.
Wenn sich genug "dumme" finden die es immer mitmachen. Why not?
Für den einzelnen heißt es dann Auswandern / Selbständigkeit / anderen Job etz.
Gott sei dank haben wir in Deutschland keinen Kapitalismus.
Stimmt!
Besser wenn es eine zentrale Institution gibt (die nachweißlich) schlecht mit Geld umgeht.
Und diese soll dann das Geld der Bürger verwalten / verteilen.
Klingt sinnvoll!
cartablanca
08.12.2021, 17:40
Bei Ärzten herrscht ein mindestens genauso großer bzw. wahrscheinlich sogar noch größerer Mangel. Nur wird da einfach von oben verfügt "du machst das jetzt". Und da es anders als bei der Pflege keine Personaluntergrenzen gibt, geht das sogar auf.
Laut den Zahlen steigt die Anzahl der Ärzte von Jahr zu Jahr. Von daher weiß ich nicht, ob das stimmt was du sagst. Ich bin mit den Möglichkeiten als Arzt Geld zu verdienen ziemlich glücklich. Mit der Arbeitsbelastung pro Woche aber nicht so ganz. Aber man soll dankbar sein für das was man hat.
Leucovorin
08.12.2021, 18:13
Sehe ich genau so. Angebot und Nachfrage - der Markt regelt alles, die Regierung soll sich einfach nur raushalten.
Stimmt!
Besser wenn es eine zentrale Institution gibt (die nachweißlich) schlecht mit Geld umgeht.
Und diese soll dann das Geld der Bürger verwalten / verteilen.
Klingt sinnvoll!
Och Leute, schaus dir in den USA an, wie sowas nicht funktioniert.
https://www.theguardian.com/us-news/2021/nov/19/us-faces-nurse-shortage-burnout-covid
Gerade das marktwirtschaftliche US-Gesundheitswesen ist doch kein positives Beispiel. Da wird das Geld richtig verballert. Das teuerste Gesundheitswesen der Welt. Ob die US-Bürger wirklich gerne soviel von ihrem Geld im internationalen Vergleich "verteilen und verwalten"? Klingt nicht sinnvoll.
cartablanca
08.12.2021, 20:04
Och Leute, schaus dir in den USA an, wie sowas nicht funktioniert.
https://www.theguardian.com/us-news/2021/nov/19/us-faces-nurse-shortage-burnout-covid
Gerade das marktwirtschaftliche US-Gesundheitswesen ist doch kein positives Beispiel. Da wird das Geld richtig verballert. Das teuerste Gesundheitswesen der Welt. Ob die US-Bürger wirklich gerne soviel von ihrem Geld im internationalen Vergleich "verteilen und verwalten"? Klingt nicht sinnvoll.
Das GDP pro Kopf der USA ist deutlich höher als das anderer Länder. Wurde das berücksichtigt? Die Schweiz hat auch ein privatisiertes System und da läuft Vieles besser als in Deutschland. Jedenfalls migrieren deutsche Pflegekräfte und Ärzte dorthin und nicht umgekehrt.
Leucovorin
09.12.2021, 15:23
Das GDP pro Kopf der USA ist deutlich höher als das anderer Länder. Wurde das berücksichtigt? Die Schweiz hat auch ein privatisiertes System und da läuft Vieles besser als in Deutschland. Jedenfalls migrieren deutsche Pflegekräfte und Ärzte dorthin und nicht umgekehrt.
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/283361/umfrage/anteil-der-gesundheitsausgaben-am-bruttoinlandsprodukt-ausgewaehlter-laender/
Die Kosten für das Gesundheitssystem in den USA sind rund doppelt so hoch wie in anderen Ländern. Dennoch haben US-Amerikaner eine geringere Lebenserwartung und es besteht eine höhere Kindersterblichkeit als etwa in Deutschland, Japan oder Kanada. Manche US-Bürger sind garnicht versichert.
Übrigens danach mit erheblichen Abstand kommt direkt die Schweiz. In der Schweiz sind zwar die Krankenversicherungen privat, jedoch gibt es eine Versicherungspflicht für alle. Also auch Kranke und Arme "Klienten" müssen die privaten Kassen in der Schweiz aufnehmen. Durch einen speziellen Fonds (Risikoausgleich) wird das teilweise ausgeglichen.
Die staatlichen Krankenhäuser werden durch Einnahmen aus Behandlungen UND Zuschüsse der Kantone oder Gemeinden finanziert.
Also besonders "privat" erscheint mir das alles nicht. Vor allem ist es noch etwas teurer als in Deutschland.
cartablanca
09.12.2021, 16:01
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/283361/umfrage/anteil-der-gesundheitsausgaben-am-bruttoinlandsprodukt-ausgewaehlter-laender/
Die Kosten für das Gesundheitssystem in den USA sind rund doppelt so hoch wie in anderen Ländern. Dennoch haben US-Amerikaner eine geringere Lebenserwartung und es besteht eine höhere Kindersterblichkeit als etwa in Deutschland, Japan oder Kanada. Manche US-Bürger sind garnicht versichert.
Übrigens danach mit erheblichen Abstand kommt direkt die Schweiz. In der Schweiz sind zwar die Krankenversicherungen privat, jedoch gibt es eine Versicherungspflicht für alle. Also auch Kranke und Arme "Klienten" müssen die privaten Kassen in der Schweiz aufnehmen. Durch einen speziellen Fonds (Risikoausgleich) wird das teilweise ausgeglichen.
Die staatlichen Krankenhäuser werden durch Einnahmen aus Behandlungen UND Zuschüsse der Kantone oder Gemeinden finanziert.
Also besonders "privat" erscheint mir das alles nicht. Vor allem ist es noch etwas teurer als in Deutschland.
Es ist teurer und dennoch wandern Ärzte und Pflege in die Schweiz aus nicht umgekehrt. Und Lebenserwartung und Kindersterblichkeit haben nicht zwangsläufig nur mit dem Versicherungsstatus zu tun. Da werden jetzt Äpfel mit Birnen verglichen. Man soll auch nicht das Gesundheitssystem in Deutschland in den Himmel loben. Hier steht Vieles kurz vor dem Kollaps.
Leucovorin
09.12.2021, 18:55
Es ist teurer und dennoch wandern Ärzte und Pflege in die Schweiz aus nicht umgekehrt. Hier steht Vieles kurz vor dem Kollaps.
Die Schweizer bilden selbst viel zu wenig aus insb. an Ärzten, wozu auch ? Viel zu teuer...
Hier ein Artikel dazu: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/100317/Spahn-will-Abwanderung-der-Aerzte-ueber-EU-Regelungen-eindaemmen
Die Schweiz ist für mich der Inbegriff von "Bauernschläue". Zunächst ein armer Agrarstaat, über dessen Auswanderer man sich noch 1855 in New York ärgerte. Mit modernem Raubrittertum wie insbesondere dem Bankengeheimnis und niedrigen Steuern hat man jahrhundertelang Kapital fragwürdiger Herkunft (vom Nazigold, über die Vermögen von korrupten und verbrecherischen Staatsoberhäuptern zahlreicher bitterarmer Länder bis zur oberen Mittelschicht Europas) ins Land geholt und verwaltet. Natürlich wie bei Banken so üblich für eine "geringe Verwaltungsgebühr". Daneben gibt es eine erfolgreichen Dienstleistungs- und Industriesektor. Durch ihre Neutralität in den vergangenen Jahrhunderten blieben der Schweiz Unsummen an Kriegskosten erspart. Was meinst du hat ein Weltkrieg an Unsummen gekostet? Im Umgang mit der EU fährt die Schweiz ein "Cherry Picking" Strategie. Für Schweizer ist ein Einkauf im nahen Deutschland extrem günstig. Hinzukommt, dass ihnen die Mehrwertsteuer erstattet wird an den Deutschen Kassen. Ob sie die dann wieder in der Schweiz ordnungsgemäß beim Zoll angeben...oder einfach durchfahren. Ich vermute letzteres. Arbeitskräfte holen sie sich billig und einfach aus der EU.
Die Schweiz ist ein Sonderfall mit 8 Mio Einwohnern, die sich in den letzten Jahrunderten durch ihre Bauernschläue extreme wirtschaftliche Vorteile geschaffen hat. Leider kann nicht jedes Land in Europa so handeln.
Mit dem vielen Geld kann man sich natürlich auch ein ordentliches Gesundheitssystem leisten. Oder die eigene Agrarindustrie hochsubventionieren. Oder sich einen ausufernd, übrigens extrem teuren Rundfunkbeitrag leisten.
Sprich nicht jedes Land kann sich das leisten, was die reiche Schweiz kann.
Und Lebenserwartung und Kindersterblichkeit haben nicht zwangsläufig nur mit dem Versicherungsstatus zu tun. Da werden jetzt Äpfel mit Birnen verglichen. Man soll auch nicht das Gesundheitssystem in Deutschland in den Himmel loben.
Also ehrlich gesagt, wenn ein Land wie die USA soviel für Gesundheit ausgibt, dann würde man auch erwarten für die hohen Ausgaben etwas zu bekommen und sich dies auch ausdrückt z.B. in einer "normal" niedrige Kindersterblichkeit und einer ähnlichen Lebenserwartung wie in vergleichbaren Ländern. Selbst die US-Amerikaner sehen ihr System selbstkritisch.
https://www.health.harvard.edu/blog/is-our-healthcare-system-broken-202107132542
Aber interessant, dass du die USA als Vorbild nimmst.
Das einzige Coole ist wirklich der Verdienst als Facharzt.
cartablanca
09.12.2021, 19:04
Die Schweizer bilden selbst viel zu wenig aus insb. an Ärzten, wozu auch ? Viel zu teuer...
Hier ein Artikel dazu: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/100317/Spahn-will-Abwanderung-der-Aerzte-ueber-EU-Regelungen-eindaemmen
Die Schweiz ist für mich der Inbegriff von "Bauernschläue". Zunächst ein armer Agrarstaat, über dessen Auswanderer man sich noch 1855 in New York ärgerte. Mit modernem Raubrittertum wie insbesondere dem Bankengeheimnis und niedrigen Steuern hat man jahrhundertelang Kapital fragwürdiger Herkunft (vom Nazigold, über die Vermögen von korrupten und verbrecherischen Staatsoberhäuptern zahlreicher bitterarmer Länder bis zur oberen Mittelschicht Europas) ins Land holen und verwalten. Natürlich wie bei Banken so üblich für eine "geringe Verwaltungsgebühr". Daneben gibt es eine erfolgreichen Dienstleistungs- und Industriesektor. Durch ihre Neutralität in den vergangenen Jahrhunderten blieben der Schweiz Unsummen an Kriegskosten erspart. Was meinst du hat ein Weltkrieg an Unsummen gekostet? Im Umgang mit der EU fährt die Schweiz ein "Cherry Picking" Strategie. Für Schweizer ist ein Einkauf im nahen Deutschland extrem günstig. Hinzukommt, dass ihnen die Mehrwertsteuer erstattet wird an den Deutschen Kassen. Ob sie die dann wieder in der Schweiz ordnungsgemäß beim Zoll angeben...oder einfach durchfahren. Ich vermute letzteres.
Die Schweiz ist ein Sonderfall mit 8 Mio Einwohnern, die sich in den letzten Jahrunderten durch ihre Bauernschläue extreme wirtschaftliche Vorteile geschaffen hat. Mit dem vielen Geld kann man sich natürlich auch ein ordentliches Gesundheitssystem leisten. Oder die eigene Agrarindustrie hochsubventionieren. Oder sich einen ausufernd, übrigens extrem teuren Rundfunkbeitrag leisten.
Sprich nicht jedes Land kann sich das leisten, was die reiche Schweiz kann.
Sorry, aber viele Industrieländer werben ausländische Fachkräfte ab. Deutschland macht man auch. Das kann man nicht einseitig der Schweiz vorwerfen. Die Abteilungen bestehen in vielen Fällen ausschließlich aus Ausländern. Auch Deutsche kaufen extrem billig aus dem Ausland ein. Und vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte und der Art wie Deutschland mit dem Verkauf von Waffen - insbesondere Chemiewaffen - Geld verdient hat (der gesamte Norden Afrikas ist damit mehr oder weniger eingesprüht worden) sollte man mal ein bisschen zurückhaltender mit den Vorwürfen sein. Leuten verbieten in die Schweiz auszuwandern und gleichzeitig aus aller Welt Fachkräfte abzuwerben ist schon ein bisschen dreist.
Leucovorin
09.12.2021, 19:20
Vielleicht bilden die Schweizer mal selbst aus...
Naja, die meisten Deutschen werden nicht billig im Ausland einkaufen können mit Ausnahme zur polnischen Grenze. Außerdem können die sich nicht die MwST erstatten lassen.
Sehe die Schweiz auch als attraktives Auswanderungsland an, wenn einem das beschauliche Leben dort zusagt.
Matzexc1
09.12.2021, 20:20
Vielleicht bilden die Schweizer mal selbst aus...
Das kannst du auch auf Deutschland beziehen. Ich habe hier mehr Osteuropäer als Deutsche und Teile der Pflegekräfte kommen von den Philippinen.
Leucovorin
09.12.2021, 22:39
Also hier wird schon viel ausgebildet, nur gehen viele aus Pflege weg oder sind weggegangen. Kein Geheimnis. Es muss auch was getan werden für Krankenhauspersonal. Insbesondere das Personal, welches die Haauptarbeit am Patienten erledigt und nicht in der Teppichetage.
Österreich hat übrigens ca. 200 mehr Medizinstudienplätze bei ca. gleicher Einwohnerzahl, aber deutlicher wirtschaftlicher Überlegenheit der Schweiz.
Was hat das alles jetzt eigentlich noch mit dem Thema zu tun?
Christoph_A
10.12.2021, 08:09
Nix, aber sich in seiner moralischen Überlegenheit suhlen, Andere (in diesem Fall Länder) zu bashen und sich gleichzeitig selbst zu versichern, wie schlimm man dran ist, ist in diesem Thread halt grade angesagt.
Colourful
10.12.2021, 09:04
Nix, aber sich in seiner moralischen Überlegenheit suhlen, Andere (in diesem Fall Länder) zu bashen und sich gleichzeitig selbst zu versichern, wie schlimm man dran ist, ist in diesem Thread halt grade angesagt.
Na ja, ich finde, dass das in Anbetracht der Lage auch einfach mal erlaubt sein sollte und ich hoffe, dass wir das doch noch irgendwie reflektieren können und vielleicht auch demnächst wieder anders sehen. Ich finde nur, dass die Arbeit in diesem System momentan gerade im KRankenhaus total deprimierend und frustrierend ist, das muss man auch mal anerkennen und da darf man den Leuten ihre gefühlte moralische Überlegenheit auch mal lassen.
Christoph_A
10.12.2021, 09:48
Das ist alles richtig, aber nur rumjammern hat noch keinem weitergeholfen, insbesondere dann, wenn man, wie anignu auch schön aufzeigte, einfach vom hundertsten ins tausende springt und das eigentlich Thema überhaupt keine Rolle mehr spielt. Oder was genau haben Schweizer Krankenhäuser oder die Schweiz selbst jetzt mit der aktuellen Situation in D zu tun?:-nix
Colourful
10.12.2021, 10:38
Nichts. Ich wollte nur für etwas Verständnis plädieren. ;-)
dissection
10.12.2021, 19:47
Im Schichtdienst und Covid-Care seit 03/20.
Aktuell wieder kein Gym für den Ausgleich möglich, da 2G plus. Dementsprechend zerlegter circadianer Rhythmus mit allen Begleiterscheinungen und entsprechender Voralterung.
Kommende verpflichtende regelmäßige Booster-Impfungen.
FML, ich kann es nicht erwarten die Klinik und Alemania zu verlassen :v
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