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Blaulicht86
26.08.2022, 20:32
Ich bin einfach so enttäuscht

Dooly
26.08.2022, 21:04
Nebenbei: Die VKA-Tabellen werden damit zum 01.01.23 die TdL-Tabellen überholen, und das trotz der geringeren Wochenarbeitszeit. Wer sich jetzt noch die Uni antut, und da muss ich mich leider mit einschließen, dem ist nicht mehr zu helfen.Die Karriereplanung ist halt nicht isoliert von einem beschissenen Tarif oder einer räudigen Gewerkschaft abhängig. Für mich persönlich tut der MB nichts und hat er bei früheren Ersuchen auch noch nie getan. Er vertritt mich nicht, er verspottet mich. Darum war es das nun auch für mich gewesen. Der Tarifabschluss kann nur (mit oder ohne Kompromisse) akzeptabel sein oder nicht akzeptabel sein. MB kann weiter für diejenigen arbeiten, die z. B. auch hier im Thread mit einem „aber“ bei diesem Tarifabschluss irgendwas relativieren wollen. Ich hab auch eine Nachricht verfasst, gemeinsam mit meiner Kündigung.

Salatsultan, danke, dass du dich engagierst und deine Stimme für uns genutzt hast. Wahrscheinlich gab‘s während der Verhandlung viel Saft, bei so nem Saftladen.

Blaulicht86
26.08.2022, 21:17
Danke auch für die ehrlichen Worte Salatsultan.

Sich verspottet fühlen trifft es noch besser.
Schäm dich Marburger Bund!

detysnow
26.08.2022, 21:20
https://www.marburger-bund.de/bundesverband/pressemitteilung/marburger-bund-und-laender-einigen-sich-auf-tarifkompromiss

Zitat:
"Am Ende sind wir zu der Überzeugung gelangt, dass das Verhandlungsergebnis ein tragfähiger Kompromiss ist, den wir unseren Tarifgremien zur Zustimmung empfehlen können“, sagte Dr. Andreas Botzlar, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes.

Eine Erklärungsfrist gilt bis zum 19. September 2022: Bis dahin haben die Tarifgremien von Marburger Bund und TdL Zeit, sich über den am Verhandlungstisch erzielten Kompromiss eine Meinung zu bilden."

Heißt das, dass bis zum 19.09. noch ein Traumgremium des Marburger Bundes über den jetzigen Anschluss brütet und auch noch die Möglichkeit hat NICHT zuzustimmen? Weiß jemand, ob das eine ernsthafte Option oder nur Formsache ist? Falls ersteres, würde es sich ja vielleicht wirklich lohnen nochmal den Versuch zu starten Einfluss zu nehmen..!? Sei es jeder einzeln per Brief oder Mail, besser aber wahrscheinlich per Liste? Ob nun analog oder digital per online Petition?? Nur eine Idee? Müsste natürlich schon schnell gehen...

hebdo
26.08.2022, 21:27
Was kann ich denn als MB Mitglied jetzt noch tun? Die Community ist hier ja nicht represäntativ aber damit kann man nicht zufrieden sein. Hier gibt es doch Gremiumsmitglieder?

Ach ja, ich möchte nicht hören, dass ich mich bei der nächsten Wahl aufstellen lassen kann.

Nefazodon
26.08.2022, 21:36
Wahrscheinlich gab‘s während der Verhandlung viel Saft, bei so nem Saftladen.

:D:D:D

Wenn`s nicht so zu Weinen wäre!


@Salatsultan: Trotzdem danke für deinen Einsatz! Sonst hört man ja auch nie was vom MB persönlich.


Heißt das, dass bis zum 19.09. noch ein Traumgremium des Marburger Bundes über den jetzigen Anschluss brütet und auch noch die Möglichkeit hat NICHT zuzustimmen? Weiß jemand, ob das eine ernsthafte Option oder nur Formsache ist? Falls ersteres, würde es sich ja vielleicht wirklich lohnen nochmal den Versuch zu starten Einfluss zu nehmen..!? Sei es jeder einzeln per Brief oder Mail, besser aber wahrscheinlich per Liste? Ob nun analog oder digital per online Petition?? Nur eine Idee? Müsste natürlich schon schnell gehen...

@detysnow: Schön wär`s ja....aber ob die auf uns hören?!
Bei nem Versuch wär ich auf jeden Fall dabei, wenn es irgendwo ne Liste zum unterschreiben gibt.

Zwar würde man das desaströse Ergebnis wohl nicht ganz zurückdrehen können, aber man könnte zumindest versuchen zu erreichen, dass z.B die (an sich schon magere) Erhöhung von 3,35% für die ganze Laufzeit gilt, sodass es wenigstens keine Nullrunde gibt....

Oh man. Von 8,9% Forderung auf 0%. Und das als Kompromiss bezeichnen....verspottet trifft es ganz gut.

Edit: Nicht falsch verstehen. Eigentlich müsste der ganze Abschluss in dieser Form revidiert werden. Denn selbst mit 3,35% würde noch Gehalt weginflationiert, welches man nicht wieder aufholen kann.
Nur wäre die Forderung einer *völlig neuen Verhandlung* wohl gänzlich unrealistisch.
*Seufz*

Edit 2: Werde dann wohl auch austreten...bin sehr enttäuscht.

WiWi18
26.08.2022, 22:37
Dieser Tarifabschluss ist eine bodenlose Frechheit. Wie kann man so etwas machen?

Man fragt sich, was da gelaufen ist, dass die Verhandlungsseite des MB dem zustimmt - einer Nullrunde mitten in der Rekordinflation!

Direkte oder die in Deutschland gern genutzte verschleierte Korruption ("Aufsichtsratsposten")?

Sollte uns aber allen zeigen, was wir hier wert sind: Nichts und wieder nichts.

SineNomine
27.08.2022, 01:02
- - -

Dooly
27.08.2022, 02:28
TdL hat jetzt auch ne nüchterne Pressemeldung gemacht. Kein zähes Ringen und kein Licht und Schatten für die TdL.
https://www.tdl-online.de/presseinfo/presseinformationen-detail/artikel/nr-12022-tarifeinigung-fuer-die-aerztinnen-und-aerzte-an-den-universitaetskliniken-erzielt.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=68&cHash=1a68926672466c0ca62f9e2fc5f45204
33333

h3nni
27.08.2022, 07:16
@Nefazodon: Anne1970 ist auch im MB aktiv, sie hat bei VKA ja auch immer Infos verteilt. Machte für mich persönlich aber oft den Eindruck, beschwichtigen zu wollen statt was schlechtes mal als schlecht darzustellen.

Salatsultan
27.08.2022, 08:48
@Nefazodon: Anne1970 ist auch im MB aktiv, sie hat bei VKA ja auch immer Infos verteilt. Machte für mich persönlich aber oft den Eindruck, beschwichtigen zu wollen statt was schlechtes mal als schlecht darzustellen.

Ich glaube dies ist eine logische Konsequenz wenn man versucht den Verhandlungsprozess und das Zustandekommen eines Angebotes zu erklären. Aber das wird auch nicht konstruktiv ausgelegt.

freak1
27.08.2022, 08:56
Hier gab es aber ganz offensichtlich keine Verhandlung, sondern man hat brav das erste "Angebot" der Herrchen angenommen, das auf den Tisch gelegt worden ist.

8,9% auf 0%. Mehr muss man nicht sagen.

NitroBacter
27.08.2022, 09:13
Aber wie kann denn so etwas in einer "Verhandlung" nur passieren? Ich kanns immer noch nicht verstehen. Wahrscheinlich weil mans mit uns ja machen kann, was soll schon passieren.

SineNomine
27.08.2022, 09:15
Man kann eigentlich nur noch dafür Werbung machen, den Verein zu verlassen und ihm damit mittelfristig die Existenzgrundlage zu entziehen. Als Arbeitnehmervertretung kann man den MB vergessen und hoffen, dass er irgendwann nicht mehr mit dem Vertretungsanspruch mangels Mitgliedern verhandeln kann. Hoffnung auf Besserung sehe ich nicht.

Allgemeines Problem dürfte leider zudem auch die Streikbereitschaft der Ärzte sein...

Nefazodon
27.08.2022, 09:23
@Nefazodon: Anne1970 ist auch im MB aktiv, sie hat bei VKA ja auch immer Infos verteilt. Machte für mich persönlich aber oft den Eindruck, beschwichtigen zu wollen statt was schlechtes mal als schlecht darzustellen.

Stimmt. Ich wollte damit die Rückmeldungen und das Engagement durch Anne1970 keinesfalls unterschlagen. Es ging mir eher um ein Lob an Salatsultan....

Es ist wichtig, dass sich jemand engagiert und dafür sollte man dankbar sein.
Das gilt meinerseits sowohl für Salatsultan als auch für Anne1970.

Nur dem MB, dem bin ich ausdrücklich nicht dankbar. Ich bin bisher ja selbst Mitglied aber das noch Gewerkschaftsarbeit zu nennen.....

Nefazodon
27.08.2022, 09:47
Aber wie kann denn so etwas in einer "Verhandlung" nur passieren? Ich kanns immer noch nicht verstehen. Wahrscheinlich weil mans mit uns ja machen kann, was soll schon passieren.

Dieses Verhandlungsergebnis ist schlicht nicht verständlich. Es ist in meinen Augen nicht vermittelbar.

Im günstigsten Fall stellt es eine massive Fehlleistung dar. Das würde dann bedeuten, dass sich die MB-Verhandler durch das Angebot der hohen Einmalzahlung haben blenden lassen...das müsste man dann mindestens als naiv bezeichnen. Und ehrlich gesagt, darf es auf dieser Ebene, wenn man zehntausende Mitglieder vertritt einfach nicht passieren.

Im ungünstigsten Fall bedeutet das, dass der MB einfach die Interessen der Basis aus dem Blick verloren hat. Vielleicht weil sie glauben im Alleingang die Preis-Lohn-Spirale aufhalten zu müssen oder glauben eine "Verantwortung für das Gesundheitssystem" zu tragen. Das aber wäre dann mindestens Hybris und es wäre pflichtvergessen gegenüber den Mitgliedern.
Man kann eben nicht mehreren Herren auf einmal dienen. Der Hauptzweck einer Gewerkschaft sollte es sein, bessere Bedingungen für ihre Mitglieder auszuhandeln...
Oder es ist, wie andere hier andeuten, schlicht Nepotismus, und der MB vertritt in Wahrheit die Interessen der Arbeitgeber. Das mag ich persönlich nicht glauben, jedoch ist Fakt, dass die MB-Spitze größtenteils in hohen Funktionen in den Krankenhäusern, Ärztekammern oder auf Bundesebene engagiert ist. Das verändert natürlich den Blickwinkel und, vielleicht, die Interessenlage.
Und wieder: Fakt ist, man kann nicht mehreren Herren zugleich dienen.

Das solche Spekulationen aufkommen ist schade und eigentlich mag ich das nicht glauben, weil ich einige der MB-Funktionäre kurz kennengelernt habe und diese immer sympathisch und engagiert wirkten.
Die Spekulationen sind aber schlicht Folge davon, dass man nach Erklärungen für dieses Verhandlungsergebnis sucht und es schwer fällt, welche zu finden. (Eine Nullrunde bei einer Inflation, die bald 10% erreicht!!!)

Vielleicht ist der MB da auch einfach zu groß geworden und hat sich zu weit von der Basis entfernt.

Fakt ist, in Zeiten der Inflation ist der MB die einzige Gewerkschaft und Interessenvertretung die aktuell noch eine Nullrunde verhandelt hat. Das senkt die Reallöhne der Mitglieder dauerhaft. Der MB steht damit alleine und das ist einfach nicht mehr vermittelbar.

Auch muss man sich angesichts dessen fragen, ob es nicht besser wäre, die Mitglieder regelhaft über die Annahme eines Tarifergebnisses abstimmen zu lassen. Das dürfte in heutigen Zeiten (Digitalisierung) nicht so schwer sein.
Warum entscheidet das die Tarifkommission mit vielleicht einem Dutzend Mitgliedern oder so für die Gesamtzahl von 130.000 Mitgliedern alleine?
Zumindest ein unverbindliches Meinungsbild könnte man regelhaft vor Zeichnung des Tarifs einholen.

Brutus
27.08.2022, 09:56
Man kann eigentlich nur noch dafür Werbung machen, den Verein zu verlassen und ihm damit mittelfristig die Existenzgrundlage zu entziehen. Als Arbeitnehmervertretung kann man den MB vergessen und hoffen, dass er irgendwann nicht mehr mit dem Vertretungsanspruch mangels Mitgliedern verhandeln kann. Hoffnung auf Besserung sehe ich nicht.
Ich frage nochmal ganz bewusst: wer könnte die Aufgabe denn übernehmen? VERDI? Das hatten wir doch schon mal. Kleines Rechenexempel: Uniklinik in Westdeutschland: 1000 Ärzte, 2600 Pflege, 2600 alles andere. Nimm nur Ärzte und Pflege. Kleines Ratespiel: für wen setzt sich die Gewerkschaft, die ja jetzt für ALLE verhandelt wohl ein? Für das eine Drittel, dass eh schon zuviel verdient, und zu viele Vergünstigungen hat? Oder für das Gros, das ja viel zu wenig verdient, nicht respektiert wird... und wenn Du dann noch die 2600 anderen mit dabei nimmst, dann interessiert der "Arzt" überhaupt nicht mehr.
Genau das war der Grund, dass der MB es damals geschafft hat, als Verhandlungspartner überhaupt angesehen zu werden.

Zu dem jetzigen Abschluss: da kann man nur weinen. Und hoffen, dass es eine gute Erklärung geben wird. Und jeder Betroffene sollte sich schriftlich zu Wort melden, dass man mit diesem Abschluss nicht einverstanden ist. Vor allem diese Aktion mit 3,35% ab September 2023, aber neu verhandeln wollen wir ab Ende 9/23? Verstehe ich nicht. Und vor allem ist ja dann eine erneute Steigerung kategorisch vom Tisch. Wieso Lohnsteigerung? habt ihr doch gerade erst bekommen! Und die Einmalzahlung ist ja nett, aber 4500€, die dann auch noch versteuert werden, da kann man sich nur noch verarscht fühlen.
Nur das muss der MB auch von der Mehrheit zu hören kriegen. Nicht auf ML / Twitter / Insta / FB was schreiben. Wenn ich es hier schreibe, kann ich es auch per Mail an den MB schicken. Vll. wird dann noch mal reflektiert. :-.nix


Allgemeines Problem dürfte leider zudem auch die Streikbereitschaft der Ärzte sein...
So ist es. Die ist nämlich leider nicht vorhanden. Und wer hätte denn von den hier Anwesenden mehr als 10 Wochen gestreikt, ohne Gehalt, ohne Streikkasse? Lässt sich im Forum immer leicht fordern.
Und wenn Du kein echtes Druckmittel hast, dann ist es in den Verhandlungen halt auch schwierig, seine Forderungen effektiv einzufordern.

Holthusen
27.08.2022, 10:03
Man kann eigentlich nur noch dafür Werbung machen, den Verein zu verlassen und ihm damit mittelfristig die Existenzgrundlage zu entziehen. Als Arbeitnehmervertretung kann man den MB vergessen und hoffen, dass er irgendwann nicht mehr mit dem Vertretungsanspruch mangels Mitgliedern verhandeln kann. Hoffnung auf Besserung sehe ich nicht.

Allgemeines Problem dürfte leider zudem auch die Streikbereitschaft der Ärzte sein...

Nagut mit Verdi war es ja noch schlimmer, die hatten genau 0-garkein Interesse.
Es ist auch nur ein Tarifabschluss...man kann nur hoffen, dass der nächste etwas besser wird.
Dabei geht's mir garnicht um's Grundgehalt, das im europäischen Durchschnitt ganz gut ist, sondern die Dienste und Schichtarbeit. Kein Wunder, dass sich soviele Patienten mit kleinen Wehwehchen in der Notaufnahme um 3 Uhr tummeln. Beim KV-Notdienst setzt man ihnen einen Gynäkologen oder Pathologen vor die Nase bei Rückenschmerzen, da geht keiner hin und kosten tut das ganze in den Off-Zeiten auch nicht besonders viel mehr als tagsüber.

Nefazodon
27.08.2022, 10:18
@Brutus: Ja, Verdi hatte die Ärzte damals schlecht vertreten. Ja, das war der Grund für den Austritt aus dem Verband und nachfolgend eine Eintrittswelle in den MB.
Nur: Das ist 16 Jahre her! Verdi hätte den jetzigen Abschluss nicht schlechter verhandeln können.

@Holthusen: Es ist auch nur ein Tarifabschluss?
Es ist einer der wichtigsten Tarife, der Signalwirkung für alle anderen ärztlichen Tarife auf dem Arbeitmarkt hat.
Und dieser Abschluss senkt die Reallöhne dauerhaft, wie hier schon verschiedentlich aufgezeigt wurde.
Das Minus ist bei einem Jahr Nullrunde und anhaltender Inflation nicht aufzuholen.

WiWi18
27.08.2022, 10:26
@Brutus: Ja, Verdi hatte die Ärzte damals schlecht vertreten. Ja, das war der Grund für den Austritt aus dem Verband und nachfolgend eine Eintrittswelle in den MB.
Nur: Das ist 16 Jahre her! Verdi hätte den jetzigen Abschluss nicht schlechter verhandeln können.

@Holthusen: Es ist auch nur ein Tarifabschluss?
Es ist einer der wichtigsten Tarife, der Signalwirkung für alle anderen ärztlichen Tarife auf dem Arbeitmarkt hat.
Und dieser Abschluss senkt die Reallöhne dauerhaft, wie hier schon verschiedentlich aufgezeigt wurde.
Das Minus ist bei einem Jahr Nullrunde und anhaltender Inflation nicht aufzuholen.

Normal sind ja Tarifabschlüsse ~1% über Inflation.

Selbst wenn das ab 09/23 wieder kommen sollte heisst das, dass wir ein Jahrzehnt (!) brauchen, um unseren alten (!) Reallohn wieder zu erreichen.

Das ist nur zum Heulen. Wie kann man so etwas abschließen?