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Arrhythmie
29.08.2022, 05:26
Warum erst nach dem Facharzt? Wenn Du Möglichkeiten in einem anderen Berufsfeld hast, geh' doch jetzt.

Ja. Gute Frage. Weil ich Dinge eigentlich immer gerne "fertig" mache. Aber ich werde mir das alles in den nächsten Wochen nochmal überlegen.

Holthusen
29.08.2022, 06:26
Ja. Gute Frage. Weil ich Dinge eigentlich immer gerne "fertig" mache. Aber ich werde mir das alles in den nächsten Wochen nochmal überlegen.

Ja würde ich auf jeden Fall empehlen. Dann heißt es nämlich Tschüss Tarifvertrag, Willkommen Außertariflich. Oder Niederlassung (je nach Fach). Das ist immer lukrativer als der TV Stufe II oder III.

detysnow
29.08.2022, 06:50
[truba][;2241357']Warum nur UNi Ärzte? Dann wäre ich raus. Jeder von MB vertretene Arzt wurde ja quasi stellvertretend verarscht.

Ja, hast schon Recht. Dachte ich Moment, dass es vielleicht besser wäre, wenn nur die Leute protestieren, die von Tarifvertrag betroffen wären. Aber eigentlich ist es sogar besser und auch nachdrücklicher, wenn sich auch andere Kollegen und Kolleginnen solidarisieren! 👍

Chaneira
29.08.2022, 07:40
Hallo an Alle,

weiß jemand wie es sich verhält, wenn man die corona-Pandemie bis 30.06.2022 an einer Uniklinik verbrachte, aber dann kündigte.. Bekommt man etwas von dieser nun beschlossenen corona-Prämie von 4500€ netto (anteilig )oder geht man leer aus?
Vielen Dank euch vorab!

micha1203
29.08.2022, 08:17
Man geht leer aus. Du musst im August einen Vertrag gehabt haben (beim Tarifabschluss). Ähnlich ist es bei mir, ich fang am 1.9 an der Uni an, paar Tage zu spät für die 4500€ 😒

Dooly
29.08.2022, 09:15
Dety, ich hab sowieso namentlich (und mit Angabe von Uni, MB Mitgliedsnummer und besonderer vertraglicher Situation) an den MB geschrieben. Ehrlich gesagt halte ich von Petitionen nichts und hab noch nie eine unterschrieben.

Bonnerin
29.08.2022, 09:52
Der MB hat mir auf twitter geantwortet. Ich könne mich ja mit dem Regionalverband in Verbindung setzen, wenn ich ein Mitglied wäre. Und überhaupt würden sie nur Fakten darstellen und nichts schönreden.

Ja, gibt auch a) nix schön zu reden und b) klingt das so nach beleidigter Grundschüler-Antwort.

Brutus
29.08.2022, 10:07
Selbst ein Rückfall auf Verdi wäre besser als das, was der MB mittlerweile abliefert. Klar sind wir dann nur ungeliebtes Stiefkind; aber mehr als 0% kriegt auch Verdi für uns hin.
So, dann lass uns doch mal rechnen: es sollen 4500€ als Sonderzulage abgabenfrei bezahlt werden. 4500€/12 Monate= 375€/Monat. Ein WBA verdient laut TV knapp 5000€? Dann ist das eine Lohnsteigerung von satten 7,5% für einen WBA im Ersten Jahr! Ja, mir ist auch klar, dass je höher der Verdienst, desto kleiner ist die Steigerung. Aber a) ist ja hier mehrfach gerade der "kleine" WBA angeführt worden, der ja überhaupt nichts davon habe. Zum Anderen ist bis zu fast 10000€ die Steigerung immer noch gut über 3%. Also als Nullrunde und überhaupt kann man das ja jetzt nicht nennen. Klar, ist das Ergebnis nicht schön. Wurde auch immer so kommuniziert. Allerdings muss man vll. auch die Hintergründe kennen, warum man nicht auf mehr oder lineare Erhöhung drängen konnte. Da mache ich explizit der Führung vom MB einen Vorwurf: Liebe Leute, warum kommuniziert nicht mal jemand mit Hintergrund in den sozialen Medien den Abschluss, anstatt den Praktikanten oder Bot einfach immer wieder den nichtssagenden Textbaustein zu posten!


Die Wahrheit, so traurig sie auch ist. Akademiker:innen sind bei ver.di halt diejenigen, die "mitgeschleppt" werden, aber lieber werde ich mitgeschleppt als mich ganz offiziell für dumm verkaufen zu lassen. Und nein, ich dachte nicht, dass ich jemals in die Verlegenheit komme, das offen zuzugeben - danke, MB.
Ich hoffe, das Echo lässt sie aufhorchen und stocken, gehe aber nicht davon aus...
Okay, da ja wieder VERDI genannt wird: Ich frage mal in die Runde: wer ist denn alles im MB Mitglied? Der Mitgliedsbeitrag beträgt um die 280€/Jahr, richtig? Zumindest zahle ich als OA das. Wieviel nimmt denn Verdi von seinen Mitgliedern? 1% vom Bruttolohn. Jetzt lasst mal ganz kurz rechnen: WBA/1.Jahr: ~5000€/Monat + Zulagen, Dienste, Überstunden, lassen wir der Einfachkeit halber weg: Das macht dann 50€ im Monat, macht 600€ im Jahr. Wieviele Mitglieder hat VERDI? Wieviele hat der MB? Kann / will jeder Streiken, wenn es in der Zeit nichts auf die Gabel gibt? Die Streikkassen der altgedienten Gewerkschaften können ja gut gefüllt sein, aber wie willst Du denn mit 200€/Jahr von nicht mal allen möglichen Teilnehmenden einen Streik organisieren? Wieviele machen mit? Wieviele machen mit, wenn auf einmal der Mitgliedsbeitrag 1%/Lohn beträgt? Fragen über Fragen!


Ich denke für die eigene Absicherung wird gut was rausgesprungen sein, sodass sie den Aufschrei aussitzen werden, bis wieder alles in der Versenkung verschwindet.
Mal abgesehen davon, dass das hier schon fast jenseits der Grenze zur Verleumdung steht: ich weiß nicht, inwieweit die Mitglieder der Tarifrunde überhaupt in dem Bereich, den der neue TV betrifft, arbeiten. Wenn sie es tun, dann werden es exakt die Leute sein, die von den "Erhöhungen" eben keinen linearen Anstieg erwarten können.
Ich würde bitten, dass solchen Äußerungen bzgl. Bestechlichkeit, Vorteilsnahme oder ähnliches unterbleibt. Denn ich / wir würden ungern gerade in so einem Thread etwas löschen (müssen!), weil dann direkt wieder Verschwörungstheorien bzgl. Zensur o.ä. kommen.


Dann heulen aber wieder die Leute rum (egal, ob deutscher Herkunft oder nicht), die sich weigern, vernünftige Arbeit zu leisten und dann auf einmal nicht mehr fürs Rumsitzen Geld bekommen...
Aber grundsätzlich bin ich bei dir - AT ist inzwischen die einzige Lösung für Ärzt:innen im Angestelltenverhältnis, wenn man sich nicht andauernd für dumm verkaufen lassen möchte.
Okay, zu AT hatte ich ja oben schon was gesagt! Aber etwas möchte ich noch loswerden: weißt Du, wer bei AT Abschlüssen am meisten übervorteilt wird? FRAUEN! Und zwar egal in welchem Bereich. Und nicht nur da. Heute noch in der ZM gelesen, dass Frauen systematisch bei Publikationen banachteiligt werden (Autorenschaft, etc...). Und wer ist dann Schuld? Man / Frau selbst ja eher nicht. :-nix
Ich bin überzeugt davon, dass AT Abschlüsse erstens für jeden Einzelnen ein Graus sein wird, zweitens den Frieden innerhalb der Abteilungen endgültig begraben wird. Aber bitte. Wer kann, der kann. Aber vll. sollte jeder mal überlegen, wie gut er Preise verhandeln kann...


Auch hier bin ich überzeugt, dass ein genauer Blick in die Nebeneinkünfte bzw. Zusatzpositionen der entsprechenden Führungspersönlichkeiten Licht ins Dunkeln bringen würde. Vereinfachte Anerkennung von ausländischen Abschlüssen ist das schlimmste, was eine Gewerkschaft für ihre eigenen Mitglieder tun kann (= billige Konkurrenz; auf so eine Idee würde Cockpit nicht in einer Milliarde Jahren kommen). Aber für die gewinnorientierten Krankenhauskonzerne natürlich ein Traum. Billige, nicht aufmuckende und auf den Vertrag angewiesene Arbeitssklaven. Ich hör die Dividende schon läuten.
Okay, hier also nochmal: Keine Spekulationen oder Verleumdungen!
Alternativ sind das aber auch Leute, die verstanden haben, dass man durchaus in der deutschen Bürokratie mal was optimieren kann. Wir haben zurzeit einen Anästhesisten aus Syrien, der seit 8 (!) Jahren Narkosen macht. Der ist FA! Und wie dürfen wir ihn einsetzen? Als Praktikanten. Ohne Berufserlaubnis. Wo hakt es? Die Behörde (welche?) kommt nicht mit der Approbation um die Ecke. Seit über einem halben Jahr. Bez.-Regierung fühlt sich nicht zuständig, die Ärztekammer müsste das machen. Bei der Ärztekammer: keine Antwort...
Und hat mal jemand versucht, auf dem Land, in der Fläche neue Mitarbeiter zu finden? Es gibt keine. Insofern hat man u.U. auch einfach mal über den Tellerrand geschaut und gesehen, dass man vll. Bürokratie abbauen muss.
Mir ist natürlich auch klar, dass man sich damit auch faule Eier ins Nest legen kann. Aber dafür sind dann die Chefs vor Ort da, dafür sind Probezeiten da. Zu erkennen, ob jemand ins Team passt, ob er das schon mal gemacht hat, oder nicht. Und ja, das tun wir. Auch wenn es jedesmal weh tut. Weil es halt auch heißt, dass man jemanden gehen lässt, obwohl der Dienstplan, die Säle, die Rentner... ... ...


so Leute, jetzt mal eine super verrückte Idee: Unterschriften sammeln und dem MaBu vorlegen, dass wir mit dem Ergebnis der Tarifverhandlungen nicht einverstanden sind. Streiken können wir im übrigen auch ohne Gewerkschaft.
Ja, halte ich wirklich für eine super Idee. Zumindest den ersten Teil! Habe ich oben auch schon geschrieben. Wenn ich hier kotze, dann kann ich das auch per Mail an der MB tun.
Streiken? Nun ja. Das sollte man schon wirklich auf rechtssichere Füße stellen. Und wie oben schon gesagt: es streikt sich leichter mit einer vollen Streikkasse... Wer zahlt Deine Ausgaben, wenn Du streikst, und danach ganz viel frei hast? :-nix


Leider ist es kein Druckfehler. (https://www.marburger-bund.de/bundesverband/meldungen/tarifergebnis-erzielt)
Man glaubt es wirklich kaum und ich dachte auch, es sei ein Druckfehler.
Aber der Satz "allerdings hat diese lineare Erhöhung lediglich eine Laufzeit von einem Kalendermonat" beweist, dass es bittere Realität ist :-kotz:-((:-kotz
Relaxo, vielleicht ist es auch einfach Kalkül. Mit der Sonderzahlung von 4500€ hast Du eine Lohnsteigerung von deutlich mehr als 3,5% (siehe oben, mit Ausnahmen). Damit Du am Ende der Vertragslaufzeit nicht auf dem alten Tariflohn sitzt, und dann auf diesem einen neuen (linearen) Anstieg verhandeln musst, ist eben dieser Passus drin. Dann kann ab Oktober 23 über ein Plus jenseits der 3,5% neu verhandelt werden. Kann gefährlich sein, muss es aber nicht.


Ja würde ich auf jeden Fall empehlen. Dann heißt es nämlich Tschüss Tarifvertrag, Willkommen Außertariflich. Oder Niederlassung (je nach Fach). Das ist immer lukrativer als der TV Stufe II oder III.
AT? Ist wahrscheinlich für den ein oder anderen eine gute Option. ABER: wie gut kannst Du verhandeln? Wer hat Verhandlungen auf der Uni gelernt? Fragt doch mal angestellte Ärzte in Praxen, wieviel sie verdienen? Und wie wahrscheinlich es ist, dass man vom Praxisinhaber mehr als im KH bekommt. Wie wahrscheinlich ist es dann, dass ein GF eines KH, der ja i.d.R. BWL / Kaufmann /etc. gelernt hat, einem AT Vertrag zustimmt, in dem Du deutlich besser wegkommst, als mit dem Tariflohn, den er bezahlen MUSS?!

So, um jetzt Spekulationen vorzubeugen. Ich bin weder irgendwas wichtiges beim MB oder in irgendwelchen Kommissionen. Ich bin nur ein OA, der aufgrund von Ärztemangel in kleinen Kliniken gerade auf dem Land Vordergrunddienste schiebt (schieben muss), und der in seiner Zeit an der Uni sehr wohl mitbekommen hat, wie sich VERDI als etablierte Gewerkschaft und der MB als aufstrebende Interessenvertretung, um die Ärzte gekümmert haben. Aber gerade deswegen sehe ich die derzeitigen Abschlüsse sicher nicht als das an, was man sich erwartet / erhofft hatte. Andererseits sehe ich aber auch die Probleme, die gerade bei solchen Verhandlungen auftreten. Und wenn die Gegenseite kategorisch etwas ablehnt, dann musst Du halt versuchen, über Umwege eine Kompensation zu erreichen. Und sind wir doch mal ehrlich: VERDI hat gerade 10 Wochen die Unikliniken im Westen bestreikt. Wie wahrscheinlich wäre es, Unterstützung für einen erneuten Streik zu bekommen. Und zwar in der Bevölkerung, in den eigenen Betrieben, und bei den AG/Verhandlungspartnern. Natürlich ist das auch Kalkül der AG. Aber wer von den Betroffenen wäre bereit gewesen, nach 10 Wochen Notfallversorgung, einen weiteren Streik mit gleichen Vorgaben umzusetzen?

Endoplasmatisches Reticulum
29.08.2022, 11:00
So, dann lass uns doch mal rechnen: es sollen 4500€ als Sonderzulage abgabenfrei bezahlt werden. 4500€/12 Monate= 375€/Monat. Ein WBA verdient laut TV knapp 5000€? Dann ist das eine Lohnsteigerung von satten 7,5% für einen WBA im Ersten Jahr! Ja, mir ist auch klar, dass je höher der Verdienst, desto kleiner ist die Steigerung. Aber a) ist ja hier mehrfach gerade der "kleine" WBA angeführt worden, der ja überhaupt nichts davon habe. Zum Anderen ist bis zu fast 10000€ die Steigerung immer noch gut über 3%.
Wirklich? Wirklich!? Etwas ähnliches wurde auf Twitter auch behauptet und es ist und bleibt hanebüchener Unsinn. Man kann eine Einmalzahlung nicht in eine Entgeltsteigerung umrechnen, weil sie ... u know ... einmalig ist. Deine tolle Lohnsteigerung von "satten 7.5 %" ist rein virtuell und verpufft zum Ende der Laufzeit vollständig ins Nirvana, wenn sich die nachfolgenden Gehaltsverhandlungen wieder am Bruttolohn von vor jetzt einem, dann zwei Jahren, orientieren.

Bluej
29.08.2022, 11:00
AT? Ist wahrscheinlich für den ein oder anderen eine gute Option. ABER: wie gut kannst Du verhandeln? Wer hat Verhandlungen auf der Uni gelernt? Fragt doch mal angestellte Ärzte in Praxen, wieviel sie verdienen? Und wie wahrscheinlich es ist, dass man vom Praxisinhaber mehr als im KH bekommt. Wie wahrscheinlich ist es dann, dass ein GF eines KH, der ja i.d.R. BWL / Kaufmann /etc. gelernt hat, einem AT Vertrag zustimmt, in dem Du deutlich besser wegkommst, als mit dem Tariflohn, den er bezahlen MUSS?!



Ich stehe zwar erst am Anfang meines Berufslebens und hab daher keine eigenen Erfahrungswerte, aber verdient man als angestellter Facharzt in einer Praxis / MVZ nicht deutlich besser und das ohne Dienste (Hier im Forum wurden 120 -150k als Augenarzt, Radiologe, Kardiologe, Urologe genannt)?

Holthusen
29.08.2022, 11:02
AT? Ist wahrscheinlich für den ein oder anderen eine gute Option. ABER: wie gut kannst Du verhandeln? Wer hat Verhandlungen auf der Uni gelernt? Fragt doch mal angestellte Ärzte in Praxen, wieviel sie verdienen? Und wie wahrscheinlich es ist, dass man vom Praxisinhaber mehr als im KH bekommt. Wie wahrscheinlich ist es dann, dass ein GF eines KH, der ja i.d.R. BWL / Kaufmann /etc. gelernt hat, einem AT Vertrag zustimmt, in dem Du deutlich besser wegkommst, als mit dem Tariflohn, den er bezahlen MUSS?!

Also als WBA natürlich nicht, daher auch der Rat Facharzt zu machen.
Als Facharzt verdient man mit AT oder in der Praxis in der Regel deutlich mehr als in den Tarifverträgen.
Mit den Tarifvertragstarifen kannst du in manchen Fächern keinen Facharzt mehr hinterm Ofen herlocken.
Sicherlich auch nachteilig, wenn man vollständig AT ist, da man dann dauernd nachverhandelt. Daher finde ich Modelle wie Tarifvertrag + Zulage ganz attraktiv.

WiWi18
29.08.2022, 11:04
So, dann lass uns doch mal rechnen: es sollen 4500€ als Sonderzulage abgabenfrei bezahlt werden. 4500€/12 Monate= 375€/Monat. Ein WBA verdient laut TV knapp 5000€? Dann ist das eine Lohnsteigerung von satten 7,5% für einen WBA im Ersten Jahr! Ja, mir ist auch klar, dass je höher der Verdienst, desto kleiner ist die Steigerung. Aber a) ist ja hier mehrfach gerade der "kleine" WBA angeführt worden, der ja überhaupt nichts davon habe. Zum Anderen ist bis zu fast 10000€ die Steigerung immer noch gut über 3%. Also als Nullrunde und überhaupt kann man das ja jetzt nicht nennen. Klar, ist das Ergebnis nicht schön. Wurde auch immer so kommuniziert. Allerdings muss man vll. auch die Hintergründe kennen, warum man nicht auf mehr oder lineare Erhöhung drängen konnte. Da mache ich explizit der Führung vom MB einen Vorwurf: Liebe Leute, warum kommuniziert nicht mal jemand mit Hintergrund in den sozialen Medien den Abschluss, anstatt den Praktikanten oder Bot einfach immer wieder den nichtssagenden Textbaustein zu posten!


Du hast den wesentlichen Punkt immer noch nicht verstanden. Die Einmalzahlung führt nicht zu einer dauerhaften Steigerung des Entgelts und stoppt damit nicht den Reallohnverfall.

Wenn dieses Jahr eine Nullrunde kommt, aber 4500€ extra gezahlt werden ist die Reallohnsenkung für ein Jahr kompensiert, danach nicht mehr.

Danach haben wir dauerhaft 8% Reallohn weniger. Selbst wenn im folgenden Jahr eine Erhöhung von 5% auf die alten, niedrigen Gehälter rausgehandelt wird, und die Inflation nur 5% betragen sollte (beides reichlich optimistisch, aber for the sake of the argument) wäre nur die Inflation des nächsten Jahres, nicht aber die Reallohnsenkung des gegenwärtigen Jahres ausgeglichen.

Das ist genau die Augenwischerei, die mit dieser Einmalzahlung betrieben wird. Und wie man an diesem Beitrag schön sieht: Ein großer Teil der Ärzte versteht das nicht. Die Arbeitgeberseite nutzt geschickt die finanzwirtschaftliche Unbedarftheit der meisten Mediziner aus, und der MB macht fleißig mit.


Der MB hat mir auf twitter geantwortet. Ich könne mich ja mit dem Regionalverband in Verbindung setzen, wenn ich ein Mitglied wäre. Und überhaupt würden sie nur Fakten darstellen und nichts schönreden.

Ja, gibt auch a) nix schön zu reden und b) klingt das so nach beleidigter Grundschüler-Antwort.

Es könnte sein, dass die MB-Repräsentanten erstaunt sind, dass sie mal so etwas wie Gegenwind bekommen. Eigentlich sind sie ja gewohnt, dass die Ärzte alles mit sich machen lassen. Aber vielleicht haben sie ja den Bogen diesmal wirklich überspannt (auch wenn ich nicht dran glaube).

Holthusen
29.08.2022, 11:06
Wenn dieses Jahr eine Nullrunde kommt, aber 4500€ extra gezahlt werden ist die Reallohnsenkung für ein Jahr kompensiert, danach nicht mehr.


Naja, dann fordert man bei der nächsten Verhandlung 20% mehr
:-stud

WiWi18
29.08.2022, 11:11
Naja, dann fordert man bei der nächsten Verhandlung 20% mehr
:-stud

Das klappt sicher!

BILD: [Groß und fett] "Gier-Forderungen bei 100.000€ Durchschnittsgehalt"

[Etwas kleiner und weniger fett] "Unser Gesundheitssystem ist pleite - und die Ärzte fordern immer mehr"

Dann auf Seite 2 ein Interview mit einem Boomer-Niedergelassenen, der erklärt, dass die Ärzte von heute aus den falschen Beweggründen arbeiten gehen.

Endoplasmatisches Reticulum
29.08.2022, 11:15
Man muss sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen, was solche Aussagen von einer Gewerkschaft im öffentlichen Raum zum Ausdruck bringen. Der Marburger Bund trollt uns doch.

33345

Holthusen
29.08.2022, 11:16
Das klappt sicher!


Das war auch nicht ganz ernst gemeint.

Aber sicherlich muss man jetzt mal sparen: z.B. der ganze Coronakram: das ist zu teuer mit den ganzen Tests, Masken, Apps, Impfnachweisen in jeder Bahn und Flugzeug. Das muss jetzt wirklich auf die Hochrisikogruppen beschränkt werden wie es in anderen Ländern bereits üblich ist und auch kosteneffizient gestaltet werden im Sinne der Beitragszahler. Oder sind die Stationen zu 90% mit Coronapatienten belegt? Mir ist das nicht bekannt.


Man muss sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen, was solche Aussagen von einer Gewerkschaft im öffentlichen Raum zum Ausdruck bringen. Der Marburger Bund trollt uns doch.

33345

Anscheinend sieht die Gewerkschaft den Zeitpunkt für einen Streik momentan als ungünstig an. Aber wann ist er es nicht. Für mich sehen die Beiträge nach zahnloser Tiger aus.

Dooly
29.08.2022, 11:17
Unfassbar. Für Brutus, Skywalker usw. kann der MB ja weiterhin aktiv sein.
Ich hab überraschend eine Antwort vom Bundesverband bekommen. Kontaktiert hatte ich ursprünglich die Abteilung Tarifpolitik. Der Bundesverband verweist mich ansonsten inhaltsleer an meinen Landesverband. Ich habe nun alles an den Landesverband weitergeleitet.

Endoplasmatisches Reticulum
29.08.2022, 11:23
Anscheinend sieht die Gewerkschaft den Zeitpunkt für einen Streik momentan als ungünstig an. Aber wann ist er es nicht. Für mich segen die Beiträge nach zahnloser Tiger aus.

Die Aussage des Marburger Bundes geht doch darüber hinaus, wenn man sie ernst nimmt:
Ein Vollstreik für Gehälter steht außer Frage.

Öffentlich postuliert, für jeden einschließlich der Arbeitgeber (nicht nur TdL - auch alle anderen!) zu sehen und für die Nachwelt archiviert.

Plus, im Kontext der aktuellen Verhandlungen ist das ja auch noch eine tendentiöse Fehldarstellung. Es wäre kein Streik "primär für Gehälter", sondern gegen eine Entwertung der ärztlichen Arbeit im zweistelligen Prozentsegment. Hinter Lohn steht ja nicht primär Geld, sondern der Individualnutzen, der mit diesem Geld für die geleistete Arbeit realisiert werden kann. Eine gar nicht so unwichtige Nutzenkomponente ist auch die Gratifikation im Beruf, was weit über reine Geldsummen hinausgeht. Geld vorschieben ist immer so ein rhetorischer Taschenspielertrick. Der schnöde Mammon! Nur ans Geld denken ist so ein weltlich-kleingeistig-dekadenter Lebensansatz. Aber es geht nicht ums Geld. Es geht um das Grundprinzip, das hinter einer massiven Entwertung für die gesamte ärztliche Arbeit in allen Dimensionen steht.

Dooly
29.08.2022, 11:38
Der Arschverein schreibt ja sogar, dass es dieses Mal um Geld ging, wobei sie einen „tragfähigen Kompromiss“ und „substanzielle finanzielle Verbesserungen“ erwirkt haben und es dafür nächstes mal um anderes geht.
Dieses Gelaber!

Bonnerin
29.08.2022, 11:38
Okay, da ja wieder VERDI genannt wird: Ich frage mal in die Runde: wer ist denn alles im MB Mitglied? Der Mitgliedsbeitrag beträgt um die 280€ /Jahr, richtig? Zumindest zahle ich als OA das. Wieviel nimmt denn Verdi von seinen Mitgliedern? 1% vom Bruttolohn. Jetzt lasst mal ganz kurz rechnen: WBA/1.Jahr: ~5000€ /Monat + Zulagen, Dienste, Überstunden, lassen wir der Einfachkeit halber weg: Das macht dann 50€; im Monat, macht 600€; im Jahr. Wieviele Mitglieder hat VERDI? Wieviele hat der MB? Kann / will jeder Streiken, wenn es in der Zeit nichts auf die Gabel gibt? Die Streikkassen der altgedienten Gewerkschaften können ja gut gefüllt sein, aber wie willst Du denn mit 200€ /Jahr von nicht mal allen möglichen Teilnehmenden einen Streik organisieren? Wieviele machen mit? Wieviele machen mit, wenn auf einmal der Mitgliedsbeitrag 1%/Lohn beträgt? Fragen über Fragen!

Ja, ich bin (noch) Mitglied, weil ich das eigentlich immer als wichtig/sinnvoll empfunden habe. Aber jo, die 210€ (das müsste es glaube ich momentan sein) im Jahr sind halt nicht besonders gut angelegtes Geld. Wenn das der Grund ist, warum der MB jede Frechheit der Kliniken nett lächelnd abnickt können sie gerne den Beitrag erhöhen. Für eine adäquate Vertretung (die ich als Nicht-Klinikärztin aber ohnehin nicht erhalte) würde ich auch sofort mehr bezahlen. Wenn die Vertretung gut wäre, würde man langfristig ja mit einem Plus rausgehen.




Okay, zu AT hatte ich ja oben schon was gesagt! Aber etwas möchte ich noch loswerden: weißt Du, wer bei AT Abschlüssen am meisten übervorteilt wird? FRAUEN! Und zwar egal in welchem Bereich. Und nicht nur da. Heute noch in der ZM gelesen, dass Frauen systematisch bei Publikationen banachteiligt werden (Autorenschaft, etc...). Und wer ist dann Schuld? Man / Frau selbst ja eher nicht. :-nix
Ich bin überzeugt davon, dass AT Abschlüsse erstens für jeden Einzelnen ein Graus sein wird, zweitens den Frieden innerhalb der Abteilungen endgültig begraben wird. Aber bitte. Wer kann, der kann. Aber vll. sollte jeder mal überlegen, wie gut er Preise verhandeln kann...




AT? Ist wahrscheinlich für den ein oder anderen eine gute Option. ABER: wie gut kannst Du verhandeln? Wer hat Verhandlungen auf der Uni gelernt? Fragt doch mal angestellte Ärzte in Praxen, wieviel sie verdienen? Und wie wahrscheinlich es ist, dass man vom Praxisinhaber mehr als im KH bekommt. Wie wahrscheinlich ist es dann, dass ein GF eines KH, der ja i.d.R. BWL / Kaufmann /etc. gelernt hat, einem AT Vertrag zustimmt, in dem Du deutlich besser wegkommst, als mit dem Tariflohn, den er bezahlen MUSS?!

Mein aktueller AT-Vertrag ist insgesamt besser als das, was der MB so raushandelt. Man muss sich halt adäquat verkaufen können und nicht direkt vor den Personalern zurückzucken. Aber wenn halt ohnehin schon null Streikbereitschaft da ist wird man (oder eben frau) halt auch da Probleme mit Forderungen haben.
Soll AT die Lösung sein? Nein. Und man sieht ja an den BG-Kliniken, dass der MB auch sinnvoll verhandeln kann, wenn er will. Aber VKA war schon übel und das mit der Unis eine Frechheit.

Gerade im Fahrtwasser des VERDI-Streiks wäre der perfekte Zeitpunkt gewesen. Die Unikliniken hier in NRW wollen sich mit Sicherheit nicht noch mehr cash entgehen lassen, das hätte man ordentlich ausnutzen können. Ein Streikzeitpunkt wäre sicher nie besser als jetzt.


VERDI hat gerade 10 Wochen die Unikliniken im Westen bestreikt. Wie wahrscheinlich wäre es, Unterstützung für einen erneuten Streik zu bekommen. Und zwar in der Bevölkerung, in den eigenen Betrieben, und bei den AG/Verhandlungspartnern. Natürlich ist das auch Kalkül der AG. Aber wer von den Betroffenen wäre bereit gewesen, nach 10 Wochen Notfallversorgung, einen weiteren Streik mit gleichen Vorgaben umzusetzen?

Der Bevölkerung war und ist es doch egal, solange die Notaufnahme offen ist. Die Psychospiele der Unikliniken im Westen waren so offensichtlich, dass das den Vorständen niemand mehr geglaubt hat. Die meisten ärztlichen Kolleg:innen waren sogar über den Streik dankbar, weil es endlich mal Luft gab zum Arbeiten. Da wäre halt eher die Chance - Angst AG vor mehr Streik + Aufwind, weil man gesehen hat, das Verdi Erfolg hatte.