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DrSkywalker
29.08.2022, 12:06
Unfassbar. Für Brutus, Skywalker usw. kann der MB ja weiterhin aktiv sein.
Ähm, kann es sein dass du gerade etwas irrational bist? man kann ja viele Probleme mit mir haben, aber hier bin ich doch auf eurer Seite. Ich bin selbstständig und habe nichts zu tun mit dem Marburger Bund.

Brutus
29.08.2022, 12:10
Du hast den wesentlichen Punkt immer noch nicht verstanden. Die Einmalzahlung führt nicht zu einer dauerhaften Steigerung des Entgelts und stoppt damit nicht den Reallohnverfall.
Wenn dieses Jahr eine Nullrunde kommt, aber 4500€ extra gezahlt werden ist die Reallohnsenkung für ein Jahr kompensiert, danach nicht mehr.
Und deswegen die Steigerung am Ende der Laufzeit um 3,5%. Damit Du eben nicht wieder bei 0 anfängst. Du hast doch sogar mehr, wenn Du mit der Einmalzahlung die Laufzeit kompensierst (und zwar über der 3,5%), und am Ende werden die 3,5% VOR Neuverhandlungen draufgesetzt. Und dann verhandelst Du genauso, als hättest Du 12 Monate 3,5% bekommen. Und ganz ehrlich: Wenn die 4500€ tatsächlich abgabenfrei sind, dann hast Du doch mehr davon, als 3,5% linear!


Danach haben wir dauerhaft 8% Reallohn weniger. Selbst wenn im folgenden Jahr eine Erhöhung von 5% auf die alten, niedrigen Gehälter rausgehandelt wird, und die Inflation nur 5% betragen sollte (beides reichlich optimistisch, aber for the sake of the argument) wäre nur die Inflation des nächsten Jahres, nicht aber die Reallohnsenkung des gegenwärtigen Jahres ausgeglichen.
Nochmal: Du verhandelst aber mit den alten Gehältern +3,5%. :-nix
Warum die AG jetzt lieber eine Einmalzahllung als linear 3,5% bezahlen (was für sie billiger wäre), weiß ich nicht. Aber gerade die Anfängergehälter WBA bekommen ja prozentual deutlich mehr als die 3,5%. Und am Ende (9/23) werden die Gehälter um 3,5% erhöht. Und DARAUF wird verhandelt...


Das ist genau die Augenwischerei, die mit dieser Einmalzahlung betrieben wird. Und wie man an diesem Beitrag schön sieht: Ein großer Teil der Ärzte versteht das nicht. Die Arbeitgeberseite nutzt geschickt die finanzwirtschaftliche Unbedarftheit der meisten Mediziner aus, und der MB macht fleißig mit.
Bitte, bitte, erhelle mich. Wir ALLE liegen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze. D.h., es wird nicht ein Cent einer Gehaltserhöhung mehr in die VW gezahlt. Und deswegen ist es doch egal, ob 4500€ als Einmalzahlung, was runtergebrochen für die Anfangsgehälter deutlich mehr macht als die 3,5%, oder linear erhöht wird. :-nix


Es könnte sein, dass die MB-Repräsentanten erstaunt sind, dass sie mal so etwas wie Gegenwind bekommen. Eigentlich sind sie ja gewohnt, dass die Ärzte alles mit sich machen lassen. Aber vielleicht haben sie ja den Bogen diesmal wirklich überspannt (auch wenn ich nicht dran glaube).
Ja, bitte gebt den Repräsentanten Gegenwind, damit sich mal jemand mit Hintergrundwissen äußert. Damit mal kommuniziert wird, warum und wieso genau dieser Kompromiss gewählt wurde.

Dooly
29.08.2022, 12:18
Ich hab kein Problem mit dir. Es ist diese Relativierung, die mich sauer macht.

Der Abschluss ist ungenügend, keine Frage, aber für einen WBA im ersten oder zweiten JAhr ist die netto Sonderzahling von 4500 Euro doch ganz gutes Geld finde ich.

ehem-user-02-09-2022-0919
29.08.2022, 13:17
Liebe Leute, das sollte eigentlich ein Signal sein, in den MB einzutreten. Nicht auszutreten. Lasst euch in Funktionärsebenen wählen. Im MB, in den Kammern. Nur so werdet Ihr repräsentiert.
Politik ist langwierig, aufwendig und braucht viel Aushandlung. Es funktioniert nicht wie bei Twitter, wo man schnell seinen Unmut hinrotzt und 3k Likes mit Schulterklopfen kriegt.

micha1203
29.08.2022, 13:57
Unfassbar, dass der Marburger Bund auch noch selbst zugibt, nie einen Streik als Option gesehen zu haben, da es "nur" um Gehälter geht. Bei dieser Einstellung ist es kein Wunder, dass dieser Mist bei rumgekommen ist... die TdL lacht sich doch kaputt über uns.

Relaxometrie
29.08.2022, 14:23
Okay, hier also nochmal: Keine Spekulationen oder Verleumdungen!
Hier Zahlen des Landesverbands NRW/RLP, also absolute Fakten: Finanzplan 2019/2020; die erste Zahl bezieht sich auf 2019, die zweite auf 2020:

Personalkosten: 1.700.000€ / 1.800.000€
Aufwandsentschädigung geschäftsführender Vorstand: 145.000€ / 160.000€
Werbung: 200.000€ / 160.000€
Zeitung: 300.000€ / 250.000€
Reisekosten: 300.000€ / 250.000€

Alleine zu diesen Zahlen hätte ich schon vieeele Fragen. Auf dem Finanzplan stehen noch andere Posten; aber die oben genannten sind mal die fragwürdigsten.

dermoxin
29.08.2022, 14:26
Auf meine Nachfrage hat der MB Landesverband auch bestätigt, dass diejenigen, die z.B. zum 30.06.22 gekündigt haben und am 25.08. nicht an einer Uniklinik tätig waren, keine Corona-Prämie erhalten. Somit haben sie gar keinen Inflationsausgleich. ��
Am Telefon sagte der MB-Mitarbeiter auch, dass er in seinen 15 Jahren beim MB noch nie erlebt hat, dass eine Verhandlung von den MB-Gremien nicht angenommen wurde. Weiß nicht, ob das so stimmt.

Relaxometrie
29.08.2022, 14:26
Mit der Sonderzahlung von 4500€ hast Du eine Lohnsteigerung von deutlich mehr als 3,5%
Eben nicht, da Einmalzahlung, die nicht in den "Zinseszinseffekt" weiterer Lohnsteigerungen eingeht.
Damit meine ich nicht, dass man Zinsen bekommt, sondern dass das Gehalt ewig niedriger bleibt, weil man dauerhaft von einem niedrigeren Niveau aus weiterverhandelt.


VERDI hat gerade 10 Wochen die Unikliniken im Westen bestreikt. Wie wahrscheinlich wäre es, Unterstützung für einen erneuten Streik zu bekommen. Und zwar in der Bevölkerung, in den eigenen Betrieben, und bei den AG/Verhandlungspartnern.
Weil VERDI gestreikt hat, soll der MB jetzt kuschen?

Neckar
29.08.2022, 14:29
Nur ein Mediziner konnte die Einmalzahlung als „Gehaltserhöhung“ sehen. Erstens war es eine bodenlose Frechheit, dass wir als Ärzte keine vorher bekommen haben, zweitens bezweifle ich dass die Leute im Homeoffice es als solches gesehen haben. Es sollte als eine Entschädigung für die extra Arbeit gesehen werden, nichts anderes.

micha1203
29.08.2022, 14:37
Echt unglaublich...ich fange ab dem 1. September an und habe jetzt schon absolut keine Lust mehr. Ich Vollidiot habe in meinem PJ sogar noch bei der Pflege auf Corona Station geholfen, weil die Station so unterbesetzt war. Und natürlich hat sich der BE Dienst (der insgesamt natürlich ein Segen war) geweigert bei Corona Patienten Blut abzunehmen, sodass auch dies auf die PJler abgewälzt wurde. Ich bin Anfang Juli fertig geworden mit dem Studium und jetzt kommt der Marbuger Bund mit sowas? Wenn ich eine Woche früher angefangen hätte, hätte ich 4500€ bekommen. Und jetzt halt nichts. Und dann wundern die sich, wieso 25% der Klinikärzte kein Bock mehr auf den Job haben...

Endoplasmatisches Reticulum
29.08.2022, 14:48
Es sollte als eine Entschädigung für die extra Arbeit gesehen werden, nichts anderes.
Das ist es ja auch explizit, daher wurde es als Corona-Sonderzahlung nach EStG §3 Abs 11b (Steuerfreie Einnahmen) deklariert, um die bis zum 31.12.2022 eingeräumte Steuerfreiheit auszunutzen. Somit entstehen den Arbeitgebern keine Lohnnebenkosten, wie es bei einer Entgelterhöhung der Fall gewesen wäre.

Blaulicht86
29.08.2022, 14:49
Liebe Leute, das sollte eigentlich ein Signal sein, in den MB einzutreten. Nicht auszutreten. Lasst euch in Funktionärsebenen wählen. Im MB, in den Kammern. Nur so werdet Ihr repräsentiert.
Politik ist langwierig, aufwendig und braucht viel Aushandlung. Es funktioniert nicht wie bei Twitter, wo man schnell seinen Unmut hinrotzt und 3k Likes mit Schulterklopfen kriegt.

Auf den Kommentar hab ich ja gewartet. Nicht wenn man sich rückwärts bewegt! Den Schuh “bitte mehr Eigenverantwortlichkeit und sich in Funktionsebenen wählen lassen”, zieh ich mir nicht an. Ich bin Arbeitnehmer in einer Klinik und mach meinen Job. Macht ihr euren.

Brutus
29.08.2022, 14:54
Hier Zahlen des Landesverbands NRW/RLP, also absolute Fakten: Finanzplan 2019/2020; die erste Zahl bezieht sich auf 2019, die zweite auf 2020:
Personalkosten: 1.700.000€ / 1.800.000€
Aufwandsentschädigung geschäftsführender Vorstand: 145.000€ / 160.000€
Werbung: 200.000€ / 160.000€
Zeitung: 300.000€ / 250.000€
Reisekosten: 300.000€ / 250.000€
Alleine zu diesen Zahlen hätte ich schon vieeele Fragen. Auf dem Finanzplan stehen noch andere Posten; aber die oben genannten sind mal die fragwürdigsten.
So wird ein Schuh draus, der ja auch legitim sein kann. Das Gehalt der GF kannst Du natürlich hinterfragen. Aber wenn indirekt Absprachen, Kungelei, etc, angedeutet werden, dann ist das wenigstens schlechter Stil, wenn nicht o.g. Vergehen.


Eben nicht, da Einmalzahlung, die nicht in den Zinseszinseffekt weiterer Lohnsteigerungen eingeht.
Weil VERDI gestreikt hat, soll der MB jetzt kuschen?
1. Welcher Zinsenzinseffekt? Bei einer Null-Zins-Politik? Aber gut, spielen wir es durch:
WBA 5000€, bekommt jetzt 3,5% mehr. => 5000+175€, der Einfachheithalber *12 Monate: 62.100€. Das wäre ihr Preis gewesen bei linearer Erhöhung. Rentenzahlung sind eh immer bei ~1200€ (WL) gedeckelt.
Bonuszahlung: 5000€ + 375€, diesmal für 11 Monate plus den 12. Monat mit 5000€ + 3,5% +375€ = 64.675€
Wie gesagt, in WL geht nicht ein Cent mehr ans Versorgungswerk, Zinsen kriegste auch nicht. Also ICH würde die Bonuszahlung nehmen.
Und nochmal: Der September nächstes Jahr ist absichtlich mit der Lohnsteigerung von 3,5% auf die aktuellen Bezüge aufgewertet, damit man in die Verhandlungen des nächsten TV mit den dann höheren Gehältern einsteigen kann, damit eben nicht bei -3,5% ein Lohnverlust aufgeholt werden muss. Und ganz ehrlich: Bei der linearen Steigerung musst Du Steuern auf die Erhöhung zahlen. Die EInmalzahlung soll ja Abgabenfrei erfolgen. Damit ist doch der Effekt noch einmal deutlicher.


Nur ein Mediziner konnte die Einmalzahlung als „Gehaltserhöhung“ sehen. Erstens war es eine bodenlose Frechheit, dass wir als Ärzte keine vorher bekommen haben, zweitens bezweifle ich dass die Leute im Homeoffice es als solches gesehen haben. Es sollte als eine Entschädigung für die extra Arbeit gesehen werden, nichts anderes.
Sehe ich genauso, war aber eben gesetzlich vorgegeben. Gut, jetzt hätten die AG von sich aus...
Aber die Coronaprämie als solche war explizit eben NICHT für Ärzte vorgesehen. Die jetzige Einmalzahlung kann man jetzt natürlich als "Nachteilsausgleich" sehen und als OnTop ansehen. Aber mal ernsthaft: wer glaubt denn, dass die AG / TDL erst sich die Einmalzahlung aus den Rippen leiern lassen und danach noch x,x% drauflegen?
Diese Extrazahlungen für die Leute, die in vorderster Front bezahlt wurden, und von denen die Ärzte im voraus ausgeschlossen wurden, wer hat die nochmal genau dafür verteidigt? Genau! Andere Gewerkschaften / AK der Kirchen /etc... :-nix

Relaxometrie
29.08.2022, 14:59
Welcher Zinsenzinseffekt?
"Zinseszins" war im übertragenen Sinn gemeint. Hab's im Originalposting verbessert.

Brutus
29.08.2022, 15:00
Das ist es ja auch explizit, daher wurde es als Corona-Sonderzahlung nach EStG §3 Abs 11b (Steuerfreie Einnahmen) deklariert, um die bis zum 31.12.2022 eingeräumte Steuerfreiheit auszunutzen. Somit entstehen den Arbeitgebern keine Lohnnebenkosten, wie es bei einer Entgelterhöhung der Fall gewesen wäre.
Was ja auf der anderen Seite ebenfalls gilt: Du zahlst eben auch keine Einkommensteuer darauf. :-nix
175€ versteuern vs. 375€ steuerfrei. Aber egal.

Brutus
29.08.2022, 15:00
"Zinseszins" war im übertragenen Sinn gemeint. Hab's im Originalposting verbessert.
Und was für einen Effekt nimmst Du dann mit? Im übertragenen Sinn?

Relaxometrie
29.08.2022, 15:10
Und was für einen Effekt nimmst Du dann mit? Im übertragenen Sinn?
Ich glaube, Du WILLST es nicht verstehen. Das Thema wurde jetzt wirklich umfassend erklärt. Hier nochmal eine Erklärung, die ich gerade online gefunden habe:

Der Link. (https://www.boeckler.de/de/boeckler-impuls-einmalige-pauschalen-auf-dauer-weniger-gehalt-8770.htm)

Zitat daraus: "Doch auch wenn Zahlungen fließen - auf längere Sicht erleiden Beschäftigte ohne einen tabellenwirksamen Anstieg ihrer Tarifeinkommen spürbare Einkommensverluste. Das zeigt Bispinck in einer Modellrechnung: Ein Beschäftigter mit 2.000 Euro Monatsbrutto, der statt einer tabellenwirksamen Erhöhung um zwei Prozent eine Einmalzahlung von 480 Euro erhält, steht im ersten Jahr noch gleich gut da. Doch schon im zweiten Jahr fällt sein Einkommen deutlich niedriger aus. Und der Abstand vergrößert sich mit jeder weiteren Lohnerhöhung, weil Zins- und Zinseszinseffekte bei Einmalzahlungen entfallen. Die Entwicklung der Verbraucherpreise macht hingegen keine Pause - sie steigen nicht befristet, sondern kontinuierlich."

Endoplasmatisches Reticulum
29.08.2022, 15:12
Was ja auf der anderen Seite ebenfalls gilt: Du zahlst eben auch keine Einkommensteuer darauf. :-nix
175€ versteuern vs. 375€ steuerfrei. Aber egal.

Korrekt! Aber gemeinsam mit der rechtlich glasklaren Deklaration als retrospektives Schmerzensgeld (Fachsprech: "Anerkennung für besondere Leistungen während der Corona-Krise") zeigt vor allem der Umstand, dass zukünftige Arbeitnehmer vom Erhalt kategorisch ausgeschlossen sind, dass die Umrechnung dieser Einmalzahlung in eine virtuelle Lohnsteigerung reine Gedankenakrobatik ist. Aus Arbeitgebersicht kalkuliertes Blendwerk, aus Arbeitnehmersicht vielleicht noch ein Coping-Mechanismus.

ThomAl
29.08.2022, 15:18
Ein surrealer Tarifabschluss. Die pure Resignation. Man hat sich vollständig von der Basis entkoppelt und will die Ärzte auch noch für blöd verkaufen. Noch nie dagewesen. Kurze Zusammenfassung aus meiner Sicht:
a) Da der letzte Tarifvertrag bereits im Juni ausgelaufen war, in der größten Inflationsperiode seit Jahrzehnten während einer weltweiten Pandemie mit hohem persönlichen Risko der Ärzte, eine Nullrunde über 15 Monate auszuhandeln, grenzt an mutwilliger Entwertung des Arztberufes.
b) Framing vom Feinsten: der MB titelt "zusätzlich 3,35 Prozent mehr Gehalt bei kurzer Laufzeit", unterschlägt dabei aber - und das ist das Entscheidende! - dass bis zu dieser Steigerung über ein Jahr überhaupt keine Steigerung stattfindet. Ja, wer kann schon rechnen und ist so blöd, den Text richtig zu lesen.
c) MB stellt klar, dass es dieses Mal "primär um die Entgelte" ging. Echt jetzt? Gerade das hat ja nicht stattgefunden.
d) MB beschwichtigt (wie hier im Forum), dass ja dann ein Monat nach der grandiosen Erhöhung irgendwann in der Zukunft bei der neuen Verhandlung ja die verlorenen Lohnsteigerungen wieder nachgeholt werden könnte. Dabei will man doch - wie selbst erklärt - in der nächsten Verhandlungsrunde eben nicht mehr die Entgelte im Fokus haben? Jeder Idiot erkennt, dass das reine Augenwischerei ist. Und wie dumm ist es bitte, politisch die Steigerung einen Monat vor der nächsten Tarifrunde zu vereinbaren? Da wird absolut gar nichts passieren. Wer so naiv ist, dem kann man nicht mehr helfen.
e) MB widerspricht sich selbst. Damals hieß es noch, Coronabonus bringt nichts, das ist viel weniger wert als lineare Erhöhung der Entgelte. Wegen Zinseszins. Das ist sogar richtig, schließt sich aber nicht aus. Und jetzt widerum will man die Einmalzahlung als Sieg verkaufen? Versteht ihr euch noch selbst? Was man auch nicht übersehen darf, diese Zahlung bringt Neueinsteigern (die es ohnehin schon immer schwerer haben werden, sich etwas leisten zu können) gar nichts!
f) Einen Streik im Vornherein für eine Gehaltssteigerung ausschließen und das noch schriftlich fixieren? Für was verhandeln die überhaupt? Unfassbar.

Es hilf nur eins: Aufklärung der Kollegen und dem Ganzen die Grundlage entziehen. Und dazu werde ich ab heute noch viel energischer als bislang alle meine Kollegen und Kolleginnen ermutigen. Es ist hier nichts mehr zu retten.

Brutus
29.08.2022, 16:13
Ich glaube, Du WILLST es nicht verstehen. Das Thema wurde jetzt wirklich umfassend erklärt. Hier nochmal eine Erklärung, die ich gerade online gefunden habe:

Der Link. (https://www.boeckler.de/de/boeckler-impuls-einmalige-pauschalen-auf-dauer-weniger-gehalt-8770.htm)

Zitat daraus: "Doch auch wenn Zahlungen fließen - auf längere Sicht erleiden Beschäftigte ohne einen tabellenwirksamen Anstieg ihrer Tarifeinkommen spürbare Einkommensverluste. Das zeigt Bispinck in einer Modellrechnung: Ein Beschäftigter mit 2.000 Euro Monatsbrutto, der statt einer tabellenwirksamen Erhöhung um zwei Prozent eine Einmalzahlung von 480 Euro erhält, steht im ersten Jahr noch gleich gut da. Doch schon im zweiten Jahr fällt sein Einkommen deutlich niedriger aus. Und der Abstand vergrößert sich mit jeder weiteren Lohnerhöhung, weil Zins- und Zinseszinseffekte bei Einmalzahlungen entfallen. Die Entwicklung der Verbraucherpreise macht hingegen keine Pause - sie steigen nicht befristet, sondern kontinuierlich."
Nein, Du willst es nicht verstehen. Es gibt doch eine tabellenwirksame Erhöhung der Bezüge VOR auslaufen des TV.
Und ja, es ist erst einen Monat vor Auslaufen, aber es ist vorher. Und damit hast Du keinen Verlust. Die Einmalzahlung ist in diesem Fall für alle Altkollegen eine höhere Bezahlung, als es die tabellenwirksame Erhöhung von 3,5% wäre. Die Schweinerei ist, dass die kommenden Kollegen nichts mitbekommen. Man hätte zumindest für dieses Jahr eine Übergangslösung finden können.