Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : TdL Tarifverhandlungen 2022
Blaulicht86
29.08.2022, 16:30
Ob weiteres füttern sinnhaft ist bei jmd, der einen ganz anderen Auftrag zu verfolgen scheint? :-nix
Ich bewundere dennoch eure stoische Gelassenheit sowie die sehr guten und ausführlichen Erklärungsversuche
Relaxometrie
29.08.2022, 16:38
Nein, Du willst es nicht verstehen. Es gibt doch eine tabellenwirksame Erhöhung der Bezüge VOR auslaufen des TV.
Naja, wenn Du fragst, was ich mit Zinseszins überhaupt meine, muss man davon ausgehen, dass Du es grundsätzlich nicht verstehst.
Aber Du hast Recht, was die 3,35% Lohnerhöhung angeht: die kommt tatsächlich noch vor der neuen Tarifverhandlung.
Auf den Kommentar hab ich ja gewartet. Nicht wenn man sich rückwärts bewegt! Den Schuh “bitte mehr Eigenverantwortlichkeit und sich in Funktionsebenen wählen lassen”, zieh ich mir nicht an. Ich bin Arbeitnehmer in einer Klinik und mach meinen Job. Macht ihr euren.
Ob weiteres füttern sinnhaft ist bei jmd, der einen ganz anderen Auftrag zu verfolgen scheint? :-nix
Ich bewundere dennoch eure stoische Gelassenheit sowie die sehr guten und ausführlichen Erklärungsversuche
Danke, und soll ich Dir was sagen? Ich könnte mich entspannt zurücklehnen, und mir mit Popcorn und nem Bier das Ganze hier antun. Da ich bei Kirchens beschäftigt bin, mit dem MB eigentlich gar nichts mehr (!) zu tun habe und meinen Job mache. Was mich eigentlich stört ist, dass hier niemand auch nur ansatzweise das Hintergrundwissen um diese Verhandlungen hat und auf alle, die sich offiziell äußern (könnten), direkt draufhauen. Ja, man hätte sich mehr erwartet, ja, man hätte vll. mehr rausholen können. Nein, wir wissen nicht, warum das anscheinend nicht ging. Und da sehe ich die Offiziellen vom MB in der Pflicht. Mit mehr an Kommunikation könnte man wahrscheinlich ein bisschen Licht in den Schatten bringen. Aber wenn ich hier sehe, wie KOLLEGEN (!) angegangen werden, dann kann ich auch verstehen, dass man sich lieber gar nicht zu Wort meldet.
Und mir ging es vor allem um das Richtigstellen, und wenn ich nur bei einer Erfolg hatte, dann war es das doch Wert, oder?
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Aber Du hast Recht, was die 3,35% Lohnerhöhung angeht: die kommt tatsächlich noch vor der neuen Tarifverhandlung.
Danke! ;-)
Relaxometrie
29.08.2022, 17:13
Nein, wir wissen nicht, warum das anscheinend nicht ging. Und da sehe ich die Offiziellen vom MB in der Pflicht.
Diesbezüglich zitiere ich mich nochmal selbst:
Bei Twitter schreibt der MB:
"In Tarifverhandlungen kann man nicht wahllos alles fordern, was einem wichtig ist. Man kann nur das zum Gegenstand der Verhandlungen machen, was kündbar war. Da gibt es Fristen, die sich aus dem Tarifvertrag ergeben. Deshalb ging es jetzt primär um Geld."
Daraus muss man doch wohl schließen "Was interessiert mich mein Gewäsch von gestern", oder? War die primäre Forderung von 8,9% Gehaltserhöhung also von Anfang an formal falsch?
Wie kann man 8,9% Gehaltserhöhung fordern (und mir ist klar, dass diese Eingangsforderung immer nur als Einstieg gilt.....man wird auf jeden Fall Abstriche machen müssen) und hinterher schreiben, dass man nunmal nicht mehr fordern konnte, weil man an Fristen gebunden ist? Dann bitte auch nur das fordern, was -wenn auch mit Kompromissen- rein rechtlich gesehen möglich ist.
Danke! ;-)
:-)
NitroBacter
29.08.2022, 17:23
Die Schweinerei ist, dass die kommenden Kollegen nichts mitbekommen. Man hätte zumindest für dieses Jahr eine Übergangslösung finden können.
D'accord. Das ist den neuen Kollegen wirklich unfair gegenüber. Die entscheiden sich noch für einen Einstieg an der Uni und gehen komplett leer bis September nächstes Jahre aus. Gerade auch in dem Wissen, dass jetzt und zum neuen Jahr die Absolventen häufig einsteigen.
micha1203
29.08.2022, 17:29
D'accord. Das ist den neuen Kollegen wirklich unfair gegenüber. Die entscheiden sich noch für einen Einstieg an der Uni und gehen komplett leer bis September nächstes Jahre aus. Gerade auch in dem Wissen, dass jetzt und zum neuen Jahr die Absolventen häufig einsteigen.
Ja...ich steige leider eine Woche zu spät ein. Ich bin echt wahnsinnig enttäuscht. Unfassbar, dass mich jetzt diese paar Tage 4500€ kosten. Wird super, wenn dann im Dezember die Kollegen 4500€ bekommen und wir Berufsanfänger nix...als sei unser Jahrgang mit Corona Online Uni, Corona PJ usw. nicht gestraft genug.
Endoplasmatisches Reticulum
29.08.2022, 17:42
Ja, man hätte sich mehr erwartet, ja, man hätte vll. mehr rausholen können. Nein, wir wissen nicht, warum das anscheinend nicht ging. Und da sehe ich die Offiziellen vom MB in der Pflicht. (...) Und mir ging es vor allem um das Richtigstellen, und wenn ich nur bei einer Erfolg hatte, dann war es das doch Wert, oder?
Wer meint, richtig stellen zu können, behauptet, dass er es besser weiß. Mit welchem Zusatzwissen postulierst du denn, das es gute Gründe gibt, die diese Tarifeinigung relativieren und ins richtige Licht rücken könnten? Wäre es nicht möglich, dass einfach grottenschlecht verhandelt wurde? Oder geht es dir nur darum, auf dem Zaun in der Mitte zu sitzen und bei jeder Gelegenheit "Du weißt nichts, John Snow" in den Raum zu rufen? Das ist nicht konstruktiv. Hier wurde sehr viel handfeste Kritik geäußert und diskutiert.
Aber wenn ich hier sehe, wie KOLLEGEN (!) angegangen werden, dann kann ich auch verstehen, dass man sich lieber gar nicht zu Wort meldet.
Ich verstehe, dass dich gewisse Ad hominens triggern. Die mache ich mir nicht zu eigen. Aber oh my - die Leute sind frustriert und Funktionäre stehen in der Öffentlichkeit, das muss man mal abkönnen.
Relaxometrie
29.08.2022, 17:49
Ja...ich steige leider eine Woche zu spät ein.
Ich möchte nicht Advocatus Diaboli spielen. Aber diese Einmalzahlung ist als Corona-Sonderzahlung deklariert. Daher fände ich es fair, dass diese auch nur diejenigen bekommen, die die deutliche Mehrarbeit während der bislang gut zweijährigen Coronazeit geleistet haben. Ich finde die aktuelle Regelung eher unfair denjenigen gegenüber, die die Mehrarbeit über gut zwei Jahre geleistet haben, aber vor August ausgestiegen sind. Die bekommen meines Wissens nach keine Sonderzahlung, weil sie zum Stichtag 25.08.2022 nicht mehr dem Geltungsbereich des TV-Ärzte unterlagen.
Entweder deklariert man diese 4500€ als Corona-Sonderzahlung; dann treffen oben genannte Gedanken zu.
Oder man deklariert die 4500€ als Kompensation dafür, dass es eine Gehaltssteigerung erst ab 09/2023 geben wird. Dann müssten auch Uniklinik-Neueinsteiger diese Summe bekommen. Zumindest anteilig an den zwischen jetzt und 09/2023 gearbeiteten Monaten.
Ich möchte nicht Advocatus Diaboli spielen. Aber diese Einmalzahlung ist als Corona-Sonderzahlung deklariert. Daher fände ich es fair, dass diese auch nur diejenigen bekommen, die die deutliche Mehrarbeit während der bislang gut zweijährigen Coronazeit geleistet haben. Ich finde die aktuelle Regelung eher unfair denjenigen gegenüber, die die Mehrarbeit über gut zwei Jahre geleistet haben, aber vor August ausgestiegen sind. Die bekommen meines Wissens nach keine Sonderzahlung, weil sie zum Stichtag 25.08.2022 nicht mehr dem Geltungsbereich des TV-Ärzte unterlagen.
Entweder deklariert man diese 4500€ als Corona-Sonderzahlung; dann treffen oben genannte Gedanken zu.
Oder man deklariert die 4500€ als Kompensation dafür, dass es eine Gehaltssteigerung erst ab 09/2023 geben wird. Dann müssten auch Uniklinik-Neueinsteiger diese Summe bekommen. Zumindest anteilig an den zwischen jetzt und 09/2023 gearbeiteten Monaten.
Ich denke es ist als Gehaltskompensation für das aktuelle Jahr bis September zu sehen, damit es aber steuerfrei klappt wird es als Coronasonderzahlung deklariert.
Weiß jemand ob wir diese 4500 Euro dann auch wirklich netto bekommen oder gibt es andere Abzüge wie z.B Sozialversicherungen die man davon noch anziehen wird
Relaxometrie
29.08.2022, 17:57
Ich habe gelesen, es sei eine "steuer- und abgabenfreie Corona-Sonderzahlung".
micha1203
29.08.2022, 17:58
Ich möchte nicht Advocatus Diaboli spielen. Aber diese Einmalzahlung ist als Corona-Sonderzahlung deklariert. Daher fände ich es fair, dass diese auch nur diejenigen bekommen, die die deutliche Mehrarbeit während der bislang gut zweijährigen Coronazeit geleistet haben. Da finde ich es eher unfair denjenigen gegenüber, die die Mehrarbeit über gut zwei Jahre geleistet haben, aber vor August ausgestiegen sind. Die bekommen meines Wissens nach keine Sonderzahlung, weil sie zum Stichtag 25.08.2022 nicht mehr dem Geltungsbereich des TV-Ärzte unterlagen.
Entweder deklariert man diese 4500€ als Corona-Sonderzahlung; dann treffen oben genannte Gedanken zu.
Oder man deklariert die 4500€ als Kompensation dafür, dass es eine Gehaltssteigerung erst ab 09/2023 geben wird. Dann müssten auch Uniklinik-Neueinsteiger diese Summe bekommen. Zumindest anteilig an den zwischen jetzt und 09/2023 gearbeiteten Monaten.
Die Corona Sonderzahlung wäre schon längst fällig gewesen um eben zu vermeiden, dass Leute die gewechselt haben o.Ä leer ausgehen. Aber der MB pickt sich nämlich genau das von dir als 2. genanntes Argument raus: es gibt keine Gehaltssteigerung, denn es gibt eine Prämie. Seid glücklich damit, das ist doch als Inflationsausgleich ausreichend. Das mag bei Assistenten in gewisser Weise auch stimmen stimmen (mal Zinseszins außen vor). Aber vor diesem Hintergrund finde ich es einfach unfair, dass Neueinsteiger nichts bekommen. Wenn es eine echte Corona-Prämie + Gehaltssteigerung gegeben hätte, würde ich mich auch nicht darüber beschweren. Auch wenn ich der Meinung bin, dass PJ + Medizinstudierende auch wichtige Arbeit während der Corona Zeit geleistet haben.
Endoplasmatisches Reticulum
29.08.2022, 17:58
Weiß jemand ob wir diese 4500 Euro dann auch wirklich netto bekommen oder gibt es andere Abzüge wie z.B Sozialversicherungen die man davon noch anziehen wird
Ich bin kein Jurist und kann keine Rechtsberatung geben. Im Allgemeinen stellt der §1 Abs 1 Satz 1 Sozialversicherungsentgeltverordnung aber einmalige Zusatzeinnahmen zum Gehalt von der Sozialversicherung frei, soweit sie lohnsteuerbefreit sind (mit einigen Ausnahmen). Für mein Laienverständnis sollte der Betrag einem die Auszahlungsbedingung der Tarifeinigung erfüllenden Arzt somit netto ausgezahlt werden.
micha1203
29.08.2022, 18:04
Genau, der Betrag ist frei von Sozialabgaben. Auch dies kommt dem Arbeitgeber natürlich sehr entgegen.
Okay danke!
Wenn es tatsächlich netto ausgezahlt wird, wonach es ja aussieht ist dieser Abschluss zwar sicher nicht zufriedenstellend, aber in meinen Augen nicht so schlecht, wie er hier gemacht wird. Rechnet man 4500 netto auf brutto um, entspricht das in meinem Fall von einer „Gehaltssteigerung“ für ein Jahr von ca 10%. In den Seiten zuvor wurde beklagt, dass es eine „Nullrunde“ sei, das stimmt so ja nicht, da es die Einmalzahlung gibt und der „Zinseszinseffekt“ eben nicht verloren geht, da es eine Erhöhung um 3,35% noch während der aktuellen Laufzeit geben wird. In der nächsten Tarifverhandlung wird man dann sicherlich nochmal eine Erhöhung aushandeln müssen, da sonst auch die Balance zu den kommunalen Kliniken verloren geht, diese werden ja so wie es aussieht ab dem kommenden Jahr trotz weniger Arbeitszeit mehr als Ärzte und Ärztinnen an Unikliniken verdienen.
][truba][
29.08.2022, 18:29
Kann man sich natürlich so schönreden. Aus ner Forderung von 8,9% sowas zu machen ist arm.
Man hätte 4% jetzt und einen Coronabonus (vielleicht nicht 4,5k) aushandeln sollen. Denn alle an den Unis haben einen Großteil dieser Wellen abbekommen und sich physisch und psychisch erschöpft. Einfach armselig eine "Gehaltserhöhung" als Coronabonus zu tarnen damit man keine Abgaben zahlen soll und somit den Unikollegen weiter einen Coronabonus vorzuenthalten (wenn es denn nun als Gehaltssteigerung gesehen werden soll. Alternativ hält man ihnen eine Lohnerhöhung vor, wenn es denn jetzt ein Coronabonus sein soll. Ihr versteht???)
Nefazodon
29.08.2022, 18:29
Wow. In diesem Thread ist ja richtig LEBEN. Vielleicht war das ja die Intention des MB;-):-oopss
@Brutus: Ich gebe dir in dem Punkt Recht, dass man mit Unterstellung sehr vorsichtig sein sollte. Diese sind teils grenzwertig.
Schade ist auch, dass sich die Animositäten langsam auf Forenmitglieder untereinander ausweiten....hier wäre ebenfalls Mäßigung angebracht.
Brutus, ich schätze deine Meinung sehr. Dennoch kann ich dir inhaltlich nicht zustimmen, wie schon andere gesagt haben.
Das Problem mit der Erhöhung von 3,5% am Ende derLaufzeit in Monat 13 ist, dass man damit 12 Monate auf gehalt verzichtet.
Das Problem ist, dass diese 3,5% nicht ausreichen, um die Inflation von gut 8,6% auszugleichen. Selbst wenn die 3,5% die vollen 12 Monate gezahlt würden, käme man am Ende mit einem Minus von 5,1% aus.
Das Problem ist, allein um dieses Minus auszugleichen, müsste der MB dann in den nächsten Verhandlungen schonmal 5,1% erreichen (on top auf die 3,5%).
Aber: das reicht nicht. Denn im nächsten Jahr geht die Inflation ja weiter und liegt wohl wieder bei 8%+.
Um Das dann auszugleichen, müsste der MB dann also mindestens 13,1% raushandeln (wohlgemerkt raushandeln, nicht fordern- da man bei Forderungen immer ein bisschen nachgeben muss). Sag ehrlich, für wie realistisch hältst Du das denn?
Das Problem ist auch das Timing....Du schreibst, es sei bestimmt bewusst gewählt worden, um bei den nächsten Verhandlungen ein "Sprungbrett" zu haben und eben nicht bei 0 zu starten.....Aber mal ehrlich...für wie realistisch hältst Du es, dass die Arbeitgeber sagen: "Klar, die 3,5% waren ja schon in der letzten Runde und haben nix mit dieser zu tun, also schauen wir, was wir extra geben können" Natürlich werden die Arbeitgeber in der nächsten Runde das Argument nutzen, zu sagen, dass gerade erst eine Erhöhung stattgefunden hat...
Ganz ehrlich: WARUM fordert der MB erst 8,9% und landet dann bei einer NULLRUNDE? In einer PANDEMIE? Nach deutlichen Verbesserungen für die Pflege?
WARUM werden die 3,5% erst am Ende der Laufzeit gewährt (und übrigens nicht rückwirkend)?
WARUM schließt der MB einen Streik selbst kategorisch aus?
Brutus, Du selbst schreibst in deiner Verteidigung für die Einmalzahlung, dass Du nicht verstehst, warum die AG diese lieber leisten als die lineare Erhöhung....Mein Bio-Lehrer hat mal gesagt: "Immer dann, wenn ihr etwas nicht versteht, dann fragt euch, wo das Geld steckt".
Die Einmalzahlung hat massive Vorteile für die TdL, weil das Gehalt dauerhaft weginflationiert wird...
Sorry, aber das ist einfach nur unverständlich und dumm, und das ist es, was die Leute so sauer macht und zu Verschwörungstheorien anheizt....
man kann es sich eben nicht erklären rational. Klar kommen da Gerüchte auf.
Ich finde, der MB hätte wenigstens kämpfen müssen. Der MB hätte wenigstrens dass Ergebnis kommunizierenn müssen und dann versuchen müssen, testen müssen zum Streik zu mobilisieren. Auch da teile ich deine Meinung nicht: nie wäre der Zeitpunkt besser gewesen! Die TdL war reifgeschossen durch die Pflege.
Öffentliche Zustimmung? Gibt`s für Bahn-Streiks auch nicht. Außerdem: Der Streik schafft mitunter erst die Öffentlichkeit um deine Anliegen zu kommunizieren. Aber auch das versucht der MB ja nichtmal.
In Summe bin ich völlig anderer Meinung als Du.
Was ich dem MB vorwerfe ist
1) ein schlecht verhandelter Abschluss
2) fehlender Kampfeswille
3) sehr, sehr schlechte kommunikation
Endoplasmatisches Reticulum
29.08.2022, 18:36
Selbst wenn die 3,5% die vollen 12 Monate gezahlt würden, käme man am Ende mit einem Minus von 5,1% aus.
Nicht ganz. Die Gehaltstabelle 2022 ist ggü. 2021 um 2 % gestiegen. Das ist der Wert, der sich an der aktuellen Inflation von ~ 8 % messen lassen muss, also etwa 6 % Verlust bereits jetzt. Bliebe die Inflation bei 8 %, dann hätten wir in einem Jahr einen Verlust von 11 %.
(Präziser: (1.08 - 0.02) * (1.08 - 0.035) = 1.06 * 1.045 = 1.1077 ≈ 10.8 %)
Thomas24
29.08.2022, 18:50
Ganz ehrlich: WARUM fordert der MB erst 8,9% und landet dann bei einer NULLRUNDE? In einer PANDEMIE? Nach deutlichen Verbesserungen für die Pflege?
WARUM werden die 3,5% erst am Ende der Laufzeit gewährt (und übrigens nicht rückwirkend)?
WARUM schließt der MB einen Streik selbst kategorisch aus?
Mir persönlich zwar auch unklar, wie man seine Haut so unter Wert verkaufen kann- aber ich hab da eine Vermutung.
Wie hoch ist der Organisationsgrad des MB in den Kliniken? Gibt es dazu belastbare Zahlen?
Zweitens, fehlt dem MB in der jetzigen Form die finanzielle Grundlage (sprich: eine gut gefüllte Streikkasse), um einen länger andauernden Arbeitskampf für seine Mitglieder durchzustehen. Nicht jeder WBA hat auf Anhieb die finanziellen Ressourcen, um auf 10 Wochen Einkommen/Dienste zu verzichten, vor allem bei Berufseinstieg. Ich befürchte, dass die Furcht vor einer niedrigen Streikbereitschaft eine Rolle gespielt haben dürfte. Aber ich halte es für einen schweren taktischen Fehler, von vorneherein einen Streik coram publico auszuschließen - der Streik ist das schärfste Schwert in der gewerkschaftlichen Interessenvertretung. Wieso schließt man diese Option von vorneherein kategorisch aus?
Nicht ganz. Die Gehaltstabelle 2022 ist ggü. 2021 um 2 % gestiegen. Das ist der Wert, der sich an der aktuellen Inflation von ~ 8 % messen lassen muss, also etwa 6 % Verlust bereits jetzt. Bliebe die Inflation bei 8 %, dann hätten wir in einem Jahr einen Verlust von (grob vereinfacht) 6 + 8 - 3.35 ≈ 10.6 %.
Da selbst in einem optimistischen Szenario die Energiepreise nach Einführung der Gasumlage nochmal deutlich anziehen werden, dürfte die Inflation nächstes Jahr im zweistelligen % Bereich liegen. Der Verlust der Kaufkraft 2023 wird also über 12% liegen.
Bonnerin
29.08.2022, 18:58
Mir persönlich zwar auch unklar, wie man seine Haut so unter Wert verkaufen kann- aber ich hab da eine Vermutung.
Wie hoch ist der Organisationsgrad des MB in den Kliniken? Gibt es dazu belastbare Zahlen?
Zweitens, fehlt dem MB in der jetzigen Form die finanzielle Grundlage (sprich: eine gut gefüllte Streikkasse), um einen länger andauernden Arbeitskampf für seine Mitglieder durchzustehen. Nicht jeder WBA hat auf Anhieb die finanziellen Ressourcen, um auf 10 Wochen Einkommen/Dienste zu verzichten, vor allem bei Berufseinstieg. Ich befürchte, dass die Furcht vor einer niedrigen Streikbereitschaft eine Rolle gespielt haben dürfte. Aber ich halte es für einen schweren taktischen Fehler, von vorneherein einen Streik coram publico auszuschließen - der Streik ist das schärfste Schwert in der gewerkschaftlichen Interessenvertretung. Wieso schließt man diese Option von vorneherein kategorisch aus?
Ich sage es nochmals: Gerade hier im Westen hätte man auf die Streikwelle aufspringen können. Nachdem man gerade ja eben gesehen hat, dass auch die ekelhaftesten Unikliniksvorstände bei ausreichender Streikdauer halt doch in die Knie gehen war das doch ein super Ansatzpunkt.
Jetzt nicht mal über einen Streik nachzudenken war ein großer Fehler und wird auch langfristige Schäden im Bild des MB bei der Ärzteschaft hinterlassen.
So, dann lass uns doch mal rechnen: es sollen 4500€ als Sonderzulage abgabenfrei bezahlt werden. 4500€/12 Monate= 375€/Monat.
Bei deiner Rechnung beachtest du nicht, dass die Höhe der Zulagen (Nacht, Feiertag etc.) auf Grund deines Grundgehaltes berechnet werden. Da das Grundgehalt bei diesem Abschluss gleich bleiben wird , belieben auch die Höhe der Zulagen gleich. Dies ist ein Minus gegenüber dem Modell einer festen Steigerung des Gehalts, denn dann würden auch die Zulagen steigern.
Liebe Leute, warum kommuniziert nicht mal jemand mit Hintergrund in den sozialen Medien den Abschluss, anstatt den Praktikanten oder Bot einfach immer wieder den nichtssagenden Textbaustein zu posten!
Es wurde hier bereits von einem Mitglied der Tarifkommision kommuniziert. Begründung war, dass man sich am Tarifvertrag von verdi orientieren musste. Deswegen sei nicht mehr drin gewesen
Dies ist natürlich eine falsche Aussage. Der Marburger Bund ist nicht an Tarifabschlüsse von Verdi gebunden. Was damit eher gemeint war ist , dass man sowieso weder streiken noch hart kämpfen wollte, hat es den Arbeitgebern ausgereicht auf den Abschluss mit verdi zu verweisen um der Tarifkommision das Wind aus den Segeln zu nehmen.
Das du eine konträre Meinung hereinbringst schätze ich sehr. Nur so können Diskussionen wachsen. Deswegen kannst du mir vielleicht folgenes erklären:
Das Einstiegsgehalt eines angestellten Lehrers in Berlin beträgt 5701,88 Euro Hier handelt es sich ausschließlich um angestellte lehrer und nicht um verbeamtete Lehrer.
https://www.bz-berlin.de/ratgeber/beamter-oder-angestellter-welcher-lehrertyp-verdient-mehr
Das Einstiegsgehalt einer Arztes in der charite beträgt 5007 euro. Selbst mit der Coronasonderzalung verdient er noch deutlich weniger.
https://www.oeffentlichen-dienst.de/entgelttabelle/tv-aerzte-charite.html
Übrigens haben Lehrer selbstverständlich auch einen Coronabonus bekommmen.
Lehrer haben einen harten Job und haben das Gehalt und den Bonus mehr als verdient.
Warum hat ihn der Arzt in der Charite nicht verdient? Ich kann es mir nur durch Scheitern der Gewerkschaft erklären. Hast du auch hier eine andere Erklärung?
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