Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : TdL Tarifverhandlungen 2022



Seiten : 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 [25] 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38

h3nni
02.09.2022, 22:07
Verstehen schon, nur nachvollziehen und akzeptieren nicht.

Und ich wiederhole mich: bei der VKA-Runde hast du Einmalzahlungen oder Forderungen danach noch strikt abgelehnt. Obwohl da der Bezug zu Corona sogar noch deutlicher gewesen wäre, auch in der öffentlichen Wahrnehmung. Und jetzt ist das alles locker, kein Problem und zu wünschen? Komisch...

SineNomine
03.09.2022, 05:02
Scheinbar ist’s für manche schwer zu verstehen… vermutlich gehört hier ein Großteil der Postenden zu den „alten Hasen“, die seit Jahren in Tarifverhandlungen erfolgreich sind… :grins:

puh, also nochmal :-)

https://www.igmetall.de/tarif/tariflexikon?buchstabe=L&begriff=Lineare%20Tariferh%C3%B6hung#:~:text=Bei%2 0einer%20linearen%20Tariferh%C3%B6hung%20werden,zw ischen%20den%20Entgeltgruppen%20gr%C3%B6%C3%9Fer%2 0werden.


Bei einer linearen Tariferhöhung werden die Entgelte um den gleichen prozentualen Satz erhöht.

Der Gegensatz sind unterschiedliche Erhöhungs-Prozente oder Erhöhung um Festbetrag oder Mindestbetrag.

In dem Kontext ist es ziemlich dreist zu sagen, wenn der Marburger Bund schreibt


Die Umrechnung der Einmalzahlung auf 14 Monate entspricht (je nach Entgeltgruppe und -stufe) bereits einer linearen Erhöhung zwischen 2,91 und 6,97 Prozent

weil es eben genau nicht linear ist, und demzufolge auch nicht linearer Steigerung entspricht, wenn es das Gegenteil ist.

Endoplasmatisches Reticulum
03.09.2022, 09:26
weil es eben genau nicht linear ist, und demzufolge auch nicht linearer Steigerung entspricht, wenn es das Gegenteil ist.

Ja, das "linear" ist Quatsch. Aber das eigentliche Problem ist doch nicht, dass der MB es als lineare Lohnerhöhung verkauft, sondern dass er es überhaupt als Lohnerhöhung verkauft.


Auch der mitunter zu lesende Vorwurf einer Nullrunde ist schlicht nicht zutreffend. Wir haben im Anschluss an die Laufzeit der Einmalzahlung eine Steigerung der Entgelte um 3,35 Prozent verein*bart.
Der MB beharrt weiterhin auf seiner Darstellung, es sei keine Nullrunde, weil eine Entgeltsteigerung zum Ende der Runde festgeschrieben wurde. Das mag formal nach Wörterbuch zutreffen, wenn man eine Nullrunde am reinen Vorgang der Vereinbarung irgendeiner Entgeltsteigerung festmacht, ungeachtet des Eintretens eines tatsächlichen Auszahlungseffektes. Aus Arbeitnehmersicht ist aber zweifelsohne Letzteres entscheidend. Man leistet seine Arbeit ja im hier und jetzt, und das bedeutet, dass für das Jahr nach der Verhandlung die geleistete Arbeit im Wert nicht aufgestuft wurde und man in dieser Zeit durch die ausgebliebene Lohnanpassung einen Nutzenverlust erlitten hat (:= Nullrunde). Nun vertritt der Marburger Bund die Arbeitnehmer und sollte Sachverhalte im Kern eigentlich im Arbeitnehmersinne auslegen und vertreten. Er sollte also die sehr berechtigte Kritik hinter dem Nullrunden-Vorwurf aufgreifen und den dahinter stehenden, praktischen Wertverlust der ärztlichen Arbeit empathisch erfassen und thematisieren. Tut er aber nicht. Stattdessen spielt er das beleidigte Kind und pocht stumpf aufs Wörterbuch, um Recht zu behalten und sich über das angeblich unangebrachte Feedback seiner Mitglieder zu mokieren.

Nach der Logik des MB wäre es auch keine Nullrunde, zu vereinbaren: 10 Jahre konstantes Gehalt, dann 10 % mehr. Denn es wurde ja etwas vereinbart und die nächste Tarifrunde ist erst in 10 Jahren, ergo gab es keine Tarifrunde ohne Vereinbarung einer Lohnerhöhung. Das klingt in dieser Überspitzung hoffentlich absurd genug, ist aber genau die Argumentation des Marburger Bundes.

In der Folge stellt sich bei einer Gewerkschaft dann eben die Frage nach der Intention solch eines Gebarens. Und das sehe ich tatsächlich auch als Hauptproblem: Dass der Marburger Bund es für richtig zu erachten scheint, gegen die Argumente der eigenen Mitglieder vehement anzudiskutieren - und zwar mit den rhetorischen Tricks und auf Grundlage der Standpunkte, die sonst eigentlich Arbeitgeber gegen Arbeitnehmer ins Feld führen. Gleichzeitig ist man den Vorwürfen und teils absurden Polemisierungen der Arbeitgeber selbst gegenüber auffallend verschwiegen. Das hinterlässt in Summe einen äußerst bitteren Beigeschmack. Die immer neuen verbalen Verhedderungen des Marburger Bundes u.a. in den sozialen Netzwerken machen es nicht besser. Das Verhalten des Marburger Bundes wirkt im Ganzen unbeholfen, taktisch unklug und - vor allem - anti-arbeitnehmerisch.

Relaxometrie
03.09.2022, 10:00
Vorallem sollte der MB sich mal entscheiden, ob die 4500€ nun eine Coronaeinmalzahlung, oder eine Tariferhöhung sein sollen. Derzeit versuchen sie, diese 4500€ irgendwie als die eierlegende Wollmilchsau zu verkaufen, die alles ist: Coronasonderzahlung, Lohnerhöhung und dann auch noch linear (zumindest das letzte trifft ja schonmal nicht zu).

Endoplasmatisches Reticulum
03.09.2022, 10:26
Sehe ich auch so. Wobei: Dass es eine Corona-Einmalzahlung für besondere Leistungen während der Pandemie ist, steht ja eigentlich außer Frage. Einmal rein faktisch auf Grund der steuerlichen Klassifizierung. Zum anderen auf Grund des Ausschlusses aller zukünftiger Arbeitnehmer.

Der Marburger Bund liebt wohl seine "entspricht"-Argumente. Verstehe ich auch, weil die so schön dehnbar sind und nicht belegt werden müssen. Ist ja kein "ist", sondern nur ein "entspricht". Da kann man behaupten, was man will, und sich im Zweifel immer darauf zurückziehen, dass es bloß ein Vergleich war und man die eigentlich strittige Aussage gar nicht getätigt hat.

Gendra
03.09.2022, 13:46
So erbärmlich wie der Tarifabschluss, gerade im Vergleich zur Inflation oder anderen Berufsgruppen *hust*Piloten*hust* auch ist, so sehr überraschen mich auch die teils unrealistischen Erwartungen, gerade der "älteren Hasen" hier im Thread.

Sind wir doch mal realistisch:
In den ganzen letzten Jahren waren die Gehaltssteigerungen der Uniklinik nahezu ein copy-und-paste aus den davor erfolgten Verhandlungen mit den kommunalen Häusern.
Und wie mir beim letzten Ärztestreik ein MB-Landesvorstand mal erklärt hat, ist das ganze kein Zufall. Stattdessen hat man bewusst geschaut, dass die Verhandlungen mit den kommunalen Häusern zuerst stattfinden, weil die Verhandlungen mit der TdL um ein vielfacher härter sind.
Mit dieser "Taktik" hat man dann zumindest einen Abschluss auf den man verweisen kann und das Argument, dass man ja an den Unis nicht schlechter bezahlen kann, als an den kleinen Häusern.

Leider sind die zähen Verhandlungen auch kein Wunder, wenn man sich den Verhandlungspartner mal anschaut. Anstatt wie in der Industrie, wo man zumindest mit dem betroffenen Unternehmen verhandelt, hocken bei uns da irgendwelche Finanzminister, denen es doch im Inneren völlig wurscht ist, wie es an den Uniklinken aussieht.
Als ob es einen Herrn Hilbers interessieren würde, ob die Ärzte in einen Dauerstreik gehen, die Versorgungslage an den Unikliniken den Bach runter geht oder die Patienten wegsterben wie die Fliegen. So lange er einen Sündenbock hat ("die gierigen Ärzte") und er die Verantwortung von der Politik fernhalten kann, gehen ihm die Folgen doch am Ar***h vorbei. Wahrscheinlich freut er sich innerlich sogar über einen Ärztestreik, weil das Land für die Steikzeit ein paar Millionen an Gehältern einsparen kann. Und ob die Unikliniken schwarze, rote oder blaue Zahlen schreiben ist ihm Wumpe, weil im ÖD bei schlechtem Ertrag einfach das Budget für das nächste Jahr gekürzt wird. Um die Umsetzung und die Aufrechterhaltung der Versorgung dürfen sich dann irgendwelche "Untergebene" kümmern.


Das im Hinterkopf, muss man ehrlicherweise sagen, dann alles oberhalb des VKA-Abschlusses reines Wunschdenken war.
Ich hatte mit einer linearen Steigerung von 3,35% über ein Jahr gerechnet, eventuell garniert mit einem 31. Urlaubstag wie bei den Kommunalen.

Wenn ich Das als realisitische Annahme daneben lege, finde ich das aktuelle Konstrukt zwar reichlich seltsam aber finanziell gar nicht so unattraktiv (zumindest für "Bestandsärzte").

Wenn ich es mit meinen Zahlen durchrechne sieht es so aus:
Aktuell bekomme ich für dieses Jahr netto 9,8% extra als Einmalzahlung und ab September 23 steigt das Gehalt um 3,35%.
Das ist signifikant mehr als ein sofortiger Anstieg um 3,35% ohne weitere Erhöhung bis zum Ende der Laufzeit (die realistische Alternative).
Das große Risiko liegt natürlich bei der Frage, ob man am Ende der Laufzeit (1 Monat später) wieder eine neue Steigerung raushandeln kann, aber sind wir mal ehrlich (s.o.): Unser Ergebnis wird doch sowieso 1:1 von dem der VKA Anfang 2023 übernommen.

Halb-OT:
Was das Wording um den "Coronabonus" angeht, so finde ich diese Wortklauberei etwas affig. Die Idee dahinter dürfte gewesen sein, aus einem geringen Bruttobetrag einen größeren Nettobetrag zu machen, letzendlich ein Win-Win für den Arbeitgeber (wenig Kosten) als auch für den Arbeitnehmer (mehr Cash).
Letzendlich einfach ein simpler Trick um zumindest die Steuerfreiheit mitnehmen zu können. Ich hatte das auch mal versucht und meinen Chef gefragt, ob er nicht zumindest das Poolgeld irgendwie in einen "Coronabonus" umwandeln kann, damit wir uns die horrenden Abgaben sparen, aber das war natürlich nicht möglich. Insofern ist das Vorgehen vom Marburger Bund zwar ziemlich arm, aber finanziell nicht völlig ungeschickt.

Relaxometrie
03.09.2022, 14:26
alles oberhalb des VKA-Abschlusses reines Wunschdenken war
Dass man die geforderten 8,9% nicht erreicht hat, war klar und ist letztlich nicht wirklich schlimm. Aber es ist ja noch nicht mal äquivalent zum VKA-Abschluss geworden, der ja besagt "Die Gehälter der Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern steigen rückwirkend zum 1. Oktober 2021 um 3,35 Prozent."
Die Fristen und Daten der unterschiedlichen Tarifverträge sind natürlich aufgrund der unterschiedlichen Laufzeiten der Tarifverträge nicht direkt miteinander vergleichbar. Aber beim VKA-Tarifvertrag wurden sogar rückwirkende Lohnsteigerungen erreicht; beim Uniklinikabschluss gibt's einen Anstieg erst nach mehr als einem Jahr nach Auslaufen des vorherigen Tarifvertrags.

Sonic the Hedgehog
03.09.2022, 14:48
Dass man die geforderten 8,9% nicht erreicht hat, war klar und ist letztlich nicht wirklich schlimm.

Warum war das klar und warum ist das nicht schlimm?

Gendra
03.09.2022, 15:08
Die Fristen und Daten der unterschiedlichen Tarifverträge sind natürlich aufgrund der unterschiedlichen Laufzeiten der Tarifverträge nicht direkt miteinander vergleichbar. Aber beim VKA-Tarifvertrag wurden sogar rückwirkende Lohnsteigerungen erreicht; beim Uniklinikabschluss gibt's einen Anstieg erst nach mehr als einem Jahr nach Auslaufen des vorherigen Tarifvertrags.

Die "rückwirkende" Erhöhung ist ein wenig euphemistisch, denn der Tarifvertrag ist ja schon 2021 ausgelaufen, nur die Verhandlungen haben so lange gedauert. Tatsächlich galt die Erhöhung bei den Kommunalen exakt ab dem Zeitpunkt, an dem die Tarifbindung ausgelaufen war.

Hätten wir eine identisches Ergebnis, wäre bei uns eine 3,35% Erhöhung zum 01.07.22 in Kraft getreten, dafür aber keine Einmalzahlung. Bei einem Nettogehalt von 46.000€/Jahr (Altassistent mit Diensten) wären das 128€/Monat mehr Gehalt.
Wenn ich das überschlagmäßig durchrechne komme ich auf:
Abschluss analog VKA: 770€ (07-12/22) + 1155€ (bis 30.09.23) = 1925€ netto
Abschluss aktuell: 4500€ (Einmalzahlung) + 128€ (nur 09/23) = 4634€ netto

Tatsächlich habe ich als mit der aktuellen Variante gegenüber eine linearen Erhöhung mehr als das doppelte Netto in der Tasche.

Endoplasmatisches Reticulum
03.09.2022, 15:37
Weil man nicht mit der Endforderung in eine Verhandlung einsteigt, sondern mit Zielwert + x und sich um das x dann als Kompromiss runterhandeln lässt. Alles andere geht nur, wenn die eigene Verhandlungsposition so stark ist, dass man den Preis diktieren kann.

Die Einmalzahlung wird vom MB gebetsmühlenartig als Äquivalent einer Lohnsteigerung verkauft. Nicht nur das: Die Pressemeldung betont ja sogar, durch den Netto-Charakter entspräche sie eigentlich einer noch deutlich höheren Lohnsteigerung, als es die Schnapsrechnung suggeriert, die Summe einfach "nur" prozentual aufs Grundgehalt runterzurechnen. Das ist Unsinn. Es ist keine Lohnsteigerung. Es ist ein Bauernfang für ökonomisch wenig versierte oder schlichtweg treudoofe Ärzte, die sich durch den instantanen Nutzen der Einmalzahlung und/oder die vage Hoffnung blenden lassen, in einem Jahr würde nachgelegt werden.

Der Marburger Bund hat eine einmalige Abgeltung nur für Altärzte unter Kastration des langfristigen Einkommenspotentials aller Ärzte vereinbart. Das feiert er als Erfolg.

Sonic the Hedgehog
03.09.2022, 15:47
...und warum ist Zielwert nicht gleich 8,9% oder ist es wieder unethisch als Arzt ein hohes ( :-wow) Gehalt zu erzielen? Ist unsere eigene Verhandlungsposition so schlecht, dass man es sich nicht erlauben kann marktübliche Tarifverträge abzuschließen?

Endoplasmatisches Reticulum
03.09.2022, 15:54
...und warum ist Zielwert nicht gleich 8,9% oder ist es wieder unethisch als Arzt ein hohes ( :-wow) Gehalt zu erzielen? Ist unsere eigene Verhandlungsposition so schlecht, dass man es sich nicht erlauben kann marktübliche Tarifverträge abzuschließen?

Das ist aber eine andere Diskussion. Du hast gefragt, warum die Forderung nicht zu erreichen war. Nicht, warum sie den Wert hatte, den sie hatte. :)

Aber kein Ding - der MB hat natürlich eine Antwort parat, die er selbstbewusst und publikumswirksam in die Welt posaunt ... ääh, gezwitschert hat:


Also vertritt der MB den Standpunkt, auf die TdL kann kein Druck aufgebaut werden, die TdL ist mit Streiks nicht kleinzukriegen, Ärzte streiken sowieso nicht, und der TdL sind die Ärzte sowieso egal.

Gendra
03.09.2022, 16:00
Ist unsere eigene Verhandlungsposition so schlecht, dass man es sich nicht erlauben kann marktübliche Tarifverträge abzuschließen?

Nach meiner Erfahrungen des letzten "Warnstreiks": Ja, ist sie leider.

Wer ist denn damals nach Hannover gefahren? Bei uns aus der Abteilung waren es genau die, die am wenigsten davon profitieren, weil sie eh keinerlei Ambitionen haben, längerfristig an der Uni zu bleiben.
Diejenigen die Uniklinik-Karriere machen wollen hatten Angst, dass ihre Fast-Track-Habil nicht bis zum Facharzt fertig ist und die Jungassistenten hatten Angst, das ihr 2-Jahres-Vertrag nicht verlängert wird. Die Fach- und Oberärzte von uns waren in Hannover überhaupt nicht vertreten.

Übrig blieb also eine handvoll Altassistenzen, denen es egal ist, was der Chef von uns hält, weil wir nachm Facharzt mittelfristig eh in die Niederlassung wollen.

Insofern habe ich größte Zweifel, dass sich eine nenneswerte Anzahl für einen wochenlangen Generalstreik finden würde. Denn selbst wenn dann am Ende eine relevante Gehaltserhöhung bei raus kommt, man muss danach auch noch lange genug an der Uni bleiben, damit sich die Lohneinbußen aus dem Streik wieder "amortisieren".

Arrhythmie
04.09.2022, 14:59
Wirklich traurig und zum heulen....

Arrhythmie
04.09.2022, 15:00
Wenn man vor allem sieht was Cockpit so fordert.... 800 Euro mehr im Monat ist nicht genug. Hahaha.... Ich gönn es ihnen ja, ich gönne es jedem, wirklich jedem. Aber warum zur Hölle sind wir die Ärsche der Nation?

Evidence based
04.09.2022, 15:04
Wenn man vor allem sieht was Cockpit so fordert.... 800 Euro mehr im Monat ist nicht genug. Hahaha.... Ich gönn es ihnen ja, ich gönne es jedem, wirklich jedem. Aber warum zur Hölle sind wir die Ärsche der Nation?

Weil ihr es mit euch machen lasst.

Arrhythmie
04.09.2022, 17:02
Jo, scheinbar. Ich hab meine Schlüsse daraus gezogen...

Relaxometrie
04.09.2022, 18:37
Jo, scheinbar. Ich hab meine Schlüsse daraus gezogen...
Was denn?



Der Unikliniktarifabschluss scheint aber das traurige Highlight der letzten Tarifverhandlungen zu sein, oder? Einige hier eingestellte Passagen der anderen Tarifverträge klingen ja ganz ok. Wobei es da aber ja auch schon hieß, dass unklar ist, wie (und ob) die Dinge überhaupt umgesetzt werden können. Das ist genau das, was mich maximal ankotzt. Dieses Zähhhhhhhe wie Kaugummi, wenn es um Verbesserungen der Arbeitsbedingungen geht. Eigentlich kann man der stationären Medizin echt nur noch den Rücken kehren, wenn man nicht sein ganzen Berufsleben lang hoffen und warten möchte, dass es besser wird.
Und ob es in der Niederlassung besser ist? Keine Ahnung, werde ich ab Januar sehen und dann auch meine Schlüsse draus ziehen. In der Niederlassung hat man immerhin dieses ganze Dienstgetöse fast gar nicht (abgesehen von KV-Diensten) und Arbeitszeitprobleme sind wohl auch deutlich geringer ausgeprägt. Dafür natürlich andere Nervfaktoren und auch viel Bürokratie.

Arrhythmie
04.09.2022, 20:31
Was denn?

Ich mach halt jetzt noch den Facharzt, das wird leider dauern, aber hab eigentlich derzeit ne ganz akzeptable Stelle.
Mein Credo ist also tatsächlich *nur* so entspannt wie möglich zum FA zu kommen. Ich hatte mal Ambitionen aber seit dem PJ gibts die nicht mehr.
Und spätestens danach (also nach dem FA) bin ich dann mal wieder weg.
Ich bin Zweitstudentin gewesen und habe `nen Master in internat. BWL. Ich kann also auch woanders wieder einsteigen. Bin zwar raus aus der Materie aber mit Master und Facharzt eröffnen sich sicher neue interessante Aspekte.... Und vor allem ohne diesen Tarifscheiß. Und noch wichtiger: Nicht in einer Klinik.

rnn77
05.09.2022, 18:32
Scheinbar ist’s für manche schwer zu verstehen… vermutlich gehört hier ein Großteil der Postenden zu den „alten Hasen“, die seit Jahren in Tarifverhandlungen erfolgreich sind… :grins:

Auf dich habe ich gewartet....bist ja auch gut vernetzt im Marburger Bund.

Ist ja auch bei der TdL genauso gelaufen wie ihr es euch gewünscht habt, wobei eigentlich noch besser. Im Thread zu den VKA Verhandlungen hattest du von einer goldenen Brücke geschrieben, der der VKA vom Marburger Bund gebaut wurde, als angeboten wurde erst eine einmalige Corona Zahlung zu akzeptieren und über alles weitere dann zu sprechen. Mit der TdL habt ihr es alles gleich zusammen gemacht.

Das können wohl nur alte Hasen verstehen.

Übrigens wercen die Hochschulabsolventen von der TdL alle in E13 eingestuft

Das bedeuteter im Jahr 2021 für einen Absolventen der Germanistik z.B ein Jahreseinstiegsgehalt von 54464 Euro bei 40 Stunden.
Beim Marburger Bund Tarif VKA ein Jahreseinstiegsbrutto im Jahr 2021 von 56337 Euro bei 40 stunden.

Quelle: https://oeffentlicher-dienst.info/

Das sind nicht mal 2000 Euro Brutto Unterschied als Einstiegsgehalt im Jahr 2021 zwischen einer Ärztin und einem anderen Hochschulabsolventen. Das sind die echten Erfolge des Marburger Bundes.