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Bonnerin
07.09.2022, 17:26
allgemeine und besondere Verwaltung usw.

Man beachte die Aufspaltung. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt... :-D

Holthusen
07.09.2022, 17:55
Wofür man alleine 11 AOK braucht, hat sich mir noch nie erschlossen.

Das stimmt. Und wofür braucht man die PKVs?
Damit nervige Leute mit gesteigertem Anspruchsdenken glauben ihr Tun wäre dank PKV-Karte angemessen? (Ironie)
Sprich garnicht. Die Beamten profitieren (Großteil der PKV Patienten) mal wieder mit PKV/Beihilfe und zahlen deutlich weniger. Dasgleiche gilt für die Befreiung von der DRV. Wenn's für alle ne Ausnahme von der Rentenkasse gibt, brauch man sie nicht.
Aber schaff mal alteingesessene Privilegien ab. Die beste Zeit dafür sind schwere Krisen, mal schaun.





-Krankenkassenanzahl nochmal deutlich reduzieren
-Sinnlose Maximalmedizin am Lebensende reduzieren
-Bürokratie reduzieren
-Das Notfallsystem mit Notaufnahmen in den Krankenhäusern und dem KV-Notdienst endlich so stärken, dass Pillepalleanfragen von fordernden Patienten abgewiesen werden dürfen. Setzt natürlich fachärztliche Triage voraus und kann nicht von einem Berufsanfänger in einer Notaufnahme geleistet werden, der zu seiner eigenen Sicherheit natürlich zu einer Überdiagnostik neigt.

Diese Punkte werden ja auch immer wieder mal diskutiert und von der Politik durchgekaut. Aber auch die Politik scheint leider eine Absicherungsmentalität zu nutzen .


Das ist alles richtig was du sagst. Gerade die Qualität des KV-Notdienst.
Aber das sind unbequeme Themen. Du weißt selbst wie groß die Aufschreie hier sind, bei alten, als selbstversständlich angesehenen Privilegien. Wenn jetzt wirklich mal ne Rezession kommt, die Wirtschaftsleistung einbricht und das Steueraufkommen nicht stimmt, dann ist genau die richtige Zeit da anzusetzen und effizienter zu werden.

Bonnerin
07.09.2022, 18:12
Das stimmt. Und wofür braucht man die PKVs?
Damit nervige Leute mit gesteigertem Anspruchsdenken glauben ihr Tun wäre dank PKV-Karte angemessen? (Ironie)
Sprich garnicht. Die Beamten profitieren (Großteil der PKV Patienten) mal wieder mit PKV/Beihilfe und zahlen deutlich weniger. Dasgleiche gilt für die Befreiung von der DRV. Wenn's für alle ne Ausnahme von der Rentenkasse gibt, brauch man sie nicht.
Aber schaff mal alteingesessene Privilegien ab. Die beste Zeit dafür sind schwere Krisen, mal schaun.
.

Vielleicht, weil ich keinen Bock hab, dass mein Geld für kompletten Bullsh*t ausm Fenster geworfen wird? Ich könnte jedes Mal im Strahl kotzen, wenn mir irgendwer von meiner Krankenkasse verklickern will, wie toll das ist, dass sie doch Homöopathie zahlen. Nee. Ist nicht toll, sondern verabscheuungswürdig. Da würde ich freiwillig sogar jeden Monat noch mehr Geld an die GKV abdrücken, wenn man mir zusichert, dass kein Cent meiner Abgaben für sowas ausgegeben wird. In der PKV kann ich getrost auf solchen Schwachsinn verzichten. Spannenderweise hätte man auch in der GKV mit Entschlackung von diesem Unsinn plötzlich aus dem Nichts mehr Geld zur Verfügung...es ist glatt wie ein Wunder...

Das mit der Rentenkasse war bekanntermaßen nicht die Idee von Ärzt:innen, Apotheker:innen oder Wirtschaftsprüfer:innen. Und es ist auch nicht die Schuld dieser Berufsgruppen, dass sie im direkten Vergleich weniger unfähig fahren als die DRV im Anlagebereich.

Holthusen
07.09.2022, 18:30
Vielleicht, weil ich keinen Bock hab, dass mein Geld für kompletten Bullsh*t ausm Fenster geworfen wird? Ich könnte jedes Mal im Strahl kotzen, wenn mir irgendwer von meiner Krankenkasse verklickern will, wie toll das ist, dass sie doch Homöopathie zahlen. Nee. Ist nicht toll, sondern verabscheuungswürdig. Da würde ich freiwillig sogar jeden Monat noch mehr Geld an die GKV abdrücken, wenn man mir zusichert, dass kein Cent meiner Abgaben für sowas ausgegeben wird. In der PKV kann ich getrost auf solchen Schwachsinn verzichten. Spannenderweise hätte man auch in der GKV mit Entschlackung von diesem Unsinn plötzlich aus dem Nichts mehr Geld zur Verfügung...es ist glatt wie ein Wunder...

Das mit der Rentenkasse war bekanntermaßen nicht die Idee von Ärzt:innen, Apotheker:innen oder Wirtschaftsprüfer:innen. Und es ist auch nicht die Schuld dieser Berufsgruppen, dass sie im direkten Vergleich weniger unfähig fahren als die DRV im Anlagebereich.

a) Ähhh...eigentlich zahlt die PKV eher für unsinnige Therapien oder unsinnige CA-Behandlung, am besten ist noch wenn er dann niemals kommt. Homöopathie zahlt dir leider auch der 0815 PKV Tarif. Es gehört überall abgeschafft und sollte nie Kassenleistung sein. Hier war auch das Argument von Spahn: Ach lieber die paar Mio,. statt Streit mit ner Riesenlobby. Furchtbar. Offensichtlich gibt es viel zu viel Geld zu verteilen angesichts solcher Diskurse.
b) Naja andere sind gezwungen in die DRV zu zahlen. Fair und gerecht ist es nicht, dann sollte jede Berufsgruppe ihr Recht auf ein eigenes Versorgungswerk haben.

Endoplasmatisches Reticulum
07.09.2022, 18:40
Dasgleiche gilt für die Befreiung von der DRV. Wenn's für alle ne Ausnahme von der Rentenkasse gibt, brauch man sie nicht. Aber schaff mal alteingesessene Privilegien ab. Die beste Zeit dafür sind schwere Krisen, mal schaun.
Wie ich bereits an anderer Stelle ausführte, ist der Ausschluss (nicht "Befreiung") bestimmter Berufsgruppen aus der Rente keinesfalls ein Privileg gewesen. Gut bis sehr gut verdienenden Berufsgruppen wurde eine Mitgliedschaft im umlageorientierten System verweigert, weil es eine soziale Absicherung für Bedürftige schaffen sollte. Sie wurden als zu wohlhabend angesehen, als dass sie eines solchen Systems bedürften. Es sei nicht einzusehen gewesen, dass die Rente vormaliger Maximalverdiener im Ruhestand von Geringverdienern finanziert wird - wie eine Umlage eben funktioniert. Daher wurden diese Berufsgruppen ausgeschlossen und zur Alterssicherung unter sich auf eine eigene Vorsorge in Form der Versorgungswerke abgewiesen.

Die Absicherung übers Versorgungswerk kann nicht umlagegedeckt erfolgen, weil hierzu nur der Staat fähig ist. Sie erfolgt ersatzweise kapitalgedeckt: Nicht die Mehrheit der Arbeiter finanziert die Rente der Minderheit von Rentnern, sondern du finanzierst deine eigene Rente über deine Lebenszeit und dein Versorgungswerk legt die von dir geleisteten Beiträge am Kapitalmarkt für dich an. Im Prinzip könntest du genauso gut ein diverses Portfolio am Aktienmarkt über 40 Jahre anlegen und das "Rente" nennen. Die Organisation dieser Anlage übers Versorgungswerk ist nur verpflichtend vom Gesetzgeber vorgeschrieben, um zu verhindern, dass du das einfach nicht machst und am Ende als Sozialfall doch wieder der Gesellschaft auf der Geldbörse hockst.

Vor diesem Hintergrund stößt deine Forderung nach "Abschaffung alteingesessener Privilegien" auf zwei Probleme:

Erstens ist die Mitgliedschaft kein Privileg und war es nie. Sie erscheint bloß zunehmend als solches, da sich das staatliche Umlageverfahren (a.k.a. Rente) zu scheitern abzeichnet.

Zweitens wäre eine Abschaffung dieser "Privilegien" auf Grund der Kapitaldeckung eine schlichte Enteignung. So etwas hat einen eher schlechten Ruf. Ich weiß nicht warum ...

Holthusen
07.09.2022, 22:02
Gut bis sehr gut verdienenden Berufsgruppen wurde eine Mitgliedschaft im umlageorientierten System verweigert, weil es eine soziale Absicherung für Bedürftige schaffen sollte. Sie wurden als zu wohlhabend angesehen, als dass sie eines solchen Systems bedürften. Es sei nicht einzusehen gewesen, dass die Rente vormaliger Maximalverdiener im Ruhestand von Geringverdienern finanziert wird - wie eine Umlage eben funktioniert. Daher wurden diese Berufsgruppen ausgeschlossen und zur Alterssicherung unter sich auf eine eigene Vorsorge in Form der Versorgungswerke abgewiesen.

Zweitens wäre eine Abschaffung dieser "Privilegien" auf Grund der Kapitaldeckung eine schlichte Enteignung. So etwas hat einen eher schlechten Ruf. Ich weiß nicht warum ...

Naja, einfache Beamte in niedrigen Besoldungsstufen sind keine Besserverdienenden. Es ist ein Privileg, weil du WÄHLEN kannst ob du in die DRV gehst oder nicht. Das haben andere Berufsgruppen, die auch an die 100k kommen nicht. Definition von Privileg:einem Einzelnen, einer Gruppe vorbehaltenes Recht, Sonderrecht; Sonderregelung. Trifft das nicht zu?
Habe ja bereits gesagt, dass es quasi unmöglich ist diese Privilegien abzuschaffen, höchstens in einer schweren Wirtschaftskrise. Bevor ganze Straßenzüge brennen oder Putin einmarschiert oder gar gewählt wird...da würde manch einer des Friedens Willens notgedrungen auf seine Pfründe verzichten
Auch die jahrelange Nullzins Politik der EZB kann man Enteignung nennen...fanden viele toll.


Rente vormaliger Maximalverdiener im Ruhestand von Geringverdienern finanziert wird

Btw. meckerst du nicht darüber, dass das Gehalt immer viel zu niedrig sei? Und jetzt heißt es Maximalverdiener.
Meine Position kennst du: Das Grundgehalt in der WB ist ok. Die Dienste sind mies angesichts des Aufwands. Als Facharzt bist du definitiv nicht mies bezahlt. Mit dem Tarifvertrag lockst du da nur ganz wenige oder garkeine Leute hinterm Ofen hervor, so dass AT doch eher die Regel als Ausnahme ist.

h3nni
07.09.2022, 22:23
Naja, Beamte sind aus der DRV aber nicht wegen eines Versorgungswerks raus, sondern weil ihre Dienstherren (nicht Arbeitgeber) mit ihnen in einem besonderen Verhältnis stehen, inkl Zahlungen bei Berufsunfähigkeit, Altersruhestand usw.

Ich kann nicht wählen, ob ich in die DRV gehe oder ins VW, sondern nur, ob ich ZUSÄTZLICH in die DRV einzahlen möchte. Ist schon eine eingeschränkte Freiheit, insofern nicht wirklich ein Privileg, finde ich.

Klar ist das Gehalt niedrig. Aber a) 1950 waren die Zeiten andere und b) von außen werden Ärzte bestimmt immer noch als Maximalverdiener angesehen (so wie damals, als sie extern vorsorgen mussten) die nicht in der DRV mit durchgefüttert werden sollen. Obwohl sie keine Maximalverdiener sind, noch weniger nach diesem Abschluss.

Dooly
07.09.2022, 22:59
Wenn man mal in allgemeine Medien, Tageszeitungen usw guckt, wird diese Tarifeinigung in der Regel nur mit einem kurzen Artikel beachtet und meist wird dabei einfach aus den Marburger Bund Pressemitteilungen zitiert. Gerade eben habe ich zufällig einen Artikel auf Haufe https://www.haufe.de/oeffentlicher-dienst/personal-tarifrecht/tv-aerzte-an-unikliniken-tarifrunde-2022-aktueller-stand_144_570070.html gelesen.
Unterzeile: Ärztinnen und Ärzte an Universitätskliniken erhalten 3,35 Prozent mehr Gehalt, eine Corona-Sonderzahlung von 4.500 Euro und Zusatzurlaub für Nachtarbeit. Darauf haben sich der Marburger Bund und die TdL in der dritten Verhandlungsrunde zum TV-Ärzte am 25.8.2022 geeinigt.

Endoplasmatisches Reticulum
07.09.2022, 23:11
Es ist ein Privileg, weil du WÄHLEN kannst ob du in die DRV gehst oder nicht. Das haben andere Berufsgruppen, die auch an die 100k kommen nicht.
Ich finde nicht, dass die reine Existenz einer Wahlmöglichkeit hinreichende Bedingung für ein Privileg sein sollte. Aber gut, ich gehe mal mit. Du kannst dich nicht für Rente oder Versorgungswerk entscheiden. Du kannst nur auf die Befreiung von der Rente verzichten und zahlst dann an beide. Der Beitragssatz zur Rentenversicherung liegt bei 18,6 % des Bruttolohns und wird paritätisch mit dem Arbeitgeber geteilt. Wenn du dich aber entscheidest, sowohl in die Rente als auch ins Versorgungswerk einzuzahlen, zahlt dein Arbeitgeber selbstredend weiterhin nur einmal seinen Anteil von 9,3 %. Das heißt, dein Abzug vom Bruttolohn für die Altersvorsorge verdreifacht sich. Ein famoses Privileg!

Beide Modelle (Rente und Versorgungswerk) haben Vor- und Nachteile, z.B. in Bezug auf die Risikostreuung. Aber dass die Versorgungswerke aktuell so gut dastehen, liegt an der Misswirtschaft der Rente vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels von der Alterspyramide zum Atompilz. Nicht an einem angeblichen "Privileg" der Ärzte, vor 70 Jahren aus der Rente ausgebootet worden zu sein und auf den selbstfinanzierten Füßen nun perspektivisch besser dazustehen, als die Rentner an der Angel des Fiskus.


Habe ja bereits gesagt, dass es quasi unmöglich ist diese Privilegien abzuschaffen, höchstens in einer schweren Wirtschaftskrise. Bevor ganze Straßenzüge brennen oder Putin einmarschiert oder gar gewählt wird...da würde manch einer des Friedens Willens notgedrungen auf seine Pfründe verzichten
Du scheinst es nicht zu verstehen. Bei der kapitalgedeckten Altersvorsorge finanziert der Einzahler seine eigene "Rente", und nur diese. Du redest von der Abschaffung von Privilegien, was du aber beschreibst ist eine Enteignung zweckgebundenen Privatkapitals.

Stell dir vor du legst bei der Bank einen ETF als private Altersvorsorge an und zahlst jeden Monat eine schöne Summe ein. Das machst du 20 Jahre lang. Dann kommt der Staat und sagt: Sorry, eigene Altersvorsorge gibt es nicht mehr, weil die Rente krüppelt und das unfair ist. Deine Wertpapiere über inzwischen 500.000 € wurden in Staatsbesitz überführt und im Sinne der Umlagedeckung binnen eines Tages an Rentner im Land verteilt. Es ist nichts mehr übrig. Aber du kriegst dann mit 75 oder 80 Jahren zum Renteneintritt die normale Staatsrente, oder was noch davon übrig sein wird. Komm nicht immer fragen.

Holthusen
07.09.2022, 23:55
Ja das wäre eine Art Enteignung, wenn du es so nennen willst, auf einmal auszahlen lassen kann man es ja nicht, insofern gibt es da sicherlich juristische spitzfindigkeiten, warum man es auch anders nennen könnte... egal? Passiert Enteignung nicht dauernd: Inflation, Nullzinspolitik, Tarifnullrunde. Stell dir Mal vor du lebst in der Türkei und deine gesamten Ersparnisse schmelzen nur gerade so dank neumoderner antizyklischer Finanzpolitik des Staates, die türkische Wirtschaft muss ja wachsen.

Ein Rentensystem, in das so viele Leute nicht einzahlen und es tausend Ausnahmen gibt, macht keinen Sinn. Dann wird es einfach bezuschusst werden mit der Gelddruckmaschine und steigender Inflation.

Endoplasmatisches Reticulum
08.09.2022, 09:55
Ein Rentensystem, in das so viele Leute nicht einzahlen und es tausend Ausnahmen gibt, macht keinen Sinn.
Warum? Das Verhältnis aus Einzahlern und Rentenbeziehern bleibt gleich, auch das Verhältnis von Jung zu Alt. Gliederst du Besserverdiener ein, gliederst du damit Bezieher höherer Bezüge ein.

Nochmal: Das Problem der Rente ist nicht der Umstand, dass Leute, die nicht dabei sind, nicht dabei sind. Der Rentenkreis ist ein geschlossenes System. Das Problem ist die Umlagendeckung, die konzeptuell nur dann langfristig funktionieren kann, wenn das Verhältnis aus Einzahlern zu Auszahlungsbeziehern > 1 ist. Es fehlt nicht an Besserverdienern, die in ihrem Arbeitsleben drei Durchschnittsrentner finanzieren, dafür aber in ihrer eigenen Rente auch von drei Durchschnittsarbeitern finanziert werden müssen. Kapitalgedeckte Verfahren stehen besser dar, weil sie unabhängig von der Alterspyramide sind. Du schaffst mit einer Zwangseingliederung in die Rente nur ein größeres System - kein besser funktionierendes.

Thomas24
08.09.2022, 10:02
Warum? Das Verhältnis aus Einzahlern und Rentenbeziehern bleibt gleich, auch das Verhältnis von Jung zu Alt. Gliederst du Besserverdiener ein, gliederst du damit Bezieher höherer Bezüge ein.

Nochmal: Das Problem der Rente ist nicht der Umstand, dass Leute, die nicht dabei sind, nicht dabei sind. Der Rentenkreis ist ein geschlossenes System. Das Problem ist die Umlagendeckung, die konzeptuell nur dann langfristig funktionieren kann, wenn das Verhältnis aus Einzahlern zu Auszahlungsbeziehern > 1 ist. Es fehlt nicht an Besserverdienern, die in ihrem Arbeitsleben drei Durchschnittsrentner finanzieren, dafür aber in ihrer eigenen Rente auch von drei Durchschnittsarbeitern finanziert werden müssen. Kapitalgedeckte Verfahren stehen besser dar, weil sie unabhängig von der Alterspyramide sind. Du schaffst mit einer Zwangseingliederung in die Rente nur ein größeres System - kein besser funktionierendes.

Bitte verwirren wir Holthusen nicht mit Tatsachen. Er hat sich seine Meinung gebildet... Der zaghafte Verweis auf die ein oder andere logische Lücke in seinen Gedankengänge (ein umlagebasiertes System muss seine Leistungen zusammenkürzen oder kollabieren, wenn die nachfolgende Beitragszahlerbasis nie geboren wurde) oder die Richtigstellung von verfälschenden Darstellungen (die freien Berufe haben sich nicht aus dem Zwangsumlagesystem gestohlen, nein, Sie wurden bewusst herausgedrängt) ist halt "beharren auf (vermeintlichen) Privilegien". Lalala, ich will die Wahrheit nicht hören, weil Sie mir nicht in meinen Kram passt - egal, was die Fakten sagen.

Holthusen
08.09.2022, 12:08
Warum? Das Verhältnis aus Einzahlern und Rentenbeziehern bleibt gleich, auch das Verhältnis von Jung zu Alt. Gliederst du Besserverdiener ein, gliederst du damit Bezieher höherer Bezüge ein.
.

Der verengte Zuschnitt auf den Arbeitnehmer-Status angesichts veränderter Arbeitsmarktentwicklungen und neuer Lebensstile wachsende Sicherungslücken passt nicht mehr in die heutige Zeit. Es ist nicht mehr 1950. Österreich hat es vorgemacht.
Hier müssen sich Gesellschaft und Politik entscheiden: Aufrechterhaltung eines Privilegien-Systems für wenige oder Aufbau und Stabilisierung eines Solidarsystems für alle. Und Privilegien aufgeben möchte niemand. Ist Egoismus nicht auch menschlich? Es sei denn die Porsches brennen in den Tiefgaragen (soziale Unruhen, wirtschaftliche Verwerfungen).


Lalala, ich will die Wahrheit nicht hören, weil Sie mir nicht in meinen Kram passt - egal, was die Fakten sagen.

Kann man genausogut über dein Gelaber sagen.

Bonnerin
08.09.2022, 13:07
Oder....huch - man strukturiert das längst veraltete Rentensystem um. Wird natürlich 1x richtig teuer werden (aber hey, wir zahlen eh alle ab Gehalt Nr. 1 den Spitzensteuersatz) aber dann ist man den Quatsch mit dem Generationenvertrag halt auch los. Der funktioniert bei der Kinderanzahl eh nicht mehr und es ist auch schwer, sich mit Durchschnittsverdienst > 1 Kind zu leisten.

Der "Schuldige" ist die Politik, die den Geburtenrückgang verschlafen hat und daher nicht gegengesteuert hat.

Relaxometrie
08.09.2022, 13:15
Der "Schuldige" ist die Politik, die den Geburtenrückgang verschlafen hat und daher nicht gegengesteuert hat.
Jo, und dann von Regierung zu Regierung weiterpennen und sich wortgewaltig gegenseitig die Schuld in die Schuhe schieben, anstatt einfach mal zu machen.
Ich bin mal sehr gespannt, ob die aktuelle Regierung die Anzahl der Parlamentarier endlich reduzieren wird. Da kommen sie ja auch seit Jahren nicht zu Potte. Aber eigentlich stehen die Chancen derzeit doch ganz günstig, wenn ich das richtig sehe. Der überwiegende Verlierer einer Verkleinerung scheint ja die CSU zu sein, weil die besonders viele Überhangsmandate haben. Da CDU/ CSU in der Opposition sind, könnte man es vielleicht endlich mal an deren Widerstand vorbei schaffen, den Bundestag zu verkleinern.

Thomas24
08.09.2022, 13:42
Der verengte Zuschnitt auf den Arbeitnehmer-Status angesichts veränderter Arbeitsmarktentwicklungen und neuer Lebensstile wachsende Sicherungslücken passt nicht mehr in die heutige Zeit. Es ist nicht mehr 1950. Österreich hat es vorgemacht.
Hier müssen sich Gesellschaft und Politik entscheiden: Aufrechterhaltung eines Privilegien-Systems für wenige oder Aufbau und Stabilisierung eines Solidarsystems für alle. Und Privilegien aufgeben möchte niemand. Ist Egoismus nicht auch menschlich? Es sei denn die Porsches brennen in den Tiefgaragen (soziale Unruhen, wirtschaftliche Verwerfungen).

Und da erschließt sich mir deine verquere Logik überhaupt nicht. Anstatt dann eine Veränderung des unbefriedigenden Zustandes für die Bevölkerungsmehrheit hin zu einem besseren System zu fordern- was ja die eigentlich logische Konsequenz wäre-



b) Naja andere sind gezwungen in die DRV zu zahlen. Fair und gerecht ist es nicht, dann sollte jede Berufsgruppe ihr Recht auf ein eigenes Versorgungswerk haben.

... forderst du dann wiederum das komplette Gegenteil. Diejenigen, die in ein weniger kaputtes (teilweise kapitalgedecktes) System einzahlen, sollen sich bitte dem absehbar kollabierenden (Umlagebasierten) System für die Mehrheit anschließen. Der Grund? Der Abbau von Privilegien. Und das nachdem absehbar ist, dass die Abschaffung und komplette Enteignung der Versorgungswerke die konstruktionsbedingten (!!!) Probleme des Umlagesystems nicht lösen wird (Beitragszahler, die niemals geboren wurden)- nur mit dem Unterschied, dass das Geld der Versorgungswerke dann halt schon verbraten wurde :-nix.
Auch das von dir gepriesene Österreichische System steht mit dem Rücken zur Wand.

Abgesehen von dem grundsätzlichen Problem, dass es nie eine gute Idee war der politischen Klasse *noch mehr Geld* zur Verfügung zu stellen, die sich sachfremd verwenden können. Seit Jahren werden die Sozialkassen für alle möglichen Projekte geplündert, die eigentlich aus dem Staatshaushalt hätten kommen müssen.


Oder....huch - man strukturiert das längst veraltete Rentensystem um. Wird natürlich 1x richtig teuer werden (aber hey, wir zahlen eh alle ab Gehalt Nr. 1 den Spitzensteuersatz) aber dann ist man den Quatsch mit dem Generationenvertrag halt auch los. Der funktioniert bei der Kinderanzahl eh nicht mehr und es ist auch schwer, sich mit Durchschnittsverdienst > 1 Kind zu leisten.

Das wäre mal so richtig teuer für die Teile von Generation X, Millenials und Y, die sowohl die bestehenden Verpflichtungen der Boomer tragen müssten, als auch den nachfolgenden Kapitalstock für die Generation Z und Alpha aufbauen müsste. Ob das eine so zahlenmäßig kleine Generation leisten könnte? Und ob Sie das mit sich machen lassen würde, wenn man global mobil arbeiten könnte?



Der "Schuldige" ist die Politik, die den Geburtenrückgang verschlafen hat und daher nicht gegengesteuert hat.

Ja, Adenauer war 1957 bei der Einführung der Rentenreform vor genau dem Problem gewarnt worden, vor dem wir jetzt stehen. Er musste aber eine Wahl gewinnen und hat die Bedenken mit einem "Kinder bekommen die Leute immer..." beiseite gewischt. War im Im Prinzip ja auch eine Jahrtausendelang empirisch belegte Aussage- aber seit Mitte der 60er Jahre nahm die Fertilität in allen Industrienationen deutlich ab. Wenn sich die Konsequenzen abzeichnen, ist man als Entscheidungsträger ja läääängst out of office...


Jo, und dann von Regierung zu Regierung weiterpennen und sich wortgewaltig gegenseitig die Schuld in die Schuhe schieben, anstatt einfach mal zu machen.
Ich bin mal sehr gespannt, ob die aktuelle Regierung die Anzahl der Parlamentarier endlich reduzieren wird. Da kommen sie ja auch seit Jahren nicht zu Potte. Aber eigentlich stehen die Chancen derzeit doch ganz günstig, wenn ich das richtig sehe. Der überwiegende Verlierer einer Verkleinerung scheint ja die CSU zu sein, weil die besonders viele Überhangsmandate haben. Da CDU/ CSU in der Opposition sind, könnte man es vielleicht endlich mal an deren Widerstand vorbei schaffen, den Bundestag zu verkleinern.

Schau dir mal die Erwerbs- Biographien in den verschiedenen Fraktionen an:-keks... und dann denk mal nach, wie viele Leute ein ernsthaftes Interesse/ Willen/ die Fähigkeit haben, ihren eigenen Lebensunterhalt außerhalb des Politikbetriebes zu erwerben...:-oopss

Bonnerin
08.09.2022, 14:01
Das wäre mal so richtig teuer für die Teile von Generation X, Millenials und Y, die sowohl die bestehenden Verpflichtungen der Boomer tragen müssten, als auch den nachfolgenden Kapitalstock für die Generation Z und Alpha aufbauen müsste. Ob das eine so zahlenmäßig kleine Generation leisten könnte? Und ob Sie das mit sich machen lassen würde, wenn man global mobil arbeiten könnte?

Tja. Aber spielt auch keine Rolle mehr, wenn ich ehrlich bin. Unsere Generation ist so oder so gef***t. Zusammenbruch der Weltwirtschaft 2007/2008, in den darauffolgenden Jahren halt zu jung um wirklich viel Geld verdienen zu können, dann Covid und jetzt der Ukraine-Krieg inkl. Inflation. Wir zahlen eh für alles die Rechnung, da kommt es auf das systematische Versagen der CDU in dem Bereich (wo uns Merkels Russlandpolitik hingebracht hat, sehen wir ja auch gerade) auch nicht mehr an.

Wo sollen wir denn deiner Meinung nach hin, wo es global so viel besser wäre? Die USA, die immer mehr zur christlichen Theokratie werden? Post-Brexit UK? Skandinavien? Neuseeland? Ist jetzt nicht so, als ob es da so unfassbar viel geiler wäre als hier bzw. haben die auch alle genügend Probleme.

Zumindest im Freundes- und Bekanntenkreis haben wir uns schon zum Großteil damit abgefunden, dass wir nie Eigenheime o.ä. besitzen werden. Das Geld verliert täglich an Wert, darüber, dass irgendwer vielleicht mal in Rente gehen wird...lol. Wir Millenials werden arbeiten müssen, bis wir am Schreibtisch mit Ende 70 an nem Herzinfarkt sterben. #yolo


Ja, Adenauer war 1957 bei der Einführung der Rentenreform vor genau dem Problem gewarnt worden, vor dem wir jetzt stehen. Er musste aber eine Wahl gewinnen und hat die Bedenken mit einem "Kinder bekommen die Leute immer..." beiseite gewischt. War im Im Prinzip ja auch eine Jahrtausendelang empirisch belegte Aussage- aber seit Mitte der 60er Jahre nahm die Fertilität in allen Industrienationen deutlich ab. Wenn sich die Konsequenzen abzeichnen, ist man als Entscheidungsträger ja läääängst out of office...

Adenauer als CDU-Mann wäre auch sicher nicht begeistert, dass Frauen sich heute anmaßen, zu arbeiten und teils mehr zu verdienen als manche Männer. Kinder, Küche, Kirche und so...

Thomas24
08.09.2022, 15:49
Tja. Aber spielt auch keine Rolle mehr, wenn ich ehrlich bin. Unsere Generation ist so oder so gef***t. Zusammenbruch der Weltwirtschaft 2007/2008, in den darauffolgenden Jahren halt zu jung um wirklich viel Geld verdienen zu können, dann Covid und jetzt der Ukraine-Krieg inkl. Inflation. Wir zahlen eh für alles die Rechnung, da kommt es auf das systematische Versagen der CDU in dem Bereich (wo uns Merkels Russlandpolitik hingebracht hat, sehen wir ja auch gerade) auch nicht mehr an.

Wo sollen wir denn deiner Meinung nach hin, wo es global so viel besser wäre? Die USA, die immer mehr zur christlichen Theokratie werden? Post-Brexit UK? Skandinavien? Neuseeland? Ist jetzt nicht so, als ob es da so unfassbar viel geiler wäre als hier bzw. haben die auch alle genügend Probleme.

Zumindest im Freundes- und Bekanntenkreis haben wir uns schon zum Großteil damit abgefunden, dass wir nie Eigenheime o.ä. besitzen werden. Das Geld verliert täglich an Wert, darüber, dass irgendwer vielleicht mal in Rente gehen wird...lol. Wir Millenials werden arbeiten müssen, bis wir am Schreibtisch mit Ende 70 an nem Herzinfarkt sterben. #yolo


Och, für meinen Geschmack ein wenig zu fatalistisch gedacht, vor allem für so einen jungen Menschen.
Was hast du auf der Haben - Seite? Jung, um die 27/28, vermutlich noch keine familiären Verpflichtungen. Schätze mal drei bis vier Sprachen auf Konversationsniveau. Sehr gut ausgebildet, offensichtlich nicht auf den Kopf gefallen und fleißig. Deutsche Staatsangehörigkeit, damit komplette Reisefreiheit im Schengen Raum, sowie Visafreies Reisen in über 190 Ländern der Erde.
Evtl. Interesse /Begabung für IT und naturwissenschaftliche Zusammenhänge plus erfolgreich absolviertes Medizinstudium?
Da lässt sich schon was draus machen- ich würde an deiner Stelle versuchen, Coden zu lernen und neben dem FA Labormed. eine Weiterbildung in Data Science anstreben. Wenn du dir deinen eigenen Job backen kannst und zu 100% remote arbeiten kannst- an einem Ort deiner Wahl- stabiles Internet vorausgesetzt, kann die komplette Renten/ Demographie Thematik der Bundesrepublik prinzipiell gepflegt am am Allerwertesten vorbeigehen. Selbst wenn eine künftige Bundesregierung es für notwendig halten sollte, deine Steuereinkünfte an deine Staatsangehörigkeit zu knüpfen (derzeit nur USA und Eritrea, meines Wissens), gibt es genügend Staatsbürgerschaften, die für dich dann als Alternative erhältlich sein sollten (Google: Citizenship by Investment.), darunter auch mehrere EU Staaten. Ich bin ohnehin der Ansicht, dass Menschen das Recht haben, sich eine Arbeitsumgebung zu suchen, in der Sie anständig behandelt werden- und das schließt Staaten ein. Wenn dich dein Herkunftsstaat nicht gut behandelt, hast du das Recht, dir einen anderen Lebensmittelpunkt zu suchen.

Ich halte es für ein wahrscheinliches Szenario, dass vor dem Hintergrund einer schrumpfenden Arbeitskräftebasis Arbeitnehmer mit dem richtigen Skillset in den nächsten 10 Jahren enorme Einkommenssteigerungen durchsetzen können, während Arbeitnehmer ohne entsprechende Fähigkeiten zunehmend Reallohnverluste hinnehmen werden müssen. Du bringst alle Voraussetzungen mit, auf der richtigen Seite zu stehen. Selbst wenn du nach deinem FA für jährlich 120 K/ anno ohne weitere Perks arbeiten solltest- und niemals wieder signifikante Lohnzuwächse aushandeln solltest. Rechne das mal über knapp 40 Jahre bis zu deinem putativen Renteneintritt hoch...(und sowohl im europäischen als auch außereuropäischen Ausland werden teilweise deutlich höhere Einkommen bezahlt).

Sowohl Flaschen sammeln im Rentenalter, als auch "arbeiten bis zum Tod" halte ich bei deinen Ausgangsvoraussetzungen für ein sehr unwahrscheinliches Szenario :-oopss.

Holthusen
08.09.2022, 15:51
Diejenigen, die in ein weniger kaputtes (teilweise kapitalgedecktes) System einzahlen, sollen sich bitte dem absehbar kollabierenden (Umlagebasierten) System für die Mehrheit anschließen.


Es ist hoffnungslos. Entweder entstehen Unruhen wegen kompletter Verarmung von Teilen der Bevölkerung oder (wahrscheinlich) wirft man die Gelddruckmaschine an.
Wärest du Industriearbeiter mit 88k würdest du hier wettern, warum du als Industriearbeiter in die DRV einzahlen musst, während Onkel Doktor sein Versorgungswerk hat und der Verwaltungsbeamte seine Pension.
Vielleicht sind wir uns zumindest einig, dass es einer Reform bedarf und mehr Attraktivität eine Familie zu gründen wünschenswert wäre.



Schau dir mal die Erwerbs- Biographien in den verschiedenen Fraktionen an:-keks... und dann denk mal nach, wie viele Leute ein ernsthaftes Interesse/ Willen/ die Fähigkeit haben, ihren eigenen Lebensunterhalt außerhalb des Politikbetriebes zu erwerben...:-oopss

So attraktiv ist der Politikbetrieb auch nicht. Dauernd wird versucht einen in die Pfanne zu hauen. 24h Dauerpräsenz je nach Krise.
Mein Chef mit seiner geringen Anwesenheit von ca. 8 Monaten im Jahr und 60% Stelle hat mehr Geld und Zeit als so mancher Politiker, denn es lässt sich so gut sämtliche Diagnostik und Therapie abrechnen, die man nicht braucht. Unglücklich oder Einfältig (?) sind natürlich auch die Privatpatienten, die auf seine Show reinfallen und einen Großteil der Einnahmen ausmachen.

Holthusen
08.09.2022, 15:58
Du bringst alle Voraussetzungen mit, auf der richtigen Seite zu stehen. Selbst wenn du nach deinem FA für jährlich 120 K/ anno ohne weitere Perks arbeiten solltest- und niemals wieder signifikante Lohnzuwächse aushandeln solltest. Rechne das mal über knapp 40 Jahre bis zu deinem putativen Renteneintritt hoch...(und sowohl im europäischen als auch außereuropäischen Ausland werden teilweise deutlich höhere Einkommen bezahlt).


120k sind ja das "alte" Grundgehalt. Inzwischen sind die MVZ Ketten bei 132k für Basic angelangt. Allzuschwierig ist es tatsächlich nicht das zu steigern Richtung 180k und mehr. Mit den Einnahmen als Praxisinhaber bzw. Teilhaber kann das natürlich alles nicht mithalten.