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Evidence based
11.10.2022, 08:32
Natürlich ist das ein Argument. Wie gewichtig kann sich jeder selber beurteilen. Wenn du eine Einmalzahlung die den Monatslohn vieler Menschen in Deutschland übersteigt ablehnst (und wie beschissen und vergiftet so eine Zahlung ist haben wir ausreichend diskutiert), wird dir das medial um die Ohren gehauen und zieht die interprofessionellen Gräben halt noch tiefer.

Aber fair - auch die Zahlung sorgt jetzt für böses Blut :)

Alles eine Frage der Kommunikation - die guten Gründe eine solche Einmalzahlung bei gleichzeitiger prozentualer Nullrunde abzulehnen, wurden hier ja (wie du schon sagst) ausreichend diskutiert. Ich denke, das hätte man mit ein wenig Anstrengung auch medial vermitteln können.

Endoplasmatisches Reticulum
11.10.2022, 09:10
Warum ist mediale Kritik ein grundsätzliches Problem?

Warum treten ärztliche Interessen vor gemutmaßtem Neid dritter Berufsgruppen zurück?

Warum hat der MB, wenn er das Echo adäquater Forderungen fürchtet, alles daran gesetzt, den finalen Tarifabschluss medial besser darzustellen, als er tatsächlich war? ("Äquivalent" einer Entgelterhöhung > 10 %, Platzierung der Datierung der tatsächlichen Entgelterhöhung erst in einem Jahr nur im Kleingedruckten)



Das halt. Wenn das größte andere Engagement in Kündigungsschreiben und dem einfordern von Bestätigungen dieser liegt ... ngmi
Ich verstehe deinen Unmut als Mitglied der Tarifkommission, aber so eine Aussage finde ich sehr unglücklich. Wenn eine gewählte Vertretung gegen die Ansichten einer wohl beachtlichen Gruppe von Wählern agiert, in Reaktion auf negatives Feedback noch einen draufsetzt und gegen die eigenen Wähler wettert, und dann am Ende - surprise! - Stimmen einbüßt, sind nicht die Wähler Schuld.



Alles eine Frage der Kommunikation - die guten Gründe eine solche Einmalzahlung bei gleichzeitiger prozentualer Nullrunde abzulehnen (...) hätte man mit ein wenig Anstrengung auch medial vermitteln können.
Absolut. Sehe ich ganz genauso.

h3nni
12.10.2022, 11:54
Neue Mitgliederinfo:

https://www.marburger-bund.de/bundesverband/meldungen/gtk-billigt-tarifeinigung-vorbereitung-der-naechsten-tarifrunde-beginnt

Die Nachricht aus Notify hierzu:

Liebe Mitglieder,
nach der Einigung ist vor der Eskalation, hieß es in der jüngsten Ausgabe der MBZ zu den Tarifverhandlungen mit der TdL. Die Große Tarifkommission hat der Tarifeinigung zugestimmt und zugleich das weitere Vorgehen bestimmt: Die Landesverbände werden noch in diesem Herbst mit einem Dialog über die zukünftige Ausrichtung der Tarifpolitik für die Universitätsklinika beginnen. Hierzu werden sowohl Netzwerktreffen vor Ort wie auch im Online-Format stattfinden, in denen wir vor allen Dingen Ihre Sicht auf die Arbeitsbedingungen und die notwendigen Änderungen erfahren wollen. Zugleich sollen diese Treffen aber auch der Vernetzung untereinander und mit dem Verband sowie dem Aufbau von belastbaren Strukturen für die zu erwartende Auseinandersetzung mit der TdL dienen. Zugleich wollen wir mit Ihnen darüber diskutieren, was aus Ihrer Sicht notwendig ist, einen – möglicherweise auch langen – Arbeitskampf erfolgreich zu führen. Weitere Informationen dazu finden Sie in der aktuellen Mitgliederinfo

Ihr Marburger Bund


Finde ich jetzt eigentlich ganz versöhnlich. Da wohl viele Rückmeldungen eingegangen sind, weiß der MB jetzt vielleicht auch, dass er Rückhalt hat.

Dooly
12.10.2022, 12:07
Danke fürs Teilen H3nni. Find auch, dass das mal ganz gut klingt. Kein Lammentier, kein Palaver, der Vorschlag eines Plans …
Ich wünsche allen dabei echt viel Erfolg. Ich werd es hier oder andere Social Media sicher auch mitbekommen.

Dooly
14.10.2022, 16:41
Über WhatsApp kam heute eine ähnliche Mitteilung und der Link zur Mitgliederinformation. https://www.marburger-bund.de/bundesverband/meldungen/gtk-billigt-tarifeinigung-vorbereitung-der-naechsten-tarifrunde-beginnt -_-

schnix25
15.10.2022, 09:30
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/138060/Heike-Baehrens-Aerzteschaft-hat-zu-viel-Einfluss

Und für die SPD steht die Ärzteschaft immer noch viel zu gut da.

Endoplasmatisches Reticulum
15.10.2022, 10:29
Die Ärzte sind Teil des Problems in unserem Gesundheitswesen. [Sie sitzen] an allen wichtigen Schaltstellen. [Sie können] ihre eigenen Interessen oft besser durchsetzen als andere Akteure in der Selbstverwaltung. Was man da machen könnte, ist, dafür zu sorgen, dass andere Berufsgruppen mehr Einfluss kriegen (...) den Pflegerat zu stärken und der Pflege mehr Mitsprache im Gemeinsamen Bundesausschuss zu verschaffen

Recht hat die Frau. Widerlich, der Lobbyismus der Ärzte!

Wie bei der Einführung der Ärzteschlüssel.
Oder bei der Ausgliederung der Ärztegehälter aus den DRGs.

freak1
15.10.2022, 10:30
Die Genossen fliegen mit ihren Diäten im Zweifelsfall dann einfach in die Schweiz, wenn es hier keine Ärzte mehr gibt. Oder man zieht die Pässe von Ärzten ein, damit sie nicht auswandern können.

Nefazodon
15.10.2022, 10:41
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/138060/Heike-Baehrens-Aerzteschaft-hat-zu-viel-Einfluss

Und für die SPD steht die Ärzteschaft immer noch viel zu gut da.

Ja, ganz super! Wenn die Pflege noch mehr Einfluss bekommt, dann teilen bald die Stationsärzte das Essen aus. Kann man auch super mit der Visite verbinden!
Eigentlich müsste bei so einer Äußerung ein Aufschrei der Ärzteschaft kommen....aber es kommt...Nichts! Weil wir so super gut organisiert sind....

freak1
15.10.2022, 11:02
Ja, ganz super! Wenn die Pflege noch mehr Einfluss bekommt, dann teilen bald die Stationsärzte das Essen aus. Kann man auch super mit der Visite verbinden!

Wenn es soweit kommt wird die Pflege schmerzhaft lernen, dass Krankenhäuser nur mit Ärzten funktionieren und wenn es die nicht mehr gibt, weil die Ärzte auswandern, dann bleibt für sie noch die Altenpflege.

Endoplasmatisches Reticulum
15.10.2022, 11:16
Ja, ganz super! Wenn die Pflege noch mehr Einfluss bekommt, dann teilen bald die Stationsärzte das Essen aus. Kann man auch super mit der Visite verbinden!

Ist unser Gesundheitsminister Arzt oder Pfleger - naaaa?

Die Welt ist so schön einfach, wenn man die eigene Scheiße nicht ausbaden muss.
Clownwelt.

freak1
15.10.2022, 12:03
Unser Gesundheitsminister hat keinen Tag seines Lebens real als Arzt am Patienten gearbeitet, zumindest nach dem Studium.

milz
15.10.2022, 12:06
Immer wieder schön, wenn die Berufsgruppen gegeneinander aufgehetzt werden sollen, anstatt die grundsätzlichen Probleme anzugehen.

Partyarthy
15.10.2022, 12:24
Hat zwar mit den Tarifverhandlungen nichts zu tun, aber: Hat die gute Frau nicht irgendwie Recht, wenn sie sagt, dass die Ärzte ein Teil des Problems sind? Also an den entscheidenden Stellen. Das größte Übel des Gesundheitssystems ist doch, dass es Gewinne abwerfen muss. Klar, die Politik könnte das ändern. Aber wer beeinflusst diese denn?

Endoplasmatisches Reticulum
15.10.2022, 12:41
Unser Gesundheitsminister hat keinen Tag seines Lebens real als Arzt am Patienten gearbeitet, zumindest nach dem Studium.

Doch, doch. Er hat mindestens einen Menschen geimpft! :)


Hat zwar mit den Tarifverhandlungen nichts zu tun, aber: Hat die gute Frau nicht irgendwie Recht, wenn sie sagt, dass die Ärzte ein Teil des Problems sind? Also an den entscheidenden Stellen. Das größte Übel des Gesundheitssystems ist doch, dass es Gewinne abwerfen muss. Klar, die Politik könnte das ändern. Aber wer beeinflusst diese denn?

Jeder Kostenfaktor ist Teil des Problems, wenn du die Kosten als primäres Problem modellierst.

Die Gewinnorientierung des Gesundheitswesens ist das erklärte Ziel der Gesundheitspolitik. Die Vorstellung war, dass durch die Privatisierung die Krankenhausunternehmen in Marktkonkurrenz zueinander treten und dadurch einerseits ein Innovationsdruck aufgebaut wird, andererseits Bestrebungen zur Effizienzsteigerung die Privaten langfristig dahin steuern, dieselben Dienstleistungen wie die staatlichen Häuser zu geringeren Kosten anzubieten.

Dass dem die Planungsaspekte der Gesundheitsfinanzierung entgegenwirken, steht auf einem anderen Blatt. Aber prinzipiell wurde es als Erfolg gefeiert, den Anteil privater Krankenhäuser zu erhöhen. Das war nicht einfach nur ein abgegriffener Nebeneffekt, sondern maßgebliche Intention zur Kostensenkung.

Bonnerin
15.10.2022, 12:43
Immer wieder schön, wenn die Berufsgruppen gegeneinander aufgehetzt werden sollen, anstatt die grundsätzlichen Probleme anzugehen.

Naja, als Religionspädagogin ist sie doch fast historisch prädestiniert um "Kreuzzüge" zu beginnen...

Relaxometrie
15.10.2022, 12:56
Klar hat Lauterbach Interesse daran zu sparen und natürlich gerne bei den Ärzten mal wieder.
Sozusagen ein "Da Capo" von Lauterbach?

DrSkywalker
18.10.2022, 14:03
6,5 Prozent und einmal 3000 Euro für Chemie-Beschäftigte... Geht doch

https://m.faz.net/aktuell/wirtschaft/chemie-beschaeftigte-erhalten-6-5-prozent-mehr-gehalt-und-inflationsgeld-18395398.html

h3nni
18.10.2022, 14:46
Die Finanzminister bewegen sich eben nicht, im Staatshaushalt ist kein Geld da für sowas.
Das ist doch das Hauptargument, warum es nicht geklappt hat.

freak1
18.10.2022, 20:05
Es ist Geld für alles und jeden da, aber die paar Millionen (sonst redet die Politik ja nur in x-xxx Milliarden) für die Ärzte sind natürlich nicht drin. Naja, bis es keine mehr gibt.