Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : FAQ - Berufseinstieg als Assistenzarzt
FRagt doch mal im Bürgeramt nach, wo du gemeldet bist, ob sie dir eins austellen? Müsste eigentlich kein Problem sein.
Doch nicht so einfach..
Sie können auch als Ausländer ein türkisches Führungszeugnis (Adli Sicil Kaydı) erhalten. Dieses wird von der Oberstaatsanwaltschaft (Cumhuriyet Başsavcılığı) im Gerichtsgebäude der jeweiligen Provinzhauptstadt (Adliye Sarayı) ausgestellt.
Weitere Informationen, sowie das aktuelle Antragsformular finden Sie auf der Homepage des: Bundesjustizamtes
Hätt ich net gedacht..ich würd trotzdem mal fragen, ob die deutsche Behörde dir was austellen kann..du willst sicherlich deine Approbation noch dieses Jahr erhalten ;-)
Mittlerweile hat sich die Sache geklärt :) :
Ich habe meine Sachbearbeiterin bei HLPUG angerufen und gefragt. Sie meinte, dass ich nur das deutsche Führungszeugnis brauche und so habe ich es gemacht. 2 Wochen später kam die Approbation!
Zur Not hatte ich auch das Führungszeugnis von der turkiye.gov.tr Webseite ausgedruckt und mitgenommen, aber als ich die Dokumente abgegeben habe meinte sie, dass sie das nicht braucht.
Fazit: in Hessen brauchen nicht-EU Ausländer nur das deutsche Führungszeugnis, EU-Ausländer aber das europäische.
Medibini
05.09.2019, 17:04
Ahh ich hab gerade (ok eigentlich schon länger) einen dezenten Panikanfall bezüglich meines ersten Jobs.
Ich werde in der Inneren in einem peripheren Haus starten.
Ich hab jetzt versucht mir vorher nochmal ein paar Sachen anzulesen und mir v.a nochmal die EKG Auswertung (EKG für Isabel) halbwegs durchgelesen.
Außerdem hab ich versucht mir die Antibiosen mit Dosierung zu merken, die in dem Haus gerne genutzt werden. Insbesondere für Pneumonie/exazerbierte COPD, sowie die Antidiabetika die der Chef bevorzugt (ich hab im Haus PJ gemacht).
Kann ich noch irgendwas machen? Irgendwelche grandiosen Tipps für die ersten Wochen um nicht komplett durchzudrehen?
Im Moment habe ich nicht das Gefühl, dass man mich auf eine Station los lassen kann :( :(.
Ist das normal? Eigentlich sollte man sich doch jetzt super vorbereitet fühlen.
WackenDoc
05.09.2019, 17:57
Ja, das ist normal.
Wichtigste Vorbereitung- kauf dir ein kleines Notizbuch in das du ALLES reinschreibst. Du hast ja den Vorteil dass du z.B. die Schwestern schon kennst. Aber alleine so sachen wie Computerzugang, Telefonnummer von der IT.
Ansosten- schau dir die Leitlinien der großen Krankhietsbilder an und fast noch wichtiger: Die ERC-Reanimationsguidelines.
Kann ich noch irgendwas machen? Irgendwelche grandiosen Tipps für die ersten Wochen um nicht komplett durchzudrehen?
Im Moment habe ich nicht das Gefühl, dass man mich auf eine Station los lassen kann :( :(.
Ist das normal? Eigentlich sollte man sich doch jetzt super vorbereitet fühlen.
Du hast schon mehr als genug gemacht. Der Berufsstart ist hart, aber das kann man nicht ändern, egal wie man sich vorbereitet.
Man ist nie vorbereitet, denn es ist einfach etwas anderes nun selbst verantwortlich zu sein. Aber du schaffst das und deiner Seite sind hoffentlich nette Kollegen und Oberärzte die dir deine Fragen beantworten.
Medibini
05.09.2019, 20:39
Ok Danke.
Ein kleines Buch habe ich mir bereits zugelegt.
Ja Herzinsuffizienz, KHK, Myokardinfarkt, VHF habe ich mir schon nochmal angeguckt. Ein paar kommen wohl noch dazu.
Erwarten OAs direkt, dass die Assistenten die Dosierungen der Medis genau drauf haben?
Ich hab versucht mir jetzt zumindest einen ACE Hemmer, Betablocker, Ca Antagonisten, Aldosteronantagonisten und ein paar Diuretika zu merken.
Ich will mich nur nicht komplett blamieren. :(
Medibini
05.09.2019, 20:41
Vielen Dank für den netten Zuspruch bisher.
Ich hab mich wohl auch von den Horrorgeschichten anderer Leute beunruhigen lassen.
Kensington
11.09.2019, 14:30
Ok Danke.
Ein kleines Buch habe ich mir bereits zugelegt.
Ja Herzinsuffizienz, KHK, Myokardinfarkt, VHF habe ich mir schon nochmal angeguckt. Ein paar kommen wohl noch dazu.
Erwarten OAs direkt, dass die Assistenten die Dosierungen der Medis genau drauf haben?
Ich hab versucht mir jetzt zumindest einen ACE Hemmer, Betablocker, Ca Antagonisten, Aldosteronantagonisten und ein paar Diuretika zu merken.
Ich will mich nur nicht komplett blamieren. :(
Also ich bin auf der Chirurgie und sie erwarten das schon, aber einfach, weil sie nicht mehr wissen, dass man als frischer AA nix kann :)
Ich schaue täglich einfach ins Compendium und dann läuft das schon.
Die gängigen Medis hat man dann recht schnell drauf. Beim Bridiging usw diskutierte ich dann doch gerne mit den jeweiligen Operateuren, bevor es nicht recht ist.
Wird alles gut!
Medibini
11.09.2019, 19:42
Also ich bin auf der Chirurgie und sie erwarten das schon, aber einfach, weil sie nicht mehr wissen, dass man als frischer AA nix kann :)
Ich schaue täglich einfach ins Compendium und dann läuft das schon.
Die gängigen Medis hat man dann recht schnell drauf. Beim Bridiging usw diskutierte ich dann doch gerne mit den jeweiligen Operateuren, bevor es nicht recht ist.
Wird alles gut!
Danke :). Die „wichtigsten“ Medis hab ich mir mal rausgeschrieben und versuche mein bestes.
Nessiemoo
18.09.2019, 09:51
Wichtigste Tipp ist bereits ab der ersten Woche auf sich selber zu achten, direkt drauf achten, dass man nach dem Feierabend nicht nur aufm Sofa mit Bier versackt, sondern zum Sport geht, etwas schönes kocht etc. Gesunde Gewohnheiten will man vom Anfang an bilden und die stellen sicher, dass man nicht durchdreht ;)
][truba][
18.09.2019, 10:14
Nessi, das find ich einen ziemlich guten Tipp.
Ich find auch wichtig, während eines ätzenden Tages (oder Dienstes) ab und an einfach mal kurz und bewusst wirklich "Pause" zu machen. Sprich, mal kurz hinsetzen, durchatmen und an was schönes Denken. Muss nicht lang sein aber egal wie sehr man es versucht, wie sehr man sich stresst, es wird eh nicht weniger. So kann man wenigstens mal runter kommen für ein paar Minuten.
Auch mal was warten lassen. Hast du Hunger? Iss was (oder geh nach der aktuellen Tätigkeit was essen). Dann warten die Leute eben mal.
[truba][;2110402']Dann warten die Leute eben mal.
Das zu lernen hat bei mir lange gedauert. Denn im Endeffekt ist es meist so: die Leute warten ja nicht weil man selbst so lange braucht, ok, das manchmal auch. Die Leute warten so lange weil ein Fehler im System ist...
Ich hätte eine Frage zu Vorstellungsgesprächen und zwar bei zB drei Bewerbern haben dann 1 und 2 bessere Chancen wenn sie die ersten Termine haben wenn schon super Eindruck entstanden ist dann?
Feuerblick
31.01.2020, 11:17
Kann sein, muss aber nicht. Hingehen, guten Eindruck machen, abwarten. Oft weiß man ja nicht einmal, ob und welche Bewerber noch vorhanden sind. Davon würde ich mich nicht belasten lassen. Könnte ja sein, dass die anderen nicht passen. Oder du der/die Erste bist, der/die passt. Und selbst wenn du der/die Bewerber/in mit dem ersten Gespräch wärest - die anderen könnten dich auch noch übertrumpfen. Oder umsonst hingehen, weil du schon gesetzt bist. Oder oder oder....Außerdem weiß man nie, ob ein Bewerber die Stelle dann auch antritt oder vielleicht noch was Besseres in der Hinterhand hat. :-nix
Und auch die Chefs erzählen nicht immer die ganze Wahrheit. Manche sagen "in drei Tagen kommt noch ein anderer Bewerber, danach melden wir uns" auch wenn es überhaupt keine anderen Bewerber gibt. Einfach um die Stelle attraktiv erscheinen zu lassen. Und wenn ich mir die Kollegen so überlege die in den letzten Jahren genommen wurden: also die Besten derjenigen die im Bewerbungsgespräch waren, die wiederum die besten Bewerber waren. Also die Besten der Besten quasi. Und da graust mir manchmal was es da für Leute gibt.
sparta144
24.02.2020, 13:11
:-peng
Viel Erfolg! Meine 4 gängigsten Fragen, die es ohne Oberarzt zu lösen galt, waren in den ersten Wochen: Blutdruck, Blutzucker, Schmerzmedikation, Schlafmedikation. Sowohl als Akutsituation als auch Einstellung auf Dauer.
Schorsche
12.05.2020, 17:45
Ich bin ja wirklich kein Berufsanfänger mehr, aber jetzt habe ich doch eine Frage: ich werde demnächst eine neue Stelle (neuer Wohnort, etwa 200km entfernt) antreten, seitens der Personalabteilung wird mir vorbehaltlich einer gesundheitlichen Eignung eine Stelle angeboten. Deshalb werde ich etwa 4 Wochen vor Dienstbeginn zum Betriebsarzt gebeten, "anfallende Auslagen können in diesem Zusammenhang nicht ersetzt werden".
Gesundheitliche Eignung überprüfen gilt m.E. nur in begründeten Fällen - meinetwegen, sollen sie machen, auch wenn ich keinen zwingenden Grund finden kann. Was ich krasser finde, ist dass ich nonchalant mehr gezwungen als gebeten werde, mich 4 Wochen vor eigentlichem Dienstbeginn auf eigene Kosten insgesamt 4 Stunden ins Auto zu setzen plus betriebsärztliche Untersuchung. Selbstverständlich sitze ich am kürzeren Hebel, die PA kann die Einstellung bei Nichterscheinen dann ja ablehnen.
Der TVÄrzte gibt nur so viel her:
"Der Arbeitgeber ist bei begründeter Veranlassung berechtigt, Ärztinnen und
Ärzte zu verpflichten, durch ärztliche Bescheinigung nachzuweisen, dass sie/er zur Leistung der arbeitsvertraglich geschuldeten Tätigkeit in der Lage ist. Bei der beauftragten Ärztin/dem beauftragten Arzt kann es sich um eine Betriebsärztin/einen Betriebsarzt handeln, soweit sich die Betriebsparteien nicht auf eine andere Ärztin/einen anderen Arzt geeinigt haben. Die Kosten dieser Untersuchung trägt der Arbeitgeber."
Die "begründete Veranlassung" ist nach meiner Recherche eher länger anhaltende Krankheit und dann Wiederaufnahme der Tätigkeit (bei mir nicht der Fall), deshalb scheint dieser Paragraph nicht ganz zu ziehen.
Habt ihr mit einer ähnlichen Situation schon einmal Erfahrungen gemacht? Wie würdet ihr euch verhalten? Den Ärger runterschlucken und Geld und Zeit investieren oder gleich widersprechen, bevor der erste Handstreich für den neuen Arbeitgeber getan ist?
"Böser Bube" ist hier leider die Personalabteilung, die neue Klinik scheint leider ganz toll und ist aus mehreren Gründen relativ alternativlos.
WackenDoc
12.05.2020, 18:41
Bei Ärzten ist das aufgrund der besonderen Verantwortung durchaus gerchtfertig. ABER: Die Bescheinigung kann eigentlich jeder Betriebsarzt oder Amtsarzt ausfüllen.
Mein Tipp: Such dir einen Betriebsarzt bei dir zu Hause, frag was der für eine Einstellungsuntersuchung für Ärzte verlangt, fragt die KLinik ob du da hingehen kannst und die die Kosten dafür übernimmt.
Es ist nicht unüblich, dass zwar die Kosten der Untersuchung, aber keine Fahrtkosten übernommen werden.
edit: Letztendlich ist das ja nicht mehr als "Anamnese passt, kann dem Gespräch folgen, hat das was man sozialadäquaten Umgang nennt, Körperfunktionen so, dass man davon ausgehen kann ,dass du den Arbeitsalltag bewältigen kannst. Also extrem wenig und unspektakuläre Untersuchung für viel Fahrt.
Schorsche
12.05.2020, 19:04
Auf deine Antwort hatte ich gehofft! Danke Wacken, das hilft mir sehr :-)
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