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MissGarfield83
04.10.2009, 17:41
Ne einfach mal aus Interesse was dem Gesundheitssystem an Kohle flöten geht wegen diesem Schwachsinn ....

airmaria
04.10.2009, 19:52
Find es zur Zeit wirklich unmöglich, wie an das Thema "Schweinegrippe" herangegangen wird.
Sich wohl und aufgeklärt dabei zu fühlen (als Arzt oder Patient), ist mittlerweile ein Unding, wenn man sich mal die Meldungen der letzten Wochen anschaut.


es liegt wohl vor allem an der weit auseinanderklaffenden emotionalen und intellektuellen umgangsweise mit diesem phänomen. weder panik, noch ignoranz können bei solch sensibler thematik angebracht sein.

in meinen augen ist das auftreten dieser virusvariante mit all seinen facetten (insbesondere auch der gesundheitsökonomischen aspekte) das bislang bei weitem grösste medizinische ereignis des 21. jahrhunderts.
es ist schon erstaunlich, wie ambivalent sich der umgang hiermit gestaltet - auch und gerade unter dem fachpersonal.

airmaria

ps: habe mal den ursprünglichen thread und den aktuellen zur impfrage bei gleicher thematik zusammenlegen lassen

WackenDoc
04.10.2009, 20:19
Ich wunder mich nur ein bischen. Normalerweise ziehen unsere Patienten jeden Virus und jedes Bakterium ,was irgentwie Krankschreibung bedeuten könnte auf hunderte von Metern an. Und dann grassiert selbiger Erreger nach dem Motto- hat´s einer, haben´s alle.
Aber "Schweinegrippe" kriegt keiner? Während die in ganz Deutschland grassiert? Und ja, unser Patientengut passt genau in´s Schema von denen, die sich anstecken.
Und bisher gab´s in Deutschland auch nur eine einzige Tote (und wenn man sich mal die übrigen Erkankungen der Dame anschaut, ist es eh fraglich, woran sie letztendlich gestorben ist.) Da hat so ziemlich jeder andere Erreger in der gleichen Zeit wesentlich größeren Schaden angerichtet.

Hoppla-Daisy
04.10.2009, 20:25
Noch laufen da die Untersuchungen ;-). Sitz ja quasi an der Quelle. Wir bekommen am Klinikum immer die neuesten Berichte per Mail geschickt.

MissGarfield83
04.10.2009, 20:56
Man spricht von weltweit 3000 Toten ... das ist lächerlich im Gegensatz zur saisonalen Grippe.

Foreman
04.10.2009, 21:11
Die Angehörigen der Toten finden das bestimmt nicht so lächerlich.

MissGarfield83
04.10.2009, 21:24
Die Angehörigen der Toten finden das bestimmt nicht so lächerlich.

Sicherlich sind es tragische Schicksale, aber global gesehen, was sagen die Angehörigen der Patienten die Sterben weil gerade unnötig viele Ressourcen für ein eher harmloses Virus aufgewendet werden ?

Mitosch
04.10.2009, 21:27
weder panik, noch ignoranz können bei solch sensibler thematik angebracht sein.
In Bezug auf den Umgang mit der "Schweinegrippe" in der Öffentlichkeit stimme ich dir natürlich zu. Für nicht weniger problematisch halte ich es, und da spielt dann ein emotionales Dramatisieren oder Verharmlosen weniger eine Rolle, dass man sich in Fachkreisen aufgrund seines Wissens wirklich uneins über die Risikoeinschätzung (der Erkrankung) ist und auch uneins über den Nutzen und das Risiko einer Impfung und dementsprechend zu völlig unterschiedlichen Bewertungen kommt.
Was womöglich eine Erklärung für die im Artikel genannten Ärzte aus NRW und auch deine Einschätzung, "es ist schon erstaunlich, wie ambivalent sich der umgang hiermit gestaltet - auch und gerade unter dem fachpersonal", sein könnte.

Und darüber hinaus, aber da sprech ich nur für mich, bleibt da doch ein ungutes Gefühl. Das Schlagwort Pharma-Lobby ist hier im Thread ja schon gefallen. Und auch wenn die Kiste um die HPV-Impfempfehlung schon etwas älter ist, ein Heinz-Josef Schmitt vom RKI hat dem Ansehen der Stiko sicher nicht gerade geholfen. :(

Hoppla-Daisy
04.10.2009, 21:28
Wie gesagt, noch ist es harmlos. Aber wenn es erstmal Hochzeit feiert und fiese Nachkommen zeugt, ist es das vielleicht nicht mehr :-nix. Von daher denke ich, dass jegliche Verharmlosung ein bißchen fehl am Platze ist. Und wir dürfen halt nicht vergessen, dass es sich ursprünglich um ein Tiervirus handelt, dass sich gerade nen anderen Wirt sucht.

Evil
05.10.2009, 17:27
Übertriebener Aktivismus ist genauso kontraproduktiv.

Wenn das neue H1N1-Virus wirklich zu einer deutlich gefährlicheren Mutante rekombiniert (wie z.B. das aviäre H5N1), können wir Münzen werfen, ob Impfung und Tamiflu/Relenza dann überhaupt noch wirksam sind (was sie gegen die saisonale Grippe derzeit NICHT sind).

Fakt ist, die Handlungsmöglichkeiten sind arg eingeschränkt, da wird teilweise öffentlichkeitswirksam Augenwischerei betrieben.
Zudem hat sich die STIKO nach wie vor noch nicht für den Pandemrix-Impfstoff ausgesprochen... merkwürdig, daß die sich so lang Zeit damit lassen :-nix

Erst in ein paar Jahren wissen wir dann, welches die richtige Handlungsweise gewesen wäre... und genau das ist es, was die Einschätzung so schwierig und die Experten so uneins macht.

christie
05.10.2009, 20:39
Tach Allerseits,

ich habe mal eine Frage an jemanden, der sich damit wirklich auskennt:

ich habe mich letzten donnerstag (1.10.) gegen saisonale influenza impfen lassen. soweit so gut. außer ein lahmer arm war erstmal nichts davon zu merken. seit heute habe ich aber am kopf und am nacken überall rote stellen und es macht mich fast verrückt vor juckreiz. nun habe ich auf dem packzettel nachgelesen, dass das gerne mal als nebenwirkung auftritt (Präparat heißt Mutagrip). Nur so spät? Die Impfung ist ja schon 4 Tage her....
Kann das noch von der Impfung sein? Oder bin ich vielleicht einfach mit was anderem zusammengestoßen?

danke schonmal im voraus.

Mitosch
06.10.2009, 01:44
ich habe mal eine Frage an jemanden, der sich damit wirklich auskennt
Das zwar nun nicht gerade, aber erfahrungsgemäß können 4 Tage (selbst Wochen) später auftretende Symptome vorkommen und sind auch dokumentiert.
Neben einer "näheren" Beziehung zum Impfzeitpunkt, ist sicher die Art der Symptome und das Wissen um Vorerkrankungen, sonstige Medikamenteneinnahme usw. von Belang, um eine Impfreaktion in Betracht zu ziehen. Daneben ist mir ein festes Schema nicht bekannt.

Auch wenn Exanthem und Juckreiz dafür sprechen, der Hausarzt ist da sicher der geeignetere Ansprechpartner, der "einen Blick darauf werfen" und auch gleich etwas gegen den Juckreiz unternehmen kann.

PS: Gute Besserung

christie
06.10.2009, 06:43
vielen dank. das hilft mir schonmal weiter.
ich bin heute sowiso wieder bei der impfärztin und zeige ihr das mal.
mir gings nur darum, ob man das grundsätzlich dem impftermin zuordnen könnte - ganz unabhängig von der eigenanamnese.

airmaria
06.10.2009, 16:21
ich möchte diese Frage hier mal stellen, da bei uns im Betrieb diese Impfung nun ansteht.
Die Mitarbeiter diskutieren nun selbst ob man es machen soll, oder nicht.


die who scheint es weiterhin zu empfehlen und die nebenwirkungen bei den ("versuchs")chinesen scheinen nahezu vernachlässigbar:

4 x kopf- und muskelschmerzen auf 39.000 impfdosen.

http://www.20min.ch/news/dossier/schweinegrippe/story/Kaum-Nebenwirkungen-bei-H1N1-Impfung-16547761

airmaria

Evil
06.10.2009, 17:15
Welchen Impfstoff verwenden die Chinesen?

Die FDA empfiehlt derzeit 4 verschiedene, soweit ich das sehe OHNE Adjuvantien (Pandemrix von GSK ist nicht darunter):
http://www.fda.gov/BiologicsBloodVaccines/Vaccines/ApprovedProducts/ucm181950.htm

airmaria
06.10.2009, 17:21
Welchen Impfstoff verwenden die Chinesen?
[/url]

gute frage... die amis sind aber erst gestern angefangen:

http://www.20min.ch/news/dossier/schweinegrippe/story/24218384

airmaria

DeKl
19.10.2009, 07:29
Ich wurde jetzt gefragt, ob ich mich impfen lassen möchte. Wie handhabt ihr das? Hat sich von euch jemand bereits damit befasst?

pieks
19.10.2009, 09:07
Ich wurde jetzt gefragt, ob ich mich impfen lassen möchte. Wie handhabt ihr das? Hat sich von euch jemand bereits damit befasst?


Lasse mich NICHt impfen ...
Hat aber persönliche Gründe: hatte Probs nach der Hep.-B (Auffrisch)- Impfung .. bin seitdem sehr vorsichtig ...

Gruß pieks

Evil
19.10.2009, 09:08
Prinzipiell ja, mit dem Pandemrix-Impfstoff aber definitiv nicht.

Ich seh nicht ein, mich der Pharma-Industrie als Versuchskaninchen zur Verfügung zu stellen.

Feuerblick
19.10.2009, 09:31
Ich wurde jetzt gefragt, ob ich mich impfen lassen möchte. Wie handhabt ihr das? Hat sich von euch jemand bereits damit befasst?
Definitiv nein. Ich habe schon die "normale" Grippeimpfung verweigert, weil mich letztes Jahr die UAWs drei Monate lang gequält haben. Das möchte ich nicht nochmal mitmachen.:-nix