Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die dümmsten Anordnungen
RS-USER-DerMike
04.12.2003, 10:36
So, jetzt habe ich mich auch in das Forum verirrt:
Hatten schon vor längere Zeit einen Einsatz mit Indikation: Hodenschmerzen - Die Anfahrt war schon sehr amüsant, v.a. als ich meiner Kollegin bestätigte, dass der Einstz mit NA ist.
Über nähere Einzelheiten erinnere ich mich nicht mehr ( der Pat. war bei bester Gesundheit - was sich später im KH bestätigte)
außer, dass der NA ein 12-Kanal-EKG schreiben wollte (darf er ja).
Bei der Interpretation des EKG (keinerlei Auffälligkeiten) durch den NA kamen mir dann doch einige Zweifel: Er meinte anhand einer angeblichen ST-Hebung einen Nierenstein in der rechten Niere zu diagnostizieren. Die Frage ob er als Neurologe denn mittels EKG auch ein EEG schreiben könne habe ich mir anschließend aber verkniffen.
RS-USER-Hypnos
04.12.2003, 10:54
Original geschrieben von DerMike
Hatten schon vor längere Zeit einen Einsatz mit Indikation: Hodenschmerzen - Die Anfahrt war schon sehr amüsant, v.a. als ich meiner Kollegin bestätigte, dass der Einstz mit NA ist.
Für alle, die es bislang noch nicht wussten: Eine Hodentorsion (äussert sich durch starke bis stärkste Hodenschmerzen, einstrahlend bis in die Leiste) ist ein absoluter Notfall und somit auch eine Notarztindikation...
RS-USER-Hypnos
04.12.2003, 10:55
Original geschrieben von DocMezzoMix
Ich glaub, derTrottel hat sehr sinnvoll gehandelt, wenn das Kind ins Heim und die Eltern auf die Chirurgie gekommen sind....
Wenn dumme Menschen beim Poppen nicht aufpassen können....:mad:
Eine Reise ohne Kind ist kein chirurgischer Aufenthalt, oder habe ich da was überlesen???
RS-USER-Hoffi
04.12.2003, 10:59
Original geschrieben von Hypnos
Für alle, die es bislang noch nicht wussten: Eine Hodentorsion (äussert sich durch starke bis stärkste Hodenschmerzen, einstrahlend bis in die Leiste) ist ein absoluter Notfall und somit auch eine Notarztindikation...
und es muss bestialisch weh tun, wir haben mal eine hodentorsion gefahren. wobei der na auch nicht mehr machen kann als ein bißchen was gegen die schmerzen zu tun, und dann hackengas in die urologie
RS-USER-Hoffi
04.12.2003, 11:00
Original geschrieben von Hypnos
Eine Reise ohne Kind ist kein chirurgischer Aufenthalt, oder habe ich da was überlesen???
so ein kind kann aber kurz vor der reise, die treppe runterstolpern :grins:
RS-USER-Hypnos
04.12.2003, 11:12
Original geschrieben von Hoffi
und es muss bestialisch weh tun, wir haben mal eine hodentorsion gefahren. wobei der na auch nicht mehr machen kann als ein bißchen was gegen die schmerzen zu tun, und dann hackengas in die urologie
ein bisschen was gegen schmerzen = Opiate = NA...zumindest bei mir
RS-USER-Hoffi
04.12.2003, 11:18
meine hatte nur nen bißchen tramal gegeben, weil er nicht wusste was die anästhesiten im op haben wollen, bzw welche mittelchen die nicht haben wollen, da die hodentorsion ja sofort operiert werden muss
Reanimator
04.12.2003, 12:26
Original geschrieben von Hypnos
1) Haben zum Zeitpunkt des Eintreffens schon sichere Todeszeichen vorgelegen?
2) Ich glaube, daß ich in der Situation anders gehandelt hätte (zumal ich vergleichbare Situationen auch aus meiner Tätigkeit in der Notfallbegleitung kenne)
3) Die Anzeige ist in dem Kontext auch wohl eher als eine noch nicht vollständige Verarbeitung des Geschehenen zu werten...daher nochmals der Hinweis auf Kriseninterventionshelfer, die in solchen Fällen vielleicht auch eine psychiatrische Unterbringung vermeidbar machen können.
4) In jedem Fall gilt: so sehr man sich auch noch über den Einsatz und alle dort misslich gelaufenen Dinge ärgern mag, vor Ort sollte sowas nicht diskutiert werden...bringt in aller Regel auch nichts, da die Patienten eh nicht Herr der Lage sind.
1) Schon, aber ich war mir halt nicht sicher ob ich sie richtig deute, mein Kollege auch nicht
2) Wir haben denke ich so gut wie möglich gearbeitet, bis der NA da war. Ich habe reanimiert, mein Kollege war bei der Mutter und hat ihr Dormicum verabreicht und die Blutung aus der Vagina mit Fritscher Lagerung behandelt
3) Wir haben BEIDE ins KH gebracht, sowohl das tote Kind wie auch die Mama - auf Anweisung NA
4) Steht ja auch nicht so da! Wir haben nur 2 Wochen später einen Brief von einem Rechtsanwalt bekommen...
Reanimator
04.12.2003, 12:29
P.S. Solche Leute sind mir halt die liebsten: Erst mal alle Verantwortung auf andere abschieben.
Aber da kommt halt eine entsprechende Reaktion. Wie gesagt - mein Co wäre noch viel drastischer geworden, ich konnte ihn grad noch so bremsen...
RS-USER-DerMike
04.12.2003, 13:26
Original geschrieben von Hypnos
Für alle, die es bislang noch nicht wussten: Eine Hodentorsion (äussert sich durch starke bis stärkste Hodenschmerzen, einstrahlend bis in die Leiste) ist ein absoluter Notfall und somit auch eine Notarztindikation...
Man darf bei solchen Einstazstichworten auch seinen Spass auf der Anfahrt haben! (ohne den evtl. Ernst der Lage zu vergessen)
Natürlich gönnen wir jedem Pat. einen NA (wenn erforderlich), jedoch hatten wir an diesem Tag (wie so häufig) parallele NEF-Einsätze die nicht indiziert waren.
RS-USER-DocMezzoMix
04.12.2003, 13:47
Original geschrieben von Hypnos
Eine Reise ohne Kind ist kein chirurgischer Aufenthalt, oder habe ich da was überlesen???
Der chirurgische Aufenthalt wäre evtl. aus einer kleinen, äh, ungeschicklichkeit meinerseits entstanden (oh tschuldigung, war das mein Ellenbogen, sorry, hab mich zu schnell gedreht) weil was kann das arme Kind dafür das seine Eltern so Scheiße sind? Das macht mich schon aggressiv, so ungerechtfertigt selbstjustiz auch sein mag, aber wer inteligent genug zum vermehren ist, sollte sich auch gedanken darüber machen was er die nächsten 18Jahre mit dem Kind macht, oder es sein lassen bzw. sicher und richtig verhüten. Und dieses "die Pille hat versagt" gelaber:
BULLSHIT, die versagt nur, wenn man es bemerken kann, durchfall, vergessen, antibiotika, etc.
Und auch der Mann trägt beim poppen eine gewisse Verantwortung!
Hugh, habe gesprochen!
:peace: dMM
DerBlinde
05.12.2003, 09:27
Original geschrieben von Hypnos
Für alle, die es bislang noch nicht wussten: Eine Hodentorsion (äussert sich durch starke bis stärkste Hodenschmerzen, einstrahlend bis in die Leiste) ist ein absoluter Notfall und somit auch eine Notarztindikation...
Und ist ganz einfach zu therapieren. Einfach zurückdrehen ;) Jetzt ist natürlich nur die Frage: Welche Richtung??!! :confused:
Aber auch dafür gibt es Hilfe! ;) Nicht umsonst heißt es:
Hast Du mal im Hoden Qual, so drehe ihn nach lateral! :grins:
Alles wird gut... ;)
RS-USER-Hypnos
05.12.2003, 12:02
Original geschrieben von DerBlinde
Und ist ganz einfach zu therapieren. Einfach zurückdrehen ;) Jetzt ist natürlich nur die Frage: Welche Richtung??!! :confused:
Aber auch dafür gibt es Hilfe! ;) Nicht umsonst heißt es:
Hast Du mal im Hoden Qual, so drehe ihn nach lateral! :grins:
Alles wird gut... ;)
Das sollte man dann doch lieber den Fachärzten überlassen...(es sei denn, man ist gerade in der tiefsten amerikanischen Steppe unterwegs)
Gemäß Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Urologie
RS-USER-fruehgriller
05.12.2003, 13:03
[QUOTE]Original geschrieben von Trekker
[2) Wir haben denke ich so gut wie möglich gearbeitet, bis der NA da war. Ich habe reanimiert, mein Kollege war bei der Mutter und hat ihr Dormicum verabreicht und die Blutung aus der Vagina mit Fritscher Lagerung behandelt
Ähem, jetzt muß ich doch mal was fragen, Trekker.
Ist bei euch in Bayern (wo ja die Uhren eh anders laufen;) )
Dormicum zur Beruhigung von Patienten in der Notkompetenz drin???
Oder war der NA schon da, und ich habs überlesen??
Oder aber ist dein Kollege ein Medikamenten Rambo???
Wenn ich mir die Geschichten da so anhöre, dann komm ich doch langsam zu demSchluß, das es ganz gut war, das ich München bisher nicht besucht habe. Wenn mir da was passiert...;)
Nimms nicht persönlich, aber dieser Eindruck entsteht hier bei mir schon. Medis ohne Doktor zur Beruhigung, Pat hart anfassen usw....
Ich fahr auch nicht gerade im Tal der Ahnungslosen und Friedfertigen Rettung, und bei Pat dies es aus VITALEN Gründen brauchen, geb ich die Medis die ich sicher weiß auch ohne Doc, aber hier ist dem anschein nach doch alles etwas komisch. Nur leider nicht im Sinne von Lustig:
:peace:
Griller
RS-USER-Hoffi
05.12.2003, 13:54
Original geschrieben von DerBlinde
Und ist ganz einfach zu therapieren. Einfach zurückdrehen ;) Jetzt ist natürlich nur die Frage: Welche Richtung??!! :confused:
Aber auch dafür gibt es Hilfe! ;) Nicht umsonst heißt es:
Hast Du mal im Hoden Qual, so drehe ihn nach lateral! :grins:
Alles wird gut... ;)
wenn der hoden bis maximal +- Pi/halbe (also um 90° nach rechts oder links) verdreht ist kann man ihn tatsächlich versuchen zurückzudrehen, allerdings muss man ihn vorher nach oben schieben und dann drehen, bei verdrehungen von mehr als 90° ist allerdings ein op unumgänglich um die zeugungskraft zu erhalten
RS-USER-Rettungshund
05.12.2003, 14:30
Original geschrieben von Hoffi
wenn der hoden bis maximal +- Pi/halbe (also um 90° nach rechts oder links) verdreht ist kann man ihn tatsächlich versuchen zurückzudrehen, allerdings muss man ihn vorher nach oben schieben und dann drehen, bei verdrehungen von mehr als 90° ist allerdings ein op unumgänglich um die zeugungskraft zu erhalten
Ich hab für sie eine Gute und eine Schlechte Nachricht: Die Gute sie müssen nie wieder verhüten. Die Schlechte Sie können nie wieder Kinder bekommen
Reanimator
05.12.2003, 18:30
Original geschrieben von fruehgriller
[2) Wir haben denke ich so gut wie möglich gearbeitet, bis der NA da war. Ich habe reanimiert, mein Kollege war bei der Mutter und hat ihr Dormicum verabreicht und die Blutung aus der Vagina mit Fritscher Lagerung behandelt
Ähem, jetzt muß ich doch mal was fragen, Trekker.
Ist bei euch in Bayern (wo ja die Uhren eh anders laufen;) )
Dormicum zur Beruhigung von Patienten in der Notkompetenz drin???
Oder war der NA schon da, und ich habs überlesen??
Oder aber ist dein Kollege ein Medikamenten Rambo???
Wenn ich mir die Geschichten da so anhöre, dann komm ich doch langsam zu demSchluß, das es ganz gut war, das ich München bisher nicht besucht habe. Wenn mir da was passiert...;)
Nimms nicht persönlich, aber dieser Eindruck entsteht hier bei mir schon. Medis ohne Doktor zur Beruhigung, Pat hart anfassen usw....
Ich fahr auch nicht gerade im Tal der Ahnungslosen und Friedfertigen Rettung, und bei Pat dies es aus VITALEN Gründen brauchen, geb ich die Medis die ich sicher weiß auch ohne Doc, aber hier ist dem anschein nach doch alles etwas komisch. Nur leider nicht im Sinne von Lustig:
:peace:
Griller [/B]
Also hier in München ist das durchaus drin. Wenn du dich auskennst und dem NA bei eventueller Befragung Rede&Antwort stehen kannst, ist das kein Problem. Wozu haben wir denn den ANR hier? (Arbeitskreis Notfall- Rettungsmedizin)
Darfst du einem vital NICHT gefährdeten Pat. eine Infusion anlegen?
Hier schaut dich der NA nur schräg an, wenn der Pat. bei seinem Eintreffen diese noch nicht hat...
:peace:
Quasi Notarztindikationskatalog erfüllt = Infusionsindikation.
Und da halte ich mich bei Medis auch nicht wirklich zurück, nur um das mal anzumerken. Und die anderen, die fit sind auch nicht.
Also nix Rambo - guter Mann!
RS-USER-DocMezzoMix
05.12.2003, 18:46
Also ich finde es schon einen unterschied ob man ne Jono ranhängt, und ne Glucose gibt und ob man ner Patientin Dormicum gibt. Gut, ich war bei dem Einsatz nicht dabei und hier ist es auch so, das Infusionen und Zugänge eher erwünscht als verachtet sind (bei gegebener Indikation) allerdings ob ich ne Dormicum als erstes mittel der Wahl ner, ich sag mal ner uffgerechten Alten in die Vene jagen würde mmmmh. Ergibt sich halt aus der Situation...
:peace: dMM
RS-USER-fruehgriller
05.12.2003, 19:54
Also was die Versorgung von Notfallpat angeht ist es so, das wenn der NA kommt alles dran ist was nötig ist (Monitoring komplett) O², und natürlich die Infusion läuft.
Wenn wie neulich geschehen ein bewußtloser Pat in meinem Beisein Krampft dann kriegt derjenige auch sein Dormicum, bevor der Doc da ist.
Oder bei Asthma wenn nötig auch sein Theophyllin.
Da ist es bei uns auch so, das wenn mann was macht, man aber auch Rede und Antwort stehen muß.
Aber halt bei vitaler Gefährdung.
Aber mit den Medis spielen nur um ein paar Minuten eher einen ruhigen Pat zu haben, würde ich nicht machen.
RS-USER-Rettungshund
05.12.2003, 21:51
Original geschrieben von fruehgriller
Also was die Versorgung von Notfallpat angeht ist es so, das wenn der NA kommt alles dran ist was nötig ist (Monitoring komplett) O², und natürlich die Infusion läuft.
Wenn wie neulich geschehen ein bewußtloser Pat in meinem Beisein Krampft dann kriegt derjenige auch sein Dormicum, bevor der Doc da ist.
Oder bei Asthma wenn nötig auch sein Theophyllin.
Da ist es bei uns auch so, das wenn mann was macht, man aber auch Rede und Antwort stehen muß.
Aber halt bei vitaler Gefährdung.
Aber mit den Medis spielen nur um ein paar Minuten eher einen ruhigen Pat zu haben, würde ich nicht machen.
Muss es denn Dormicum sein? Diazepam oder Valium ist doch besser oder seh ich das flasch?
BTW: Wir in Konstanz haben kein Dormicum auf den Fahrzeugen
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