Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erfahrungen und Tips im Studium von Ex-Wartern
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MsLifeunderRock
26.02.2015, 13:26
Danke. Ich glaube ich muss mich einfach wieder an das Lernen und vor allen Dingen an den Fleiß gewöhnen. Aber da bin ich ja selber bei. :)
Bonnerin
26.02.2015, 13:31
Ich denke, du solltest dir nicht allzu viele Sorgen wegen Chemie und/oder Physik machen, MsLifeunderRock.
Das sind halt einfach ätzende Fächer vor denen eigentlich fast jeder etwas Bammel hat, egal, ob man in der Abibestenquote, über die Wartezeit oder im Adh reingekommen ist. Ich hab mich durch Physik gequält und Organische Chemie verstehe ich bis heute nicht, weil es sich mir einfach nicht erschließt - aber in BC war ich trotzdem gut und das ist um einiges wichtiger :-)
Lass es am besten einfach mal auf dich zukommen und genieß die noch freie Zeit, bis zum Beginn des Sommersemsters ;-)
Zu unserem Präpkurs kann ich noch zwei Dinge hinzufügen, auch, wenn ich echt schwer am Rad gedreht hab letztes Semester:
1. Momentan (Nachtestate/Rigorosa sind in der 1. Woche im SS) beträgt die Durchfallquote etwa 40-50%. Ist wohl in Bonn immer so und nach den Nachtestaten werden es 30-40% sein. Die Durchfaller sind aber aus allen Quoten bunt gemischt - denn niemand ist auf die Stoffmenge vorbereitet ;-)
2. Mit der richtigen Vorbereitung kann man bei jedem Prüfer wirklich jedes Testat bestehen. Im Gegensatz zu AA hatte ich nicht so ein Glück und den "härtesten" Neuroanatomie-Prof, den die Bonner aufbieten können im Kopf-Testat und ich hab trotzdem bestanden :D Also nichts drum geben, keiner hat 100% Durchfallquote!
Arrhytmicin
26.02.2015, 15:46
Toller Bericht!
Sehr ermutigend...ich würde zwar nicht sagen, ich bin eine chemie-physik-Nulpe....ich hab eher eine chemie-physik-Amnesie ist einfach schon zu lange her, aber in der Schule war ich immer gut in den Fächern.
Freut mich, dass du so erfolgreich bist, A.A.! Ich hoffe ich komme auch so gut durch die Vorklinik ab Oktober!
ehemaliger User_29072015
26.02.2015, 17:12
Also war Chemie, Bio und Physik-Nulpe und hab das alles auf Anhieb bestanden ;-)
Die Nulpigkeit merke ich jetzt allerdings beim Lernen für das Physikum :-p
Die Fächer sind echt nicht so schlimm wie man glaubt.
MsLifeunderRock
26.02.2015, 17:31
Ihr beruhigt wirklich. Habe ja mal alle Seiten hier durchgelesen und kurz gedacht, dass das vllt Einzelfälle sind. Aber scheinbar bekommt ihr das ja alle irgendwie hin.
Ist einfach ganz schön zu hören, wenn man sonst immer aus dem Bekanntenkreis diese negativen Geschichten von Ex-Wartern hört, die nach 1-2 Semestern abgebrochen haben, weil es dann doch zu viel war.
Viel ist es, keine Frage. Aber ich denke, dass uns das vorher klar war. Wenn man sich einigermaßen strukturiert und dahinter klemmt, dann schafft man das auch. Eine Klausur mal nachschreiben zu müssen finde ich keinen Weltuntergang, wenngleich es sicher schöner wäre, auf Anhieb zu bestehen.
Ich gratuliere euch beiden zu eurem erfolgreichen Semester und bin schon sehr auf eure Berichte aus Semester IV gespannt.
Absolute Arrhythmie
13.07.2015, 14:58
So, das vierte Semester ist vorbei, daher wirds Zeit für einen weiteren Erfahrungsbericht meinerseits:
Nachdem das dritte Semester mit dem Präpkurs und einem Testat nach dem anderen ziemlich anstrengend war, ging sich das vierte Semester nach erholsamen Semesterferien relativ stressarm an. Zwischen mir und dem Physikum standen nur noch drei Klausuren und ein Sitzsschein, das sollte doch eigentlich machbar sein...
Leider handelte es sich bei zwei der drei Klausuren um ganz schöne Brocken, so dass es zwar nicht ganz so schlimm wurde wie im vergangenen Semester, viel Zeit zum Ausruhen blieb dennoch nicht.
Zuerst stand direkt rund fünf Wochen nach Semesterbeginn das schriftliche Neuroanatomie-Testat an. Dazu muss man sagen, dass unser Neuro-Anatomie-Professor berühmt-berüchtigt ist :-(( Zu unserem Glück wurde jedoch in den letzten Semestern der Anatomie-Unterricht grundlegend umgestellt, wodurch wir einen Teil des eigentlichen Neuro-Ana-Stoffes schon im zweiten und dritten Semester abgehandelt hatten. Und das war auch gut so, denn das war echt ganz schön viel abgefahrenes Zeug, was man da (mal wieder) innerhalb kürzester Zeit in seinen Kopf kriegen musste. Nach zwei Praktikumsterminen im Präpsaal zum Angucken und Zerschneiden der Gehirn-Präparate stand dann auch schon das Testat vor der Tür. Für mich gings gut aus, so dass ich tatsächlich ein wenig Zeit hatte, zwischendurch einen ersten Durchgang Physikums-Wiederholerei einbauen konnte.
Aber allzu viel Zeit blieb nicht, denn das Semester schritt stetig (viel zu schnell!) voran, jede Woche waren sechs Stunden Physiologie-Praktikum und einige Stunden "Integrierte Seminare" abzusitzen (letzteres im wahrsten Sinne des Wortes... *schnarch*).
Am Ende wurde es dann nochmal richtig spannend, denn das eigentlich so nette Fach Physio präsentierte sich mit gnadenlos knallharten Altklausuren, bei denen ich zum Teil nicht mal wusste, worum es in der Frage eigentlich ging... Da half natürlich nur eins: kreuzen, kreuzen, kreuzen und lesen, lesen, lesen :-stud
Nach den letzten lernintensiven Wochen konnte ich dann auch die letzten beiden Scheine (Physio und Psycho/Sozio) von meiner imaginären ToDo-Liste streichen und mich kopfüber in die Physikums-Vorbereitung stürzen.
Denn - juchu- ich bin tatsächlich scheinfrei, und das nicht nur in Regelstudienzeit (trotz meines biblischen Alters und meines mittelprächtigen Abiturs), sondern hab auch alle vorklinischen Scheine auf Anhieb bestanden.
Jetzt noch die letzte Hürde meistern, und dann geht es endlich in den lang ersehnten klinischen Abschnitt des Studiums, wo angeblich alles besser und das Gras viel grüner ist.
Allen Wartern, die jetzt bald ins Studium durchstarten wünsche ich eie ganz tolle und erfolgreiche Zeit, die folgenden Tipps können euch vielleicht noch weiter helfen:
-Macht euch ruhig schon vorher mal darüber Gedanken, wie ihr so in der Vergangenheit gelernt habt. Die Vorklinik ist schon lernintensiv, und wer einen Plan davon hat, wie er den Berg angehen will, der hat sicher schonmal einen kleinen Vorteil
-Keine Angst, man kann es schaffen - wirklich! Auch ohne vorher Physik/Chemie/Quantenmechanik/Altgriechisch gehabt zu haben
-Zum ersten Punkt: wenns mit dem Lernen nicht so gut läuft: sich selbst ruhig mal ehrlich reflektieren. Wieviel hab ich wirklich für die Klausur gelernt? Wieviel haben andere gelernt, denen ich bei deren Angaben vertraue und die bestanden haben? Was kann ich anders/besser machen um es beim nächsten Versuch zu schaffen?
-Nebenbei arbeiten geht, vor allem wenn man es nicht übertreibt. Ich kenn einige Leute die zwischen 400€-Basis und 50-%-Stelle gearbeitet haben, die die Vorklinik alle in Regelstudienzeit geschafft haben. Man muss sich halt ein bisschen organisieren
-Ich hab es persönlich so gehalten, dass die Uni für mich in den letzten zwei Jahre mein Arbeitsplatz war. Ich bin morgens früh aufgestanden, an die Uni gefahren, bin dann dort zu Vorlesungen, Pflichtveranstaltungen oder zum Lernen in die Bibliothek gegangen und hab so meinen Acht-Stunden-Arbeitstag auch ausgenutzt. Dadurch dass ich kontinuierlich gelernt hab, musste ich keine einzige "Nachtschicht" einlegen und war bis auf wenige Ausnahmen immer einige Tage vor der Klausur/dem Testat mit dem eigentlichen Lernen fertig und konnte den Stoff noch in Ruhe wiederholen und Lücken schließen. Erfordert natürlich eine gewisse Disziplin, lohnt sich aber :-)
Also, in diesem Sinne drücke ich euch allen die Daumen für den ersehnten Studienplatz!
Arrhytmicin
13.07.2015, 20:10
Danke für deinen - wieder mal - sehr motivierenden Erfahrungsbericht !
Am besten gefällt mir, dass du die Uni sozusagen als deinen "Job" betrachtest und täglich deine Zeit dafür aufwendest. Das werde ich wohl so übernehmen, gefällt mir gut :)
Mit dem Lerntyp ist ja so eine Sache .... Immerhin ists ja schon Monde her, dass ich mal was lernen musste :-)) ich kann mich erinnern, dass ich früher immer alles vor mir laut aufsagen musste, war viel am quasseln...und habe gerne verschiedenste Medien verwendet...Bücher, Internet, Videos, Tablet...
Rausschreiben war auch immer sehr effektiv damals, allerdings stell ich mir das im Studium seeeehr zeitaufwendig vor!
Heerestorte
13.07.2015, 20:22
Rausschreiben ist eigentlich großer Mist, aber leider mach ich das auch viel zu gerne :-))
erdbeertoertchen
13.07.2015, 20:27
Rausschreiben ist eigentlich großer Mist, aber leider mach ich das auch viel zu gerne :-))
Rausschreiben hat mir das Mündliche Physikum gerettet, ohne meine Zusammenfassungen aus dem Histobuch wäre ich sehr aufgeschmissen gewesen. In der Klinik warens dann die Vorlesungsfolien als Basis, weil man rausschreiben bei den ganzen Fächern einfach nicht mehr schafft.
Rausschreiben ist oft sehr effektiv, aber auch oft nicht effizient. Muss man je nach Lernvorlieben, Zeitbudget, Fach und Lerntempo individuell abschätzen.
Top Erfahrungsbericht übrigens! :-top
Rausschreiben ist eigentlich großer Mist, aber leider mach ich das auch viel zu gerne :-))
:-))
ich hab ganze Romane verfasst. 85 % davon hab ich nie wieder gelesen. Aber wenn ich mal was gelesen habe, musste ich doch immer wieder feststellen, dass es gute Zusammenfassungen waren^^ vielleicht verkauf ich die Mal. ;-) Hab aber mit den Semester gelernt, selektiv rauszuschreiben und nicht die ganze Duale Reihe abzuschreiben.
Jetzt noch die letzte Hürde meistern, und dann geht es endlich in den lang ersehnten klinischen Abschnitt des Studiums, wo angeblich alles besser und das Gras viel grüner ist.
suuuuper grün hier alles :D
Ich finde ja die Idee auch gut, das Studium als Vollzeitjob zu betrachten. Krieg ich leider selbst nicht hin, ich prokrastiniere viel zu gerne und hab einfach zu viel Zeug, was mich tagsüber vom lernen ablenkt. Aber ich lerne halt auch gerne nachts.
Und die grüne Seite der Klinik ist definitiv, dass die Stoffmassen tatsächlich übersichlicher werden und man gar keinen Vollzeitjob mehr machen muss, ne "Halbe-/Dreiviertelstelle" tuts auch. =)
Bin ja nur "halber Warter" aber ich kann mir nur anschließen und sagen, dass ein Medizinstudium auch für Warter mit "mäßigem" Abi kein Hexenwerk ist, wenn man sich nur hinterklemmt. Und man muss trotzdem nicht seine komplette Freizeit aufgeben und vom Morgengrauen bis Mitternacht pauken. Zeitmanagement ist das das magische Stichwort.
erdbeertoertchen
13.07.2015, 20:45
Denn - juchu- ich bin tatsächlich scheinfrei, und das nicht nur in Regelstudienzeit (trotz meines biblischen Alters und meines mittelprächtigen Abiturs), sondern hab auch alle vorklinischen Scheine auf Anhieb bestanden.
das sehr gute Abi ist für die frühe Zulassung notwendig, bedeutet aber nicht, dass man mehr Erfolg im Studium hat. Fleiss, Durchhaltevermögen, Disziplin und Erholung sind genauso wichtig.
][truba][
13.07.2015, 20:45
Ich hab es auch so gehalten wie AA mit dem Job. Um 8 in der Bib (mag Vorlesungen nicht so) und bis min. 16.30 gemacht. Eben normale 8h. Manchmal (auch öfter) sogar ein paar Überstunden.
Und an alle anderen, die es noch vor sich haben. Ich kann all das, was AA sagt, bestätigen.
Abi:3,0 (kein Chemie, kein Physik)
GuK + 2 Jahre Vollzeit auf ner ITS
10. Semester Regelstudienzeit - läuft (und nein, ich bin nicht wirklich ein Überflieger (und war ich auch nicht)
Man muss sich nur hinsetzen. Kontinuierlich, dann ist alles drin.
Kopf hoch (P.S: So viel besser ist der klinische Abschnitt gar nicht - Hahaha *evil lacht*)
erdbeertoertchen
13.07.2015, 20:54
[truba][;1857738']
Kopf hoch (P.S: So viel besser ist der klinische Abschnitt gar nicht - Hahaha *evil lacht*)
leider wahr, interessanter ist es alle mal.
Sternchenhase
13.07.2015, 23:09
das sehr gute Abi ist für die frühe Zulassung notwendig, bedeutet aber nicht, dass man mehr Erfolg im Studium hat. Fleiss, Durchhaltevermögen, Disziplin und Erholung sind genauso wichtig.
Das stimmt wirklich- zumindest die Warter um mich rum kommen im Studium besser klar. Also nicht, dass es denen leichter fallen würde, aber man merkt zum Beispiel in der Organisation große Unterschiede zwischen uns "Youngsters" und zumindest unseren Warter-Mädels :-).
Rausschreiben ist eigentlich großer Mist, aber leider mach ich das auch viel zu gerne :-))
Hatte ich in der Vorklinik immer so gemacht. Hat mir auch viel gebracht zum wiederholen. Im Physikum habe ich insgesamt ein Din-A4 Blatt beschrieben, und sonst nur gelesen. Das hat mir vollkommen gereicht.
In der Klinik lernt man ohnehin ganz anders. Die Duale Reihe BC konnt eich auswendig, die klinischen Fächer lernt man nicht mehr so intensiv. Aber bei zb 11 Klausuren in 2,5 Wochen geht das auch einfach gar nicht und ist auch nicht verlangt...
Hallo liebe Ex-Warter,
ich wollte von Euch wissen, ob jem. einen Studienplatz angenommen hat, der relativ weit entfernt von der Heimatstadt ist und wie Eure Erfahrungen waren? Habt Ihr euch schnell eingelebt, schnell Anschluss gefunden? Denn selbst in der Wartezeitquote ist die Ortswahl ja beschränkt. Alles einpacken und an einen Ort gehen, wo ich nichts und niemanden kenne, bereitet mir ein mulmiges Gefühl, was ich trotzdem machen würde, statt noch länger zu warten. Und ich stell mir Kontakteknüpfen mit Ende Zwanzig etw schwieriger vor, wenn ein Großteil nicht mal die Zwanzig erreicht hat.
Also, wie war das bei euch in einer neuen, fremden Stadt?
Lg
Arrhythmie
05.04.2016, 13:59
Ich bin keine Warterin aber Zweitstudentin und somit im selben Alter. Ich bin `zig mal umgezogen (im Erststudium mehrmals), danach, hab dann längere Zeit im Ausland gelebt. Kam dann in eine neue Stadt und kannte niemanden außer meinen Partner. Studiere an der nächstgelegenen Uni (aber andere Stadt). Hatte nie Probleme Kontakte zu knüpfen, bin aber auch mehr mit Leuten zusammen die auch schon "älter" sind, Zweitstudenten, Ausbildung vorher gemacht etc... Mit den ganz jungen bin ich nicht enger befreundet mangels gleicher Interessen (außerdem wohnen die fast alle in der Unistadt und machen eh nix anderes als den ganzen Tag lernen...) Verstehe mich -wenn ich mal Kontakt habe- auch mit denen. Kommt immer mehr auf den Mensch an sich an, als auf sein Alter, wobei das Alter und das Leben vor dem Medizinstudium auch Kriterien sind. Hab eigentlich mit keinem ein Problem. Und falls dies mal der Fall sein sollte kann man sich aus dem Weg gehen.
Also mir taugt es so.
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