Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Masterplan 2020
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Das ist ja eigentlich schon seit Januar bekannt. (Amüsant übrigens, dass im Dateinamen "Nicht mehr kreuzen" statt "Nicht mehr nur kreuzen" steht - ob da der Wunsch Vater des Gedankens war? :-)):-p)
Fürs M2 klingt das eher nach weniger Stoff. Aber das M3 wird wohl in Zukunft deutlich mehr Vorbereitung benötigen als bisher. Aber wie ich schon mehrfach geschrieben habe: Erstens sehe ich die OSCE-Manie kritisch, und zweitens ist es unsinnig, nach einem Studium, das auch in den "moderneren" Studiengängen weitgehend theoriegetrieben ist, dann am Schluss auf einmal alle möglichen praktischen Fertigkeiten zu prüfen. Ich nenne mal ein besonders drastisches Beispiel von meiner eigenen Uni: Es ist bei uns problemlos möglich, den gesamten klinischen Studienabschnitt zu absolvieren, ohne auch nur ein einziges Mal unter Aufsicht eine körperliche Untersuchung durchgeführt zu haben. Entweder es passiert einfach nie, oder es machen irgendwelche desinteressierten Assistenzärzte, die miteinander plaudern oder mit den Studentinnen schäkern statt zu kontrollieren was da eigentlich wie untersucht wird, oder es macht irgendein großer Guru, der gehetzt sagt, "Ihr untersucht jetzt mal - ich bin gleich wieder da". Wenn man Glück hat, hat man irgendwann mal einen Facharzt, der auch wirklich physisch und geistig präsent ist - aber selbstverständlich (oder auch nur wahrscheinlich) ist das nicht. Solange das klinische Studium vielerorts mit so einer desinteressierten laissez-faire-Einstellung durchgeführt wird, ist so eine betont praktische Abschlussprüfung nur Makulatur. Man kann nicht in zwei, drei Tagen am Ende des Studiums das korrigieren, was vorher zwei, drei Jahre lang schiefgelaufen ist. Es bräuchte einfach viel mehr Qualitätssicherung an den einzelnen Unis - die ist bisher ja eigentlich überhaupt nicht vorhanden.
Aber manche der angesprochenen Neuerungen, wie z.B. Herzauskultation als Audiodatei statt als Textbeschreibung, oder Anwesenheit der Prüfer bei Anamnese und körperlicher Untersuchung, oder kritische Bewertung von Studienergebnissen, sind natürlich sehr sinnvoll und schon lange überfällig. Ich bin mir einfach nur nicht sicher wie sehr man durch eine Reform dreier (semi-)zentraler Prüfungen auch das reformieren kann, was tatsächlich vor Ort im täglichen Studienalltag geschieht.
Wenn diese Änderungen gut durchgeführt werden, könnten sie IMHO trotzdem dazu führen, dass zukünftige Studenten mehr lernen bzw. wichtigere Dinge lernen als das derzeit der Fall ist.
Coxy-Baby
19.09.2018, 19:12
Naja zum Thema ist-Stand der einzelnen Themen und Fertigkeiten gibt es ja die Merlin Datenbank / NKLM wo man fleißig mappen konnte was/wie vermittelt wird und auch wie geprüft wird, ich denke mal wenn man sich da auf einen Nenner einigt könnte man schon ein halbpassables Curriculum am den Weg bringen .......
Da wird bestimmt alles top ausgefüllt werden. Ob es wirklich so war? Anderes Thema.
Es weiß ja jeder, wie es läuft. Das Problem ist nicht, dass es niemand weiß. Das Problem ist, dass niemand was dagegen tut, bzw. niemand was dagegen tun kann, weil es keinerlei Sanktionsmechanismen gibt.
Coxy-Baby
19.09.2018, 19:19
Ich hab das realistisch ausgefüllt, warum auch nicht?
Was sollte denn mit Sanktionen belegt werden?
Das sind so viele Aspekte dass ich sie hier gar nicht alle nennen kann. Fängt mit Kleinigkeiten an, wie z.B. damit, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, im "Unterricht" am Patientenbett irgendwelche Erklärungen zu bekommen, sondern man als interessierter Student immer selbst dahinter sein muss, und geht mit großen Problemen weiter, wie z.B. damit, dass Chefärzte ganz offen sagen können, dass ihnen die Lehre egal ist - wohlgemerkt an einer Uniklinik. Im Bereich meines Erststudiums hätte man solche Leute, selbst wenn sie wissenschaftlich top gewesen wären, nicht geduldet. Aber in der Medizin gibt es in Deutschland bei der Lehre anscheinend echt keinen Anspruch und keine Qualitätskontrolle. Das fand ich immer wieder erschreckend.
Damit will ich nicht sagen, dass alle es schlecht machen - das definitiv nicht. Aber es war jedes Mal eine Glückssache, und die Häufigkeit wirklich schlechter Lehre war leider viel größer als die Häufigkeit wirklich guter Lehre. Und die ganzen Evaluationen produzieren lediglich viel Aufwand und viel Papiermüll, aber Konsequenzen ergeben sich daraus selbst in den wirklich katastrophalen Fällen ohnehin nicht. Die paar Chefärzte, die ohnehin schon immer ein Umfeld mit top Lehre geboten haben, wetteifern dann darum, welche Klinik die Beste der Besten ist, und den Chefärzten, denen die Lehre noch nie ein Anliegen war, sind ihre schlechten Noten natürlich völlig egal.
Mir kann das inzwischen klarerweise egal sein, logisch, und ich befürchte auch, dass das einfach eine so gewachsene Kultur mit vielen strukturellen und organisatorischen Problemen ist, die man deshalb nur sehr schwer je ändern wird können, aber manchmal reg ich mich trotzdem noch immer darüber auf :-p
Wär mal Zeit für eine ernstzunehmende Akkreditierung der Medizin-Studiengänge. Und zwar nicht durch die best friends einer anderen deutschen Uni. So würde dann wirklich viel auf dem Spiel stehen, und es gäbe einen ganz anderen Anreiz, auch wirklich was zu verbessern. Die Akkreditierung, die ich mal im Ausland mitgemacht habe, war zwar auch ein enormer Papierkrieg, aber der Druck auf das Institut war groß, und man hat alles getan, um ein Scheitern zu vermeiden, was auch tatsächlich zu grundlegenden Verbesserungen der Lehre geführt hat.
Bei schlechten Evaluationen können dir Gelder gestrichen werden. Das tut dann schon weh und wird auch gemacht. Ich habe auch schon von Chefs gehört, die dann ihre Stelle verloren haben. Waren aber keine Fächer mit direktem Patientenkontakt.
pillango
02.10.2018, 09:43
https://studienplatz-klage.de/nachrichten/show/news/weitere-details-zum-neuen-auswahlverfahren/
pillango
11.10.2018, 08:33
Neue Quotenregelung im Bewerbungsverfahren + Übergangsregelung für Altwarter beschlossen:
https://www.jmwiarda.de/2018/10/11/was-die-kultusminister-heute-beschlie%C3%9Fen-wollen/
Echinococcus
11.10.2018, 08:38
Neue Quotenregelungen im Bewerbungsverfahren + Übergangsregelung für Altwarter beschlossen:
https://www.jmwiarda.de/2018/10/11/was-die-kultusminister-heute-beschlie%C3%9Fen-wollen/
Erfahrungsquote dann wohl nur 10%....uiuiui, das wird auf eine Menge Kritik stoßen. Also wer dachte, dass sich die Situation für suboptimale Abiturienten entspannt, dem wird jetzt echt direkt ins Gesicht geboxt. Das wird alles noch hässlich.
pillango
11.10.2018, 19:10
Entscheidung auf Dezember vertagt, da Streit um Ausweitung der Abibestenquote:
https://www.jmwiarda.de/2018/10/11/nc-statt-einigung-doch-nochmal-streit/
Unregistriert
11.10.2018, 20:08
Ich denke, dass man hier schon den besten Weg geht.
Fakt ist, dass es genügend Bewerber auf alle verfügbaren Medizinstudienplätze ist. Fakt ist auch, dass jemand mit einem 1,x-Abitur gezeigt hat, dass er lernen kann und auch komplexe Sachverhalte begreift - Grundvoraussetzungen für ein erfolgreiches (Medizin-)Studium.
Warum soll man also Plätze für schlechte Schüler reservieren (die nach Absitzen der Wartezeit auch noch viel Wissen wieder vergessen haben) und dafür guten Schülern eben diese Plätze verweigern? Das macht keinen Sinn!
Die Leute müssen sich eben damit abfinden, dass man mit einem 2er oder 3er Abi kein Medizin mehr studieren darf. Gibt genügend andere, interessante Berufe.
pillango
26.10.2018, 07:43
https://www.aerzteblatt.de/archiv/202027/Medizinstudium-Neuer-Staatsvertrag-im-Dezember
wartenmachtspass
01.11.2018, 00:30
Ich denke, dass man hier schon den besten Weg geht.
Fakt ist, dass es genügend Bewerber auf alle verfügbaren Medizinstudienplätze ist. Fakt ist auch, dass jemand mit einem 1,x-Abitur gezeigt hat, dass er lernen kann und auch komplexe Sachverhalte begreift - Grundvoraussetzungen für ein erfolgreiches (Medizin-)Studium.
Warum soll man also Plätze für schlechte Schüler reservieren (die nach Absitzen der Wartezeit auch noch viel Wissen wieder vergessen haben) und dafür guten Schülern eben diese Plätze verweigern? Das macht keinen Sinn!
Die Leute müssen sich eben damit abfinden, dass man mit einem 2er oder 3er Abi kein Medizin mehr studieren darf. Gibt genügend andere, interessante Berufe.
Ich, Wartezeitler mit 3er Abi. Physikum und Hammerexamen --> sehr gut
Vielleicht schule ich auf Maurer um.....
Man sollte bedenken, dass es genug Leute gibt, die durchaus intelligent sind (und wir wissen alle, dass man fürs Medizinstudium nicht besonders intelligent sein muss) aber in der Schule nicht in fahrt kommen. Das kann 1000 Gründe haben. Die jenigen, die es in der Schule schon bewiesen haben, können gerne ihre Quote behalten. Aber jemandem nach 7 Jahre Wartezeit diese Chance absprechen zu wollen, ist für mich einfach unverschämt.
Bei so einem ignoranten Post fühlte ich mich jetzt genötigt, meine wertvolle Zeit in die Registrierung und Formulierung dieses Postings zu investieren.
Aber in einem gebe ich dir recht. Ich habe während des Wartens viel vergessen. Wahrscheinlich habe ich mehr vergessen, als du je gelernt hast.
Ich, Wartezeitler mit 3er Abi. Physikum und Hammerexamen --> sehr gut
Vielleicht schule ich auf Maurer um.....
Man sollte bedenken, dass es genug Leute gibt, die durchaus intelligent sind (und wir wissen alle, dass man fürs Medizinstudium nicht besonders intelligent sein muss) aber in der Schule nicht in fahrt kommen. Das kann 1000 Gründe haben. Die jenigen, die es in der Schule schon bewiesen haben, können gerne ihre Quote behalten. Aber jemandem nach 7 Jahre Wartezeit diese Chance absprechen zu wollen, ist für mich einfach unverschämt.
Bei so einem ignoranten Post fühlte ich mich jetzt genötigt, meine wertvolle Zeit in die Registrierung und Formulierung dieses Postings zu investieren.
Aber in einem gebe ich dir recht. Ich habe während des Wartens viel vergessen. Wahrscheinlich habe ich mehr vergessen, als du je gelernt hast.
ich kann nur für mein umfeld & mich selbst sprechen: hier sind bis jetzt ausnahmslos alle mir bekannten warter locker(!) durchs studium gekommen (physikum im erstversuch gerockt, keine klausur verkackt, gute hex-ergebnisse in regelstudienzeit)... während manch ein abgehobener 1er abiturient derbe auf die schnauze gefallen ist. da wird dann erstmal ne runde doof geguckt, wenn das physikum in die hose geht und man sämtliche kurse/module nur knapp besteht (wenn überhaupt). aber hauptsache über die minderbemittelten warter herziehen, welche den 1er schülern die plätze wegnehmen - und uns am liebsten noch jedes recht absprechen wollen, überhaupt studieren zu dürfen... :-))
Jo, ich bin auch durch Wartezeitquote reingekommen, keine einzige Klausur wiederholt, Physikum und Hex gut abgeschlossen. Und das ging auch an meiner Uni vielen anderen Wartern ebenso.
Das lustigste, woran ich mich erinnere, war eine, die sich so viel auf ihr 1,o-Abi eingebildet hat und dann bei Terminologie(!) sang- und klanglos durchgefallen ist.
Quintessenz: Meiner Meinung nach sollte die Wartezeitquote bestehen bleiben, denn wer über diese anfängt ist meist wesentlich motivierter als diejenigen, die Medizin studieren, weil das Abi halt passt
pillango
13.11.2018, 08:51
Fast fertig: https://www.jmwiarda.de/2018/11/09/medizin-nc-einigung-auf-amtschef-ebene-steht/
Ich finde es bedauerlich und unvernünftig, dass die Wartezeitquote de facto abgeschafft wird. Dass die Talentquote jetzt auf Kosten der Abiturbestenquote halbiert wird, bestätigt meine Befürchtungen, dass diese Quote nie ernst gemeint war.
Und im Endeffekt wird wahrscheinlich auch das eine effektive Abiturbestenquote sein.
Das heißt, den althergebrachten Werdegang "Durchwachsenes Abitur, Wartezeitüberbrückung mit medizinischer Ausbildung, anschließend dann aber eben doch in Regelzeit oder marginal drüber durchziehen" wird es in der Zukunft nicht geben.
Und ich persönlich bin der Meinung, dass das insgesamt ein Verlust für die Ärzteschaft ist.
Man hätte es ja einfach dabei belassen können, dass Wartesemester nur zählen, wenn man sich auch mindestens einmal jährlich bewirbt, und dass eben ab der ersten Bewerbung gezählt wird. Und dass medizinische Ausbildungen in dieser Quote zusätzlich Punkte geben.
Aber der MFT war ja seit Jahren auf einem Kreuzzug gegen die Wartezeitquote. Jetzt haben sie es endlich geschafft.
pillango
23.01.2019, 07:48
https://www.volksstimme.de/sachsen-anhalt/medizinstudium-sachsen-anhalt-beschliesst-landarzt-quote
inkl. Strafzahlung bei Vertragsbruch
Haematopoesie
23.01.2019, 12:34
https://www.volksstimme.de/sachsen-anhalt/medizinstudium-sachsen-anhalt-beschliesst-landarzt-quote
inkl. Strafzahlung bei Vertragsbruch
Bin mal gespannt, wie das in der Zukunft wird - was ist, wenn der Landarzt heiratet und der Partner in einer ganz anderen Ecke arbeitet? Kann man den Arzt dann zwingen, eine Fernbeziehung zu führen? Soweit ich weiß, ist das bei anderen Berufen eben nicht im Vertrag geregelt, sondern ergibt sich wenn dann so auf freiwilliger Basis oder wie man das auch immer ausdrücken mag...
Ganz nett ist auch der Passus, dass man sich nicht mal selbst aussuchen darf, in welchem Dorf man dann mal landet.
Ich finde das überhaupt nicht verwerflich - man hat einen geldwerten Vorteil im Austausch gegen ein vertragliches Versprechen bekommen. Wenn man dieses nicht einhalten kann oder will, kauft man sich halt aus seinem Vertrag frei. Ist ja möglich. Niemand wird also gezwungen eine Fernbeziehung zu führen. Dieses Modell ist in Nordamerika (zur Tilgung von Studienkrediten - da geht es um noch höhere Summen als bei der Landarztquote - sowie in Kanada für auch Assistenzärzte, die im Ausland studiert haben) gang und gäbe. Inklusive "Ablösesummen", wenn Region A einen Arzt mit Vertrag aus Region B loseisen will. Dieses Modell ist in ganz anderen Bereichen (subventionierte Handys) auch bei uns durchaus üblich - dort geht es zwar um kleinere Beträge, aber die Grundkonstellation ist exakt dieselbe.
Problematisch wird es IMHO erst dann, wenn das passieren wird, was absehbar ist, nämlich dass sich Leute zuerst auf diese Art und Weise einen Studienplatz organisieren, und dann nachher unter irgendeinem Vorwand (am besten noch mit Bezugnahme auf Grundrechte) versuchen, sich ihres Versprechens zu entziehen. Ist IMHO nur eine Frage der Zeit, bis das ein gewisser Typ Mensch probieren wird.
Viel flexibler, und viel besser für die Ärzteschaft, wären natürlich einfach prozentuelle Fallwertsteigerungen für ländliche und/oder unterversorgte Regionen. Aber nachdem die Landarztquote für die Länder viel, viel billiger ist, ist klar, warum sie zur Zeit so beliebt ist.
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