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davo
20.06.2019, 08:10
Korrekt - zwingend Hausarzt war nie geplant.

Aber sooo viele ambulant tätige Ärzte gibt es dennoch nicht. In München gab es z.B. 2016 insgesamt 3876 vertragsärztlich tätige niedergelassene oder angestellte Ärzte in Praxen oder MVZ. Das Vollzeitäquivalent (VZÄ) wurde nicht erhoben. Wenn die jedes Jahr fast 900 Medizinstudenten durchschleusen sollen, muss die Beteiligung dennoch recht hoch sein. Wenn man z.B. die 334 psychotherapeutisch tätigen Ärzte abzieht, annimmt, dass die verbleibenden 3542 Vertragsärzte 3000 VZÄ entsprechen, und dass jeder VZÄ-Arzt nur in zwei von vier Quartalen einen Studenten betreuen will, müsste sich in München mehr als jeder 7. in einer Praxis oder einem MVZ tätige Arzt an der Ausbildung von PJ-Studenten beteiligen. Und selbst das funktioniert nur dann, wenn die Studenten auf absolut alle Fächer verteilt werden, von Humangenetik bis Nuklearmedizin, von Labormedizin bis MKG.

Wird schon eine gewisse Herausforderung ;-)

Es gibt natürlich auch noch die Krankenhausambulanzen - klar. Aber dann sind wir vom ursprünglichen Sinn und Zweck dieser Aktion, nämlich die Studenten für den niedergelassenen Bereich zu begeistern, schon wieder sehr weit weg.

Miss_H
20.06.2019, 10:01
Naja in Mannheim gibt es das ja schon quasi ewig. Und viele Uniambulanzen decken dieses Quartal ab. Ich fand das sehr cool. Habe so meine Begeisterung für den ambulanten Bereich gefunden.
Und es gab bei uns immer die Möglichkeit auch in eine Praxis zu gehen.

Trendafil
20.06.2019, 23:40
Werden die Lehrpraxen dann eigentlich auch mal qualitativ nebst quantitativ unter die Lupe genommen?
Es ist ja ganz "nett", dass man so liebevoll in den ambulanten Bereich genötigt wird, aber wenn ich mir jetzt vorstelle, dass ich da, wo ich mein BP Allgemeinmedizin ableisten musste, auch ins PJ geschickt werde..... dann bin ich zum Schluss zumindest echt gut im Papierakten sortieren und mich anschnauzen lassen.

Miss_H
21.06.2019, 05:37
Naja das Quartal dauert länger als das Blockpraktikum. Die Praxen sind da deutlich motivierter. Und wieso sollte man in der Uniklinik oder einem Krankenhaus gute Lehre bekommen? Die wollen auch nur Geld verdienen.

davo
24.06.2019, 16:27
Für einen niedergelassenen Arzt bedeutet Zeit, die man zur Anleitung von Studenten aufwenden muss, ein direktes Minus an Zeit für die Patienten und somit an Einkommen. Kann man mit dem Krankenhaus-Setting also nicht vergleichen - völlig andere finanzielle Implikationen für den Lehrenden.

Anscheinend sollen die Änderungen in Summe sieben Jahre in Anspruch nehmen:

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/104083/Medizinische-Fakultaeten-wollen-sich-bei-Neustrukturierung-des-Medizinstudiums-engagieren

Chamomilla10
24.06.2019, 20:45
Danke für den Link, davo. Ich denke eigentlich auch, dass das alles länger dauern wird..
Hat jmd. eine Idee, wo man da am besten nachfragen kann? Ich müsste meinen PJ-Platz in der Schweiz für Start im Frühjahr 2021 schon fixieren bzw. würde ich eben den Vertrag unterschreiben.
Auf der Homepage unseres Dekanats sind bereits die genauen Daten für die Tertiale in unserem Jahr angegeben, aber denkt ihr, man kann sich darauf verlassen?

Edit: Die angegebenen Daten zu den PJ-Tertialen sind übrigens vom Medizinischen Fakultätentag. Hab jetzt überlegt evtl. die mal zu kontaktieren (Mail ist auf dem Zettel angegeben).

davo
25.06.2019, 06:36
Ich glaube nicht, dass dir da irgendwer, egal wer, eine fixe Aussage geben kann. Noch ist nichts beschlossen. Ich würde mich deshalb einfach für die bisherigen Termine bewerben und hoffen, dass sich nichts ändern.

Theoretisch könntest du natürlich auch annehmen, dass die PJ-Startdaten gleich bleiben werden, nur dass es dann 4x12 Wochen statt 3x16 Wochen sein werden, und dich an einem Krankenhaus für einen 16-wöchigen Termin und an einem anderen für einen 12-wöchigen Termin bewerben. Ist nicht die feine Art, klar, aber bietet dir die maximale Sicherheit.

Chamomilla10
25.06.2019, 19:06
Ich hab mal eine Mail an den Medizinischen Fakultätentag geschrieben- bin gespannt, ob ich eine Antwort bekomme. Und ja, vermutlich kann es echt keiner so genau sagen, aber das ist die offiziellste/ seriöseste Information, die es bisher gibt, also hoffe ich einfach mal, dass sich die Umsetzung noch etwas hinzieht.

Mir wurde ja schon der Vertrag zugesendet, den werde ich einfach unterschreiben. Bei Nichtantreten o.Ä. entfallen zwar Gebühren von 250 CHF, aber notfalls könnte ich damit leben und eben nur 12 Wochen dort sein.

Chamomilla10
26.06.2019, 21:15
Update: Hab eine Antwort erhalten: Sie haben leider noch keine näheren Infos zur zeitlichen Umsetzung, rechnen jedoch weiter mit Tertialen, da sie von einer Übergangsfrist ausgehen bzw. davon, "dass Studierende, die ihr Studium mit der bisherigen AO begonnen haben, dies auch so weiterführen können."

belanglosigkeiten
26.06.2019, 21:34
Danke für die schnelle Info! Klingt ja ermutigend!! :-)

derTiger
27.06.2019, 06:36
Würde dann auch Sinn ergeben, dass es 7 Jahre dauert Die Änderungen umzusetzen also grob eine Studiumsdauer.

fovea
22.10.2019, 18:27
"Zitat aus einer Mail gestern vom LPA bzgl. PJ-Beginn mai 2020:
"Im Hinblick auf den Masterplan Medizinstudium 2020 und die damit verbundene Änderung/Neufassung der Approbationsordnung für Ärzte (ÄAppO) kann das HLPUG gegenwärtig leider nicht ausschließen, dass auch die Zeiträume Ihrer Praktischen Ausbildung von den Änderungen betroffen sein können."
Das bedeutet, dass uns nicht mehr garantiert wird, dass wir Tertiale haben.
Auf Rückfrage schrieb die Frau vom LPA nur, dass sie "aktuell von großzügigen Übergangsregelungen ausgeht".
Also wahrscheinlich haben wir Glück, aber ne Garantie haben wir nicht"

Das hat eben jemand in unsere Uni Gruppe gepostet. Ich gehe vorraussichtlich Herbst 2020 in PJ. Ich würde kotzen, wenn die was ändern....
scheint wohl doch recht flott jetzt alles zu gehen.

davo
22.10.2019, 18:41
Ebenfalls gestern hat unsere Fachschaft ein Zitat von den Bundeskoordinatoren der AG Medizinische Ausbildung der bvmd gepostet, dass es laut deren Informationen aus dem BMG 2020 noch kein quartalisiertes PJ geben werde, dass es "voraussichtlich" auch 2021 noch kein quartalisiertes PJ geben werde, und dass es "mit hoher Wahrscheinlichkeit" eine Übergangsregelung geben werde.

Darauf verlassen kann man sich natürlich nicht, da ja noch nichts offiziell beschlossen wurde, aber vielleicht hilft dir diese Info ja dennoch.

belanglosigkeiten
22.10.2019, 18:52
Oh Mann, alleine das Wort "Masterplan" wirkt bei mir inzwischen treffsicher emetisch. Hat jemand eine Idee, was genau diese "großzügigen Übergangsregelungen" sein könnten? Ich kann mir darunter beim besten Willen nichts vorstellen.

davo
22.10.2019, 19:03
Gute Frage. Für die Krankenhäuser wäre es natürlich umständlich, wenn man zweigleisig fahren muss. Und noch umständlicher, wenn man die relative Größe der zwei Gruppen nicht kennt.

Theoretisch denkbar wäre z.B., dass Studenten, die bereits vorab im Ausland ein Tertial vereinbart haben, dann das PJ weiterhin in Tertialform absolvieren können. Das würde sicherstellen, dass die meisten Studenten im neuen Schema wären, aber würde Härten für diejenigen, die sich frühzeitig um einen begehrten Auslandsplatz bemüht haben, vermeiden.

Aber das beruht nicht auf irgendwelchen Infos, die ich habe - das wäre einfach nur eine einfache Regelung, die ich für sinnvoll und umsetzbar halte :-))

Wahrscheinlicher ist nach meiner persönlichen Einschätzung eher irgendeine Regelung nach dem Motto "wer innerhalb von zwei Jahren nach Beschlussdatum das PJ startet, fällt in das alte System, alle anderen in das neue".

Chamomilla10
22.10.2019, 20:24
Update: Hab eine Antwort erhalten: Sie haben leider noch keine näheren Infos zur zeitlichen Umsetzung, rechnen jedoch weiter mit Tertialen, da sie von einer Übergangsfrist ausgehen bzw. davon, "dass Studierende, die ihr Studium mit der bisherigen AO begonnen haben, dies auch so weiterführen können."

Ich zitiere mich hier mal selbst, hab im Juni mal eine Mail an den medizinischen Fakultätentag geschrieben (ich glaub die geben die Tertialzeiten immer raus..). Bei mir selbst geht's erst im Mai 2021 ins PJ und bin gerade dabei, mir das letzte Fach zu organisieren (so früh wg. Ausland/beliebte Stelle ;-))
Gehe eigentlich davon aus, dass gemeint ist "alle die ab JETZT (wenn der Beschluss feststeht und alles geklärt ist) in den klinischen Studienabschnitt kommen" oder so ähnlich.

belanglosigkeiten
22.10.2019, 20:38
Okay, danke für den Input euch.



Theoretisch denkbar wäre z.B., dass Studenten, die bereits vorab im Ausland ein Tertial vereinbart haben, dann das PJ weiterhin in Tertialform absolvieren können. Das würde sicherstellen, dass die meisten Studenten im neuen Schema wären, aber würde Härten für diejenigen, die sich frühzeitig um einen begehrten Auslandsplatz bemüht haben, vermeiden.

Na dann weiß ich, wer sich mal prophylaktisch mit viel Vorlauf einen Platz in der Schweiz sucht. :-))



Gehe eigentlich davon aus, dass gemeint ist "alle die ab JETZT (wenn der Beschluss feststeht und alles geklärt ist) in den klinischen Studienabschnitt kommen" oder so ähnlich.

Tatsächlich wurde uns beim neusten Semesterinfogespräch (organisiert vom Dekanat) das PJ in normaler Tertialform anprojiziert auch so erklärt und das "neue" PJ nicht einmal am Rande erwähnt, obwohl es in den vorherigen Semesterinfogesprächen immer groß und breit hieß, dass es uns gut treffen könnte. Was womöglich die Theorie (/Wunschdenken) stützt, dass diejenigen, die jetzt in der Klinik sind, auch das alte PJ kriegen.

fovea
23.10.2019, 08:28
Ebenfalls gestern hat unsere Fachschaft ein Zitat von den Bundeskoordinatoren der AG Medizinische Ausbildung der bvmd gepostet, dass es laut deren Informationen aus dem BMG 2020 noch kein quartalisiertes PJ geben werde, dass es "voraussichtlich" auch 2021 noch kein quartalisiertes PJ geben werde, und dass es "mit hoher Wahrscheinlichkeit" eine Übergangsregelung geben werde.

Darauf verlassen kann man sich natürlich nicht, da ja noch nichts offiziell beschlossen wurde, aber vielleicht hilft dir diese Info ja dennoch.

Danke dir! :) ja denke mal, dass man einfach warten muss, was so passiert. Ich würde es halt ärgerlich finden, wenn es kurz davor beschlossen wird. Damit werde ich wohl nicht später ins Pj gehen xD das Risiko gehe ich nicht ein.
Bei uns wurde jetzt in der Infoveranstaltung nur danach gefragt und niemand konnte uns garantieren was passiert, wobei es als eher unwahrscheinlich angesehen wurde.

-pixel
23.10.2019, 14:24
Die Teritalzeiten bis zum Start Herbst 2021 sind doch schon offiziell raus.. also wird sich bis dahin noch nix ändern..

belanglosigkeiten
18.12.2019, 19:34
Um diesem Thread mal wieder etwas Leben einzuhauchen: Der BVMD hat heute auf allen Kanälen geteilt, dass wohl die ganzen geplanten Änderungen der Approbationsordnung erst ab 2025 gelten werden! :) :)