Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Dunkelkammer - Treffpunkt für Radiologen
Frag doch einfach bei deiner zuständigen KV nach, die kann dir das sogar schriftlich geben...
Ehem_Nutzer_583_2
05.12.2023, 22:00
Hallo, sorry für Langtext) Wie wichtig sind Zertifikate der DRG wie Q1/2 Herz/Prostata/MSK/ CEUS oder DEGUM Radiologie/Mamma (ich meine hier Zertifikate/Qualifikationsstufen und nicht Kurse/Teilnahmebescheinigungen) für Karriere? Macht es Sinn sich damit bereits während der Weiterbildungszeit zu beschäftigen?
Vorteile und Sinn von DeGIR/EBIR sind mir klar, habe aber kein Bock auf überwiegend Interventionelle Arbeit.
Hat jemand Erfahrung, ob es Sinn macht noch EDIR/EBBI/FRCR Prüfungen abzulegen? Hat das Auswirkungen auf Gehalt im Klinik- oder Praxissetting? Oder es ist alles nur "nice to have"?
Bin Assi kurz vor 4. WBJ an KH der Regelversorgung ohne Ambitionen für Uniklinik/Forschung (falls es wichtig) Über ihre persönliche Meinung/Erfahrung (gerne auch als PM) freue ich mich. Besonders interessant wäre Meinung von Kollegen, die überwiegend mit Ultraschall/Mammadiagnostik (Screening/Brustzentrum) oder mit ambulanter MSK/ Kardiodiagnostik beschäftigt sind.
Dr.Herod
12.12.2023, 12:59
Ich suche nach Erfahrungen in der Radio an der LMU in München als Assistenzarzt. Bezüglich Arbeitslast, Überstunden, IT/PACs Ausfälle/Stabilität, Ausbildungsqualität, Forschungsmöglichkeiten. Also das volle Spektrum :)
Gerne per PN auch.
Erlkönigin
19.01.2024, 15:44
Noch einmal Hallo in die Runde,
habt ihr Empfehlungen für den Einstieg ins CT bzw. um darin einigermaßen dienstfit zu werden?
Ich habe das CT-Kursbuch von Hofer, aber irgendwie komme ich damit nicht so ganz zurecht.
In meiner Abteilung sind leider die Umstände derzeit für neue Mitarbeiter bzgl. Einarbeitung nicht ganz so gut. Mit Röntgenbildern komme ich einigermaßen zurecht. Jetzt natürlich nicht Facharztstandard, aber es läuft schon.
xenopus laevis
20.01.2024, 08:17
Geht es um das diktieren? Ich habe damals mit sehr einfachen Befunden angefangen, die nichts hatten und Befunde mit Voruntersuchungen. Und dann auch besprechen!
Ich weiß nicht ob es immer noch so ist, aber wenn man in der DRG beitritt bekam man im ersten Jahr eref kostenlos. War super hilfreich. Sonst schaue ich mir viele Online Vorträge an (Röko online läuft ab März, DGNR und Conrad). Es gibt auch CT Kurse über Neuss. Da ist die Qualität okay.
FirebirdUSA
20.01.2024, 09:45
In Süddeutschland sind die VSRN Kurse meist relativ gut... muss man aber halt hin.
Spektralleuchte
20.01.2024, 16:29
Geht es ganz allgemein ums Verständnis.. also was man sich da eigentlich anschaut.. welche Technik man wann braucht etc oder ums konkrete Befunden?
Wenn du in Englisch fit bist und es eher letzteres ist kann ich auch nochmal Radiology assistant empfehlen.. die meisten Themen dort sind wirklich so aufgebaut, dass man das fast Schritt für Schritt mal mit einem entsprechenden CT durchackern kann. Braucht man natürlich etwas Zeit dafür, aber so ist es am Anfang ja immer. Und ist absolut kostenlos!
Erlkönigin
21.01.2024, 14:34
Danke euch!
Es geht um das konkrete Befunden. Bei uns ist leider oft sehr wenig Zeit zum Durchsprechen und irgendwie muss ich das mehr als "Learning by Doing" angehen, fürchte ich.
Frage an die Kollegen aus der Radiologie: Wie umfangreich müssen eigentlich Bilder außerhalb der eigentlichen Fragestellung befundet werden?
Der Hintergrund ist der, dass wir seit kurzem keine 24h-Radiologie mehr im Haus haben und außerhalb des Tagesgeschäfts nun mit einer Teleradiologie kooperieren.
Wenn ich bei dieser nun z.B. einen RöTx mit der Fragestellung "Infiltrat? Stauung?" anmelde, bekomme ich genau auf diese beiden Fragen eine Antwort. Der tumorsuspekte Rundherd, die Rippenserienfraktur und die subphrenische Luftsichel bleiben unerwähnt.
(auf die Frage "sonstige Pathologien" bekam ich die Antwort "bitte Fragestellung präzisieren!")
Bei CTs ist's natürlich noch schlimmer.
Mir ist klar, dass Teleradiologie umso profitabler ist, je mehr Bilder ich pro Zeiteinheit befunden kann. Aber ist dieser Minimalansatz wirklich lege artis?
Kurze Befunde, die die Fragestellung beantworten, sind bei uns auch normal. Aber natürlich ist jede bis dato unbekannte und relevante Pathologie trotzdem zu erwähnen. Wenn der Radiologe das BC übersieht (oder nicht erwähnt), verliert er 3 Jahre später den Prozess unabhängig davon, ob der Kliniker jetzt auch nach RF gefragt hat...
Muss man nicht unterscheiden zwischen "Kurzbefund" und "Befund"?
Ich kenn es auch so dass sich die Radiologen in der Nacht mehr oder weniger vor allem auf die Fragestellung konzentrieren und keinen superausführlichen Befund incl. aller Nebenbefunde machen. Und Röntgenbilder schauen sich bei uns Radiologen in der Nacht nur auf ausdrücklichen Wunsch an. Das schaut sich der Internist, Chirurg, Unfaller selbst an und trifft im Notfall die Entscheidungen, einen ausführlichen Radiologen-Befund gibt es teilweise erst Tage später.
Spektralleuchte
10.02.2024, 14:10
Bei uns wird in Befund und Beurteilung geteilt.. auch für Röntgenbilder in der Nacht (bei uns meinen die Kliniker zwar dass ich jedes Rö Bild sofort mit Entstehung zu sehen habe und aus dem Gedächtnis jeden Befund herunterleiern können soll auf Zuruf.. im Realität Befunde ich die oft erst Stunden später wenn mal Zeit ist, aber anderes Thema). Ich muss aber gestehen, dass mit der Zahl der befundeten Lungen oä meine Texte immer kürzer werden. Irgendwann will ich im Dienst auch mal kurz die Augen zumachen dürfen.. bei den Internisten bin ich aber meist maligne gestimmt. Die kriegen keine kurze Beurteilung, die sollen sich ruhig den ganzen Befund durchlesen wenn man meint bei jedem Patienten einen Begrüßungsthoraxzu brauchen oder wegen unauffälliger Bilder den Radiologen in der Nacht wecken zu müssen..
Aber: in der Beurteilung wird die Frage konkret beantwortet. Und ich finde es gehört zum guten kollegialen Stil alle (akut) relevanten NB noch zu listen. Ist nach Pneu gefragt aber der Patient hat ne Pneumonie steht bei mir: Kein Pneu. Pneumonie da und dort. Den Rundherd der seit x Aufnahmen schon da ist erwähne ich ihn nur im Befundtext.. ist er neu/das erste Bild überhaupt steht es auch in der Beurteilung.
Es ist halt irgendwie wie überall.. Man bekommt das wofür man bezahlt.
Dr.Herod
10.02.2024, 14:49
Klingt etwas dürftig nach deinen Schilderungen. Je erfahrener die Kollegen und höher die Befundlast, desto kürzer meist die Befunde. Relevante Pathologien sollten aber immer drinstehen. Der Rundherd mag vllt aus Voraufnahmen seit Jahren bekannt sein aus und die subphrenische Luftsichel postoperativ aus den klinischen Angaben erklärbar, dennoch sollte es erwähnt werden. Alles andere wirkt doch nachlässig.
Zur Orientierung bei uns an der Uniklinik: Bei einer initialen Bildgebung eines Aufenthalts oder nach einem Eingriff/wesentlicher Änderung beschreiben wir alles. Bei Verlaufskontrollen liegt der Fokus auf Änderungen. Unauffälliges außerhalb der Fragestellung wird dann gerne mit einer Floskel abgekürzt, bekannte Pathologien kurz erwähnt.
Ich würde mal kurz anrufen, klinisches feedback ist hilfreich.
FirebirdUSA
10.02.2024, 18:36
Kann der Teleradiologe so machen, aber ich sehe dss Haftungsrisiko als relevant an. Gerade als Radiologe wird erwartet das alle Nebenbefunde erkannt und dokumentiert werden, als Orthopäde ist es einfacher zu argumentieren, dass man die stehenden Darmschlingen auf Rö Hüfte oder LWS nicht gesehen hat
..
Erlkönigin
10.02.2024, 22:53
"Unsere" Teleradiologie schreibt immer sehr kleinteilige beschreibende Befunde mit allerlei Differentialdiagnosen - vermutlich um sich gerade da nicht in die Nesseln zu setzen. Scheint hier also auch große Unterschiede zu geben.
Spektralleuchte
11.02.2024, 11:19
Ich fände es interessant ob es immer der selbe, oder die selben 1-2 Radiologen sind.. oder ob es bunt durchgemischt und immer so ist (also ein Ding dieses Teleradiologieanbieters?)
Danke für alle Antworten, ich werde einiges als Anregung für unsere nächste Dienstbesprechung mitnehmen.
Ob es sich nur um eine Untermenge der befundenden Radiologen handelt, kann ich grad nicht sagen. Ich befürchte aber, dass man einfach die minimalste und billigste Dienstleistung eingekauft hat und man für mehr Geld auch mehr Befund bekommen würde...
znerolda
11.02.2024, 20:27
Hallo alle zusammen,
Ich bin radiologischer Facharzt und finde die Diskussionen über Befundinhalte und -strukturen hier im Forum sehr bereichernd. In meinen 10 Jahren in der Radiologie habe ich gelernt, dass die Methodik der Befundung (und deren didaktische Vermittlung) oft vernachlässigt wird, obwohl sie entscheidend für die Kommunikation mit Klinikern und Patienten und somit für das klinische Ergebnis ist.
Deshalb habe ich zusammen mit Kollegen einen kostenlosen Kurs entwickelt, der Ärzte in Weiterbildung unterstützt und Freude an der Methodik der Befunderstellung vermittelt:
Hier stand mal ein Werbelink
Ich würde mich freuen, damit einen Beitrag zur Verbesserung der Befundpraxis leisten zu können.
TaraTamm
06.03.2024, 22:52
Hallo,
kann mir eventuell hier jemand eine kurze Technikfrage zum MRT beantworten?
Undzwar geht es um klassische Spinecho-Sequenzen. Ich habe verstanden, dass man einen 90° Impuls zur Anregung sendet und nach der Hälfte der Echozeit einen 180° Impuls, wodurch die "Reihenfolge der Spins" umgekehrt wird und sich so die unterschiedlich schnelle Dephasierung durch Magnetfeldinhomogenitäten nach der vollen TE-Zeit genau wieder aufgehoben hat. Somit neutralisiert man T2*-Effekte.
So weit so gut. Aber wieso verwendet man diese Technik auch für T1 gewichtete Sequenzen? Hier sollte doch die TE-Zeit eigentlich so kurz sein, dass weder T2-Effekte, noch T2*-Effekte eine wesentliche Rolle für den Bildkontrast spielen. Was hat hier der 180°-Impuls der Spinecho-Technik überhaupt für einen Sinn?
Danke :)
FirebirdUSA
07.03.2024, 06:35
Du kannst für T1 auch GRE Sequenzen nutzen, aber die fehlende Rephasierung kann schon für T2* bzw suszeptibilitätsbedingte Störungen sorgen. Außerdem kommt bei GRE Sequenzen der Kontrast dann durch denn Flipwinkel, hier hat man also sehr kurze TE und TR und manchmal sind Gefäße nativ schon hell (ToF ist auch GRE basiert)
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