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Dr. med. Robin Banerjee im Gespräch

Ärzte-Interviews zum Berufsstart

MEDI-LEARN

Die ersten Wochen: wann hast Du zum ersten Mal gemerkt, dass Du nun eigene Verantwortung tragen und selbständig Entscheidungen treffen musst? Was ging dabei in Dir vor?

Dies ging recht schnell, da man als Stationsarzt auch für seine Patienten Entscheidungen treffen muss. Richtig mulmig wurde es mir je näher der erste Dienst kam. Hier besprach ich mit meiner Stationskollegin die häufigsten Fälle im Dienst, was gut half.


Kannst Du eine Situation oder einen Zeitpunkt benennen, an dem Du Dich erstmalig vollkommen sicher fühltest und dachtest, in dieser Situation keine Hilfe oder Anleitung mehr zu benötigen?

Im Laufe der ersten Dienste wird man schlagartig selbstständiger. Generell sollte man sich nicht zu sicher sein, denn man kann sich auch schnell überschätzen. Wichtig ist es schließlich in der Medizin seine eigenen Grenzen zu kennen und auch nach Hilfe zu rufen, denn der Patient sollte aus falschem Stolz nicht gefährdet werden. In einem Haus mit flachen hierarchischen Strukturen fällt dies einfacher und ist für alle Beteiligten ein Bonus.

Gelauscht (Foren)

Der Beruf: Arzt

Welche Erlebnisse und Tätigkeiten machen Dir als Arzt besonderen Spass und warum? Welche Tätigkeiten sind Dir eher unliebsam und was gefällt Dir daran nicht?

Der Dialog mit den Patienten macht mir sehr viel Spaß und das Operieren. Es ist schön, wenn man Menschen helfen kann – sei es ein Tumorpatient, dem man Angst und/oder Schmerzen nehmen kann oder einfach ein Patient, dem man durch ein Gespräch zufrieden stellen kann. Am Operieren gefällt mir das kreative und handwerkliche Arbeiten, wobei man Erfolgserlebnisse bekommt. Unliebsam sind die bürokratischen Tätigkeiten – wie z.B. das Ausfüllen von Verlängerungsanträgen und das Kodieren. Trotzdem gehört es einfach dazu und wenn man sich deswegen nicht zu viel selbst unter Druck setzt, ist es (noch) erträglich.


Was war Dein erstes Erfolgserlebnis? Wobei hast Du Dir im Job zum ersten Mal „die Finger verbrannt“?

Die ersten Tage als AiP´ler überstanden zu haben war schon toll. Im Nachhinein kann ich mich gar nicht mehr an das erste Erfolgserlebnis erinnern. Schöne Momente sind die, in denen man von Patienten gesagt bekommt man sei ein guter Arzt. Gerade in der Anfangszeit verbrennt man sich aufgrund der fehlenden Erfahrung schneller die Finger. Trotzdem wird das Jedem passieren. Man sollte seine Grenzen kennen, ansonsten erfahrene Kollegen fragen oder auch nachlesen.

Womit findest Du vom Berufsalltag die nötige Entspannung und Ablenkung?

Die Freizeit ist schon deutlich knapper geworden. Hinzu kommen Dienste und Fortbildungsveranstaltungen. Ich betreibe Sport (Rennradfahren/Tennis) und Freunde zu treffen ist mir sehr wichtig. Ich versuche zudem zu lesen (keine Medizin) und spiele PC-Spiele. Am wichtigsten ist mir meine Freundin.

Welche Tipps würdest Du jungen Berufsanfängern, die den Schritt in den Arztberuf unmittelbar vor sich haben, weiterreichen, um die ersten Schritte im noch ungewohnten Berufsalltag besser zu meistern?

Nutzt im Studium die Famulaturen um praktisch fit zu werden. Diese müssen nicht in den exotischsten Winkeln der Welt verbracht werden, in Deutschland kann man viel lernen. Seid nett zum Pflegepersonal – denn man kann voneinander viel lernen. Der Rest ergibt sich von alleine. Verkauft Euch nicht unter Wert – bei der derzeitigen Arbeitsmarktsituation kann man über Inhalte des Arbeitsvertrags gut verhandeln und haltet alles schriftlich fest.

Würdest Du den Beruf des Arztes noch einmal wählen, wenn Du Studium, Berufsalltag und Deine gegenwärtige Zufriedenheit oder Unzufriedenheit bewertest?

Ja, ich bin sehr gerne Arzt. Die Patienten merken das und man hat ein sehr abwechslungsreiches Betätigungsfeld. Man kann den nächsten Tag schlecht planen und wird so überrascht. Außerdem lernt man jeden Tag etwas dazu.

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