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Photodermatosen: Wenn die Haut die Sonne nicht verträgt

Gastartikel MMW Fortschritte der Medizin bei MEDI-LEARN

MMW Fortschritte der Medizin

 

Wir freuen uns, den Besuchern unserer Webseite an dieser Stelle in regelmäßiger Reihenfolge lesenswerte Gastartikel aus der renommierten Zeitschrift MMW Fortschritte der Medizin präsentieren zu können. Am Ende des Artikel findet sich ein Hinweis auf volle 12 Ausgaben eines unverbindlichen und kostenlosen Testabos.


Heutiger Gastbeitrag:

Wenn die Haut die Sonne nicht verträgt

Quelle: MMW Fortschritte der Medizin
Heft 15, 2009, S. 18

Wenn die Haut die Sonne nicht verträgt

Patienten mit Photodermatosen kommen oft ohne jegliche Symptome in die Praxis. Denn viele Hautveränderungen, die kurz nach einem Sonnenbad auftauchen, verschwinden nach wenigen Stunden oder sogar Minuten wieder. Wenn die Patienten eine exakte Beschreibung abliefern, können Sie trotzdem die richtige Diagnose stellen. Wir stellen die häufigsten Photodermatosen vor.

Hauterkrankungen, die sich im Zusammenhang mit Sonnenstrahlung entwickeln, sind keine Seltenheit. Diagnostisch wegweisend ist in vielen Fällen schon die Anamnese. Photopro­vokationstestungen können den Verdacht bestätigen, erklärte Prof. Dr. med. Percy Lehmann, Wuppertal.
 

Polymorphe Lichtdermatose

Am häufigsten schildern die Patienten folgendes Krankheitsbild: 24–48 Stunden nach der ersten intensiven Sonnenexposition im Jahr treten juckende Papeln auf. Bei weiteren Sonnenbädern im Laufe des Sommers lassen die Symptome nach. Im nächsten Jahr beginnt das Spiel wieder von vorn.

„Wenn der Patient das richtig beschreibt, können Sie schon am Telefon die Diagnose stellen“, so Lehmann. Hier besteht nämlich ein dringender Verdacht auf eine polymorphe Lichtdermatose. Sie tritt meistens bei jungen Patienten auf, vor allem im Frühjahr, wenn die Haut noch nicht gebräunt ist. Hier gibt es kaum Differenzialdiagnosen. Wichtig ist, dass diese Patienten einen UVA-Schutz verwenden, denn 80% der Betroffenen reagieren auf UVA. Endgültige Sicherheit geben Photoprovokationstestungen mit UVA und UVB.


Lichturtikaria

Wesentlich rascher treten die Symp­tome bei der Lichturtikaria auf: Bereits wenige Minuten nach der Sonnenexposition kommt es zu stark juckenden Hautveränderungen. In relativ kurzer Zeit vergehen sie wieder. Im Gegensatz zur polymorphen Lichtdermatose kann die Lichturtikaria in jedem Alter beginnen. Sie ist insgesamt sehr selten.
Differenzialdiagnostisch wären die erythropoetische Protoporphyrie oder eine phototoxische Reaktion in Betracht zu ziehen. Durch Photoprovokationstestung mit breitem UV-Spektrum ist die Lichturtikaria aber gut abzugrenzen. Die meisten Patienten reagieren auf UVA oder sichtbares Licht. Lehmann empfahl, mit niedrigen UV-Dosen an nicht exponierten Arealen zu testen, weil die Patienten oft schon abgehärtet sind. Auffallend ist die außerordentlich hohe Lichtempfindlichkeit, es können sogar Schocksymptome auftreten.


Phototoxische Reaktion

Wenn die Patienten erstmals einen ungewohnt starken Sonnenbrand haben, könnte das auf eine phototoxische Reaktion hinweisen. Hier muss man die Patienten fragen, was sie vor der Sonnenexposition auf die Haut appliziert haben. Häufig werden Photosensibilisatoren unwissentlich angewendet. Photosensibilisatoren sind Substanzen, die topisch oder systemisch appliziert in Kombination mit Sonnenlicht zu phototoxischer oder photoallergischer Dermatitis führen können. Hier sind als photoallergische Substanzen z.B. Desinfektionsmittel oder Nachtkerzenöl zu nennen. Andere phototoxische Substanzen sind z.B. NSAR, Johanniskraut, einige Antibiotika.

„Aber die Diagnose ‚Photoallergie auf Substanz X‘ darf nur gestellt werden, wenn eine photoallergische Testreaktion auch mit der Anamnese vereinbar ist“, mahnte Lehmann, d.h. eine Provokationstestung muss den Verdacht bestätigen.


Photodermatosen bei Kindern: Schreiend auf der Flucht vor der Sonne

Bei Kindern gibt es Photodermatosen, die den Aufenthalt in der Sonne nahezu unmöglich machen. Diese Erkrankungen sollten nicht übersehen werden, damit die Patienten rechtzeitig Lichtschutz betreiben können und keine hässlichen Narben auf der Haut bleiben.

Am extremsten ist die erythropoetische Protoporphyrie, eine Erkrankung, die auf einem genetischen Defekt beruht. Kinder mit dieser Erkrankung laufen schreiend vor der Sonne weg, weil sie ein extrem starkes Brennen auf der Haut verspüren, und zwar bereits wenige Minuten nach der Sonnenexposition. Das Brennen kann bis zu Stunden persistieren.

Die Symptome der Hydroa vacciniformia zeigen sich ebenfalls bereits in der frühen Kindheit. Binnen Minuten bis Stunden nach der Sonnenexposition juckt und brennt die Haut. Schließlich entwickeln sich papulo-nekrotische Effloreszenzen, die zu Narben führen können. Extremer Sonnenschutz, z.B. ein Ganzkörper-Schutzanzug, ist die einzige Möglichkeit, die diesen Kindern hilft. Nach der Pubertät verschwindet die Erkrankung wieder.

Quelle: Symposium „Photobiologie“, 21. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie, München, 24. 7. 2008
Autor: Dr. Judith Neumaier
Stand: 08-04-2009
 
Hinweis:
Dieser Artikel stammt aus (MMW Fortschritte der Medizin, Heft 15 2009, S. 18). Er wurde mit freundlicher Genehmigung der Redaktion MMW Fortschritte der Medizin hier präsentiert.


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