teaser bild

Benutzername:

Passwort:

Jetzt registrieren

Passwort futsch!?

;-)

Famulatur in Dublin, Irland vom 28.07.2003 bis 30.09.2003

Loughlinstown Hospital und Beaumont Hospital

Redaktion Medi-Learn.net

Zuwachs im Studentenkreis

Nach zwei Wochen kam jedoch noch eine irische Studentin, daß heißt, sie kam eigentlich aus Malaysia. In Loughlinstown waren etwa die Hälfte der Ärzte Ausländer, zumeist aus Malaysia, Indien, Afrika und den arabischen Ländern. Gerade das Royal College of Surgeons, das bis vor kurzem noch ein privates College war (mit Studiengebühren von bis zu 30 000 Euro im Jahr für Ausländer und 4000 Euro für Iren], bildet sehr viele ausländische Studenten aus. Mir fiel allerdings auf, dass ich weder in Loughlinstown noch im Beaumont Hospital je einen nicht-irischen Consultant gesehen hatte. Als ich einmal eine Studentin darauf ansprach, sagte diese mir, dass dies tatsächlich so sei, ausländische Ärzte könnten noch so gut sein, beim Besetzen der Chefpositionen würden irische Bewerber bevorzugt.
Malaysia schickt seine Studenten regelmäßig ins Ausland, um zu studieren, so dass die meisten ein Stipendium haben und für die Gebühren nicht selbst aufkommen müssen. Viele bleiben dann auch für ihre Facharztausbildung in Irland. Anfangs war ich sehr interessiert daran, viel von den ausländischen Ärzten zu lernen, weil ich wissen wollte, inwieweit sich Behandlungsstrategien in anderen Teilen der Welt von Europa unterscheiden. Hier wurde ich allerdings insoweit enttäuscht, als alle Ärzte dort in Irland studiert hatten. Und auch für Irland galt für mich am Ende: Medizin bleibt halt doch Medizin, von einigen kleineren Abweichung, zum Beispiel der Obsession der Iren mit Aspirin, die mich immer wieder ins Staunen versetzte, mal abgesehen. 
Was mich auch verwunderte war der Umgang mit neurologischen Krankheitsbildern. Endokrinologen behandelten so locker Schlaganfälle. An meinem ersten Tag in der Outpatient Clinic durfte ich mit ansehen, wie der Chef der Endokrinologie bei einem Patienten die Epilepsiemedikation absetzte, mit der Begründung, er sei jetzt lange genug anfallsfrei gewesen. Ich wäre fast vom Stuhl gefallen. Dies liegt sicherlich darin begründet, dass die Neurologie als eigene Fachdisziplin in Irland kurioserweise erst seit relativ kurzer Zeit existiert. In Loughlinstown gab es nicht mal einen Neurologen, wie es dort sowieso eigentlich nur eine Innere Abteilung, Notaufnahme und die Chirurgie gibt, die müssen dann halt eben das gesamte Spektrum der Medizin abdecken. Und ich kann wirklich nicht sagen, dass ich den Eindruck gehabt hätte, die Patienten seien dabei schlechter weggekommen. Sowieso haben die irischen Ärzte ein sehr umfassendes Wissen, was sicherlich daran liegt, dass man sich frühestens nach drei Jahren Innere spezialisieren kann. Ein System, dass ich gar nicht so schlecht finde.

Beaumont Hospital

Ich begann dort am 1. September. Dies ist auch der Tag, an dem in Irland das Semester wieder beginnt. Wie schon erwähnt, verbringen die Studenten ab dem dritten Studienjahr die meiste Zeit in der Klinik und insbesondere die final meds (im Royal College of Surgeons also die Studenten im fünften Studienjahr) sind nur noch auf Station und haben dann täglich lectures oder tutorials.

Es gibt in Dublin drei medizinische Hochschulen, die ihr Studium aber alle nach Gutdünken organisieren. So sind im RCSI die Studenten im fünften Studienjahr eigentlich im sechsten, weil zumindest die irischen Studenten ein pre-med Jahr absolvieren müssen, in dem nur Grundlagen gelehrt werde. Danach schließen sich zwei Jahre Vorklinik an, die first and second med genannt werden und dann kommt schließlich die Klinik. Die third meds haben allerdings noch sehr viele Vorlesungen und sind daher nicht ganz so oft in der Klinik.
Weiter
auf Seite