Benutzername:

Passwort:

Jetzt registrieren

Passwort futsch!?

;-)

Studienplatzklagen

Der andere Weg ins Studium

Redaktion (MEDI-LEARN)

Nicht jeder erhält im ersten Anlauf einen Studienplatz. Der Numerus clausus in Medizin ist exorbitant hoch und es gibt sehr viel mehr Bewerber als Plätze. Schnell werden mehr als zehn Wartesemester benötigt, um überhaupt eine Chance zu haben. Eine mögliche Alternative zur langen Warterei ist das Einklagen.

Allerdings ist es mit hohen Kosten verbunden, der Ausgang ist unsicher und unter den Kommilitonen genießt es in aller Regel kein hohes Ansehen. Dennoch handelt es sich dabei um eine Möglichkeit, einen rechtlich vollwertigen Studienplatz zu erhalten.

Das Thema taucht unter Studienbewerbern immer auf. Deswegen gab es im MEDI-LEARN Forum eine Umfrage, wer sich denn für eine Klage entscheiden würde und wer dagegen. Die Verhältnisse sind ausgewogen: 42 Prozent der teilnehmenden Forennutzer würde demnach eine Klage anstreben, wenn die einzige Alternative sechs Jahre Wartezeit wären. Die anderen 52 Prozent lehnten eine Klage als Weg ab. Sie finden die Methode ungerecht anderen Bewerbern gegenüber, die ihren Studienplatz auf den regulären Wegen erhalten (sehr gute Abiturnote, Wartezeit, Auswahlgespräch).

Schnell kommt bei einer Studienplatzklage einiges an Kosten zusammen: Anwaltskosten, Verfahrenskosten, Anwaltskosten der Gegenseite, Kosten des Verwaltungsverfahrens. Aus diesem Grund sehen die meisten Studierenden darin eine Alternative lediglich für gut betuchte Bewerber. Nur wer sich die Klage finanziell erlauben kann, kommt so an einen Studienplatz. Gerade deswegen empfanden viele Diskussionsteilnehmer diesen Weg als ungerecht. Es ist auch fast schon makaber, welch ein Markt sich für Studienplatzklagen entwickelt hat. Im Internet finden sich zahllose Angebote von Anwaltskanzleien, die sich eben darauf spezialisiert haben.

Teilweise wurde Unverständnis geäußert, dass die Universitäten ihre Kapazitäten nicht richtig berechnen und Klagen auf diese Weise erst ermöglichen. Ein Blick in die Kapazitätenverordnung zeigt aber, dass diese Berechnung so komplex ist, dass es quasi unmöglich sein dürfte sich nicht zu verrechnen. Einige argumentierten, frei werdende Plätze könnten durch die auf der Liste folgenden Bewerber aufgefüllt werden. So blieben die Kriterien für alle gleich. Andererseits ist das mit Aufwand und Kosten für die Universitäten verbunden, die eher Klagen riskieren als die Mühen auf sich zu nehmen.

Die Stigmatisierung von Einklägern wurde von den Forennutzern an der Uni bisher nicht beobachtet. Einerseits sind die Hintergründe eines jeden Studierenden nicht öffentlich bekannt, sodass unbekannt ist, welcher Kommilitone seinen Studienplatz auf welche Weise bekommen hat. Andererseits ist das Einklagen für viele Studierende zunehmend eine zu nutzende Alternative, insbesondere in Anbetracht der enormen Wartezeiten. So überlegte auch ein Diskussionsteilnehmer laut, ob es nicht doch richtig ist, eine Klage anzustreben, wenn man es sich leisten kann. Ihm hat der Klageverzicht elf Semester Wartezeit beschert, die er nun später ins Berufsleben starten wird. Er erhielt Zustimmung. Die Meinung der anderen dürfe nicht interessieren und fünf Jahre früher in den Beruf einsteigen zu können sei es definitiv wert.

Die Frage, ob Einklagen für dich eine Alternative darstellt, die du nutzen willst, kannst du nur alleine beantworten. Zwischenzeitlich hatten Rechtsschutzversicherungen die Kosten komplett übernommen, sodass für theoretisch jeden dieser Weg offen stand. Seit Anfang 2011 hat sich das durch die drastisch gestiegene Zahl der Fälle geändert. Viele Rechtsschutzversicherungen übernehmen die Kosten allenfalls für ein Klageverfahren. Du solltest sorgfältig abwägen zwischen den möglichen Erfolgsaussichten des Klagverfahrens und den anderen Wegen, die dir offen stehen. Eine Stigmatisierung durch deine Kommilitonen oder eine Benachteiligung durch Professoren brauchst du nicht zu fürchten.

 

Die Webseite von MEDI-LEARN wird unterstützt von

     © MEDI-LEARN 1996-2014