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Auslandsfamulatur Finnland

August 2003

Ulrike Ahlfeld

Name: Ulrike Ahlfeld
Krankenhaus: Tampereen Yliopisto- linnen Sairaala,Teiskontie 35/ PL 2000, 33521 Tampere, Finnland
Bereich: Chirurgie (Gastroenterologie)

1.Motivation


Ich habe Finnalnd gewählt, weil... die skandinavischen Länder sehr beliebt sind und ich die Chance einen Platz in Schweden zu bekommen als sehr gering einstufte.
Nein, ich wollte nach Finnland, da ich durch frühere Brieffreundschaften und durch den Schulunterricht auf das Land aufmerksam geworden bin! Ausserdem ist die Natur mit ihren endlosen Wäldern und zahlreichen Seen wunderschön. Zu dem hat Finnland auch einige sportliche Erfolge vorzuweisen, die mich auch neugierig gemacht haben dieses Land einmal zu besuchen.
Da ich mir nicht sicher war diesen Platz zu bekommen, hatte ich mich zudem auch für die Schweiz und Österreich beworben. Um so grösser ist natürlich der Jubelschrei gewesen als ich die Zusage für Finnland in der Hand hatte.

2.Vorbereitungen
 

Die Vorbereitungen sind bei mir aufgrund von privaten Aufgaben relativ zu kurz gekommen. Zumindest was das Planen von Ausflügen in Finnland angeht.
Die finnischen LEOs (Local Exchange Officer) sind echt schnell, so dass ich meine Unterlagen so gegen Mai bekommen hatte. Meine Fragen sind von den LEOs umgehend per email beantwortet worden, die eigentlich nicht immer Zeit gehabt hatten. Keine Scheu vor Fragen, auch wenn sie noch so dumm klingen sollten. Die Leute haben vollstes Verständnis dafür!
Man braucht für Finnland einen MRSA-Test, den ich kostenlos bei meinem Hautarzt machen konnte. Und zu meinem Erstaunen musste ich diesen auch der Sekretärin der Chirurgie vorzeigen. In anderen Bereichen ist dies nicht der Fall gewesen. Aber sicher ist sicher und ich würde jedem raten vorher einen Test machen zu lassen.
Die benötigte Kranken-und Unfallversicherung hatte ich mir bei der Deutschen Ärzteversicherung besorgt. Ich habe für einen Monat 19€ bezahlt. Ich bin von Hamburg nach Tampere geflogen. Als Alternative kann man auch von Helsinki den Zug nach Tampere nehmen, welches ca. 2Stunden dauert.

3. Kommunikation


Die anfängliche Skepsis ohne Finnisch dort überhaupt überleben zu können verflog gleich bei meiner Ankunft. Ich wurde mit einem fliessenden Englisch von meiner “contact-person“ begrüsst.
Unsere finnischen Studenten und auch die Ärzte in der Klinik konnten nahezu perfekt Englisch sprechen. Und auch der Rest der Bevölkerung in Finnland konnte relativ fliessend Englisch sprechen. Ab und zu fand sich jemand, mit dem man sich auf deutsch unterhalten konnte. Die Kommunikation zwischen uns exchange students war manchmal echt verwirrend und super witzig. Aber letztendlich haben wir uns doch immer wieder verstanden.

In der Klinik

Ich hatte einen Platz in der gastroenterologischen Chirurgie bekommen. Jeder Tag begann mit der obligatorischen Kaffeepause um ca. 8Uhr. Dort hat man sich über die Geschehnisse des vorigen Tages ausgetauscht und das OP-Programm besprochen. Anschliessend war Visite. Dort konnte ich die Patienten kennenlernen, die oft nur wenige Tage auf der Station lagen. Die einzelnen Fälle wurden besprochen und bei Unklarheiten konnte ich natürlich Fragen stellen. Aber auch die Ärzte haben hin und wieder mein Wissen geprüft. Keine Angst vor dummen Fragen und falschen Antworten! Die Leute sind echt nett und keiner wird dort ausgelacht!

Nach der Visite konnte ich entweder mit in den OP, zur Endoskopie oder Laparaskopie gehen. 
Die OPs waren richtig toll, denn ich durfte mich gewaschen mit an den Tisch stellen und bei "einfachen" Eingriffen auch assistieren. Die Ärzte haben mir alles gezeigt und erklärt, was sie bei der jeweiligen OP machen. Die OPs sind recht "abwechslungreich" gewesen: von einer simplen Appendektomie bis hin zur Whipple-OP ist alles dabei gewesen. Wir hatten eine Menge Spass während der Operationen gehabt, denn zwischendurch ist immer wieder der eine oder andere Witz gefallen.

Zu meinem Erstaunen werden die Endoskopien in Finnland nur von Chirurgen durchgeführt. Ich konnte mir in diesen 4 Wochen zahlreiche ERCPs und Gastroskopien anschauen und natürlich auch Fragen über Fragen stellen. Das Arbeitsklima war einfach prima. Eine bestimmte Hierarchie, wie sie in vielen deutschen Kliniken vorherrscht, gab es nicht und jeder hat jedem die Tür aufgehalten. Die Schwestern haben einen immer freundlich begrüsst und einem mit dem einen oder anderen Mittelchen ausgeholfen, wenn man mal gekränkelt hat. Die Ärzte hatten auch vollstes Verständnis gehabt, wenn man ab und zu etwas früher die Station verlassen hat um den Nachmittag mit den anderen exchange students zu verbringen.
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