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Abiturnote alleine zählt nicht

idw Pressemeldung

Ricarda Wessinghage

Abiturnote alleine zählt nicht

© / Istockphoto
Der Fachbereich Medizin der Goethe-Universität Frankfurt a.M. hat 60 Prozent seiner Medizin- und Zahnmedizinstudierenden für das Wintersemester 2008/2009 erstmals selbst ausgewählt. Insgesamt haben sich 4197 Interessierte für die Medizin und 529 für die Zahnmedizin bei nur 267 beziehungsweise 74 vorhandenen Studienplätzen beworben.

Obwohl der Gesetzgeber der Abiturnote das größte Gewicht beimisst, hat sich der Fachbereich - gestützt auf seine eigenen Forschungsergebnisse - dazu entschlossen, wichtige andere Faktoren in die Auswahl aufzunehmen: Die Abiturleistung in naturwissenschaftlichen und fremdsprachlichen Leistungskursen wurde herangezogen, um die Durchschnittsnote im Ranking gegebenenfalls deutlich zu verbessern. Interessant ist, dass das Fach Geschichte zu einer guten Vorhersage für den Erfolg im Medizin- und Zahnmedizinstudium beiträgt. Daher wurde auch der Leistungskurs Geschichte - sofern gute Noten vorhanden - bei der Studierendenauswahl berücksichtigt. "Die wissenschaftliche Fundierung der Auswahl in Frankfurt ist einmalig an den medizinischen Fakultäten in Deutschland", erläutert der zuständige Projektleiter Dr. Anwar Syed Ali in diesem Zusammenhang. Als ganz besonderes Auswahlangebot wurde eine Studienbewerbergruppe auf der Basis früher erbrachter herausragender Leistungen auf wissenschaftlichem, sozialem oder kulturellem Gebiet zum strukturierten Interview geladen.

Die hohe Arbeitsbelastung inklusive der Berechnung der Ranglisten für die Auswahl konnte in intensiver Zusammenarbeit des Studienservicecenters und des Fachbereichs gut bewältigt werden. Ein besonderes Lob für die Auswahl sprachen die interviewenden Professoren aus: "Sie können den Anteil der Auswahlgespräche ruhig auf das Doppelte erhöhen, es hat sehr viel Freude gemacht", sagte der designierte Präsident der Goethe-Universität, Prof. Dr. Werner Müller-Esterl, der in seiner Funktion als C4-Professor für Biochemie an den Interviews teilgenommen hat.

Quelle: idw-online.de