Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Reich werden als Arzt in Deutschland
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@AA
Das Problem ist hier natürlich oft, dass ein höheres Grundgehalt schnell verhandelt und danach auch automatisch durchgesetzt ist. Um beispielsweise ein nicht Arbeitsrecht konformes Dienstsystem "abzusetzen" braucht es eine geschlossene Abteilung, die zur Konfrontation bereit ist. Und deshalb gibt es eben immer noch Abteilungen, die ihre Überstunden nicht aufschreiben oder die Bereitsschaftsdienste machen, obwohl sie während der ganzen Zeit durcharbeiten. Da bringen Tarifverträge gar nicht so viel, es sei denn die Regelungen wären wirklich sehr restriktiv für den Arbeitgeber.
Kackbratze
09.02.2015, 21:56
...und dann die Frage, "was ist besser"?
Ich bekomme bei Schichtdiensten das kalte K0tzen, in einer Abteilung die schichtet, werde ich nicht arbeiten. 24h-Dienste oder Rufdienste mit entsprechender Ruhepause, okay, aber Schichtdienst. Nein danke.
Andere werden sagen: Schichtdienst? Sofort!
Deswegen gibt es keinen Königsweg in unserer Branche.
Christoph_A
09.02.2015, 22:41
@ Bratze: Du sagst es. Ich seh das diametral anders. 24h aufm Bock lässt man keinen Fernfahrer, aber der Arzt soll dann immer noch fit sein.....
Hätte nie mehr wo gearbeitet, wo es noch 24her gibt.
Relaxometrie
09.02.2015, 22:53
Hätte nie mehr wo gearbeitet, wo es noch 24her gibt.
Geht mir ganz genau so.
Daher ist die Frage nach dem Dienstmodell auch die einzige Frage, die ich vor einer möglichen Bewerbung stelle. In internistischen Abteilungen, die noch 24-Stunden-Dienste haben, bewerbe ich mich gar nicht erst.
In manchen Fächern kann es sein, daß 24-Stunden-Dienste noch tragbar sind. Aber in der Inneren.......nö!
...und dann die Frage, "was ist besser"?
Deswegen gibt es keinen Königsweg in unserer Branche.
Wenn alles im gesetzlichen bzw. tarifvertraglichen Rahmen natürlich nicht. In vielen Abteilungen sind 24-Stunden-Dienste aber gar nicht rechtens, weil eben mehr als 50% der Zeit gearbeitet wird.
McDreamy
10.02.2015, 16:18
Aber wenn man schon Forderungen stellt, warum dann nicht die nach besseren Arbeitsbedingungen? Was spricht dagegen dafür zu kämpfen?
Gegen kämpfen spricht natürlich überhaupt nichts, außer die jahrelange Erfolglosigkeit bis dato.
(McDreamy, für den das Schichten niemals nicht in Frage käme. 24-h sind hart, und manchmal fühlt man sich wie im Krieg. Aber 3 versaute Wochenenden sind noch härter...)
Wenn alles im gesetzlichen bzw. tarifvertraglichen Rahmen natürlich nicht. In vielen Abteilungen sind 24-Stunden-Dienste aber gar nicht rechtens, weil eben mehr als 50% der Zeit gearbeitet wird.
Das mag wohl sein; aber was ist die Alternative? Sagen wir in Abteilung x arbeiten man 75 %. Das wäre streng genommen nicht rechtens! Die Alternative wäre die Umstellung auf das Schichtsystem… Das will in dieser Abteilung aber auch niemand von den Assistenten!
Bei einer Freundin war es damals so, dass zwei Assis immer im BD waren, um die höhere Belastung als 50% somit abzufangen. Da hat man sich dann die Nacht aufgeteilt und im Notfall war man ja doch zu zweit da. Bedeutet natürlich auch mehr Dienste an sich. Für mich dennoch besser als Schichtdienst.
http://www.stepstone.de/gehaltsreport/pdf/StepStone_Gehaltsreport_2015.pdf?cid=mailing_gehal tsreport_download
- Gehaltsreport 2015
FirebirdUSA
13.02.2015, 14:58
Weißt du wie die an die Zahlen kommen?
1. Mein Bruttogehalt incl. Dienste und Poolbeteiligung ist höher als das was da drin steht und ich bekomme kein FA/OA Grundgehalt
2. Alle Niedergelassenen die ich persönlich kenne verdienen noch mehr
3. Alle Bekannten die im Managment von größeren Firmen arbeiten (Daimler, Bosch, etc.) verdienen mehr wie ich
Deswegen bin ich mir nicht so ganz sicher wie repräsentativ diese Werte sind.
arbeiter79
24.02.2015, 12:30
Hast du gelesen was ich geschrieben hab, arbeiter79?
Ich hab dein Post wohl verstanden, empfinde so eine Provokation allerdings als hanebüchene Bild-zeitungs-niveau-Aktion, die keine ernsthafte Reaktion verdient hat.
Und es wird jawohl niemand gezwungen für sooooo wenig Geld als Arzt zu arbeiten. Steht jedem frei BWL zu studieren und sofort ohne auch viel zu arbeiten suuuuuuperreich zu werden. Komisch dass das nicht alle machen?
Ahh, das "Bildzeitungsniveau" wie ich diese abgedroschene Phrase liebe, wenigstens ist damit gleich klar das du auf keine Diskussion oder Gedankenaustauch aus bist.
Absolute Arrhythmie
24.02.2015, 12:32
Schade dass du den Rest des Threads nicht mehr gelesen hast.
arbeiter79
24.02.2015, 13:08
Schade dass du den Rest des Threads nicht mehr gelesen hast.
So, JETZT habe ich ihn gelesen, wollte die Kommentar grade nochmal bearbeiten aber da du schon kommentiert hast lasse ich das mal:-)
Wie würde denn so eine Verbesserung der Arbeitsbedigungen aussehen? Mir fällt da konkret wenig ein was ich wirklich allgemeingültig regeln lassen würde. Auch sollte sich jeder hinterfragen ob er nicht mal nach einer anderen Stelle suchen sollte, die Gehälter sind überall ähnlich, die Arbeitsbedingungen bei weitem nicht. Viele wollen sicher in der Großstadt an einer renomierten Klinik arbeiten, da ist die Arbeitsbelastung natürlich hoch. In dem maximal mittelgroßen KH in der ich arbeite komme ich wenn ich den möchte fast immer auf mehr als 8h Schlaf im Dienst, wenn auch oftmals nicht am Stück. Und Überstunden sind auch ein Fremdwort für mich, bin mittlerweile schon ins Minus geruscht. Wichtig ist hierbei denke ich auch wie das die Kollegen vorort sehen, nur gemeinsam kann man Druck ausüben auf den Chef und sich so gute Arbeitsbedingungen sichern.
Über das Thema Arzt als Berufung kann ich nur lachen als Angesteller eines privaten Klink-Konzerns in dem es nur um Abrechnungsmöglichkeiten und Geld geht. Für wen macht man denn unbezahlte Überstunden, doch nicht für die Patienten oder Kollegen sondern nur damit die Anteilseigner ihr Million-/Milliardenvermögen weiter ausbauen.
Jungarzt
28.02.2015, 08:51
Seh ich anders. Gestern Abend hab ich um 1800 noch mit den Angehörigen eines neu Krebs-diagnostizierten geredet, weil die erst abends da waren und ich noch im Haus war. Danach hab ich bei nem Patienten, den ich nur noch heute betreue angeleiert, dass am Montag externe Befunde da sind, damit wir uns evtl. die für Montag geplanten Untersuchungen sparen können.
Gewährleistung einer vernünftigen Versorgung im Sinne des Patienten machen bei mir eigentlich die meisten Überstunden aus. Für Abrechnungsdinge wie Briefe bleib ich nicht länger.
Ach, außerdem sind die Überstunden alle 100% bezahlt. ;-)
Kackbratze
28.02.2015, 09:17
Bei bezahlten Überstunden ist es leicht länger zu bleiben. Befunde in den Abendstunden nachzufordern?!? Wo bitte hast Du angerufen?
Angehörigengespräche, gerade bei schweren Erkrankungen, gehören wirklich nur in Ausnahmefällen in die Abendstunden. Tagsüber kann man besser auf neue Aspekte eingehen oder die Angehörigen mit dem Patienten noch interdisziplinär weiterschicken, zu weiteren Gesprächen.
Jungarzt
28.02.2015, 09:24
Wir hatten keine neuen Infos, der Mann war nur geistig nicht in der Lage, seinen Angehörigen die gesammelten Infos weiter zu vermitteln. Und das wollte ich dann eher nicht auf nach dem Wochenende verschieben, weil sich die ganze Familie natürlich Sorgen und Gedanken macht und ich die noch garnicht gesprochen hatte. Mit dem Mann hab ich natürlich im Lauf des Tages gesprochen.
Befunde übers Wochenende. Tja, die Ehefrau des Patienten hatte Kontakte, die hat das auf Montag organisiert. Mein Part war, dafür zu sorgen, dass das am Montag auch gesichtet wird vor der Untersuchung.
Kackbratze
28.02.2015, 12:51
Schöne Einzelfälle.
Mach das häufiger und Du bekommst eine Fleissplakette vom.
Schwieriger wird es dann später, wenn Du dem Chef erklären musst, warum Du auf einmal nicht mehr den willigen Nacht- und Nacharbeiter machen willst, weil Du plötzlich Hobbies oder gar eine Familie hast.
Chefs gewöhnen sich an solches Verhalten, anfangs honorieren sie es, später fordern sie es als Gewohnheitsrecht ein.
arbeiter79
20.03.2015, 20:36
Seh ich anders. Gestern Abend hab ich um 1800 noch mit den Angehörigen eines neu Krebs-diagnostizierten geredet, weil die erst abends da waren und ich noch im Haus war. Danach hab ich bei nem Patienten, den ich nur noch heute betreue angeleiert, dass am Montag externe Befunde da sind, damit wir uns evtl. die für Montag geplanten Untersuchungen sparen können.
Gewährleistung einer vernünftigen Versorgung im Sinne des Patienten machen bei mir eigentlich die meisten Überstunden aus. Für Abrechnungsdinge wie Briefe bleib ich nicht länger.
Ach, außerdem sind die Überstunden alle 100% bezahlt. ;-)
bei uns werden die sogar mit 115% bezahlt ;-)
ganz so einfach ist es aber nicht weil der AG natürlich keine lust hat das auszuzahlen und deshalb sie chefs drängt leute mit ü-stunden wann immer möglich nach hause zu schicken.
muss man sich denn die geleisteten stunden vom chef bei euch bestätigen lassen? kann mir nicht vorstellen das es anders funtioniert. sonst könnte wer verdienen will einfach länger dabei ob mit grund oder nicht...
Jungarzt
21.03.2015, 13:06
Ich meinte auch nur, dass die Stunden alle angerechnet werden, den genauen Satz hab ich noch nicht durchschaut. ;-) Kann aber selbst wählen, ob Geld oder FZA, sodass ich halt für vier Wochen zu viel Arbeiten mal ne Woche im FZA bin. Die Stunden werden alle vom Chef bestätigt, kommentiert hat er noch keine einzige, weder mit "weiter so" noch mit "na na na".
Für Dienste einteilen macht nicht der Chef sondern der Dienstplaner (auch AA), bei Problemen haben wir das immer untereinander geklärt. Ich bin sicher nur unerfahrener Jungspund und hab keine Ahnung, aber ich weiß auch jetzt schon ob ich mir lieber ne Stunde länger in der Klinik "gönn" oder am nächsten Tag in der Oberarztvisite nen Rüffel abhol weil der Patient nicht aufgeklärt ist oder Untersuchungen nicht gemacht sind. Oder montags den nachfolgenden Kollegen meinen Dienst nach Stechuhr ausbaden lass.
Klar, insgesamt sollte meine Arbeit nach 8 Stunden erledigt sein. Ich bleib ja auch nicht, weil mir langweilig daheim wäre. Aber es gibt eine ganze Reihe von Gründen, die Überstunden in Kauf zu nehmen und die sind nicht alle purer Altruismus und für die armen, armen kranken Patienten. Meinem aktuellen Chef wäre es sogar lieber, wir würden alle auf 0 rauskommen.
arbeiter79
08.12.2015, 08:36
Hatte jetzt zum ersten mal über 5000 netto, ohne irgenswelche Sonderzahlungen. Bin AA 2. Entgeldstufe. Steuerklasse 3. Kindergeld nicht mitgerechnet. Meine dem Beitrag für meine gesetzliche KV schon abgezogen. Ob mein reich wird ist fraglich aber das ich als Assi soviel verdienen würde damit hatte ich vor paar Jahren als Student nicht gerechnet..
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