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Lava
06.12.2014, 10:05
Irgendwie will ich gar nicht mehr Geld, ich will einfach ne bessere Ausbildung und geregelte Arbeitszeiten. Können die nicht mal für kämpfen??

.Jordan.
06.12.2014, 10:23
Irgendwie will ich gar nicht mehr Geld, ich will einfach ne bessere Ausbildung und geregelte Arbeitszeiten. Können die nicht mal für kämpfen??

Aber wie könnte man die bessere Ausbildung überprüfen/erzwingen?

Evil
06.12.2014, 10:26
Irgendwie will ich gar nicht mehr Geld, ich will einfach ne bessere Ausbildung und geregelte Arbeitszeiten. Können die nicht mal für kämpfen??
Wer sind "die"? Und inwieweit kämpfst Du mit?

Lava
06.12.2014, 10:37
Der Marburger Bund. Nein, ich bin kein Mitglied.

Evil
06.12.2014, 12:28
Wenn man selber nix tut...

DrSkywalker
06.12.2014, 14:23
Von den Klinikzahlungen wird man eh nicht reich. Der MB wird wieder 2,4 % mehr H(L)ohn raushandeln und pro Dienststunde 0,50 Euro mehr oder so.... die Sturm und Drangzeit des Marburger Bundes ist definitiv vorüber...

Kandra
06.12.2014, 14:27
Von den Klinikzahlungen wird man eh nicht reich. Der MB wird wieder 2,4 % mehr H(L)ohn raushandeln und pro Dienststunde 0,50 Euro mehr oder so.... die Sturm und Drangzeit des Marburger Bundes ist definitiv vorüber...

Der Marburger Bund wird ab nächstem Jahr erstmal genau garnichts mehr raushandeln, sondern man darf sich wieder vertrauensvoll an Verdi wenden ;)
Ich frage mich, was wohl mit dem Gesetz geschähe, wenn ab Montag nur noch die Notfallaufnahmen und 1-2 OPs für lebensbedrohliche Notfälle geöffnet wären und ansonsten alle Ärzte "zu Hause" bleiben würden..

blaabc
06.12.2014, 14:56
Müsste man echt mal so durchziehen.

Brutus
06.12.2014, 15:57
Der Marburger Bund wird ab nächstem Jahr erstmal genau garnichts mehr raushandeln, sondern man darf sich wieder vertrauensvoll an Verdi wenden ;)
Ich frage mich, was wohl mit dem Gesetz geschähe, wenn ab Montag nur noch die Notfallaufnahmen und 1-2 OPs für lebensbedrohliche Notfälle geöffnet wären und ansonsten alle Ärzte "zu Hause" bleiben würden..
Abwarten. Laut dem Gesetzentwurf von der Nahles ist das nämlich nicht so:

Das Gesetz greift damit nur, wenn sich die Gewerkschaften nicht darauf verständigen, wer für welche Berufsgruppe in einem Betrieb zuständig sei - was aktuell vor allem im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn spannend wäre, da sich dort die Lokführergewerkschaft GDL und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) um die Zuständigkeit streiten. Dem Entwurf zufolge müssten die Gewerkschaften nun vor einem Notar belegen, wie viele Arbeitnehmer sie aus der umkämpften Berufsgruppe als Mitglieder gewonnen haben. Notfalls muss ein Arbeitsgericht entscheiden, ob ein Streik zulässig ist oder nicht.
Da wohl kein Arzt bei Verdi sein dürfte, zumindest aber die Wenigsten, dürfte der MB auch weiterhin für die Ärztetarifverträge verhandeln. Anders wäre es wohl, wenn der MB anfangen würde, auch für das Pflegepersonal verhandeln zu wollen, wie jetzt die GDL auch für die Zugbegleiter. Das wäre wohl nicht möglich...

John Silver
11.12.2014, 23:26
Das ist so nicht ganz richtig. Zwar breitet der MB seine Fühler nicht in Richtung der verdi-Weiden aus, doch gilt das nicht umgekehrt. Der TVöD zwischen Verdi und VKA gilt auch für Ärzte. Es spielt in dieser Hinsicht keine Rolle, ob es Ärzte gibt, die bei verdi organisiert sind. verdi behauptet von sich, einen Tarifvertrag auch für Ärzte ausgehandelt zu haben; das reicht aus, um eine Kollision mit dem MB-Tarifvertrag zu provozieren. Nach dem nun beschlossenen Gesetz gilt zwar für den aktuellen Tarifvertrag ein Bestandsschutz; Verbesserungen wird es aber vorerst nicht mehr geben, denn verdi wird in so ziemlich jedem Krankenhaus mehr Mitglieder haben, als der MB; folglich wird ab sofort nur der TVöD gelten, und nur für diesen Tarifvertrag wird man streiken dürfen.

Rico
12.12.2014, 07:45
Ich würd mal die Verfassungsklage abwarten. Das Grundrecht auf Koalitionsfreiheit kann man ja nicht so einfach aushebeln, kann mir auch gut vorstellen, dass das Gesetz wieder kassiert wird.
Eine Schande übrigens, dass so ein arbeitnehmerfeindliches Gesetz von der Arbeitnehmerpartei SPD durchgesetzt wird. Das hat sich ja nichtmal die FDP getraut...

Kackbratze
12.12.2014, 09:44
Die SPD ist die Partei mit den meisten arbeitgeberfreundlichen Gesetzen. Ich lasse mich gerne korrigieren, aber die meisten Gesetze, die den Arbeitgeber schützen oder die "Ausbeutung" verbessern, sind unter SPD-Führung entstanden. (Hartz4, MiniJob, jetzt Streikrecht)
Die Genossen geniessen ja auch gerne im Ruhestand den Aufsichtsratsposten bei den Firmen, die sie in ihrer Legislaturperiode unterstützt haben.

Wie wird das eigentlich weitergehen, wenn man keine FDP-Politiker zum bashen mehr hat?
Die AfD wird nicht in Aufsichtsräten sitzen und die CDUler sind irgendwie unauffälliger.

drawn by
30.12.2014, 14:43
Ja:

http://images.zeit.de/wirtschaft/2012-03/stundenloehne.jpg

http://img.welt.de/img/wirtschaft/crop122466652/0740718391-ci3x2l-w580-aoriginal-h386-l0/DWO-Gehaltsreport-Branchen-3.jpg

Die Übersicht aus der "Zeit" stammt vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, das von den Medien als
wirtschafts- bzw. arbeitgebernah bezeichnet wird, für die Darstellung aus der Welt finde ich keine Qelle, die "Welt" bezeichne Ich als wirtschafts- bzw. arbeitgebernah.

Also meiner Meinung nach sind das dann die Statistiker der Wirtschaftslobby. Man könnte alternativ ja auch die Statistiker der Gewerkschaften fragen, ob die das wohlmöglich anders sehen. :-?

Peter_1
30.12.2014, 15:09
Eine Schande übrigens, dass so ein arbeitnehmerfeindliches Gesetz von der Arbeitnehmerpartei SPD durchgesetzt wird. Das hat sich ja nichtmal die FDP getraut...
Arbeitnehmer ist halt nicht gleich Arbeitnehmer. Mitglieder der großen Gewerkschaften sind doch Stammklientel der SPD und die haben ja nun auch wahrlich nicht aufgeschrieen gegen diese Beschneidung der Arbeitnehmerrechte. Spartengewerkschaften sind halt den klassischen großen Gewerkschaften ein schmerzender Dorn im Auge, ist doch klar. Insofern ist das Engagement der SPD da ganz und gar nicht abwegig und zwischen den Gewerkschaften gibt es da keine Solidarität, im Gegenteil. Die Arbeitnehmer sind gespalten in einen kleinen unzufriedenen Teil und einen großen Teil dem dieses Gesetz bestenfalls glatt egal sein wird, weil es keinerlei Auswirkung für sie haben wird. Viele werden sogar freudig zustimmen, da zB manches VERDI-Mitglied sowieso neidisch auf die Abschlüsse des MB geschaut hat.

John Silver
01.01.2015, 01:23
Es ist im Übrigen nichts weiter als ein tragischer Irrtum, das sich hartnäckig hält und nicht als solches aufklären lassen will: dass die SPD eine Partei sei, die die Interessen der kleinen Leute und der Arbeitnehmer vertrete. Das war vielleicht vor 150 Jahren noch der Fall; seit jedoch mindestens 30 Jahren sicher nicht. Die Politik dieser Partei ist lediglich als opportun zu bezeichnen. Keine Partei hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten so viel für große Konzerne, und gleichzeitig so wenig für die kleinen Leute und Arbeitnehmer getan. Allein Schröder hat einerseits die unsägliche Harzt-Gesetzgebung durchgesetzt, und gleichzeitig die Steuergesetze so geändert, dass der Anteil großer Konzerne am gesamten Steueraufkommen der BRD auf gerade mal 1,x% gefallen ist. Die SPD ist mindestens genauso asozial wie die FDP. Wer also ernsthaft erwartet, dass dieser Haufen opportuner asozialer "Genossen der Bosse" eine arbeitnehmerfeundliche Politik betreibt, hat den Schuss wahrlich nicht gehört.

FirebirdUSA
01.01.2015, 08:36
DVerbesserungen wird es aber vorerst nicht mehr geben, denn verdi wird in so ziemlich jedem Krankenhaus mehr Mitglieder haben, als der MB; folglich wird ab sofort nur der TVöD gelten, und nur für diesen Tarifvertrag wird man streiken dürfen.
Das ist so auch nicht korrekt, da laut dem Gesetzentwurf ja die Mitglieder in der betroffenen Berufsgruppe zählen und da ist der MB vorne... aber da der Gesetzesentwurf noch nicht verabschiedet ist muss man sowieso warten was am Ende drin steht.

Anne1970
01.01.2015, 19:16
Zudem wird mit dem Erlass eine Verfassungsklage eingereicht werden...

John Silver
01.01.2015, 20:21
Das ist so auch nicht korrekt, da laut dem Gesetzentwurf ja die Mitglieder in der betroffenen Berufsgruppe zählen und da ist der MB vorne... aber da der Gesetzesentwurf noch nicht verabschiedet ist muss man sowieso warten was am Ende drin steht.

Das glaube ich weniger. Es geht letztlich um den gesamten Betrieb, in unserem Fall also um das gesamte Krankenhaus, und in so ziemlich jedem Krankenhaus dürfte der MB in der Minderheit sein.
Der Gesetzentwurf ist bereits vom Kabinett verabschiedet worden, und das bedeutet, dass der Wortlaut feststeht. Das Parlament wird keine Rolle spielen, weil es ganz sicher nicht genug Abweichler geben wird, um die nötige Mehrheit zu gefährden. Und der ach so freiheitsliebende Präsident wird auch alles brav unterschreiben.

Und was die Verfassungsklage betrifft, so ist sie unsere im Grunde einzige Hoffnung; sie kann aber erst eingereicht werden, wenn das Gesetz offiziell in Kraft getreten ist; und solange die juristischen Mühlen langsam mahlen, wird das Gesetz uneingeschränkt gelten.

FirebirdUSA
01.01.2015, 20:38
Hab mir gerade mal den Referentenentwurf den ich als PDF gefunden habe runtergeladen, wahrscheinlich hast du leider Recht... :-?

Thomas24
01.01.2015, 21:50
Tja, wie hieß es früher so schön? "Wer hat uns verraten?" "Sozialdemokraten!"
Schön, dass die einstige angebliche Partei der kleinen Leute, das Streikrecht zugunsten der Großgewerkschaften einschränken will. Sind halt Genossen der Bosse-