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WackenDoc
19.11.2009, 16:49
Ich kann euch ja mal erzählen wie das bei meiner "Firma" mit der Impfflicht ist:

Also, es gibt nur bestimmte Gruppen, für die H1N1-Impfungen Pflicht sind. Allerdigs werden Impfungen nicht mit körperlicher Gewalt gegen den Willen des Patienten durchgeführt. Was mit jemandem passiert, der sich trotz Pflicht nicht impfen lässt, obliegt dem Disziplinar- (und höheren) Vorgesetzten.

Dann gibt´s nen Basisimpfschutz, der Pflicht für alle ist und zusätzliche Impfungen je nach dem wo derjenige in den Einsatz geht. Zusätzlich gibt´s noch die Möglichkeit der Malariaprophylaxe je nach Gebiet und Jahreszeit.

Ich bin zwar kein genereller Impfgegner, aber gegen H1N1 werd ich mich, solange ich nicht muss, derzeit nicht impfen lasen- irgentwie ist mir das in diesem speziellen Fall alles ein bischen suspekt.

Linda.1001
22.11.2009, 10:51
klick (http://www.kurier.at/nachrichten/1956701.php)

Warum bin ich denn jetzt doch froh mich geimpft zu haben? :-)

DrSkywalker
22.11.2009, 11:58
klick (http://www.kurier.at/nachrichten/1956701.php)

Warum bin ich denn jetzt doch froh mich geimpft zu haben? :-)

LOL! Diese Frage stellt sich jeder halbwegs kompetente Medizinstudent nach deinem Beitrag auch. :-))

Bevor du so was postest darfst du dich gerne mal fragen:

Welche Wirkung hat denn Tamiflu eigentlich?
Brauche ich Tamiflu?
Wirkt die Impfung gegen diesen mutierten Stamm?
usw.

Herzlichen Glückwunsch jedenfalls!

Linda.1001
22.11.2009, 12:48
Zunächst mal: Ich studiere (noch) gar nicht Medizin. ;-)

Meines Kenntnisstandes nach, war Tamiflu doch 'das Präparat erster Wahl' bei der Schweinegrippetherapie (wenn sie denn dann früh genug diagnostiziert wurde...) oder? :-nix

Außerdem weiss ich natürlich nicht, ob die Impfung gegen den neuen mutierten Stamm wirkt, weisst du das?:-nix

Mein Post war eher als ironische Anmerkung gemeint.

Ich hatte eigentlich um (fachlich kompetente) Meinungen gehofft. :-oopss

DrSkywalker
22.11.2009, 12:54
In Kürze:

Dank Tamiflu hast der gemeine Patient im Durchschnitt einen Tag weniger mit Symptomen zu kämpfen und diese evtl nicht ganz so stark. Das kann Tamiflu, mehr nicht. An der Letalität ändert eine Tamiflubehandlung null.

Muss Fussball schauen, sorry! :-))

Evil
22.11.2009, 13:57
An der Letalität ändert eine Tamiflubehandlung null.
Das stimmt nicht! Bei schwer erkrankten, beatmungspflichtigen Patienten bewirken Oseltamavir (Tamiflu) und die übrigen Neuraminidasehemmer wahrscheinlich eine deutliche Reduktion der Komplikationen, worunter gemeinhin auch der letale Ausgang fällt ;-)

http://content.nejm.org/cgi/content/full/NEJMopv0910738

Bobbys Aussage gilt nur für die milden Verläufe, also die nicht-hospitalisierten Patienten.
Im übrigen war die oben beschriebene H1N1-Mutante weiterhin sensibel auf Zanamivir (Relenza) und Peramivir (bislang nur in den USA zugelassen).

Wer hat sich eigentlich diese bescheuerten Wirkstoffnamen ausgedacht?

KriZzy
23.11.2009, 01:00
bei uns sind turnhallen wegen asbest dicht...jetzt dürfen wir auf unsere schwester-schule da fällt der unterricht aus , weil die hälfte erkrankt ist...

und ich überlege pb ich mich impfen lassen soll...ich flieg über weihnachten in'n osten...

airmaria
23.11.2009, 08:13
...da fällt der unterricht aus , weil die hälfte erkrankt ist...

es fällt auf, dass derzeit relativ viele schulen bzw. klassen geschlossen sind und zwar nicht wegen quarantäne oder aus anderen vorsichtsmassnahmen, sondern aufgrund des hohen krankenstandes.

dies scheint mir doch ein gewisser unterschied zu sein, gegenüber der üblichen saisonalen grippe.
die pandemische H1N1-grippe an sich verläuft derzeit glücklicherweise überwiegend mild, dennoch sollten wir mal einige zahlen bzw. aussagen zur saisonalen mortalitätsrate der saisonalen grippe überprüfen:

wenn in den usa bereits jetzt mit "nur" ca. 3900 toten von der "schlimmsten grippewelle seit beginn vergleichbarer aufzeichnungen" (dies ist erstaunlicherwiese allerdings erst seit 12 jahren der fall) gesprochen wird, ist hier irgendetwas schräg im vergleich zur üblichen standardaussage "bei uns sterben jährlich zigtausende an normaler grippe".

vereinzelt sind erwartungsgemäss mutationen aufgetreten, deren ausbreitung bislang jedoch selbstlimitierend blieb.
hier ist weiterhin ein ansatzpunkt für einen flächendeckenden impfeinsatz zu sehen, denn dieser hat auch longitudinale wirkung!
unabhängig davon ist gerade die impfung für personal mit patientenkontakt wichtig und sollte aus dem selbstverständnis des verantwortungsbewusstseins durchgeführt werden:

"Gerade bei Pflegern und Medizinern ist der Impfverdruss bedenklich: Sie haben direkten Kontakt zu den Patienten. Erschwerend hinzu kommt, dass eine Infektion für Menschen mit geschwächtem Immunsystem katastrophale Folgen haben kann: Frisch operierte und chronisch Kranke sind besonders anfällig für das Virus – für sie ist das Komplikationsrisiko durch eine Ansteckung mit dem sonst meist milde wirkenden Schweinegrippe-Erreger stark erhöht... Besonders dramatische Auswirkungen hat das für Säuglinge, die jünger als sechs Monate sind: Sie dürfen noch nicht geimpft werden. Liegt darüber hinaus eine Grunderkrankung vor, kann eine Grippeinfektion tödlich verlaufen."
aus einem interview mit Prof. Christian Ruef, Leiter Spitalhygiene, Unispital Zürich

naturgemäss gibt es bei neuen erregern keine langzeitergebnisse über einen entsprechend hierfür entwickelten impfstoff, lediglich für das kochrezept seiner bestandteile. bei den aktuellen impfstoffen haben die verwendeten bestandteile längst den geforderten nachweis erbracht. wer nun auf einzelnen theoretischen risiken herumreitet, tut dies natürlich mit einer gewissen denkbaren statistischen erfolgsquote, jedoch auf kosten anderer und nicht im zusammenhang mit dem grundverständnis seines berufes.
aber es ist natürlich für einen persönlich immer schöner, wenn der stoff schon vielfach getestet wurde und das schon möglichst lange, am besten in afrika oder sonst wo weit weg...

airmaria

Keenacat
23.11.2009, 09:58
:-dafür

philistion
23.11.2009, 15:56
Hab mal irgendwo gelesen, dass auch Ribavirin, welches im Moment hauptsächlich bei der HCV-Kombinationstherapie verwendet wird, sehr wirksam gegen den Erreger der neuen Grippe sein soll. Kann das jemand bestätigen, bzw. hat sonst noch jemand was darüber gelesen?

FirebirdUSA
23.11.2009, 16:21
@philistion: Pubmed hilft: http://content.nejm.org/cgi/content/full/361/17/1713

Zusammenfassung: Die in-vivo Datenlage ist nicht ausreichend und es fehlen entsprechende klinische Trials. In-vitro funktioniert es wohl gut.

Evil
23.11.2009, 16:39
bei den aktuellen impfstoffen haben die verwendeten bestandteile längst den geforderten nachweis erbracht. wer nun auf einzelnen theoretischen risiken herumreitet, tut dies natürlich mit einer gewissen denkbaren statistischen erfolgsquote, jedoch auf kosten anderer und nicht im zusammenhang mit dem grundverständnis seines berufes.
Das ist arg polemisch argumentiert und in der Sache schlicht und einfach falsch, aber darüber haben wir ja schon hinreichend diskutiert, deswegen erspare ich es mir und den anderen Forenusern, da jetzt noch näher drauf einzugehen.
Getretener Quark wird breit, nicht stark!

powerstudent
23.11.2009, 17:27
Wer behauptet eigentlich, Tamiflu hätte keinen Einfluß auf die Letalität?...es wurde doch als das Wundermittel für bereits Erkrankte propagiert. Soll das heißen, bei Patienten mit Grunderkrankungen und schwerem Verlauf brächte Tamiflu keine Vorteile mehr?

Wie steht es eigentlich mit dem Infektionsrisiko bei vermeintlich Infizierten?

Eine Kollegin, die permanent fiebrig schiefend und keuchend (neben mir!) im Büro saß und wegen dieser "Sache" mehrmals beim Arzt war, räumte in einem Gespräch überraschend ein, die Schweinegrippe "nun wohl schon gehabt zu haben" - den Symptomen nach war auch nicht von einer saisonalen Grippe auszugehen.

Unsere Firmenrichtlinien zum Thema H1N1 (Meldepflicht und Pflicht, das Büro bei ernsten Anzeichen NICHT zu betreten), wurden hier neben der möglichen Ansteckung anderer Kollegen mit Füßen getreten. Wobei man ihr keinen Vorwurf machen kann, da H1N1 nicht geprüft wurde und sie ihre Pflicht tun wollte.

Ich hoffe mal, daß mich die böse Überraschung nicht noch erwartet, da ich aktuell (noch?) nicht geimpft bin.

Wie sollen Betroffene sich und andere eigentlich schützen, wenn H1N1 nicht klar diagnostiziert wird und bei mildem Verlauf auch gar nicht unbedingt als solche erkennbar ist? Wer wegen Symptomen 7 Tage zu Hause bleibt, wird von der GL sicher auch was zu hören bekommen.

Ich sehe hier gewisse Widersprüche in der Praxis...

Ehemaliger User 05022011
24.11.2009, 10:30
Das ist arg polemisch argumentiert und in der Sache schlicht und einfach falsch, aber darüber haben wir ja schon hinreichend diskutiert, deswegen erspare ich es mir und den anderen Forenusern, da jetzt noch näher drauf einzugehen.
Getretener Quark wird breit, nicht stark!
nur weil airmina bei ihren Argumenten bleibt (ihre Beiträge lesen übrigens so einige Forenuser hier sehr gern, auch wenn du dir dies in deiner grenzenlosen Überheblichkeit vielleicht nicht vorstellen kannst - entschuldige bitte, dass ich das so sage, aber das, was du hier geschrieben hast ist einfach nur überheblich und unterhalb der Gürtellinie für einen jungen Arzt) steht es dir doch nicht zu in dieser Art zu antworten, also erspare uns Forenuser bitte nicht die Diskusion, die bis jetzt sehr interessant war, sondern solche Beiträge, wie den deinigen hier

Hoppla-Daisy
24.11.2009, 12:26
nur weil airmina bei ihren Argumenten bleibt (ihre Beiträge lesen übrigens so einige Forenuser hier sehr gern, auch wenn du dir dies in deiner grenzenlosen Überheblichkeit vielleicht nicht vorstellen kannst - entschuldige bitte, dass ich das so sage, aber das, was du hier geschrieben hast ist einfach nur überheblich und unterhalb der Gürtellinie für einen jungen Arzt) steht es dir doch nicht zu in dieser Art zu antworten, also erspare uns Forenuser bitte nicht die Diskusion, die bis jetzt sehr interessant war, sondern solche Beiträge, wie den deinigen hier
Ist ja mal interessant. Hast du ne Umfrage gemacht? :-))
Immer wieder herzerfrischend, deine Einwürfe ... oder sollte ich sagen: Auswürfe?

airmaria
24.11.2009, 12:49
heyheyhey... alles gut, kein problem: kenne evil persönlich und wir hauen uns bei anderen themen normalerweise nicht so die köpfe ein ;-)
das hier scheint etwas festgefahren, weswegen ich eben auch keine personengebundenen zitate diesbezüglich mehr verwende, auch wenn es mich manchmal sehr in den fingern juckt :-))
airmaria

...also: zurück zum thema

Ehemaliger User 05022011
24.11.2009, 14:58
Ist ja mal interessant. Hast du ne Umfrage gemacht? :-))

Glaubst du wirklich nur ihr kennt euch unter einander ?
Wenn du etwas genauer auch mal das lesen würdest, was andere schreiben, dann würdest auch du es auch wissen, was andere hier im Forum denken.

Linda.1001
24.11.2009, 15:38
Irgendwie seid ihr jetzt alle vom Thema weg und euch in den Haaren. :-?

Ehemaliger User 05022011
24.11.2009, 16:11
du hast völlig recht Linda, also


zurück zum thema

thinker
24.11.2009, 16:46
Also in dem Örtchen in welchem meine Eltern verweilen wurde nun in mehreren KiTas und Grundschulen die Schweinegrippe entdeckt bzw. vermutet. Nun ist es aber wohl so, dass die Kinderärzte alle sagen, dass sie nicht impfen.....geht das so einfach eigentlich, dass jeder Arzt sowas selbst entscheiden kann ?

Andererseits bekam ich zu hören, dass oftmals ein Verdacht auf Schweinegrippe vorläge, aber die Ärzte und auch ansässigen Krankenhäuser nicht mehr darauf testen....wie sieht es damit aus? Was kann man dazu sagen? Ebenso geschehen bei einem Geschwisterpaar wo bei dem einen Kind Schweinegrippe festgestellt wurde und die Eltern (mit dem Angebot der Kostenübernahme) gerne einen test für das andere Kind wollten.... ?!

Ich empfinde es als etwas befremdlich wenn in jenen Stätten (KiTa & co) Kinder infiziert sein sollen, aber alle noch "frei" rumlaufen und das Virus ggf. noch verbreiten, weil wohl niemand diese impfen oder testen will....