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Natürlich darfst man mir eine PN schreiben, ich habe die entsprechende Funktion auch eigentlich aktiviert.
Und danke für den Link. Ich bin nicht davon ausgegangen, dass man "Däumchen dreht", aber ich hätte erwartet, dass deutlich mehr automatisiert ist oder von Assistenzpersonal erledigt wird. Präparate in Scheibchen schneiden und das in möglichst hoher Geschwindigkeit schien mir jetzt nicht unbedingt etwas zu sein, für das man einen Mediziner braucht. Natürlich ist das Ganze etwas komplexer, vor allem bei den großen Präparaten, aber die scheinen ja nicht unbedingt die Masse an Einsendungen auszumachen, sehr vieles schien auch Kleinkram zu sein der sich vollständig begutachten lässt.
Stress entsteht ja durch viele Faktoren. Einerseits die Workload, andererseits das Maß an sozialer Interaktion oder der Frage wie anwechslungsreich die Tätigkeit ist. Man scheint immerhin die Arbeit die ansteht einfach wegarbeiten zu können, sicher immer auch mit der ein oder anderen Unterbrechung, aber man hat nicht diesen ständigen Input von allen Seiten und den Druck, sich am besten fünfteilen zu müssen. Es schien weniger Multitasking zu beinhalten.
Raum für Indivualität bleibt aber auch hier nicht. Man ist sicher vom Inhalt der Tätigkeit maximal austauschbar. Jeder tanzt in Uniform an, schiebt seine Schicht in der Fabrik und freut sich schon beim Betreten der Tür am morgen darauf irgendwann wieder ausstempeln zu dürfen. Eben das, was man in den USA als "blue collar work" bezeichnet. Wahrscheinlich würde man sehr negativ auffallen wenn man in "white/other collar" erscheinen würde...
Stellenangebote gibt es genug und ich denke auch mit Initiativbewerbungen ist man erfolgreich, da nicht alle Stellen ausgeschrieben werden.
https://www.iap-bonn.de/stellenboerse/
https://www.pathologie-dgp.de/pathologie/stellenangebote/
Auch wenn es nicht das Paradies ist: In der Pathologie ist i.d.R. nach 5 Tagen Wochenende. 52 mal im Jahr. Keine Nachtarbeit. Kein Einspringen. (Fast) keine Patienten- oder Angehörigengespräche. Und das Fach ist sehr spannend und vielfältig, wenn man sich darauf einlässt. Und unverzichtbar. Auf den Tumorkonferenzen ist "die Histo" oft der Dreh- und Angelpunkt der Therapieentscheidung.
Leider finden wir für AA-Stellen seit Jahren auch nur noch nicht-deutsche Bewerber mit großen Sprachbarrieren, die mühsam angelernt werden und dann nach einem Jahr wieder weg sind... Sehr frustrierend.
Zuschnitt: Das Delegieren an Assistenzpersonal ist eine rechtliche Grauzone. Viele machen es, auch aufgrund des Ärztemangels. Aber auch in jeder Appendix oder Gallenblase kann sich ein Tumor verstecken, der erkannt und eingebettet werden muss und jmd. muss den Kopf hinhalten wenn es verbaselt wird... Es wäre daher gut, wenn es dafür eine eigene Ausbildung oder Weiterbildung gäbe.
Ich mag am Fach dass man (meistens) was extrem wichtiges macht, auch wenn es in der täglichen Fließbandarbeit, wie schon richtig herausgestellt, oft untergeht. Spätestens wenn jedoch ständig die Chirurgen oder andere Kliniker anrufen und Fragen haben (oft auch zu Aspekten die man gar nicht für wichtig gehalten hatte primär) fällt es einem wieder ein, aber auch wenn man mikroskopiert und denkt "sch*** was ist das denn jetzt schon wieder, das hab ich noch nie gesehen oder sind das jetzt höchstgradig reaktive Mesothelien oder schon Tumorzellen, erstmal zum Oberarzt xD"
In der Klinik hatte ich irgendwann die Schnauze voll, ich bin eher dümmer geworden als was zu lernen weil man der Idiot vom Dienst und nichts anderes ist als eine besser bezahlte Sekretärin. Und ich hatte absolut nicht das Gefühl irgendwas sinnvolles zu leisten. Die Oberärzte haben meistens auch nur die nervige Schreibarbeit erledigt. Das wollte ich alles nicht, auch wenn mir in der Patho der Patientenkontakt fehlt und der menschliche Austausch. Wenn man jedoch nach Feierabend noch was mit Freunden unternimmt oder seine Familie öfter besucht gleicht sich das eigentlich wieder aus. Manche brauchen aber vielleicht auch dieses "Feeling" mit weißen Kittel irgendwo rumzustolzieren für sein Ego. Das wird man in der Patho nicht haben.
Wenn man sich zudem selbst unterhalten kann und nicht ständig Input von Extern braucht ist Patho ein super Fach, und super anspruchsvoll wenn man gut werden will. Der Markt sieht auch nicht gut aus, gibt kaum noch gute Bewerber, meistens dann nur an den großen klassischen Häusern (München, Berlin, Hamburg etc). Und die Sorge dass die KI den Beruf unnötig werden lässt kann ich zumindest für die nächsten 20 bis 30 Jahren nicht teilen. Vielmehr wird die KI den ganzen Mist rausfiltern und dir nur die Lymphknoten zeigen wo ein Tumor ist und der Pathologe bestätigt das. Zuschneiden von komplexen Präparaten kann auch keine Maschine (und ich kann nicht bestätigen dass das die Ausnahme ist, bei uns gibt es super viele große OP-Präparate).
Meines Erachtens ist Patho auch zu komplex um alles der KI anzuvertrauen, nur mal paar Beispiele die sehr fehleranfällig sind: ist die Metastase jetzt extrakapsulär oder ist diese Kollagenlamelle noch die äußerte intakte Kapselfaser (therapierelevant für HNO)- sind diese zwei Tumorzellen jetzt im Fettgewebe oder noch in der Muskulatur (T2 vs T3 Darm)- sind diese Zellen hochgradig atypische Fibroblasten oder Residuen eines Urothelkarzinoms- lässt sich die Immuno mehr in die Richtung eines hochzellulären Fibroadenoms oder schon in einen Phylloides-Tumor interpretieren etc etc- ich glaub eine KI würde in jedem Fall ständig ein neues Ergebnis rausspucken
Das ist auch mein Problem: In der Klinik hat man irgendwann Angst zu "verblöden". Es ist einfach nur unglaublich viel, aber eher körperlich und psychisch belastend, intellektuell fordert es einen nicht, beziehungsweise beschämend wenig im Vergleich zu dem, was andere Akademiker machen. Wenn der Bekanntenkreis überwiegend aus solchen besteht kann man das nur schwer verdrängen.
Der "Kittel fürs Ego" würde mir nicht fehlen, im Gegenteil, ich finde es besser, wenn man selbst über sein Erscheinungsbild entscheiden, in zivil unterwegs sein darf statt in Uniform im Gleichschritt herumzustolzieren.
Klar ist das jetzt sehr böse formuliert, aber gewisse Parallelen zum Militär meinte ich teilweise schon zu erkennen.
Was die KI angeht, hätte ich auch Interesse das vielleicht in irgendeiner Form mit weiterzuentwickeln. Dafür wird man domain knowledge brauchen, insofern wird das die Workload der jetzigen Pathologen - und die Nachfrage nach solchen - vielleicht sogar erhöhen. Unter Umständen könnte man es damit sogar zu einem Unternehmen schaffen, welches solche Software entwickelt. So schnell wird das kein kompletter Selbstläufer, eher wird man wahrscheinlich die genannten "Arztsekretäre" durch eine KI ersetzen. Oder zumindest den überwiegenden Teil ihrer Tätigkeit.
DonatusvHB
07.06.2022, 18:01
Der "Kittel fürs Ego" würde mir nicht fehlen, im Gegenteil, ich finde es besser, wenn man selbst über sein Erscheinungsbild entscheiden, in zivil unterwegs sein darf statt in Uniform im Gleichschritt herumzustolzieren.
Klar ist das jetzt sehr böse formuliert, aber gewisse Parallelen zum Militär meinte ich teilweise schon zu erkennen.
Was ist denn an dem Vergleich mit dem Militär "böse"? Ich würde mir ehrlich gesagt wünschen, dass Bereichskleidung viel eindeutiger eine Zuordnung der Tätigkeit ermöglicht. Aber in diesem merkwürdigen Deutschen Einheitsbrei bzw. "jeder darf tragen, was er/sie mag", erkennt man gar nichts mehr. Wenn ich auf eine Station komme, auf der ich niemanden kenne, dann ist es enorm hilfeich, wenn man auf den ersten Blick sieht, wer Ärztin/Schwester/Physiotherapeutin/Phlebotomistin/Stationssekretärin/Stationshilfe/Reinigungspersonal ist.
Noch entscheidender ist sowas in Notfallsituationen, wenn man dann für die Delegation von Aufgaben sofort zuordnen kann, bei wem man welche fachliche Qualifikation voraussetzen darf.
Nicht zuletzt Patienten, für die das alles noch verwirrender ist, bietet das äußere Erscheinungsbild (zB unterschiedliche Kasack-Farben) eine sehr gute Orientierung. Frag mal einen alten Patienten, wer da gerade bei ihm im Zimmer war. die meisten verstehen kaum, wer da nun was gesagt hat. Es sei denn es war ein halbwegs arroganter Mann in den besten Jahren, das war dann der Arzt :-))
Die Funktion der spezifischen Kleidung ist beim Militär also die gleiche, es geht um ein schnelles Erkennen von Zuständigkeit und Qualifikation. Das sind sinnvolle Schubladen und ich wäre froh, wenn man den falsch verstandenen Gleichheitsgedanken nicht einfach unreflektiert sinnlos überall drüberstülpt, wo Übersicht und Ordnung hilfreich ist.
Gleichberechtigung bedeutet ja, dass man Unterschiede erkennt und trotzdem unabhängig von der Berufsgruppe einen respektvollen Umgang pflegt. Wenn das nur funktionieren würde, indem man die Zugehörigkeiten unkenntlich macht, wäre es ja Fake.
Interessant, wo warst du denn? Ich habe nicht den Eindruck, dass da viel Raum für Individualität gelassen wird. Angeblich ist das auch Teil von Dienstverordnungen bzw. Betriebsanweisungen, dass bestimmte Vorgaben verbindlich gelten, und wahrscheinlich würde man gekündigt werden wenn man sich nicht daran halten würde. Zumindest offiziell, kann aber sein, dass man - sofern der Personalmangel nur drängend genug ist - so gut wie alles durchgehen lässt. Eigene Kleidung, Schmuck, Uhren sowieso.
Was das eigentliche Ausgangsthema angeht: Wenn man auf die Links klickt oder auf einschlägigen Jobbörsen sucht, dann wollen die immer einen Facharzt, maximal vielleicht noch Assistenzarzt in fortgeschrittener Weiterbildung. Mitte dreißig, Quereinstieger, neu in dem Fach, so was scheint keiner wirklich zu wollen.
Feuerblick
07.06.2022, 21:19
Nun, wenn die Bewerbersituation so schlecht ist, wie hier geschrieben wird, dürften die Angaben in Stellenanzeigen wohl Wunschdenken sein.
Wer sich trotz der Insiderinfos z.B. hier im Thread nicht bewirbt, weil er meint, er passe nicht auf die Stellenanzeige, der hat was nicht verstanden und ist selbst schuld.
Das gilt übrigens für jede Stellenanzeige. Eine Bewerbung bedeutet, du bietest dem Arbeitgeber deine Arbeitskraft an. Du bist kein Bittsteller, du bietest was. Und der Arbeitgeber kann entscheiden, ob er das Angebot annimmt oder ob es ihm zu weit weg von seinen Vorstellungen ist.
Hallo :)
Kann mal jmd was zu den Gehältern von niedergelassenen Pathologen sagen ?
Sind die mit der Radio vergleichbar ?
Wie hoch wären denn die Hürden sich niederzulassen ?
Wie wird das wohl in Zukunft aussehen ?
schnurrbart_93
11.06.2022, 10:57
Hallo zusammen! Mich interessiert, wie oft bei Euch Fehler beim Zuschnitt auftreten? Ich denke, das ist etwas sooo Schlimmes, wenn man weiß, dass zu einem Fehler gekommen ist. Man hat dann so ein schlechtes Gewissen. Man kommt nach Hause und kann das aus dem Kopf nicht schlagen. Mir ist zum Beispiel passiert, dass mir, beim Wiegen eines Lymphknotendissektates, ein Lymphknoten neben die Waage gefallen ist, den mein Kollege später gefunden hat.
Hallo zusammen! Mich interessiert, wie oft bei Euch Fehler beim Zuschnitt auftreten? Ich denke, das ist etwas sooo Schlimmes, wenn man weiß, dass zu einem Fehler gekommen ist. Man hat dann so ein schlechtes Gewissen. Man kommt nach Hause und kann das aus dem Kopf nicht schlagen. Mir ist zum Beispiel passiert, dass mir, beim Wiegen eines Lymphknotendissektates, ein Lymphknoten neben die Waage gefallen ist, den mein Kollege später gefunden hat.
Mund abputzen und weitermachen. Fehler passieren und gehören dazu.
@ Feuerblick:
Du hast absolut Recht. Nur ist derzeit auch extrem wenig ausgeschrieben. Mag sein, dass es nicht augeschriebene, aber freie Stellen gibt; nur wie soll man die Orte identifizieren an denen das der Fall ist? Schwierig.
Was ist daran so schwer? Anrufen, Initiativbewerbungen schreiben, etc.
Völlig alltäglich eigentlich.
Loreleye
22.06.2022, 22:35
Ich habe mal in einem Ratgeber gelesen, bevor man keine 100 Bewerbungen abgeschickt hat, braucht man sich keine Gedanken zu machen. Zudem ist es aktuell ganz einfach, sich zu bewerben. Viele Kliniken und Organisationen haben Bewerberportale, auch für Initiativbewerrbung. Ansonsten eine Email, im Anhang der Lebenslauf und Motivationsschreiben als PDF, 5 Min Arbeit und fertig ist es. Gefühlt wird in der Medizin nur jede 10. Stelle ausgeschrieben, daher lieber viele Bewerbungen auf alle in Frage kommenden Positionen rausschicken.
Man braucht keine Ledermappe mehr :-)
Roadkiller
26.06.2022, 07:13
Einfach Anrufen, freundlich sein, sagen dass man Interesse am Fach hat und gern hospitieren würde zur Orientierung, wenn nicht schon geschehen. Der Rest wird sich ergeben. Viele Stellen werden nicht ausgeschrieben. Kompetenz, Lernfähigkeit und eine reife unkomplizierte Persönlichleit überwiegen immer das Bisschen geforderte Erfahrung.
KetaminKyle
11.07.2022, 02:53
Werden eigentlich in eurer Erfahrung überall die Befunde diktiert statt geschrieben?
schnurrbart_93
28.07.2022, 19:44
Ich bin quasi neu in der Pathologie und habe eine Frage an die fortgeschrittenen Kollegen und Fachärzte. Aus welchen Büchern lernt ihr/habt ihr gelernt? Lernt ihr überhaupt nach der Arbeit oder reicht es euch aus, was ihr bei der Arbeit schafft zu lernen. Ich verbringe sehr viel Zeit am Zuschnitt, was für Anfänger normal ist, das verstehe ich, und man lernt natürlich auch während des Zuschnitts sehr viel, aber ich würde gerne die Anatomie und die Histologie ein bisschen auffrischen und auch das Pathologie-Wissen etwas vertiefen. Oder soll ich einfach fleißig zuschneiden und dabei weiterhin lernen. Wie habt ihr das am Anfang gemacht?
Roadkiller
29.07.2022, 21:16
Ich würde sagen, nach der Arbeit hinsetzen und lesen, lesen, lesen, wie mein alter Chef zu sagen pflegte. Für den Anfang fand ich die Rosai- und Fletcher-Bücher (Diagnosti Histopathology of Tumors) gut. Die Remmeles sind nett weil auf deutsch, aber manchmal unvollständig, die Stichwortverzeichnisse sind schlecht. WHO-Bücher muss man haben oder nutzen, allein schon wegen der aktuellen Nomenklatur.
schnurrbart_93
30.07.2022, 05:57
Ich würde sagen, nach der Arbeit hinsetzen und lesen, lesen, lesen, wie mein alter Chef zu sagen pflegte. Für den Anfang fand ich die Rosai- und Fletcher-Bücher (Diagnosti Histopathology of Tumors) gut. Die Remmeles sind nett weil auf deutsch, aber manchmal unvollständig, die Stichwortverzeichnisse sind schlecht. WHO-Bücher muss man haben oder nutzen, allein schon wegen der aktuellen Nomenklatur.
Vielen Dank für den Tipp. :)
Riesenzelle
03.08.2022, 14:43
Hallo zusammen :)
Ich mache im November/Dezember mein drittes Staatsexamen und hab mich für Patho als zukünftige Fachrichtung entschieden, da es für mich einfach das spannendste Fach ist und ich die Arbeitsweise mag. Habe Famulatur und PJ-Wahltertial in der Patho gemacht und auch schon ein paar Initiativbewerbungen verschickt.
Falls jemand Tipps und Hinweise für v.a. Rheinland/Ruhrgebiet hat, würde ich mich über eine Nachricht sehr freuen liebe Grüße
clyde_frog
10.08.2022, 20:50
Hallo,
wie ist denn die Situation mit Stellen in der Patho? Ist es schwer was zu finden? Ich werde demnächst mein M3 ablegen und möchte in die Patho.
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