Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Würdet ihr eure Uni weiterempfehlen?
searchgirl
01.09.2011, 22:15
@xke75:
Dies war vllt. vor ein paar Jahren so. Durch die Umstrukturierung der Klinik (keine Semester mehr, zwischendurch 7 Monate frei für Doktorarbeit, Famulatur etc.) fertigen mehr Studenten Doktorarbeiten (insbesondere experimentelle) an. Außerdem wird die Forschung durch den neuen Campus und deren Gegebenheiten angetrieben.
Im Großen und Ganzen wird in Zukunft immer mehr auf die Forschung gesetzt....
m.rhomboideus
01.09.2011, 22:23
hey, ich hätt mal ne frage, wie es mit dem ruf von greifswald besteht. mir ist klar, dass es in den Rankings von den studenten sehr gut bewertet wurde, aber in der forschung is da ja nich viel los. ich will medizinstudieren, die forschung interessiert mich zwar nich so, aber ich hab gehört, dass die unis, die am besten forschen, den besten ruf haben. also sehen die berufschancen für später schlechter aus?
ja, richtig schlecht. ;-)
mal als kleiner denkanstoß: was nützt es dir als student, wenn dein prof die zigmillionste publikation raushaut und dann desinteressiert in den hörsaal schlurft, weil ihm die studenten eigentlich eh nur auf den geist gehen??
danke für die schnelle antwort.
aber ich meinte eher, wie die berufschancen als arzt später stehen, wenn man an einer uni war, die vllt. weniger renommiert ist. wie sieht aus dem blickwinkel betrachtet der ruf von greifswald aus?
searchgirl
01.09.2011, 22:29
@xke75:
Über die Berufschancen brauchst du dir wirklich keine Gedanken machen! Greifswalder Absolventen sind überall (sehr) gut angesehen (gerade durch die Intensität der Lehre). Selbst renommierte Kliniken nehmen gerne Studenten von hier.
searchgirl
01.09.2011, 22:30
Greifswald ist so ein kleiner Insider-Tip bei Professoren anderer Unis und Kliniken....
danke für die antworten. das beruhigt mich jetzt echt, denn für nen wechsel ist es ein bischen zu spät, brauch ich ja jetzt auch nicht mehr. danke nochmal
hey, ich hätt mal ne frage, wie es mit dem ruf von greifswald besteht. mir ist klar, dass es in den Rankings von den studenten sehr gut bewertet wurde, aber in der forschung is da ja nich viel los. ich will medizinstudieren, die forschung interessiert mich zwar nich so, aber ich hab gehört, dass die unis, die am besten forschen, den besten ruf haben. also sehen die berufschancen für später schlechter aus?
Nein, es ist völlig egal, wo in Deutschland du studiert hast. Schau einfach, wo du einen Platz bekommst, du dich wohlfühlst und wo es eine gute Lehre gibt - Letzteres ist in Greifswald nach allem, was ich gehört habe, definitiv der Fall. Und auch eine anspruchsvolleexperimentelle Doktorarbeit findest du in Greifswald ohne Probleme, solltest du dich später doch für Forschung interessieren.
Was du NACH deinem Studium machen möchtest, ist eine andere Frage. Wenn du eine universitäre Laufbahn anstrebst, dann gehört Forschung logischerweise dazu. Jede Uni hat ihre individuellen wissenschaftlichen Schwerpunkte, d.h. wenn du dich für einen bestimmten Bereich interessierst und dort forschen möchtest, ist es sinnvoll, sich gezielt an Unis zu bewerben, wo du entsprechende Möglichkeiten vorfindest. Für Oberarzt- und Chefarztpositionen spielt es dann schon eine Rolle, wo man ausgebildet wurde, wie aktiv man in der Forschung war, wie viele Drittmittel man eingeworben hat usw.
Nein, es ist völlig egal, wo in Deutschland du studiert hast....
Für Oberarzt- und Chefarztpositionen spielt es dann schon eine Rolle, wo man ausgebildet wurde, wie aktiv man in der Forschung war, wie viele Drittmittel man eingeworben hat usw.
und falls ich später in eine oberarztposition wollen sollte, wäre die wahl greifswald dann trotzdem vorteilhaft?
denn es spielt ja anscheinend schon eine rolle, wo man ausgebildet wurde. hat die uni in diesem sinne einen guten ruf?
Es ist sowas von völlig egal, wo du studiert hast. Jetzt, später und immer.
marinekeks
02.09.2011, 01:07
So, da Ulmer scheinbar seltene Exemplare sind, werd ich mal was dazu sagen, aufgrund der bald anstehenden Mündlichen werd ich mich aber mal kurz fassen...
Ulm ist eigentlich wirklich schön. Es hat viele verschiedene Seiten, z.B. die wirklich absolut geniale Altstadt bzw. das Fischerviertel an der Donau und gleichzeitig überall diese ominösen futuristisch-künstlerischen "Dinge", die überall in der Stadt verstreut auftauchen... Das Kneipenviertel ist wirklich toll, aufgrund der Größe der Stadt allerdings nur nach Klausuren und am WE in Gange... Wohnungen sind rar und teuer, wer sich hier bewirbt kümmert sich am besten noch gegen Ende Juli um einen Wohnheimplatz (der allerdings auch nicht günstig ist, aber dafür qualitativ recht gut für ein Wohnheim, dazu mehr unter www.studentenwerk-ulm.de), andere Wohnung sind noch seltener und auch nicht günstig. Allerdings übertreiben die Damen vom Studentenwerk auch immer total, nicht persönlich nehmen, einfach weiternerven...
Studiengebühren gibt's, also 500 Euro plus 102 Euro Studentenbeitrag/Verwaltungsbeitrag, Semesterticket kostet 85 Euro pro Semester und gilt im Umkreis von Ulm.
Zur Uni:
Hauptsächlich Campus-Uni mit Uni Ulm, HS Ulm, BWK und Uniklinik ("bald" auch mit neuer Chirurgie) und RKU, ein paar Kliniken des Uniklinikums sind noch in der Stadt auf den anderen Bergen verstreut, stört in der VK überhaupt nicht, da muss man eh nicht hin. Die Uni selbst ist sehr eigenartig in Form eines Koordinatensystems aufgebaut und das Ebene 1 ist zur Verwirrung aller Studenten und Mitarbeiter im Keller... Man gewöhnt sich dran. Wer Krankenhausduft mag: die Uniklinik ist direkt mit der Uni verbunden und auf dem Weg zur Bib muss man zwangsläufig durch. (Von wegen Klinikintegration ins Studium :-)) )
Ein besonders großer Vorteil für Mediziner: die MedFak ist die größte Fakultät mit den meisten Studenten und daher auch dem meisten Anteil aus dem großen Topf und somit auch immer die ersten, die irgendwelche tollen Geräte oder neue Gebäude oder was auch immer der gemeine Mediziner im Studium so braucht, bekommen. In der Vorklinik hieß das: tolle neue Zeiss-Mikroskope, sehr gute Ausrüstung für's Physiopraktikum, Kittel/Präpbesteck/Schutzbrille gibts in der VK von der Uni geschenkt. Die Bib ist super ausgestattet, wenn was fehlt, einfach beantragen, wird gekauft. Von den Standardlehrbüchern sind immer die neuesten Auflagen da, aber meist kauft man sich die ja eh selbst...
Man kann in Ulm nur im WS anfangen, es sind pro Jahr etwa 300 Mediziner plus Zahnis und Molmeds, also alles recht überschaubar, die Kurse sind nicht überlaufen, die Seminargruppe (meist ca. 20) und Präptische (10 Leute plus Tutor) in vernünftiger Größe. Tutoren sind meist studentisch - ergo ein guter Nebenjob in der Uni zu haben bei guten/sehr guten Leistungen (aufgrund der Nachfrage)...
Zur Lehre:
1. FS: Physik, Chemie, Bio, EKM, Psycho, Anatomie-Seminar, Terminologie
2. FS: Physio-VL mit Klausuren (neuerdings Voraussetzung für's Praktikum), Histo, Psycho, EKM und ein paar "Integrierte Seminare" (Vertiefung, bisschen Klinik, Zusatzwissen)
3. FS: Präpkurs, Physio-Praktikum, total sinnlose BC-Vorlesung (in die geht eh keiner wegen Präpkurs), der Rest "Integrierte Seminar" (leider garnicht integriert, sondern in den Semesterferien, meinen Frust darüber bin ich schon in der Evaluation losgeworden...:-kotz )
4. FS: BC, Physio-Seminar
Im Allgemeinen gibt's die VK in Ulm definitiv nicht geschenkt. Das erste Semester war mir zu lasch, ich hätte gern was vorgezogen vor lauter Langeweile. Man sollte sehen, da gleich das Wahlfach zu machen, später wirds nur schwerer, zum Glück wird alles vom Spracheninstitut angerechnet. Das 2. Semester ist schon bisschen härter, vorallem Histo sollte man echt ernst nehmen. Ab dem 3. Semester kommt man aus dem Lernen nicht mehr so richtig raus, der Präpkurs ist schon wahnsinnig detailliert, die Testate je nach Prüfer entsprechend schwer. Sehr viel Eigenstudium (ich persönlich mochte das lieber als diese ewigen Vorlesungen...). Das Physio-Praktikum ist nicht so schwer, hauptsächlich weil die VL im 2. Semester wirklich gut waren und die wichtigen Inhalten so intensiv abgefragt wurden, dass man sie nicht wieder vergessen konnte. So ging das auch im 4. Semester weiter mit Physio. Biochemie lernen die meisten in den Semesterferien nach, es ist für die erste Klausur im 4.FS wichtig. Im Praktikum werden die Basics im Vorseminar nochmal wiederholt, dann kommt der entsprechende Praktikumsversuch plus Nachbesprechung. Insgesamt ist das Praktikum selbst wenig zeitaufwändig, wieder hauptsächlich Eigenstudium der VL-Folien... Wer dieses verschulte Studium mit ständigen Anwesenheitspflichten mag, wird sich in Ulm wahrscheinlich schwer tun, denn die Klausuren sind eher schwer und die Seminare nur zur Wiederholung sinnvoll. Die Vorlesungen sind bestimmt gut (ich persönlich kann nur Anatomie, Histo und Physio beurteilen), wenn man durch Anhören lernen kann.
Zum Thema praxisnah vs. theoretisch: Ich kann nur Ulm beurteilen und ich fand, man hat sich sehr bemüht, die Wichtigkeit der Inhalte mit klinischen Beispielen zu vermitteln. Man darf allerdings nicht vergessen, das die VK quasi das Grundstudium ist und keine Ausbildung. Ein Studium hat theoretisch zu sein, es sind die Grundlagen (auch wenn man den Großteil eh wieder vergisst..), die man dann fürs Hauptstudium braucht und ich denke, auch wenn die ganzen Kanäle in Physio und die ganzen Signalproteine in BC wieder verloren gehen (spätestens zwei Wochen nach der Prüfung), hat man ein gewisses Grundverständnis für den Ablauf entwickelt und das behält man für die Klinik.
Insgesamt finde ich die Lehre in Ulm sehr gut, die VK hat auch einen wirklich guten Ruf. Zur Klinik kann ich noch nichts sagen...
Besonders begeistert bin ich immer wieder von der gewaltigen Sammlung an Altfragen/Altklausuren/Prüfungsprotokollen, die einem eigentlich sicher zu 'ner guten Note verhelfen. Zum Teil werden die auch von den Instituten selbst veröffentlicht.
Fazit: Ich würde Ulm für die VK auf jeden Fall empfehlen, trotz Studiengebühren (die werden m. M. nach gut genutzt). Wer jetzt Angst hat vor der "schweren" VK - man ist dann eben besser auf's Physikum vorbereitet ;) Es ist m.M. nach auch nicht übertrieben schwer.
Achja: In Ulm gibt's noch einen Feiertag zusätzlich: den Schwörmontag (man google nach Nabada und schaue sich die Bilder an :-)) )
Homburg auf keinen fallll bitteeeee
LacrimaCor
02.09.2011, 08:35
Homburg auf keinen fallll bitteeeee
?
Mir gefällts hier. :-)
Hat jemand noch eine (abweichende) Zweitmeinung zu München oder stimmt ihr den Ausführungen von Thunderstorm auf Seite 25 uneingeschränkt zu?
Wurde die Anatomie inzwischen umgebaut?
marinekeks
02.09.2011, 10:43
So ganz schlecht ist München nicht. Es ist ein Massenbetrieb - ja sicher schrecklich, die Uni ist urururalt und die Räume (ich kenn zumindest die Anatomie noch von vor zwei Jahren aus meiner Ausbildung) sehen entsprechend aus. Die Ausstattung ist nicht besonders...
Die Stadt ist unheimlich teuer, wer Münchner Mietpreise gewöhnt ist, hält alles andere für das Wohnparadies, mit 12 Euro pro m² ist man in der Stadt dabei, am Stadtrand in den Vorstädten sind's immerhin schon mal "nur noch" 10 Euro/m². Und die Wohnungssuche ist ein echter Alptraum...
Semesterticket gibt's keins, man kauft sich ein normales vergünstigtes Monatsticket. (Es sollte mal ein Semesterticket geben, aber die LMU'ler fanden wohl ihren Porsche günstiger..) Wer sich über 80 Euro für ein Semesterticket (was ein ganzes Semester gültig ist) aufregt, sollte in München lieber das Fahrrad nehmen...
Die Kliniken lassen einen teilweise ernsthaft an der medizinischen Versorgung zweifeln, es reicht von 50er Jahre Standard, schlechter Bausubstanz bis vollsterilen OP-Säle für Endoprothetik (so mit Ganzkörperanzügen^^). Personell katastrophal unterversorgt.
Aaaaaaber:
In München kann man absolut alles machen. Einkaufen - wie in jeder großen Stadt katastrophal nervig, aber man bekommt auch einfach alles, was man sucht. Ich kenne auch niemanden, der sich je über "nichts los" und keine Party beschwert hat, gibt's mit Sicherheit täglich irgendwo. Das Freizeitangebot ist einmalig, München hat einen ganzen Haufen riesiger Kletterhallen (die größten, man kann Wochen drin verbringen und hat noch nicht alles geklettert....), die Alpen sind direkt vor der Haustür, wer Wasser lieber mag, fährt an die unzähligen Seen rund um München.
Wohnungen: gibt's natürlich auch, nur eben nicht günstig. Oder günstig und hässlich... Wer den Lärm der Großstadt nicht mag, sucht sich was am Stadtrand, die U-/S-Bahnverbindungen geben das auf jeden Fall her! Da ist auch die Miete "billiger"... Wer lange sucht, der findet.
Die Kliniken sind riesig und haben alle erdenklichen Fachbereiche, man sieht hier einfach unheimlich viel, trotz der allgemeinen Umstände fand ich persönlich mein Praktikum besonders lehrreich. Und es gibt auch ein paar wirklich schöne Kliniken (allerdings nicht die Städtischen und Rechts der Isar..).
Zur Uni selbst kann ich leider nichts sagen, da ich (noch) nicht in München studiert hab. Aber wem auch das Umfeld wichtig ist, da ist München jetzt nicht so schlecht.
Da ich nun garkein Großstadtmensch bin, fand ich München lange unerträglich, und ganz besonders sauber ist München jetzt nicht (auch wenn die Münchner da immer drauf bestehen..), aufgrund der Menschenmassen kann ich auch das Oktoberfest nicht leiden (huch, das ist ja wirklich ein no go). Aber ich liebe diese Kleinstadtidylle am Stadtrand, die Nähe zu den Alpen und wenn man mal was braucht, ist man in 20min am Stachus im Zentrum. Hat man mal einen Tag Zeit, fährt man eben etwas Richtung Süden und hat Natur satt.
Und München selbst hat auch sehr schöne Seiten...
Vielen Dank marinekeks!!
Die von dir angesprochenen Vorzüge kenn ich.. ich wohne nämlich in "Richtung Süden" und hätte eine Strecke von ca 45 Minuten mit dem Zug zum Münchner HBF. Deshalb würde ich (zumindest vorerst) auch garnicht nach München ziehen, und mir so die teuren Mieten sparen.
Merkt man das mit der Massenuni wirklich so krass? In den Seminaren, Präpkurs usw. ist man doch sicherlich in kleinere Gruppen aufgeteilt oder?
Pinkilein
03.09.2011, 16:30
Also ich bin seit dem 1. Semester in München und mir gefällt es eigentlich sehrt gut!
Klar, in den Vorlesungen ist es oft sehr voll (kommt halt auf das Fach und den Dozenten an) und es kann sein, dass man nur eine Videoübertragung sehen kann, aber das finde ich überhaupt nicht schlimm. Bei Fragen gibt es immer die Möglicheit die Dozenten per Mail zu kontaktieren (hab ich auch schon mal gemacht und habe sehr schnell eine freundliche Antwort erhalten).
Die Seminare sind dann in deutlichen kleineren Gruppen (meist 20 Studenten). In den Parktika ist man bei den Versuchen meist zu zweit (Biochemie, Physik, Biologie) oder sogar allein (in Chemie). Im Präpkurs waren wir zu zehnt an einem Tisch. Für die Anzahl an Studenten finde ich das echt ok.
Bei so vielen Studenten ist es natürlich schwierig kurzfristig Kurse zu verschieben aber dass es in München einfach viele Leute sind weiß man ja schon bei der Bewerbung.
Der Umbau der Anatomie ist im Moment noch voll im Gange, wie genau die Situation für die nächsten Erstsemestler aussieht weiß ich leider nicht.
Wie schon gesagt, mir gefällt es in München sehr gut und ich würde immer wieder hier anfangen. Es ist wahrscheinlich einfach geschmackssache...:-D
Super, vielen Dank!! Ich denk ich werds einfach probieren :-)
Mr. Pink online
04.09.2011, 14:12
Ich würde das Kriterium "überfüllte Vorlesungen" mal komplett aus der pro/kontra-Überlegung rausnehmen. Ich hab in 2 Jahren Vorklinik im besten Falle 5-10% der Vorlesungen besucht, das machen recht viele so. Daher kann einem getrost egal sein wie die Vorlesungen sind.
Praktika sollten strukturiert und überschaubar sein, das ist viel wichtiger. Wenn 12 Leute an der Leiche stehen wirds ätzend.
Wollt nur mal sagen, dass ich den Thread super finde! Erfahrungsberichte sind doch was anderes als die gesammelten Infos ausm Internet... Werde jetzt auch Unis in Betracht ziehen, die nicht auf meiner Liste standen :)
Saphira.
05.09.2011, 22:45
Sooo, dann erzähl ich mal ein bisschen was zu Homburg.
Um von vorne zu beginnen, zuerstmal war es für mich ein riesen Schock, dass ich mit meiner Abinote damals um wenige Plätze an der Uni gescheitert bin, an die ich eigentlich wollte und stattdessen in Saarland "zwangsversetzt" worden bin. Ich dachte wirklich, jetzt geht die Welt unter und schlimmer hätte es nicht kommen können - heute, also 2 Jahre, viele Klausuren und ein Physikum später muss ich zugeben, dass mir vermutlich nichts besseres hätte passieren können!
Das 1. Semester ist in Homburg wie an den meisten Unis relativ lasch, man fängt an mit den Grundlagen für Physik, Biologie und Chemie sowie Psychologie und bringt einige mehr oder weniger lästige Veranstaltungen hinter sich. Unterm Strich hat man relativ wenige und gut verteilte Klausuren und somit super viel Zeit um sich erstmal in Homburg einzugewöhnen. Da außerdem fast jeder in Homburg nicht freiwillig dort ist, ergibt sich schon vom ersten Tag an ein Zusammenhalt, den man so wohl in kaum einer anderen Uni wiederfinden wird und dieser wird auch mit jedem Semester noch stärker. Und genau das ist der größte Pluspunkt von Homburg, hier freut man sich mit jedem der besteht und so etwas wie Neid oder Missgunst ist mir wirklich selten begegnet. An so mancher Eliteuni hab ich von dort studierenden Freunden da ganz schön hässliche Dinge gehört, auf die ich glücklicherweise in den letzten 2 Jahren verzichten durfte.
Im 2. Semester gibt es dann Histologie und Biochemie und damit auch schon den ersten Hammer. In Biochemie fallen jedes Jahr in der 1. Klausur zwischen 65 und 80% der Studenten die die Klausur zum ersten Mal schreiben durch und die vielen Referate die man vorbereiten muss, ohne zu wissen, ob man sie danach überhaupt halten darf, sind sehr zeitraubend. Im Anbetracht auf mein Physikum hin muss ich aber sagen, mir hats wohl was geholfen, durch den vielen Druck war mein Ergebnis in Biochemie trotz nur 10 Tagen Lernvorbereitung für das Fach gar nicht so übel... und Histologie ist gut zu machen und auch deutlich weniger zeitaufwändig. Außerdem stehen hier noch die Psychologiekurse an und das EKM für Anatomie.
Im 3. Semester geht es dann mit dem Eingangstestat los, da wird erstmal ordentlich ausgesiebt, so dass nur die Glücklichen auch einen Platz am Präptisch ergattern. Die 8 Wochen die danach folgen, sind dann der blanke Horror mit weiteren 4 Testaten und je nach Tischdozent täglichen An- und Abtestaten. Im Anbetracht auf das Physikum, kann natürlich auch das von Vorteil sein, ist aber für manch einen so viel Druck, dass er durch ein Testat zweimal durchfliegt und dann ein halbes Jahr später ALLE Testate nochmal machen darf. Leider eine sehr unglückliche Regelung die sich schon hält seitdem Homburg im Physikum in Anatomie eine der Unis ist, die am besten abschneidet. Für einige von uns, war das aber bestimmt die Katastrophe, denn sie durften dann alle Testate im 4. Semester nocheinmal wiederholen und das oben drauf noch an einer Fremden Physikumsleiche. Am Ende steht dann noch Pathobiochemie an, eine sehr interessante Veranstaltung mit 34 Referaten die jeder vorbereiten muss und wieder nicht weiß, welche davon er halten darf. Die Abschlussklausur dagegen ist soweit in Ordnung und mit etwas Vorbereitung auch gut machbar!
Im 4. Semester hat man dann in erster Linie Physiologie, die beste Veranstaltung der Homburger Vorklinik, wenn man mich fragt. Das Engagment und die Vorbereitung fast eines jeden der 10 Dozenten für die einzelnen Unterthemen ist wirklich lobenswert und von jedem Praktikumstag nimmt man einiges mit, was einem nicht nur für die Klausur sondern auch für die Klinik später bestimmt nicht schaden kann. Auch die Vorlesungen sind größtenteils spitze, nur die Vorlesungszeiten von 9 - 18 Uhr dann doch etwas ungünstig gelegt und vor allem in der Mittagshitze im Juni und Juli kaum auszuhalten. Am Ende gibt es seit diesem Semester noch einen Neuroanatomieblock, was ich für sehr sinnvoll halte. So hatte man fürs Physikum gleich die ganze Neuroanatomie parat und hat den Präpkurs zumindest geringfügig entlastet (da man gleichzeitig die Wochenanzahl als auch die Themenanzahl reduziert hat, war es nur halb so wirksam... hätte man die Neuroanatomie in den Sommer gelegt und die zusätzlichen zwei Wochen im Winter behalten, hätten die Studenten wohl mehr davon gehabt!).
Noch so als Tipp, wer neu nach Homburg kommt, sollte sich am besten eine Wohnung oder ein Wohnheimzimmer in Uninähe besorgen, denn was in Homburg gar nicht funktioniert ist der öffentliche Nahverkehr. Nachdem ich mehrmals vergeblich auf einen Bus im Nachbarort gewartet habe, bin ich nach zwei Semestern ins Studentenwohnheim gezogen. In den Wohnheimen A und B gibt es richtig schöne und kostengünstige Zimmer die direkt in uninähe liegen und die ich wirklich nur jedem wärmstens empfehlen kann. Allerdings liegen die Wartezeiten zwischen 10 und 18 Monaten, von daher ist frühes Bewerben hier sehr sinnvoll, denn sonst bleibt nur das Wohnheim C übrig.
Naja ich hoffe mal, dass ich mit meinem Bericht manchen Leuten mut machen kann, die in Homburg landen. Glaubt mir, so schlimm wie ihr euch das nach euerer Zulassung ausmalt, ist es überhaupt nicht! :-top
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