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milz
11.09.2003, 18:18
Ein realer Fall:
Junge Patientin auf gynäkologischer Belegstation. Morgens laparoskopische Entfernung einer Ovarialzyste (Terratom).
Gegen abend meldet sich die Patientin wegen Taubheitsgefühl in der Zunge und Sprechstörungen (deutlich hörbares "Nuscheln", wie bei "betäubter Zunge" eben). Zusätzlich erscheinen die Mundwinkel etwas asymmetrisch, was die Pat. nach Blick in den Spiegel bestätigt. Vitalzeichen normal. Keine weiteren Auffälligkeiten.
Nehmen wir mal an, daß Narkosearzt und Belegarzt schon heimgefahren sind und Du wirst als dienshabender Arzt einbestellt!
Viel Spaß beim Rätseln! :-notify ?

Pünktchen
11.09.2003, 18:31
Frage:
Hat sie das schon mal gehabt?
Wenn ja, in welchen Situationen?

milz
11.09.2003, 18:40
Nein.

Zoidberg
15.09.2003, 15:54
hat sie denn irgendwelche Medikamente bekommen z.B. Beruhigungsmittel, Schlafmittel am Abend vor der OP?

Pünktchen
15.09.2003, 16:40
Sind Erbkrankheiten bekannt?

milz
15.09.2003, 17:33
Kein Erbkrankheiten bekannt.

Vor der OP Tranxilium.

Nach der OP nachmittags:
Novalgin iv. gegen Schmerzen.
Psyquil supp. gegen Übelkeit.
Etwa 30min. vor dem Ereignis Clexane s.c. als Thromboseprophylaxe.

Pünktchen
15.09.2003, 18:40
1. Verbessert oder verschlechtert sich das Beschwerdebild?
2. Welche Narkoseform bzw welche Narkosemittel wurden gewählt?
(3. Wat sagt denn das Labor?)

milz
15.09.2003, 19:01
1. Verbessert oder verschlechtert sich das Beschwerdebild?
2. Welche Narkoseform bzw welche Narkosemittel wurden gewählt?
(3. Wat sagt denn das Labor?)zu 1) Die Beschwerden blieben in in den ein bis zwei Stunden vom Auftreten bis zur Patientenverlegung etwa gleich.
zu 2) Weiß ich leider nicht (mehr), ist aber auch nicht so wichtig!
zu 3) Labor wurde keins gemacht.

Der diensthabende Arzt macht die üblichen neurolog. Untersuchungen, zog dann einen zweiten Arzt hinzu, der auch keine Lösung fand.
Die Patientin wurde dann in die Neurologie verlegt.

Als Hilfe: Man muß echt kein Facharzt für Neurologie sein!
Mit dem was ihr an Infos habt und einer kl. Rechersche kann man die Ursache finden!

Froschkönig
15.09.2003, 19:05
Die Antwort ist doch echt easy :

abnormer Verlauf mehrerer Hirnnerven durch´s Ovar :-D

Hellequin
15.09.2003, 19:14
ä leichtes schlägle halt , zumindest nach dem Symptomen zu urteilen

Pünktchen
15.09.2003, 19:20
Original geschrieben von Hellequin
ä leichtes schlägle halt , zumindest nach dem Symptomen zu urteilen


hätte ich auch getippt... aber milz will bestimmt ne ursache dafür...


Ich kenn nen Fall von einer verstärkten Fazialisparese nach Sectio. Die Frau hatte aber angeblich so etwas öfter und ist auch von selbst wieder verschwunden. So viel zu meiner 2.These :-D

milz
15.09.2003, 19:35
War keine Embolie!

Soll ichs verraten?

Froschkönig
15.09.2003, 19:41
Original geschrieben von milz
Soll ichs verraten?

Kommt drauf an....wieviele waghalsige Theorien willst Du noch hören ? :-))

milz
15.09.2003, 19:50
OK!
Es war offensichtlich eine Nebenwirkung des Psyquil-Zäpfchens (Triflupromazin). In der Neurologie bekam sie ein Antidot (Biperidin/Akineton?) und ein paar Stunden später war sie beschwerdefrei wieder da.

Und die Moral von der Geschicht:
Beipackzettel lesen schadet nicht! ;-)

Pünktchen
15.09.2003, 19:55
hmmm...man man man...ds sollte man aber wissen...aber gut...ich wusste nicht einmal was in Psyquil drinne is :-blush

Zoidberg
16.09.2003, 21:17
dachte ich es mir doch, dass es irgendein Medikament war :-))
habe aber auch die Neuroleptika nicht im Kopf...

Froschkönig
21.09.2003, 23:54
*malebendenThreadwiederbeleb* ;-)

hmmm...aber was frach ich nu ?

ah ja :

(zur Abwechslung mal was aus der Anästhesie ;-) )
Was ist der Unterschied/worauf muß man achten bei Menge und Konzentration von PDK-Medikation ?

Rico
22.09.2003, 00:14
Das eine bestimmt die Dauer, das andere die Höhe der Anästhesie... nur welches war welches nochmal????

Is das denn was, wo man um die Ecke denken muß?

Froschkönig
22.09.2003, 00:27
Original geschrieben von Rico
Is das denn was, wo man um die Ecke denken muß?

Nö...Dauer eher nich so,.....so um die Ecke ist das eigentlich nicht, wenn man sich den periduralraum vorstellt und sich überlegt, was der Katheter bewirken soll.

Tokay
23.09.2003, 05:30
Original geschrieben von Sani
zum Präkurarisieren....

damit der Muskel nach der Succigabe sich net kontrahiert
(Succi ist ja ein depolarisierendes MR) und indem man eine kleine Menge eines nicht-depolarisierenden MR's voraus gibt, vermeidet man die Kontraktion


Und damit einen fürchterlichen Muskelkater des Patienten nach der Narkose...
Hab ich genau einmal gesehen. Dem armen Kerl hat jede einzelne Gräte seines Körpers weh getan. Dieser Anästhesist gehört gesteinigt.

In anderen Fällen (i.e. bei anderen Relaxantien) präkurarisiert man, um einen schnelleren Wirkeintritt zu erreichen.

(Nur so ne kurze Anmerkung aus der Praxis)

Tokay