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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Dunkelkammer - Treffpunkt für Radiologen



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freak1
03.05.2018, 18:27
Klärt ihr selbst auf bzw. legt PVKs? Machen wir bei uns selbst und finde ich aus mehreren Gründen auch richtig. Finde den Aufklärungsthread immer wieder überraschend, wir können unsere klinische Expertise auch gleich voll abgeben. Nur sollten wir uns dann nicht beklagen, wenn die klinischen Fächer plötzlich ihre MRT/CT selbst betreiben.

Für welche Abteilung würde sich so eine Investition bitte lohnen? Von der Gefahr eines Prozesses mit ausschließlich radiologischen Gutachtern ganz zu schweigen.

PVKs = Viggo?
Nur die schwierigen die die MTRAs nicht schaffen. Sonst kämen wir bei bis zu 200 CTs am Tag auch zu gar nichts mehr.

Laelya
03.05.2018, 18:38
Also wir klären selbst auf und legen auch Flexülen selbst. Ich muss aber auch gestehen, dass ich (Moment vorrangig im MRT tätig) meinen klinischen Kollegen gerne sagen, dass ihre Patienten schneller dran kommen können, wenn sie aufgeklärt sind und Flex+len gelegt. Ich finde einfach das erleichtert den Workflow. Wir schieben immer (meistens) eine Anzahl an Untersuchungen vor uns her, da wir mehr Anforderungen haben als Zeit am Tag zum Abarbeiten. Und wenn ich oder die Untersuchung dann durch Aufklärungen und Flexülen von Routine schädeln oder Wirbelsäulen aufgehalten werde (ich bin ja auch nicht immer durchgängig am gerät) dann kostet das halt 1-2 Untersuchungen am Tag. und dann wird sich im Endeffekt wieder beschwert das zu die wunschpatienten nicht alle dran gekommen sind. Aber wie man es macht, macht man es falsch.

Und die Zuweiser können sich ja auch gerne selbst an die Nase fassen. Schwachsinnige Anforderungen, nicht indizierte Untersuchungen, fehlende Laborwerte, schräge Diskussionen etc.... da ist eine Abteilung schlimmer als die andere. Und irgendwie muss man die sich ja erziehen. Es wird immer über die ach so bösen Radiologen gemeckert, aber lass das CT/MRT mal ne weile ausfallen, da merkt man dann wie sehr sie uns brauchen ;-)

Nein, hört sich böse an, wir kommen hier fast alle mit einander klar. Aber dieses ständige *Böse Radiologen* bashing geht mir teilweise auf den Keks. Wir sind dann immer die Kellerkinder die nur an ihrem Schreibtisch sitzen.....

FirebirdUSA
03.05.2018, 20:29
Für welche Abteilung würde sich so eine Investition bitte lohnen? Von der Gefahr eines Prozesses mit ausschließlich radiologischen Gutachtern ganz zu schweigen.

Neurologie in Ulm betreibt z.B. eigene MRTs ohne Radiologie und ich kenne einige neurologische Abteilungen die das gerne hätten.



PVKs = Viggo?
Nur die schwierigen die die MTRAs nicht schaffen. Sonst kämen wir bei bis zu 200 CTs am Tag auch zu gar nichts mehr.

Seit Einführung von MFAs geht es hier auch schneller, davor haben wir aber >200 CTs auch geschafft (4 CTs im Doppelschichtsystem, --> 5h aufklären, benadeln, Bilder auf grobe Katastrophen ansehen und vordiktieren und danach besprechen und Befunde fertig machen).
Obwohl ich das System mit Patient wird durch MTRA "vorbesprochen" und man geht nur noch einmal hin, checkt die red flags und frägt ob noch was unklar ist deutlich besser für den work-flow finde.

@anigu: mag in vielen Häusern gelten, wir machen hier noch extrem viel Sonos und ich halte die Qualität auch nicht für schlecht. Mir hat Sono auch viel Spass gemacht.

schnix25
03.05.2018, 20:40
Neurologie in Ulm betreibt z.B. eigene MRTs ohne Radiologie und ich kenne einige neurologische Abteilungen die das gerne hätten.

Wobei das aber meine ich nur für Forschungszwecke gemacht werden darf. Abrechnen dürfen fachfremde Ärzte mWn nicht.
http://www.rwf-online.de/content/bsg-ausschluss-der-kardiologen-von-der-abrechnung-von-mrt-leistungen-ist-rechtens
Bei CT Untersuchungen dürfte dies aufgrund des Strahlenschutzes erst nicht zugelassen sein.

FirebirdUSA
03.05.2018, 21:38
Wobei das aber meine ich nur für Forschungszwecke gemacht werden darf. Abrechnen dürfen fachfremde Ärzte mWn nicht.
http://www.rwf-online.de/content/bsg-ausschluss-der-kardiologen-von-der-abrechnung-von-mrt-leistungen-ist-rechtens
Bei CT Untersuchungen dürfte dies aufgrund des Strahlenschutzes erst nicht zugelassen sein.

Stimmt für den niedergelassenen Bereich, im stationären Bereich ist das egal und das RKU betreibt sein MRT durchaus klinisch (und nicht nur in der Forschung), CT --> die Fachkunde CT ist jetzt nicht auf Radiologen beschränkt, aber natürlich wird es hier schwieriger für andere Berufsgruppen. Intraoperative CTs gibt es aber immer mehr (und die wenigstens werden von den Radiologen betrieben), viele HNO Kliniken/MKG-Kliniken betreiben als CT-Ersatz ein DVT usw.

querfeldein
03.05.2018, 21:43
@anigu: Wir machen auch die allermeisten Ultraschalls in der Radio. Finde es eine geniale Methode! Gerade im akuten Setting sehe ich aber durchaus den Vorteil, wenn der Kliniker selbst schallt, denn er weiß einfach besser wie stark der Verdacht nun ist und wie lange er nach einer Pathologie suchen will... Würde außerdem dem Pat. die Reise in die Radiologie ersparen.

Bzgl. Flexülen, da haben wir hier auch MFAs. Bin sehr dankbar, dass mir das erspart bleibt. Denn das stelle ich mir ziemlich zeitaufwändig vor! Es sei denn, man schafft es Nadel zu legen und gleichzeitig aufzuklären ;-)

@Firebird, danke für die Tips! :-) Werde ich mir genauer ansehen!

vanilleeis
17.05.2018, 09:15
Hallo Ihr Radiologen,
wie würdet Ihr den Begriff "high quality plain x-ray" übersetzen? Gibt es da ein deutschen "Fachwort" für oder passt "hochauflösende Röntgenuntersuchung"?

FirebirdUSA
17.05.2018, 12:02
Hast du einen Kontext?

vanilleeis
17.05.2018, 12:35
Es geht um Fingerverletzungen: "Assessment of the type of fracture requires high quality plain x-rays"

FirebirdUSA
17.05.2018, 16:47
Wütde es mit "qualitativ hochwertiger Rö Aufnahme" übersetzen

vanilleeis
17.05.2018, 16:52
Vielen Dank!

abcd
18.05.2018, 20:29
@freak1
PVK - peripherer Venenkatheter
gerne mal Viggo oder Braunüle oder Flexüle genannt

freak1
26.05.2018, 16:30
Ich lese überall das eine manifeste Hyperthyreose eine absolute Kontraindikation für i.v.-KM ist. Was macht man wenn der Patient einen Herzinfarkt/Apoplex/schweren Verkehrsunfall hat?

Laelya
26.05.2018, 17:43
Naja absolute Kontraindikation von iodhaltiges KM...

freak1
26.05.2018, 18:38
Schon klar. Aber was soll man alternativ in der Angio nehmen?

anignu
26.05.2018, 23:19
CO2

Das sollte eigentlich Standard sein. Nicht nur bei Kontraindikationen wie der manifesten Hyperthyreose (die man in eine thyreotoxische Krise schießen kann) sondern auch bei niedrigerer GFR. Das Problem dabei sind oft die Geräteeinstellungen. Manche Geräte tun sich da schwer und haben extrem schlechte Qualität. Aber es hängt auch extrem von der Handhabung ab...
Bei schlechter GFR kannst aber auch CO2 und jodhaltiges KM kombinieren. Normal CO2, im US-Bereich und Fuß dann KM. Wennst einen Supportkatheter im US-Bereich dahin schiebst wo du eine Fragestellung hast, reicht manchmal auch nur ein ml KM für eine ausreichende Darstellung in extrem guter Qualität.

Aber wie gesagt: CO2. Ich hoffe für die Patienten dass dein Weiterbilder sowas weiß!

freak1
27.05.2018, 02:13
Aber CO2 ist doch auch absolut kontraindiziert bei supradiaphragmalen Angiographien und insbesondere bei Angiographien an Herz-/Hirn?

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4603680/

anignu
27.05.2018, 03:23
Auf was willst denn jetzt raus? Du hattest nach Angiographie gefragt und eine Antwort bekommen.

Allgemein bei der Angiographie kann man es gut hernehmen. Bei Herz und Hirn halt nicht. Bei Carotiden braucht man es nicht, da gibt es eh eine viel bessere Alternative zum Carotisstent, die OP. Herz ist schwierig, alleine schon von der Bildqualität mit CO2, und weil man den Patienten wahrscheinlich umbringen würde aufgrund der potentiellen Arrhythmien. Da müssten sich die Kardiologen mal äußern was man dann macht. Ggf. doch einen Herzkatheter und Irenat+Irenat+Irenat und im schlimmsten Fall (thyreotoxische Krise) dann die Schilddrüse rausoperieren. Und Hirn fallen mir grad 2 Dinge ein: elektives Coiling von Aneurysmata -> dann vorher die Hyperthyreose in den Griff bekommen oder eben die neuroradiologische Thrombektomie -> dann halt wieder die althergebrachte systemische Lyse. Wird bei Abwesenheit eines Neuroradiologen eh so gemacht.

Du wirst immer Kontraindikationen für irgendwas finden. Und wenns nicht am Patienten liegt, dann an der Technik oder am Personal. Bei CO2 braucht man die entsprechende Technik und man sollte es ein paar Mal gemacht haben um ein paar Tricks zu wissen.

freak1
27.05.2018, 09:26
Sorry ich hatte mich ein bisschen unverständlich ausgedrückt, das war sozusagen eine Fortsetzung meiner ersten Frage was man für Alternativen bei Notfallsituationen (Apoplex, MI, Polytrauma) hat wenn der Patient einen manifeste Hyperthyreose hat.

Danke für die Antwort!

FirebirdUSA
27.05.2018, 11:58
KM geben und SD blocken (Irenat + Carbimazol) + beten. Funktioniert aber nur mäßig... Patienten geht es meist mehrere Monate echt schlecht wenn sie es überleben.

Absolute KI außer bei vitaler Indikation.

Und bei Schlaganfall, Polytrauma wartest du ja auch nicht auf den TSH Wert bis du Diagnostik machst