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Berge, stutz* und tolles Teaching (Teil 1)

Karrierestart in der Schweiz - Gastartikel Via medici

Lucia Hagmann - Via medici Volontärin

Weiterbildung: beste schweizer Qualität

Solche kleinen sprachlichen Verwirrungen sind in Schweizer Krankenhäusern mittlerweile Alltag. Wie ein Magnet zieht das Bergland Mediziner aus aller Welt, besonders aber aus Deutschland an. Von den rund 30.000 Ärzten in der Schweiz ist mittlerweile jeder Zehnte ein Deutscher. Und das, obwohl die Arbeitsmarktchancen in der BRD exzellent sind. 2007 betrug die Arbeitslosenquote für Ärzte in Deutschland nur 1,6 Prozent. Die sichere Job-Perspektive allein macht aber offensichtlich noch nicht glücklich: In einer von den Helios-Kliniken durchgeführten Befragung deutscher und Schweizer Klinikärzte waren die deutschen Kollegen mit ihrer Arbeitssituation deutlich unzufriedener. Der Grund: Die Arbeitsbedingungen in der Schweiz sind einfach besser. Besonders attraktiv für die deutschen „Übersiedler“ sind die bis zu 25 Prozent höheren Gehälter. Ein junger Assistenzarzt verdient in Deutschland etwa 3.300 Euro brutto, in der Schweiz bekommt er um die 4.100 Euro. Vorteile bringt auch das neue Schweizer Arbeitszeitgesetz, das eine maximale Arbeitszeit von 50 Stunden pro Woche vorschreibt. Bekannt sind Schweizer Spitäler für ihr angenehmes Arbeitsklima. Meist duzt man sich, der Umgang ist kollegial, Hierarchien werden eher flach gehalten. Chefärzte sind Teil des klinischen Geschehens und leisten auch Routinearbeit. Ärzte in Weiterbildung arbeiten unter enger fachlicher Anleitung des Oberarztes. In manchen Häusern gibt es Assistentensprecher, die die Interessen der Assistenzärzte im Dialog mit Ober- und Chefärzten vertreten. Um viele nicht ärztliche Tätigkeiten wie Blutentnahmen, Zugänge legen und EKG schreiben kümmert sich das Pfl egepersonal. Das entlastet die ärztlichen Kollegen. Auf einen deutschen Klinikarzt kommen nicht selten 25 Patienten, in der Schweiz sind es meist nur die Hälfte. Auch in Akutfächern bleibt oft Zeit für ein Frühstück. Zudem legen die Eidgenossen viel Wert auf eine gute Weiterbildung. In den meisten Schweizer Spitälern fi nden strukturierte Fortbildungen während der Arbeitszeit statt. Dazu kommen extra Fortbildungstage. Ein Assistenzarzt erhält in der Regel eine Woche Weiterbildungsurlaub. Seminar- oder Kongresskosten werden bezuschusst, wenn nicht komplett vom Arbeitgeber übernommen. Um die Qualität der Lehre sicherzustellen, werden jährlich alle Assistenzärzte zu ihrer Arbeitssituation befragt. Durchgeführt wird die Umfrage von der „Foederatio Medicorum Helveticorum“ (FMH). Sie regelt die Weiterbildung. Auch Facharzttitel werden von dieser Dachorganisation der Schweizer Ärzte vergeben. Die Ergebnisse der Umfrage werden im Internet veröff entlicht. Ein weiterer Pluspunkt der Schweiz: Das kleine Land gibt im internationalen Vergleich, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, enorm viel für Forschung aus. Die wichtigste Schweizer Institution zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung ist der Schweizerische Nationalfonds (SNF). Seit 2007 soll auf Wunsch der Kompetenzzentren für klinische Forschung besonders die patientenorientierte klinische Forschung in der Schweiz gestärkt werden, da diese die Grundlage für die Entwicklung neuer Präventions-, Diagnose- und Therapieverfahren ist. Die SNF stellt dafür mehrere Millionen Franken zur Verfügung.
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