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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Würdet ihr wieder Medizin studieren?



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Rahmspinat
01.07.2019, 19:27
Das frage ich mich auch. Inklusive PJ sind es doch nur 6 Jahre, und auch ne Doktorarbeit kriegt man da noch unter.

Naja, bei experimentellen Doktorarbeiten werden oft 1-2 Freisemester verlangt, da ist man auch schon bei 7 Jahren. Oder man macht ein Erasmussemester, bei dem nicht alles anerkannt wird..

DrSkywalker
01.07.2019, 20:53
Auf jeden Fall würde ich wiede rMedizin studieren! In welchem anderen Fach würde ich nach 5 Jahren Berufserfahrung so extrem viel verdienen?

WackenDoc
01.07.2019, 20:54
Ich bin heilfroh, dass sich mir die Frage nicht stellt.

Kackbratze
01.07.2019, 22:24
In welchem anderen Fach würde ich nach 5 Jahren Berufserfahrung so extrem viel verdienen?

Facharbeiter für offenen Betäubungsmittelhandel
Versicherungsvertreter für Lebensversicherungen für Omas
High-Class-Escort
Heiratsschwindler
Influencer
Bundestagsmitglied

Christoph_A
02.07.2019, 07:33
Du hast noch Spielerfrau vergessen @Bratze

Echinococcus
03.07.2019, 06:54
Facharbeiter für offenen Betäubungsmittelhandel
Versicherungsvertreter für Lebensversicherungen für Omas
High-Class-Escort
Heiratsschwindler
Influencer
Bundestagsmitglied

Ich hätte professioneller DotA-Spieler werden sollen :(

KR375
20.07.2019, 08:25
Vielen Dank für die ganzen Antworten!

Dass die KI bald die Ärzte ablösen wird, glaub ich nicht. Es wird sich sicher was ändern hin zu mehr Digitalisierung, aber ich halte das eher für eine Ergänzung als einen Ersatz. Zumal man, wenn man Ärzte ersetzt, auch fast alle anderen Berufe ersetzen kann. Von daher werden dann ja eh quasi alle arbeitslos und man ist damit total im Trend :-))
In der Softwareentwicklung vielleicht etwas weniger, allerdings wird die KI sich dann vermutlich auch selber weiterentwickeln können, von daher... Und sonst mache ich halt eine Weiterbildung in dem Bereich und entwickele die KI mit :-))

Ich versuche aktuell, einen Praktikumsplatz zu bekommen. Ich hatte zwar schon zwei Praktika im Krankenhaus, aber in einem anderen Bereich, so dass ich wenig Patientenkontakt hatte und eben etwas abseits vom normalen Klinikalltag war.

Thematisch finde ich es eben viel interessanter als das, was ich gerade mache (und das war eigentlich auch schon immer so... Mein Studium fand ich klasse, ich hab nur den Eindruck, damit keinen Job zu finden, der mir gefällt - und fände es schade, nicht noch Medizin zu machen oder es zumindest mal ernsthaft angetestet zu haben). Zumal auch jegliche Forschung, die mich persönlich interessieren würde (und die ich gern machen würde), in der Medizin liegt. Ich frag mich, wieso mir das nicht früher bewusst geworden ist :-oopss
Hab im Studium auch schon medizinnähere Fächer (zB die Kombi aus Statistik, Durchführung medizinischer Studien und diverser Tumorerkrankungen oder was zu Endoskopie) oben drauf gewählt und wann immer möglich, irgendwas Richtung Medizinphysik/Detektoren gemacht.

Auf potentiell gesundheitsschädigende Dinge (Nachtdienste, 24h Dienste und dann direkt wieder zur Arbeit + Überstunden) bin ich allerdings eigentlich nicht unbedingt scharf. Ich mag meine Gesundheit ganz gern.
Allerdings schlafe ich zurzeit eh nicht gut, weil ich mich im Job nicht wohlfühle und nachts nach Optionen fürs Medizinstudium suche :-)) Da ist längerfristig dann wohl doch der ein oder andere Nachtdienst besser.
Die, die den Job super finden: Für euch sind Nachtdienste vermutlich auch nicht das höchste der Gefühle und ihr fühlt euch trotzdem wohl im Job und der Körper macht auch noch mit (wobei die meisten hier ja vermutlich erst ein paar Jahre dabei sind, oder ist auch wer mit potentiellen "Spätschäden" dabei?)?

Ich möchte mich gern richtig (sofern es bei sowas überhaupt richtig und falsch gibt) entscheiden und später weder ein durchgeführtes noch ein fehlendes Medizinstudium bereuen. Wobei sich ja eh noch die Frage mit dem Platz stellt, aber wenn ich wirklich feststelle, dass ich das tun will, werde ich da "einfach" alle Hebel in Bewegung setzen und ggf. auch im Ausland studieren (allerdings in einem, in dem ich wohl auch dauerhaft wohnen bleiben wollen würde, da ich ja erst mit Anfang 30 fertig würde und ich ja nicht weiß, ob ich nicht in der Zwischenzeit anfange, mich sesshaft zu machen).
Aktuell spare ich schon mal für ein eventuelles Zweitstudium.

flopipop
20.07.2019, 14:56
Allerdings schlafe ich zurzeit eh nicht gut, weil ich mich im Job nicht wohlfühle und nachts nach Optionen fürs Medizinstudium suche :-)) Da ist längerfristig dann wohl doch der ein oder andere Nachtdienst besser.


so ein quatsch



Die, die den Job super finden: Für euch sind Nachtdienste vermutlich auch nicht das höchste der Gefühle und ihr fühlt euch trotzdem wohl im Job und der Körper macht auch noch mit (wobei die meisten hier ja vermutlich erst ein paar Jahre dabei sind, oder ist auch wer mit potentiellen "Spätschäden" dabei?)?

der job an sich macht mir spaß, aber ich würds mir nicht nochmal antun. nachts habe ich keinen spaß an der medizin.


ich möchte mich gern richtig (sofern es bei sowas überhaupt richtig und falsch gibt) entscheiden und später weder ein durchgeführtes noch ein fehlendes Medizinstudium bereuen.

vorteile der medizin: sicherer arbeitsplatz und sozialprestige. sind diese vorteile es dir wert, den preis
in form von nachtdiensten usw zu bezahlen, dann tue es.

WackenDoc
20.07.2019, 15:00
Es gibt in der Medizin ja auch Bereiche ohne Nachtdienste.

dr_notsure
21.07.2019, 07:10
Es gibt in der Medizin ja auch Bereiche ohne Nachtdienste.

Ist nur die Frage, ob man in solche einem Fach dann auch eine Stelle bekommt und nicht hinterher doch frustriert in der Klinik steht.

WackenDoc
21.07.2019, 07:30
Ja hätte, könnte, würde. Die Möglichkeiten gibt es und gar nicht soo wenige. Diese Stellen will ja auch nicht jeder.
Es GIBT diese Stellen eben und gerade die Medizin bringt so viele Möglichkeiten seine Nische zu finden.

GelbeKlamotten
21.07.2019, 08:13
Ist nur die Frage, ob man in solche einem Fach dann auch eine Stelle bekommt und nicht hinterher doch frustriert in der Klinik steht.

Nachtdienste muss man ja auch meistens nur für eine bestimmte Zeit („nur“ 5-10 jahre) machen. Nach dem Facharzt + 2-3 jahre zusätzliche erfahrung kann man sich in fast allen fachrichtungen was ohne dienste suchen.




In der Softwareentwicklung vielleicht etwas weniger, allerdings wird die KI sich dann vermutlich auch selber weiterentwickeln können, von daher... Und sonst mache ich halt eine Weiterbildung in dem Bereich und entwickele die KI mit


Ich fürchte die Vorstellung „dann mach ich eben eine weiterbildung zum ki-entwickler“ ist etwas zu naiv. Es wird eher nicht so sein, dass da jemand eine strukturierte weiterbildung dazu etablieren wird ;) das wichtigste für die entwicklung dieser systeme sind daten, die für die entsprechenden algorithmen lesbar sind. Realistischerweise werden die (das wird bereits im großen stil gemacht) in indien und co von einer großen armee von niedriglohnarbeitern produziert, für speziellere fragestellungen vielleicht teilweise auch von amerikanischen, weniger von deutschen unikliniken. Da profitiert dann in erster linie der chefarzt und die klinik, weniger die „niedrigeren“ angestellten, die nebenher dazu eingespannt werden, unentgeltlich die daten, die sie im klinikalltag produzieren, maschinenlesbar zu machen.

Auch bei der forschung solltest du dir bewusst sein, dass das in den seltensten fällen ein dienstfreier 9 to 5 job ist. Den mag es geben, aber die meisten forschenden ärzte forschen an unikliniken. Zusätzlich zu tag-, nacht-, und wochenenddiensten, oft ohne zusätzliche bezahlung. Ein ehemaliger kommilitone, der in einem der begehrteren fächer an eine uniklinik gegangen ist, hat im jahr abgesehen von seinen 6 wochen urlaub so gut wie nie einen freien tag, da alle dienstfreien tage für die forschung draufgehen.

Ich habe mich mal eine zeit lang nach außerklinischen tätigkeiten umgeschaut. Die haben meistens irgendeinen schwerwiegenden haken, haben sehr hohe voraussetzungen oder sind finanziell sehr unattraktiv.

Den perfekten Arztjob wirst du nicht finden, der von vorne rein ohne dienste auskommt, niedrige arbeitsbelastung hat, freiraum für forschung lässt, anständig bezahlt wird und zukunftssicher ist. Irgendwo wirst du abstriche machen müssen. Und zwar vermutliche wesentlich mehr als bei einem „Durchschnittsjob“.

WackenDoc
21.07.2019, 08:21
Irgendwann kommt oft die Erkenntnis, dass man als Arzt genug Geld verdient, um nicht jeden Mistjob annehmen zu müssen bei dem das höhere Gehalt eher Schmerzensgeld ist.

Hey- ich bin bei nem Arbeitgeber, der eher weniger bezahlt (ehem. ÖD), dafür habe ich eine 39-h-Woche mit Gleitzeit, keine WE, keine Nächte, ein paar andere Annehmlichkeiten. Mein Stundenkonto sagt irgendwas von +15 Stunden, die absehbar abgebummelt werden können. Und wenn ich mehr Geld verdienen will, kann ich immernoch am WE meinem Nebenjob nachgehen.
Achso- Zeit für den Minijob mit 3h/Monat ist ja auch noch.

Kackbratze
21.07.2019, 08:54
In der Chirurgie ist es schwieriger in der Klinik ohne Nachtdienst unterzukommen.

KR375
23.07.2019, 20:03
vorteile der medizin: sicherer arbeitsplatz und sozialprestige. sind diese vorteile es dir wert, den preis
in form von nachtdiensten usw zu bezahlen, dann tue es.
Ich füge zu den Vorteilen hinzu: Interessantes Fach, Arbeit mit Menschen, abwechslungsreichere Tätigkeit (nicht 90%-100% mehr oder weniger stupides vorm Rechner hocken).
Natürlich ist auch am Fach nicht alles spannend und die Menschen teilweise doof und irgendwann gibts überall Routine und Tage, an denen man überhaupt keinen Bock drauf hat. Das gibts in jedem Job.




Ich fürchte die Vorstellung „dann mach ich eben eine weiterbildung zum ki-entwickler“ ist etwas zu naiv.

Das war auch nicht ganz ernst gemeint ;-)

Ja, die Kombi mit Forschung wäre vermutlich recht stressig. Aber mich reizt auch die Variante ohne Forschung.

Die Beschreibung von @WackenDoc klingt natürlich klasse :-)

Irgendwo werde ich halt eh immer Abstriche machen müssen. Ich merke nur, dass ich es echt schwierig finde, die beim Thema/Tätigkeit zu machen. Es ist von den Arbeitsbedingungen her in meinem aktuellen Job ziemlich perfekt (abgesehen davon, dass man als Doktorand ja keine Überstunden machen kann, offiziell). Die Kollegen sind super, Gleitzeit, Home Office, Möglichkeit ein Jahr ins Ausland zu gehen. Aber dass Thema und Tätigkeit mir nicht so zusagen und ich da grad auch für die Zukunft nichts sehe, was mich so richtig reizt, belastet mich doch sehr. Ich hänge mich gerne ein bisschen in meine Tätigkeit rein und mag es, wenn ich das, was ich da tue, grundsätzlich total klasse finde. Das ist grad leider nicht der Fall.

Heerestorte
23.07.2019, 20:09
Ich füge zu den Vorteilen hinzu: Interessantes Fach, Arbeit mit Menschen, abwechslungsreichere Tätigkeit




"Der Job wäre so schön, wenn doch nur die Patienten nicht wären!" :-))

Arrhythmie
23.07.2019, 20:16
Aber dass Thema und Tätigkeit mir nicht so zusagen und ich da grad auch für die Zukunft nichts sehe, was mich so richtig reizt, belastet mich doch sehr. Ich hänge mich gerne ein bisschen in meine Tätigkeit rein und mag es, wenn ich das, was ich da tue, grundsätzlich total klasse finde. Das ist grad leider nicht der Fall.

Also ich kenne diese Situation und ich habe Medizin im Zweitstudium studiert bzw. bin jetzt kurz vor dem M2.
Mich haben "damals" (ich hab zum WS 14/15 angefangen) alle für verrückt gehalten und ich hatte einen recht starken Gegenwind. Habe mich dann wie gesagt trotzdem für Medizin entschieden und es nicht bereut. Bisher. Ich bin ziemlich zufrieden mit meiner Entscheidung, auch wenn der Weg nicht immer leicht war (bin mittlerweile auch Mutter, hab Dr Arbeit und alles andere quasi "nebenher" in Regelstudienzeit gemacht worauf ich auch ein wenig stolz bin).

Ich hätte mich mein Leben lang geärgert und alles hinterfragt... (Wie wäre es gewesen, hätte ich doch Medizin studiert etc...) Damit hätte ich persönlich nicht leben können.
Ich komme ursprünglich aus der Wirtschaft/int. BWL.

Viel Erfolg.

PS: Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, warum nicht? Und die Entscheidung kann Dir niemand abnehmen. Medizin ist halt ein echt langer Tauchgang, vor allem wenn man davor auch schon jahrelang studiert hat. Man braucht viel Luft.... Tief durchatmen vorher!

Kandra
23.07.2019, 22:15
Ich füge zu den Vorteilen hinzu:Arbeit mit Menschen, abwechslungsreichere Tätigkeit (nicht 90%-100% mehr oder weniger stupides vorm Rechner hocken).


Also ich hatte auf Station genau während der Visite Kontakt mit Menschen (also 1-2h von im Schnitt 9-10h) und danach im Besten Fall garnicht mehr, weil man sonst seine restliche Arbeit nicht geschafft hat. Der Rest des Tages war/ist stupides vorm Rechner hocken.

Kackbratze
24.07.2019, 10:13
Arbeit mit Menschen gehört zu den Dingen, die den Job auch ruinieren können.

agouti_lilac
24.07.2019, 10:49
Ich werde auch immer mehr und mehr zum Verfechter der Allgemeinanästhesie. :-D