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peter schlönzke
12.12.2007, 12:30
Hallo zusammen,

Bin grade einigermaßen verwundert... Ich habe ja großes Verständnis, wenn Assistenten nach 2 Jahren Klinik sagen " Ne, das kann es unter diesen Bedingungen nicht sein!"
Aber schon im Vorfeld so sicher zu sein, daß man dort nicht parat kommt, finde ich etwas extrem.

Mr Pink, kann es nicht villeicht sein, daß Du in den Famulaturen und im PJ einfach Pech gehabt hast mit den Kollegen?
Ich habe mein PJ zum Beispiel an einem ganz ganz kleinen Haus gemacht. Da wurde man auch von der Putzfrau mit Namen begrüßt und die Assistenten haben regelmäßig auch Freizeitaktivitäten zusammen geplant.
das war wirklich richtig schön!

Grundsätzlich denke ich nicht, daß es den Mediziner schlechthin gibt. Es gibt so viele unterschiedliche Charaktere unter meinen Kommilitonen, daß ich wirklich nicht glauben kann, daß Du keine Mediziner finden kannst, mit denen Du auf einer Wellenlänge schwimmst.

Stellen gibts momentan ja recht problemlos, warum versuchst Du es nicht einfach ein halbes Jahr? Wer weiß, vielleicht gefällt es Dir ja doch

primus
12.12.2007, 18:51
Langsam bleibt wirklich nur noch Auge (2 Jahre Augenklinik gingen schon irgendwie rum hoffe ich), oder eben doch ein Studienplatz Zahnmedizin (aber dann auf keinen Fall mit MKG. Ich hasse Tumoren.)



entschuldige, dass ich mich einmische, aber ich würde dir dringend von zahnmedizin abraten (erst recht, wenn dich mkg nicht interessiert!)

zahnmedizin ist ein sehr nervenaufreibendes studium, welches dich nicht nur viel zeit, sondern vor allem sehr viel nerven (und geld!) kostet.

in der gleichen zeit hättest du bereits eine ärztliche weiterbildung durchlaufen und könntest dich als facharzt niederlassen - was du als zahnarzt ohnehin müsstest (mit dem unterschied, dass die weiterbildung vergütet wird).

ich fände es vernünftig zahnmedizin (wenn überhaupt) anstatt humanmedizin zu studieren - aber nach bereits absolviertem medizinstudium ist es wirklich zeitverschwendung.

der zahnärztliche alltag wird bestimmt durch recht stupide handwerkliche tätigkeit, die die wenigsten auf dauer erfüllt - tu dir das nicht an!

MrPink
12.12.2007, 19:30
Man Primus!

Du nimmst mir gerade den letzten Faden an dem ich mich noch hangele!

Magst ja sicher recht haben. Hab mich letzte Woche erst mit einer unterhalten die gerade mit Med nach Zahnmed fertig geworden ist, die hat das selbe gesagt.

Zeitverschwendung ist es sicher. Aber ich find einfach nichts was mich interessiert.
Und gerade dieses primitive Handwerk denk ich das schon was für mich wäre...

@ Peter S. : Ich war wirklich in sehr vielen Kliniken, in D, im Ausland, in verschiedenen Fachrichtungen. Ich bin mir 100% sicher dass die Leute nix für mich sind!


....der zahnärztliche alltag wird bestimmt durch recht stupide handwerkliche tätigkeit, die die wenigsten auf dauer erfüllt - tu dir das nicht an!

Und ich glaub genau das würde mir Spass machen...

primus
12.12.2007, 19:49
Und ich glaub genau das würde mir Spass machen...

na dann... willkommen im club!

MrPink
12.12.2007, 20:48
Wie meinst du das jetzt?

Bist du Zahni?

EDIT:

Hab es gerade recherchiert. Du bist Zahni... :-top

Wie gesagt, ist im Moment mein einziger Strohhalm an dem ich mich hangele!

Bin gerade über dich Primus noch zu einiges interessanten Threats gestossen. Danke!

Ionamaria
13.12.2007, 00:52
:-) ???

hennessy
13.12.2007, 08:30
@primus
@Mr. pink
ich arbeite seit über 10 Jahren in meiner zahnärztlichen Praxis und habe es bis jetzt noch nicht als primitives oder stupides Handwerk empfunden.

Mit Eurer Einstellung werdet Ihr bestimmt Spitzenzahnärzte. Mein Kompliment! :-wand

MrPink
13.12.2007, 09:04
@Hennessy: Hab Dir gestern eine PN geschickt. Wäre dir für einen Antwort sehr Dankbar.


@primus
@Mr. pink
ich arbeite seit über 10 Jahren in meiner zahnärztlichen Praxis und habe es bis jetzt noch nicht als primitives oder stupides Handwerk empfunden.

Mit Eurer Einstellung werdet Ihr bestimmt Spitzenzahnärzte. Mein Kompliment! :-wand

Das war ja jetzt mehr im Vergleich zu Alltag eines MKG gemeint... :peace:
Wer quält sich den ernsthaft durch so ein Studium wenn er es wirklich als stupides Handwerk sieht.



Ich hab da gerade so eine Idee :-)

Kann ich das jetzt verstehen?


:-nix

hennessy
13.12.2007, 14:21
@Hennessy: Hab Dir gestern eine PN geschickt. Wäre dir für einen Antwort sehr Dankbar.

Sorry, aber ich hab keine erhalten. Bist Du sicher, dass die PN an mich ging?

MrPink
13.12.2007, 20:14
Ja. Hatte ich wirklich an Dich geschickt.
Komischerweise find ich sie aber auch nicht im Ausgang. Irgendwie funktioniert hier im Forum bei mir die PN Funktion nicht richtig.

Schick Dir sie später auf jeden Fall nochmal!

Sorry dass das nicht geklappt hatte!

primus
13.12.2007, 22:09
ich arbeite seit über 10 Jahren in meiner zahnärztlichen Praxis und habe es bis jetzt noch nicht als primitives oder stupides Handwerk empfunden.

Mit Eurer Einstellung werdet Ihr bestimmt Spitzenzahnärzte. Mein Kompliment! :-wand

hallo hennessy,

mir ist bekannt, dass du 1. vor der zahnmedizin bereits humanmedizin studiert hast und 2., dass du zu den wenigen zahnis gehörst, die nach jahrelanger berufserfahrung immer noch spaß an der sache haben - da kann ich dir nur gratulieren!

für mich persönlich haben sich meine erwartungen nicht erfüllt.
ich finde das "zahnflicken" mehr als eintönig und wäre froh, hätte ich mich seinerzeit für humanmedizin entschieden, dann könnte ich heute einer tätigkeit nachgehen, die mich ein wenig mehr fordert - muss ja nicht gleich mkg sein.

ich würde auf gar keinen fall erneut zahnmedizin studieren (erst recht nicht nach abgeschlossenem humanmedizinstudium) !!!

ich kenne (außer dir) niemanden, der als zahni voller überzeugung sagen könnte, dass er seine berufung gefunden hat.

offen gestanden, kann ich nicht ganz nachvollziehen, was dir an deiner tätigkeit so erfüllend vorkommt - ich mache ja den ganzen tag (wahrscheinlich) das gleiche wie du...

MrPink
14.12.2007, 07:28
Das ist sowas von ironisch.

Primus, könnten wir nicht einfach tauschen?
Ich bin 1,89cm gross, dunkelblond, sportler. Auf meinem Examen ist kein Passbild. Perso müsste ich gerade sowieso neu beantragen, läuft im März aus.
Wenn du mir ein Passbild zukommen lässt schau ich was ich machen kann. Die Tante auf der Stadt ist sowieso halb blind. Das geht durch.

Aber mal im Ernst. Was gefällt dir an am Alltag der Zahnmedizin nicht?

So wie ich dich versteh fehlen Dir die Herausforderungen?

Du sagst du hättest jetzt lieber HM studiert. Welche Richtung interessiert Dich da konkret?

Bin gerade dabei mich drum zu kümmern dass ich im Januar mal in einer Zahnarztpraxis für 1-2 Wochen unterkom um mir das ganze, vor allem "den Alltag" mal anzuschauen, damit ich weiß worauf ich mich einlasse.
Fühl mich gerade auch nicht so wohl mit der Entscheidung zur Zahnmedizin.

Zumal alle die mir davon abraten Zahnmediziner sind :-notify

(@Primus: Falls meine Fragen zu persönlich für ein öffentliches Forum sind, gerne auch per PN!)

peter schlönzke
14.12.2007, 07:41
... nur nochmal eine kurze Frage, weil es mich wirklich interessiert.

Denkst Du denn, daß die Zahnmediziner wirklich eher Deiner Wellenlämge entsprechen?

Je nach facharzt kann man doch, wenn gewünscht bereits nach 2 Jahren in den niedergelassenen bereich wechseln.
Oder ist auch die Arbeit in einer Praxis unvorstellbar für Dich?

2 Jahre gehen sicher rasch herum und wären in Anbetracht von vielen jahren Zahnmedizinstudium ( von dem ich von Zahnis nicht soviel gutes gehört habe) doch gut investiert.

MrPink
14.12.2007, 08:18
Sicher weiss ich es natürlich nicht.
Aber selbst während meines HM Studiums hatte ich in meiner Freizeit mehr mit den ZM zu tun als mit den HM. Und das hab ich mir nicht rausgesucht, sondern das hat sich so ergeben.
Wenn ich abends weg war, alle Zahnis waren da, aus meinem Semester, obwohl wesentlich grösser, waren höchstens 2-3 Mann anwesend. Und das war nicht nur abends auf Party so, sondern auch im Sommer im Freibad, abends im Sportzentrum....
(Will jetzt nicht behaupten Zahnis hätten viel Zeit. Ich weiss dass dem nicht so ist. Aber zumindest haben sie sie sinnvoll genutzt!)

Praxis ginge auf jeden Fall. Ich will nur nicht ins KH.

Problem ist da wieder in welchem Fachbereich?
Da wäre wieder höchstens Allgemeinmed oder Auge in engerer Auswahl.

Allgemeinmed liegt zwar auf der Hand da ich da im Moment hier "ziemlich gute Ausgangsbedingungen" hätte.
Aber ich glaub das ist nicht meins.

Und Auge... naja, irgendwie fehlt mir auch die Begeisterung dafür.

Radiologie hab ich mir auch lange überlegt. Fänd ich auch sehr interessant. Aber da ist wieder das Problem dass ich nix mit Tumoren machen will

(Sorry, ich weiss ich bin unmöglich!) :-oopss

Dr. Pschy
14.12.2007, 08:41
Wer kein Problem mit den 80Stunden/Woche, sondern vielmehr mit der Art seiner Taetigkeit hat sollte es derzeit, falls Interesse besteht, in der Unternehmensberatung probieren.

Wir kooperieren hier eng mit dem Wiener Büro von McKinsey und die suchen allein für 2008 10-15 neue aerztliche Berater in Oesterreich, in Deutschland siehts aehnlich aus. Grund liegt darin, dass McKinsey seinen Healtcare-Bereich extrem ausbaut und einige potente Kunden hat, so gehoeren 19 der 20 groessten Pharma-Firmen zum Kundenstamm genauso wie das deutsche Gesundheitsministerium. Die zunehmende Privatisierung von Krankenhaeusern ergibt zudem ein neues, riesiges Kundenfeld.

Einstiegsgehalt liegt hier in Oesterreich uebrigens mit Promotion bei ca. 75.000-80.000 Euro / anno mit jaehrlichen Steigerungen + Dienstwagen.

Und falls jetzt boese Worte kommen: Nein, ich bin kein associate von McKinsey und werde auch nicht dafuer bezahlt, hier Werbung zu machen.

sodbrennen
14.12.2007, 09:08
Da bist du aber nach wenigen Jahren auch so ausgepowert, dass die meistens das nicht lange machen.

MrPink
14.12.2007, 09:30
Denk zwar nicht dass es was für mich ist, aber rein um mal wieder dem Topic gerecht zu werden:

Könntest du eventuell den Arbeitsalltag in der Unternehmensberatung kurz umreisen?

Ist man immer auf Achse? Schreibtischarbeit? Mit wem arbeitet man da zusammen?

Vielen Dank!

Dr. Pschy
14.12.2007, 09:42
Sodbrennen:
Die allerwenigen Berater bei McKinsey machen das langfristig. Die meisten gehen nach einigen Jahren zurueck ins urspruengliche Berufsfeld, wohlwissend ein gutes finanzielles Polster angelegt zu haben. Ist aber durchaus so angedacht, da die Firma wert auf ein junges Profil legt.

MrPink:
Hier in Wien ist es derzeit so, dass du dich zu Beginn fuer ein Projekt entscheidest, wobei du i.d.R. zwischen mehreren Varianten waehlen kannst. Die Zeit von Mo-Do verbringst du dann direkt vor Ort (kann natuerlich auch Ausland sein, Flugangst sollte man keine haben). Freitag ist Papierkram und WE ist frei. Selbstverstaendlich gehts nicht immer nach Plan, wenn viel zu tun ist gehts auch mal am Wochenende rund. Ist das Projekt abgeschlossen, sucht man sich ein Neues. Das Ganze ist jetzt aber wirklich nur ein Grobumriss, der sich staendig aendert. Flexibilitaet ist unabdingbare Voraussetzung. Man arbeitet uebrigens immer in kleinen Teams.

Klar arbeitet ein Berater viel. Er verdient dafuer aber auch ein ordentliches Geld und muss keine ewigen Nacht- und Wochenenddienste schieben.

Im uebrigen ist die Promotion keine Voraussetzung. Wer ueberlegt, etwas laenger in dem Unternehmen zu arbeiten hat die Moeglichkeit, im 3. Jahr unter Gehaltsbezug fuer die Promotion freigestellt zu werden.

sodbrennen
14.12.2007, 09:42
was ich gehoert habe:
- viel unterwegs
- oft bis nach 22 Uhr im Buero
- eigene Recherche-Abteilung (d.h. man sagt, man braucht etwas zum Thema XY und dann sucht das einer fuer dich raus :-top)
- man benoetigt exzellente Noten
- hat man noch keinen Dr.-Titel (v.a. bei Nicht-Medizindern), so arbeitet man zwei Jahre und im dritten wird man zur Promotion freigestellt.


edit: ups, ein paar Sekunden zu langsam, naja

@Dr. Pschy:
Ja, weiss ich, dass die meisten das nicht lange machen. Aber ich wollte halt auch darauf hinweisen, dass man dann auch ausgepowert ist. Das ist man ja auch wirklich!
Man hat zwar keine Schicht-/Nachtdienste, aber man arbeitet trotzdem deutlich mehr als Arzt. Freizeitausgleich gibt es nicht.
Deshalb hat man zwischen zwei Projekten zur Regeneration i.d.R. etwas laenger frei.

astrophys
14.12.2007, 09:44
Ich kenne einen Physiker, der zur Unternehmensberatung gegangen ist, vermute aber mal, dass es für Medis auch nicht anders ist.
Haupttätigkeit ist reisen. Zu den Unternehmen, die du berätst. Viele Leute verlassen die Firma daher auch nach ein paar Jahren, weil du quasi ständig unterwegs bist und ein sehr hohes Arbeitspensum hast.