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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : So wollte ich nie werden...



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dreamchaser
23.07.2012, 17:56
Naja gut, wenn du die Diskussion hier gerade ernst nimmst...dabei heißt es immer ich würde alles zu ernst nehmen.

Sorry, aber wenn man den Arbeitsalltag als Assistenzarzt nicht kennt, sollte man auch nicht zu allem seinen Senf dazugeben. Denn es soll Situationen geben, die man nur nachvollziehen kann, wenn man tatsächlich diesen Job ausübt und sowas erlebt hat (dass es das öfter gibt, das ist ja hier zu lesen).
Hatte übrigens auch einen Kollegen, der auf Intensiv, als tatsächlich kein Essen mehr übrig war, die Sondenkost geplündert hat - das hat er aber auch nur einmal gemacht, war wohl nicht sooo lecker.

Michael72
23.07.2012, 18:05
Naja, bei Sondenkost stand der Geschmack bei der Produktentwicklung wohl nicht so ganz weit oben auf der Liste der zu erledigenden Dinge...

el suenio
23.07.2012, 18:24
Moorhühnchen, bei euch gabs Kuchen von den Patienten, auch nicht schlecht. Da gibt es bei uns immer nur Kaffee, Pralinen o.ä.. Aber bei uns gibts Kuchen und Torte für die Patienten. Sehr schmackhaft, kann ich sagen, aber leider schmeckts nur halb so gut, wenn man sie hinterstopfen muss, weil eine Schwester im Anmarsch ist:-))

"In der Neuro mußte ich mich auch mit Frisubin über Wasser halten...."
DAS wäre doch tatsächlich mal eine Aussage gewesen :D Welch ein gesundes Leben:cool:

Meridion
23.07.2012, 19:50
Ich wär auch gern so einer von diesen spargelhalmen, die unbedingt Fresubin brauchen damit sie nicht im unterzucker aus dem Jesuslatschen kippen.

Ich persönlich brauch vor Dienstbeginn nur ein Brötchen anzugucken und wenn ich Glück habe und mittags nur nen Salat esse hab ich es abends nicht auf den Hüften. Von meinem persistent um 135/85 baumelnden Blutdruck, der mir jegliche Schwärze selbst bei rasanten "aus dem Dienstbett aufschreck"-Aktionen erspart, ganz zu schweigen.

Also wenns nix gibt ess ich halt nix, hab schonmal nen kompletten 24er ohne essen gemacht, war absolut kein Problem. Nur von wenig Trinken krieg ich Kopfweh, aber das stellt ja zum Glück das Haus.

M

wjsl
23.07.2012, 23:15
Naja, insgesamt zusammengerechnet waren es doch über eineinhab Jahre Klinikarbeit, ohne Blockpraktikum; mit diesem mitgezählt sogar zwei. Und ich habe wirklich noch nie gesehen, dass irgendwer so etwas zu sich genommen hätte. Kann mich nur erinnern, dass ein Kommilitone mal fragte, ob er das kosten dürfe, rein aus Interesse, und die Schwester meinte nein. Das sei zu teuer und eigentlich Medizinbedarf, also für Personal strikt tabu. Im Stationszimmer lag dagegen immer irgendwas rum (obwohl das eigentlich auch größenteils für den Patientenbedarf ist).

Und so, als würden sie ohne Sondenkost gleich vom Fleisch fallen sieht halt doch in der Realität nur eine vernachlässigbare Minderheit aus. Oder warum jammern in anderen Subforen hier so viele darüber, wie gern sie abnehmen würden? Irgendwie passt das für mich nicht zusammen.

Leelaacoo
24.07.2012, 01:49
wjsl, das war keine KlinikARBEIT, das war Studium und PJ...da haben sicher die wenigsten hier immer auf Essen verzichten müssen...und wieviele 24h-Dienste und Nachtdienste oder Schichten du da gemacht hast...na ja, lohn nicht. Im PJ glaubt man immer, man hat den Einblick in die Arbeit...glaub mir, das hat man nur zu einem ganz kleinen Teil. Ich komm auch ohne Essen über die Runden, wenns sein muss (und muss es oft), mein Problem ist eher, dass ich selten zum Einkaufen komm und dann Fertigzeugs besorgen muss...
Wir sprechen uns in einem Jahr, wenn du voll im Dienststress bist...

LG Lee

Evil
24.07.2012, 06:56
Naja, insgesamt zusammengerechnet waren es doch über eineinhab Jahre Klinikarbeit, ohne Blockpraktikum; mit diesem mitgezählt sogar zwei.
Als was genau? Im Pflegedienst?
Da ist der Eindruck in die ärztliche Tätigkeit eher unzureichend, zumindest wenn ich an meine Gespräche mit den Schwestern denke, wie dies sich die EInzelheiten der ärztlichen Tätigkeit vorstellen.


Und so, als würden sie ohne Sondenkost gleich vom Fleisch fallen sieht halt doch in der Realität nur eine vernachlässigbare Minderheit aus. Oder warum jammern in anderen Subforen hier so viele darüber, wie gern sie abnehmen würden? Irgendwie passt das für mich nicht zusammen.
Die vom-Fleisch-Faller jammern halt selten, deswegen ist die andere Gruppe statistisch einfach überrepräsentiert (non-response bias). ;-)

Leelaacoo
24.07.2012, 11:15
Man fällt ja nicht vom Fleisch, man isst nur ungesund...12 h nix und dann McDoof...da wird man nicht schlanker von...Gemüse schnippeln, Soßen kochen etc. ist einfach nicht immer drin. Ach, was soll ich sagen, in ein paar Monaten sieht auch deine Welt anders aus, wjsl...

LG Lee

flopipop
24.07.2012, 12:40
Ach, was soll ich sagen, in ein paar Monaten sieht auch deine Welt anders aus, wjsl...


bis dahin ist er schon längst chef :-stud

dreamchaser
24.07.2012, 17:25
Naja, insgesamt zusammengerechnet waren es doch über eineinhab Jahre Klinikarbeit, ohne Blockpraktikum; mit diesem mitgezählt sogar zwei. Und ich habe wirklich noch nie gesehen, dass irgendwer so etwas zu sich genommen hätte. Kann mich nur erinnern, dass ein Kommilitone mal fragte, ob er das kosten dürfe, rein aus Interesse, und die Schwester meinte nein. Das sei zu teuer und eigentlich Medizinbedarf, also für Personal strikt tabu. Im Stationszimmer lag dagegen immer irgendwas rum (obwohl das eigentlich auch größenteils für den Patientenbedarf ist).

Und so, als würden sie ohne Sondenkost gleich vom Fleisch fallen sieht halt doch in der Realität nur eine vernachlässigbare Minderheit aus. Oder warum jammern in anderen Subforen hier so viele darüber, wie gern sie abnehmen würden? Irgendwie passt das für mich nicht zusammen.

Genau wegen so etwas habe ich auch explizit von der Arbeit als Assistenzarzt gesprochen. Als Student war ich in der Klinik auch immer maximal entspannt und kam immer zum essen.
Ich gehöre übrigens auch nicht zu denen, die gleich vom Fleische fallen, habe trotzdem in einem Jahr während der Intensivzeit 12 kg abgenommen. Also schau dir erstmal den Klinikalltag an (und bitte komm nicht auf die Idee, nach der ersten Woche schon alles zu wissen) und in einem Jahr können wir wieder darüber sprechen.

Sebastian1
24.07.2012, 18:00
(und bitte komm nicht auf die Idee, nach der ersten Woche schon alles zu wissen)Das schlimme ist ja, dass trotz all dem, was hier so geschrieben wird, der Eindruck bestehen bleibt, da würde schon alles gewusst nach famulaturen, PJ und Konsorten... *seufz*

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24.07.2012, 21:04
Ist schon ein anderes Pensum als PJ... Defintiv.

Strodti
25.07.2012, 07:19
Ihr habt ja recht! Durch stressige Dienste, Nachtarbeit und der Last der Verantwortung habt ihr ein höheres Pensum und wurdet in die Realität des Assistenzarztdaseins gestoßen.

Aber lasst doch uns Studenten das Gefühl, dass wir durch Blockpraktika, Famulaturen und PJ auch ein Stück weiter Richtung Beruf kommen! Wenn man euch so anhört, dann bekommt man dieses "Als Student haste eh keine Ahnung" Gefühl Aber es ist doch Sinn dieser Studienabschnitte, dass man versucht sich in das abstrakte System Krankenhaus einzufinden und sich Schritt für Schritt dem Beruf zu nähern. Studentische und jung-Assistenten Überheblichkeit ist natürlich auch daneben.

Ihr seid doch auch mal in unserer Situation gewesen.

Sebastian1
25.07.2012, 07:35
Strodti, das bezog sich ja nicht auf Studenten im allgemeinen, sondern auf einen User im speziellen. natürlich ist es so, das man viele Einblicke erst bekommt, wenn man wirklich als Arzt arbeitet, aber wenn das negiert wird und jemand immer wieder den Eindruck vermittelt, im Studium quasi schon alles gesehen zu haben, dann kann man das nicht gänzlich ohne schmunzeln hinnehmen.

Leelaacoo
25.07.2012, 10:49
Es ging um Sondenkost respektive Trinknahrung...in den Diensten und wenn die Hölle los ist...das ist doch jetzt keine Schlaumeierei, das ist einfach so, dass man, wenn man plötzlich verantwortlich ist, den Druck anders empfindet und auf einmal sind 12 h rum und man ist nur rumgerannt und hat noch 10 Patienten in der Ambulanz...das ist so, wie wenn man einer 3fachen Mutter als Kinderlose sagt:" Also, ich kann mir ja gar nicht vorstellen, dass eine Geburt schmerzhaft ist...glaub ich einfach nicht."

LG Lee

Absolute Arrhythmie
25.07.2012, 11:26
Als was genau? Im Pflegedienst?
Da ist der Eindruck in die ärztliche Tätigkeit eher unzureichend, zumindest wenn ich an meine Gespräche mit den Schwestern denke, wie dies sich die EInzelheiten der ärztlichen Tätigkeit vorstellen.



Naja, wir Schwestern ernähren uns auch nicht gesünder als unsere Ärzte... Der Stationsarzt bei uns geht häufig mittags was in der Mensa essen, während ich mir im Spätdienst irgendnen fraß reindrücke, wenn ich dank einer Woche Spätdienst am Stück keinen Nerv hatte einkaufen zu fahren und vernünftig zu kochen.
Kein Wunder dass 75% der Leute die ich kenne in der Pflegeausbildung 5 -20 kg zugenommen haben.
Die PJler/Famulenten etc gehen bei uns allerdings JEDEN Tag essen, und können ihre Pausen nehmen, im absolut krassen Gegensatz zu Ärzten und auch Schwestern.

THawk
26.07.2012, 21:50
Und wie viele Überstunden fallen an?
Ich meine, das Problem sind doch im wesentlichen lange Arbeitszeiten und die Dienste mit hoher Belastung.

Strodti
26.07.2012, 22:22
Wird ja keiner bestreiten, dass im Pflegedienst weniger Wochenstunden anfallen als im ärztlichen Dienst. Finde aber, dass dieser Vergleich zwischen den Berufsgruppen nicht besonders zielführend ist, da es berufsspezifische Belastungen gibt. Das ist ja das schöne am Schichtdienst: Wenn die Schicht vorbei ist, steht der nächste auf der Matte und übernimmt. Als Pfleger hatte ich noch nie einen 10 Stunden Tag (Nachtdienste ausgenommen, die wurden aber schon immer länger geplant und Überstunden nach Nachtdienst waren eine Rarität).

Miss
27.07.2012, 09:49
Ich denke, es möchte keiner behaupten, daß die Arbeit in der Pflege ein Zuckerschlecken ist. Die haben beschissene Besetzung und auch Schichtdienst usw -und dafür gibts außerdem noch viel zu wenig Geld.

Nur als Student erlebt man das wirklich noch anders. Jeder von uns Assis dürfte das so erlebt haben, und jede Wette, jeder von Euch, der noch Student ist und das momentan noch nicht glauben kann, wird wenige Monate nach Stellenantritt bestätigen, daß es halt doch irgendwie anders ist.
PJ und Famulatur ist halt doch zeitlich begrenzt, und man kann halt doch pünktlich gehen (klar, länger geblieben ist man auch da mal, aber nur, wenns gepaßt hat oder was interessant war oder man jemandem einen Gefallen tun wollte), geht zwischendurch essen, zum Unterricht. Ist ja auch total gut so und gewollt, ist ja noch Ausbildung.
Die andere Belastung resultiert halt auch durch die nicht zeitliche Begrenzung der Arbeit (nicht nach 4 oder 16 Wochen vorbei), andere Erwartungen (der Laden muss laufen, und Du bist da mit beteiligt und wenn Du da nicht genau Deinen Teil leistest, wird alles noch viel stressiger), andere Verantwortung (man muß halt wirklich bei allem gucken, ob es läuft), Schichtdienst, freie Wochenenden zum Erholen und sozialen Betätigungen sind auch nicht mehr selbstverständlich.

Aber man ist halt richtiger Arzt (das hat mich dann irgendwann im PJ gestört), und es ist insgesamt nicht schlecht :-)

wjsl
27.07.2012, 13:19
In der Chirurgie war ich nie in der Kantine, wär auch gar nicht gegangen. Das einzige was ich tatsächlich noch nicht hatte, waren 24h am Stück, das macht mir auch Angst, gebe ich zu.
Zum Thema nochmal: Manche Stationen haben dieses Fresubin gar nicht da. Und wenn ich bei den Hospitationen die Assistenten gefragt habe (hab das tatsächlich, weil mir der Gedanke auch schonmal kam, dass das praktisch sein könnte) ob die ab und an auf dieses Flüssigzeug zurückgreifen würden, haben die mich komisch angesehen und meinten "nein, und würde ich auch nie machen". Hab aber tatsächlich häufig erlebt, dass die das nächstbeste was im Stationszimmer, Automaten oder Kiosk verfügbar war reinzogen, das stimmt schon. Und wenn man sich das ansieht...da habt ihr sicher Recht. Von so was kann man nicht ernsthaft leben. Aber selbst mitbringen funktioniert wohl auch nicht wirklich; dann lieber irgendwo so ein Fertigpulver deponieren oder Traubenzucker einstecken. Bei dem Fresubin wäre für mich definitiv ein Hemmfaktor, dass es oft im Bereich der Medikamentenschränke ist, und die sind (meiner Meinung nach) absolutes Tabu...

P.S.: Danke, dass ihr mir einredet, ich würde in eine komplett neue Welt stürzen, von der ich noch nie was gesehen hätte. Das gibt einem kurz davor nochmal so richtig viel Zuversicht und versüßt den Tag...