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TeaIsLife
04.07.2023, 16:46
Hallo, Ich probiere hier auch mal mein Glück. Habe gerade fertigstudiert und will Pathologin werden. Über PJ- Tertial in der Patho, Wahlfächer und als studentische Tutorin für Histo und Patho habe ich schon Erfahrungen gesammelt. Molekularpathologie interessiert mich besonders, da hab ich auch Vorkenntnisse aus meinem Erststudium (BSc/MSc Kriminalbiologie mit Schwerpunkt Molekularbiologie). Hat jemand was von (besonders nicht ausgeschriebenen) Stellen gehört? Ich bin deutschlandweit flexibel, aber Süden wäre schön.
Danke für's Lesen!

mbs
04.07.2023, 21:58
Hatte mich auch mal für Pathologie beworben, aber meist wollte man dann doch erfahrene WB-Assistenten oder am allerliebsten einen Facharzt. Scheinbar wird ein solcher auch so gut wie immer gefunden, notfalls aus dem Ausland. Das mit dem angeblichen Ärztemangel bezieht sich nur auf ein paar Regionen und Fachgebiete, wenn überhaupt. Am ehesten hast du wahrscheinlich Chancen, wenn du dich dort bewirbst wo du dein PJ-Wahltertial gemacht hast.

Nussini2020
09.07.2023, 14:05
Hallo ihr Lieben :),

Hat jemand Erfahrung mit der Weiterbildung in einer Praxis für Pathologie? Gefühlt werden da ja nie Stellen ausgeschrieben, aber es soll ja dennoch einige geben, die die volle Weiterbildungsermächtigung haben. Lohnt sich da eine Initiativbewerbung oder würde man sowieso keine Anfänger in der Praxis gebrauchen können? Wie sieht es mit dem Gehalt in der Praxis aus?
Kann mir evtl jemand eine gute große Praxis im südbayrischen Raum empfehlen? Gerne auch per PN :).

LG

hmp24
10.07.2023, 20:44
Hallo, Ich probiere hier auch mal mein Glück. Habe gerade fertigstudiert und will Pathologin werden. Über PJ- Tertial in der Patho, Wahlfächer und als studentische Tutorin für Histo und Patho habe ich schon Erfahrungen gesammelt. Molekularpathologie interessiert mich besonders, da hab ich auch Vorkenntnisse aus meinem Erststudium (BSc/MSc Kriminalbiologie mit Schwerpunkt Molekularbiologie). Hat jemand was von (besonders nicht ausgeschriebenen) Stellen gehört? Ich bin deutschlandweit flexibel, aber Süden wäre schön.
Danke für's Lesen!

Essen hatte mal Nachwuchsmangel,. zumindest Stand von vor 6 Monaten. Wie es aktuell aussieht weiß ich nicht.

mbs
10.07.2023, 22:16
Meines Wissens nach werden vor allem kleinere und mittelgroße Kliniken immer häufigere nicht nur labormedizinisch, sondern auch für Pathologie-Dienstleistungen von angegliederten Praxen bzw. MVZs versorgt. Insofern ist der Unterschied wahrscheinlich nicht mehr so groß wie früher (wobei mir der Vergleich fehlt).

Roadkiller
14.07.2023, 06:01
@ TealsLife: Aktivier mal deine privaten Nachrichten, dann kann ich dir einen Tipp geben.

Thema Praxis: Sind in der Regel reine Erwerbspathologien, mit entsprechend hohem Durchsatz und manchmal auch recht mauer Ausstattung wegen verpasster Investitionen, was sich jetzt, mit dem Aufkommen der zahlreichen molekularpathologischen Untersuchungen rächt...

mbs
14.07.2023, 22:08
Eine Zulage ist auf jeden Fall ein Kompliment. Aber erfahrene Kräfte sind in der Pathologie scheinbar auch gesucht. Ganz anders verhält es sich mit Anfängern bzw. Quereinsteigern in das Gebiet; da scheint es fast unmöglich zu sein eine Stelle zu kriegen. Ich kenne Leute die schon seit Monaten in der Richtung was suchen, aber komischerweise findet sich immer jemand mit "mehr Erfahrung" in der Pathologie.

milz
15.07.2023, 22:34
Es lässt sich offensichtlich kaum pauschal eine Aussage treffen. Im Zweifel einfach initiativ bewerben per Email, kostet ja nix.

Hwnbb
23.07.2023, 08:41
An der Uniklinik Essen sind zumindest online noch Stellen ausgeschrieben

mbs
20.08.2023, 20:55
Eine vorhandene Ausschreibung ist das eine, wie hoch die Chancen sind das andere. Ich halte es für so gut wie ausgeschlossen, dass eine Uniklinik in der Pathologie, dem Fach mit einer der längsten Weiterbildungszeiten, für die man sich auch vergleichsweise wenig anrechnen lassen kann, Quereinsteigern offen gegenüber steht. Da sind die Chancen scheinbar wirklich so gut wie null. Man wird zwar eingeladen, aber das wird offenbar jeder, unselektiv, nicht umsonst gibt es keine Kostenübernahme für die Anfahrt. Wollte das auch mal machen, aber das scheiterte dann eben daran, dass ich keine Stelle finden konnte. Forschungserfahrung, Promotion, klinische Vorerfahrung (die im Zuschnitt, mit dem man anfangs scheinbar am meisten Zeit verbringt, von Vorteil wäre), das alles scheint nicht wirklich eine Rolle zu spielen, denn gesucht wird jemand mit "Pathologieerfahrung", und es findet sich offenbar immer ein Bewerber, der vorher schon in der Pathologie gearbeitet hat; notfalls aus dem Ausland. Egal ob man dort dieselben Standards hatte wie hierzulande.

clyde_frog
21.08.2023, 05:49
Ich denke dass du einfach sehr salty bist, weil du keine Stelle in pathology bekommen hast. Man kann eine Jahr angerechnet kriegen. Moderne Institute machen nicht mehr dass man in die Anfang nur Zuschnitt macht sondern man macht an eine oder zwei Tage Zuschnitt und befundet am folgende Tag.

Ich konnte eine Stelle, ohne Promotion und nur mit Famulatur in Pathology, pj in anderes Fach bekommen. Ich hatte auch Stelle an anderes kleineres Institut angeboten bekommen habe aber Uni Klinik genommen. Ich habe in Göttingen studiert


Eine vorhandene Ausschreibung ist das eine, wie hoch die Chancen sind das andere. Ich halte es für so gut wie ausgeschlossen, dass eine Uniklinik in der Pathologie, dem Fach mit einer der längsten Weiterbildungszeiten, für die man sich auch vergleichsweise wenig anrechnen lassen kann, Quereinsteigern offen gegenüber steht. Da sind die Chancen scheinbar wirklich so gut wie null. Man wird zwar eingeladen, aber das wird offenbar jeder, unselektiv, nicht umsonst gibt es keine Kostenübernahme für die Anfahrt. Wollte das auch mal machen, aber das scheiterte dann eben daran, dass ich keine Stelle finden konnte. Forschungserfahrung, Promotion, klinische Vorerfahrung (die im Zuschnitt, mit dem man anfangs scheinbar am meisten Zeit verbringt, von Vorteil wäre), das alles scheint nicht wirklich eine Rolle zu spielen, denn gesucht wird jemand mit "Pathologieerfahrung", und es findet sich offenbar immer ein Bewerber, der vorher schon in der Pathologie gearbeitet hat; notfalls aus dem Ausland. Egal ob man dort dieselben Standards hatte wie hierzulande.

mbs
21.08.2023, 15:53
Du bist wahrscheinlich auch Mitte zwanzig gewesen als du dich beworben hast. Das ist mehr wert als Promotion und mehrere Publikationen wie es scheint; es macht ja auch Sinn keine so lange Ausbildung in jemanden zu investieren, der zehn Jahre älter ist als ein Berufseinsteiger.

Aber es ist okay wie es ist; ich habe viele Interessen, und der Job ist nicht alles im Leben. Was mich an dem Fach vor allem interessiert hätte, wäre der Ausbau der digitalen Pathologie. Bin gerade dabei Qualifikationen im IT Bereich nachzuholen, das zu kombinieren hätte sich einfach angeboten.

clyde_frog
21.08.2023, 17:46
Nein, ich bin schon fast 40 und habe erst mit 31 meine Studium der Medizin angefangen. Ich hoffe dass Du einen Stelle findest. :)
Du bist wahrscheinlich auch Mitte zwanzig gewesen als du dich beworben hast. Das ist mehr wert als Promotion und mehrere Publikationen wie es scheint; es macht ja auch Sinn keine so lange Ausbildung in jemanden zu investieren, der zehn Jahre älter ist als ein Berufseinsteiger.

Aber es ist okay wie es ist; ich habe viele Interessen, und der Job ist nicht alles im Leben. Was mich an dem Fach vor allem interessiert hätte, wäre der Ausbau der digitalen Pathologie. Bin gerade dabei Qualifikationen im IT Bereich nachzuholen, das zu kombinieren hätte sich einfach angeboten.

milz
23.08.2023, 11:55
Es ist auch die Frage ob Pathologie wirklich das "beste" Fach ist. Hochinteressant sicherlich, mitunter aesthetisch, planbare Arbeitszeiten, gutes Auskommen möglich. Andererseits aber auch Berge an Arbeit, Multitasking, ständige Befundanfragen und Sonderwünsche, jede Woche TUKO Marathon, Zertifizierungsdruck, körperliche Belastung (Zuschnitt, Schnellschnitt, Obduktion), letzteres an der Uni als FA weniger, dafür dann Zusatzbelastung Lehre und Forschung. Just my 2 Cents nach > 10 Jahren im Fach. Ich würde retrospektiv alternativ auch Mibi oder Labormedizin in Betracht ziehen, die sicherlich ihre eigenen Vor- und Nachteile haben.

Tramaldol
24.08.2023, 02:53
Es ist auch die Frage ob Pathologie wirklich das "beste" Fach ist. Hochinteressant sicherlich, mitunter aesthetisch, planbare Arbeitszeiten, gutes Auskommen möglich. Andererseits aber auch Berge an Arbeit, Multitasking, ständige Befundanfragen und Sonderwünsche, jede Woche TUKO Marathon, Zertifizierungsdruck, körperliche Belastung (Zuschnitt, Schnellschnitt, Obduktion), letzteres an der Uni als FA weniger, dafür dann Zusatzbelastung Lehre und Forschung. Just my 2 Cents nach > 10 Jahren im Fach. Ich würde retrospektiv alternativ auch Mibi oder Labormedizin in Betracht ziehen, die sicherlich ihre eigenen Vor- und Nachteile haben.

Gut zusammengefasst. Ich sehe das Außenstehender auch als viel Arbeit an mit komplexen Aufgaben und Anfragen.
Auch ist jetzt viel Hintergrundwissen hinzugekommen mit der MolPath/NGS/neue Marker. Wenn ich Patho und Labor/Mibi/Transfusion/Hygiene vergleiche, finde ich eher Patho anspruchsvoller und "spezieller". Da müsste man sich echt nochmal ziemlich reinknien auch aufgrund der Veränderungen in den letzten Jahren.

clyde_frog
24.08.2023, 11:14
Gibt es überhaupt das beste Fach?



Es ist auch die Frage ob Pathologie wirklich das "beste" Fach ist. Hochinteressant sicherlich, mitunter aesthetisch, planbare Arbeitszeiten, gutes Auskommen möglich. Andererseits aber auch Berge an Arbeit, Multitasking, ständige Befundanfragen und Sonderwünsche, jede Woche TUKO Marathon, Zertifizierungsdruck, körperliche Belastung (Zuschnitt, Schnellschnitt, Obduktion), letzteres an der Uni als FA weniger, dafür dann Zusatzbelastung Lehre und Forschung. Just my 2 Cents nach > 10 Jahren im Fach. Ich würde retrospektiv alternativ auch Mibi oder Labormedizin in Betracht ziehen, die sicherlich ihre eigenen Vor- und Nachteile haben.

Dr.med.Nutzername
24.08.2023, 12:16
also ich finde das ist Meckern auf hohem Niveau.

Ich habe vorher in der Klinik gearbeitet und lief da regelmäßig auf dem Zahnfleisch und war Abends und nach den Diensten mind. 10x erschöpfter und müder. Täglich bis zu 10.000 Schritte. In der Patho vielleicht 2000 bis max. 3000.

Warum ist denn Zuschnitt und Schnellschnitt eine körperliche Belastung ? Zuschnitt wird halt nur ungemütlich weil man lange sitzt und man lieber stehen will. Schnellschnitte sind für mich auch nicht anstrengend, ich freue mich eher bisschen Bewegung im Alltag zu haben und mal aufzustehen vom Bürostuhl. Recht gebe ich dir teilweise bei Sektionen, allerdings sind 2 Stunden Stehen auch nichts im Vergleich zu dem Pensum was Chirurgen alles am Tag machen und wie lange die stehen.

Multitasking finde ich eigentlich auch nicht so viel, ab und zu mal bisschen mehr. Man diktiert halt seine Fälle, recherchiert, zwischendurch bearbeitet man telefonische Anfragen und Schnellschnitte. Noch alles in allem halbwegs geordnet. Stationsarbeit ist viel hektischer und chaotischer.

Und der Zertifizierungsdruck trifft eigentlich eher nur die Chefetage und den Qualitätsmanager, ev. noch ein ausgewählter Oberarzt.

Also wer Pathologie körperlich belastend findend, würde in der Klinik zusammenbrechen. Nicht böse verstehen.

Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass in unterbesetzten und schlecht organisierten Instituten tatsächlich Bedingungen vorherrschen, wo man tatsächlich 1000 Sachen auf einmal machen muss und nicht dazu kommt seine Fälle zu machen.

Cor_magna
24.08.2023, 13:52
also ich finde das ist Meckern auf hohem Niveau.

Ich habe vorher in der Klinik gearbeitet und lief da regelmäßig auf dem Zahnfleisch und war Abends und nach den Diensten mind. 10x erschöpfter und müder. Täglich bis zu 10.000 Schritte. In der Patho vielleicht 2000 bis max. 3000.

Warum ist denn Zuschnitt und Schnellschnitt eine körperliche Belastung ? Zuschnitt wird halt nur ungemütlich weil man lange sitzt und man lieber stehen will. Schnellschnitte sind für mich auch nicht anstrengend, ich freue mich eher bisschen Bewegung im Alltag zu haben und mal aufzustehen vom Bürostuhl. Recht gebe ich dir teilweise bei Sektionen, allerdings sind 2 Stunden Stehen auch nichts im Vergleich zu dem Pensum was Chirurgen alles am Tag machen und wie lange die stehen.

Multitasking finde ich eigentlich auch nicht so viel, ab und zu mal bisschen mehr. Man diktiert halt seine Fälle, recherchiert, zwischendurch bearbeitet man telefonische Anfragen und Schnellschnitte. Noch alles in allem halbwegs geordnet. Stationsarbeit ist viel hektischer und chaotischer.

Und der Zertifizierungsdruck trifft eigentlich eher nur die Chefetage und den Qualitätsmanager, ev. noch ein ausgewählter Oberarzt.

Also wer Pathologie körperlich belastend findend, würde in der Klinik zusammenbrechen. Nicht böse verstehen.

Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass in unterbesetzten und schlecht organisierten Instituten tatsächlich Bedingungen vorherrschen, wo man tatsächlich 1000 Sachen auf einmal machen muss und nicht dazu kommt seine Fälle zu machen.

Keiner kann sich das Chaos auf der stationären Inneren oder Chirurgie vorstellen, der selbst nicht mal mindestens n halbes Jahr als kleiner Assi da gearbeitet hat. Vor allem wenn bei vollem Personalschlüssel schon alles auf Kante genäht ist und dann mal 2 Leute krank sind. Viel Spaß :-) Ich bin jetzt ein halbes Jahr da raus und merke wie schnell ich vergesse wie es da abging.
Jede Arbeitsbelastung ist relativ, wirklich jede.

Tramaldol
24.08.2023, 13:59
also ich finde das ist Meckern auf hohem Niveau.



Ja ist es auch. Es ging jetzt eher um Vergleich Mibi, Labor, Hygiene, Transfusion und Empfehlungen für einen Nutzer hier, der ja Probleme hat, eine FA-Ausbildung zu beenden.
Stationsarbeit ist wirklich nervig und anstrengend. Es erfährt auch sehr wenig - garkeine Wertschätzung.
Aber man kann's ja in der Patho probieren...ich hätte spontan gedacht Mibi, Labor, Hygiene oder Transfusion wäre das dünnere Brett zum Bohren.

clyde_frog
24.08.2023, 14:20
16 Wochen jeweils in PJ haben völlig gereicht um diese auch festzustelle. Hell on Earth
Keiner kann sich das Chaos auf der stationären Inneren oder Chirurgie vorstellen, der selbst nicht mal mindestens n halbes Jahr als kleiner Assi da gearbeitet hat. Vor allem wenn bei vollem Personalschlüssel schon alles auf Kante genäht ist und dann mal 2 Leute krank sind. Viel Spaß :-) Ich bin jetzt ein halbes Jahr da raus und merke wie schnell ich vergesse wie es da abging.
Jede Arbeitsbelastung ist relativ, wirklich jede.