Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : USA - die neuen Sowjets?!
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airmaria
07.02.2003, 11:30
Ach Rug, wenn wir uns mal wieder in das Reich wilder Spekulationen begeben wollen , mache ich gerne mal mit.
Ich zitiere mal aus den von Könich da oben angegebenen Spiegel-online Quellen, welche übrigens ein wunderschöner Beleg dafür sind, wie gefärbt und politisierend unsere ach so tolle Berichterstattung (mir ist schon klar, daß es mal Kommentare werden sollten, wenn sie groß sind, aber die "objektiven" Fernsehnachrichten waren gestern auf allen Sendern kaum anders) hierzulande ist.
Alleine wenn man sich die erste Überschrift durchliest, kann man doch eigentlich nur den Kopf schütteln... und in diesem Text wird dann nochnichteinmal die wahre Aussage Rumsfelds richtig zitiert, feiner Journalismus!
Der Zweite Bericht ist da zum Glück ein wenig besser, vor allem diese Aussage ist bedenkenswert:
"Selbst bekräftigte Coats jedoch seine Kritik an der Bundesregierung. Er warf ihr vor, den Druck auf den irakischen Präsidenten Saddam Hussein unterminiert zu haben. Coats sagte der "Berliner Zeitung": "An einem der kritischten Punkte des ganzen Verfahrens, wenige Tage vor dem Blix-Bericht Ende Januar, als der Druck auf Saddam zur Erfüllung der Uno-Resolutionen am höchsten war - genau an diesem Punkt hat die deutsch-französische Erklärung die Bemühungen unterminiert."
Der US-Botschafter sagte in dem Zeitungsinterview, ausgerechnet die zwei Staaten, die die USA ständig zu einem Gewaltverzicht drängten, hätten mit ihrer Haltung die Anwendung von Militärgewalt wahrscheinlicher gemacht. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Frankreichs Präsident Jacques Chirac hatten vor Vorlage des Berichts von Uno-Waffeninspektor Hans Blix mehr Zeit für die Uno-Waffenüberprüfungen gefordert. Damit wurde aus Sicht Coats der Druck vom Irak genommen."
Soviel zum Thema Druck auf den Irak ausüben! Das führt wieder zu meinen vorherigen "Abschreckungsüberlegungen" und "Taktiken", aber so richtig verstehen will man das ja nicht, denn Gewalt ist schlecht, Gewaltandrohung auch... und wir reden lieber mit den "bösen" Menschen und wenn die uns was wollen, halten wir eben auch die andere Wange hin.
"Mary" airmaria
Mary, wann haben die Amis jemals Gewalt angedroht und dann nicht das betroffene Land, inclusive Zivilbevölkerung, plattgemacht?
Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass den Amis irgendwas an der irakischen Zivilbevölkerung liegt. Man wirft seid Jahren dem Irak Dinge vor, die man z.B. in anderen "befreundeten" arabischen Staaten akzeptiert ohne mit der Wimper zu zucken.
Was das Unterminieren von irgendwas angeht. Solange die Amis die Weltpolizei ohne Auftrag spielen wird unterminiert, weil der normaldenkende Mensch einfach die Schnauze voll hat davon, das die Amis sich an keine Konventionen halten. Damit steigt die Sympathie für den Irak erheblich! Schon mal da drüber nachgedacht?
chata :-meinung
Alles wird gut
07.02.2003, 12:12
Original geschrieben von airmaria
Der US-Botschafter sagte in dem Zeitungsinterview, ausgerechnet die zwei Staaten, die die USA ständig zu einem Gewaltverzicht drängten, hätten mit ihrer Haltung die Anwendung von Militärgewalt wahrscheinlicher gemacht. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Frankreichs Präsident Jacques Chirac hatten vor Vorlage des Berichts von Uno-Waffeninspektor Hans Blix mehr Zeit für die Uno-Waffenüberprüfungen gefordert. Damit wurde aus Sicht Coats der Druck vom Irak genommen."
"Mary" airmaria
Das ist ja wohl die absolute Höhe- uns jetzt den bevorstehen Krieg in die Schuhe zu schieben, weil wir im "falschen" Moment gesagt haben: "Nein, wir wollen bei einem Krieg nicht dabei sein!"
Und fang jetzt bitte nicht mehr an, ein solches "Zitat" anzugreifen, weil es nicht wortwörtlich von einem deutschen Politiker gesagt wurde. Sowieso scheint ja nicht mal der sonst sehr informative Spiegel richtig zitieren zu können- also ich hab das Zitat, egal woher, nie anders gehört- zumindest in keinster Weise sinnverfälscht. Dann müssen offenbar alle Deutschen außer Dir was an den Ohren haben.
Und hör auf, uns weiß machen zu wollen, dass die Amis nur drohen, das haben die noch nie getan, nicht in Korea, nicht in Vietnam, im Irak, in Afghanistan noch sonstirgendwo.
Und wenn sie selbst nicht da waren, haben sie auf eine andere Weise die Kriege mit Waffenverkauf oder finanzieller Unterstützung beeinflusst und Nutzen daraus gezogen.
Du schimpfst über die polarisierten deutschen (öffentlichen) Medien- wo bekommst Du Deine Infos her- ich habe immer noch nichts von der Nord-Koreanischen Drohung gehört!?!
Und was ist eigentlich aus dem allen Gesetzen zugrunde liegendem Satz: "In dubio pro reo" geworden!? Gilt hier nicht?
Das hat nichts mit christlich-debilem "Wangehinhalten" zu tun, sondern bedeutet Einhaltung der in unserer modernen , westlichen Welt so hochgefeierten Grundsätze!
Genau eben diese Grundsätze, warum wir uns hier soviel besser und gerechter und zivilisierter und reifer fühlen als anderen Länder!
airmaria
07.02.2003, 12:15
Jaja, ich fasse mal so einige Aussagen grob zusammen:
die Amis kotzen mich an,
die Amis spielen sich als Weltpolizei auf,
ich will mir von denen nichts vorschreiben lassen,
ich habe meine eigene Kultur...
...
Hört sich an wie das Gejammer präpubertierender Kinder, die eben selbst nicht klar kommen... und genau so sieht es aus!
Wie sähe die Welt im moment wohl ohne die elterlichen Amis aus?
Ist natürlich eine "Glaubensfrage" im wahrsten Sinne des Wortes, aber ich habe eine recht realistische Einstellung dazu... und keine egoistische, selbstdarstellerische oder gar vermessene.
"Mary" airmaria
PS: "eigene Kultur" ist übrigens ein toller Ausdruck :-))
meine eigene Kultur ist es, daß ich morgens etwa gegen 10:00 (+2h) aufstehe, und nach nem Glas Milch und nem Joghurt hier ins Forum schaue... alles andere ist nicht meine Kultur, sondern die irgendwelcher anderen, für die ich nun so gar nix kann!
Mit dem pochen auf Kultur und Glauben ist jeder Krieg auf dieser Erde irgendwann begonnen worden!
Alles wird gut
07.02.2003, 12:26
Original geschrieben von airmaria
1.)
Hört sich an wie das Gejammer präpubertierender Kinder, die eben selbst nicht klar kommen... und genau so sieht es aus!
2.)
PS: "eigene Kultur" ist übrigens ein toller Ausdruck :-))
meine eigene Kultur ist es, daß ich morgens etwa gegen 10:00 (+2h) aufstehe, und nach nem Glas Milch und nem Joghurt hier ins Forum schaue... alles andere ist nicht meine Kultur, sondern die irgendwelcher anderen, für die ich nun so gar nix kann!
Mit dem pochen auf Kultur und Glauben ist jeder Krieg auf dieser Erde irgendwann begonnen worden!
Zu 1: Mit genau solchen Aussagen schaffst Du es sehr eindrucksvoll, Deine Glaubwürdigkeit und Argumentation besser zu unterhöhlen, als wir, die wir anderer Meinung sind, es jemals könnten!
Leider gehen dadurch dann so geistreiche Kommentare wie unter 2.) gemacht verloren! Da bin ich vollkommen Deiner Meinung- ich gebe auf die "deutsche (Leit-) Kultur" einen ganz dicken Schi...!
Andererseits kann man, glaub ich, schon sagen, dass hier in Deutschland eine andere STREIT-Kultur verfolgt wird und die finde ich erstrebenswerter als die amerikanische!
airmaria
07.02.2003, 12:35
Original geschrieben von Alles wird gut
Sowieso scheint ja nicht mal der sonst sehr informative Spiegel richtig zitieren zu können- also ich hab das Zitat, egal woher, nie anders gehört- zumindest in keinster Weise sinnverfälscht. Dann müssen offenbar alle Deutschen außer Dir was an den Ohren haben.
Hier nochmal für alle das "Originalzitat" welches in dem zweiten Spiegel-online Artikel zu finden ist:
"Andere Länder hätten signalisiert, sie würden beim Wiederaufbau des Iraks helfen, wenn dort ein Machtwechsel stattgefunden habe. Dann gibt es noch drei oder vier Länder, die gesagt habe, sie würden gar nichts tun", sagte Rumsfeld. "Ich denke, Libyen, Kuba und Deutschland sind diejenigen, die angedeutet haben, sie würden in keiner Beziehung helfen."
Diese Version ist nun aber kaum irgendwo zu finden, vor allem auch in solchen "Nachrichtensendungen" wie Tagesschau, heute... nicht.
Hier wird immer gleich eine gewertete Version als "Nachricht" gesendet, das ist schlichtweg Meinungsmache und Politisierung, keinesfalls seriöse Berichterstattung:
z.B. (Überschrift aus dem ersten Spiegel-online-Bericht, wo nochnichteinmal die Originalversion dargelegt wurde!):
"Der US-Verteidigungsminister vergleicht Deutschland fröhlich mit Libyen und Kuba. "
"Mary" airmaria
PS: mit "Sowieso scheint ja nicht mal der sonst sehr informative Spiegel... " implementierst Du mir mein lieber AWG, daß Deine Kritikfähigkeit eingeschränkt ist und Du (fast) alles glaubst, was da drin steht
Geschrieben von Dr. Raddatz: „Allerdings sollte man berücksichtigen, daß ein Großteil der Welt an dem Segen des "Americam Way of Life" gar nicht teilnehmen möchte, mich eingeschlossen. Viele Menschen sind zurecht der Ansicht, daß ihnen die eigene Kultur wichtiger ist.“
Da du dich nun auf unseren flotten Expertentalk eingelassen hast, bitte ich dich auch deine Aussagen zu konkretisieren, um ihnen auch Nachdruck zu verleihen und sie nicht als blosse Floskel stehen zu lassen. Inwiefern unterscheidet sich deine Kultur von dem American way of life? Glaubst du ernsthaft, wenn Amerika noch Indianerland wäre, gäbe es heute keine Softdrinks und keine Comic-Heftchen?
Geschrieben von AWG: „Andererseits kann man, glaub ich, schon sagen, dass hier in Deutschland eine andere STREIT-Kultur verfolgt wird und die finde ich erstrebenswerter als die amerikanische!“
Ach ja, die gute Streitkultur. Es ist doch gar nicht wahr, dass es in den USA keine Streitkultur gibt. In den USA sind etwa genau gleichviele Leute für einen Krieg wie bei uns gegen einen Krieg sind. Die Debatten sind zumindest auf journalistischer Ebene genauso hitzig wie hier. Nur mit umgekehrten Vorzeichen. Es gibt auch dort Skeptiker und Kritiker in allen Schattierungen. Hören wir doch auf uns mit angedichteter Edelkeit zu schmücken.
Geschrieben von medichater: Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass den Amis irgendwas an der irakischen Zivilbevölkerung liegt. Man wirft seid Jahren dem Irak Dinge vor, die man z.B. in anderen "befreundeten" arabischen Staaten akzeptiert ohne mit der Wimper zu zucken.
Das ist natürlich so nicht ganz unrichtig. Es geht in diesem Krieg nicht um die irakische Zivilbevölkerung. Allerdings begrüsst die irakische Opposition diesen Krieg trotzdem, auch im Wissen um Verluste und im Wissen, dass es nicht (nur) um ihre Befreiung geht. Zitat eines irakischen Kurdenführers: (sinngemäss)„Der Irakkrieg dauert bereits seit langem an, es ist der Kriegs Saddams gegen seine Bevölkerung. Die amerikanische Intervention bedeutet das Ende eines langen und verlustreichen Krieges. Wenn Ölinteressen als Promotoren dieses Krieges dienen, dann ist es in Ordnung“.
Aber wenn die USA auch gleich wiedermal die Saudis & Co wegen ihrer islamistischen Verstrickungen tadeln würden, würde erstens die Front gegen Saddam und Al Kaida bröckeln und zweitens ein europäischer Aufschrei gegen das „Weltmacht-Getue“ über den Atlantik wehen.....
Geschrieben von Dr. Raddatz: „Seit über 50 Jahren (genau genommen seit dem Besitz der Atombombe) haben die Amis ihrer Außenpolitik starke imperialistische Züge verliehen. Es gab seither kein Krisengebiet auf dieser Welt, an dem sie nicht direkt oder indirekt (mittels CIA) beteiligt gewesen wären.“
Das ist natürlich nur eine Halbwahrheit. Genau genommen, wurde der Imperialismus irgendwann durch den kalten Krieg abgelöst (dessen Auslöser ja nicht die USA waren, sondern die USA jene waren, welche die Welt vor einer schlimmen Alternative bewahrt haben). An diesem kalten Krieg war ja mitunter die UDSSR beteiligt und als westlicher Gegenpol die USA und im Anhang die europäischen Natostaaten. Tatsächlich wurde das Gleichgewicht dieser beiden Pole mit zahlreichen Stellvertreter-Kriegen weltweit immer neu eingependelt. In diese Rolle hat sich die USA eigenlich nicht aktiv hineingedrängt, sondern aus Mangel an Alternativen daran partizipiert. Die amerikanische Bevölkerung würde seit jeher einen isolationistischeren Kurs ihrer Regierungen befürworten!
Mit dem Wegfall der UDSSR entstand selbstverständlich ein Machtvakuum und eine Destabilisierung des fragilen Gleichgewichtes. Dass dieses Gleichgewicht nicht einfach dem freien Lauf überlassen werden kann ist doch offensichtlich.
Aber man kann ruhig einfach wegschauen und wenn gefährlich wird, den US-buddies das Signal zum Angriff geben. Die sollen’s dann richten, wenn wirklich nichts mehr geht. Aber wir Europäer, die intellektuelle Hochburg der Welt, sagen was recht und was falsch ist.
Es ist ein unfairer Vorwurf den Polizisten anzuklagen, weil er bei jedem Verbrechen „dabei“ war! Gut jetzt kommt der Einwand, die USA soll gar nicht Polizei sein. Dann stelle ich die Frage, durch wen sie zu ersetzen sei, denn ganz ohne geht es nicht. Diese Frage, die wird sich in Zukunft wirklich stellen. Und es kann wohl nur die UNO sein. Allerdings muss diese dazu reformiert werden. Sie muss schlagkräftig, rasch und entschlossen reagieren können und über bewaffnete Truppenverbände verfügen.
:-meinung
Alles wird gut
07.02.2003, 15:47
Original geschrieben von airmaria
PS: mit "Sowieso scheint ja nicht mal der sonst sehr informative Spiegel... " implementierst Du mir mein lieber AWG, daß Deine Kritikfähigkeit eingeschränkt ist und Du (fast) alles glaubst, was da drin steht
Also Mariechen, so langsam hört der Spaß auf!
Du denunzierst momentan alles, was nicht auf Deiner Meinungsschiene fährt entweder als prä-pubertär, nicht-kritikfähig, falsch informiert... ohne selbst auch nur ein Stück von Deiner Meinung abzuweichen und Zugeständnisse zu machen!
Du lieferst genauso unbestätigte Behauptungen, gekennzeichnet oder nicht, wirfst aber allen anderen vor, dass sie nicht bis auf die letzte Silbe genau zitieren und ein wenig zwischen den Zeilen lesen- schon ist das alles nur Stimmungsmache!
So finde ich, kann/sollte diese Diskussion nicht weiterlaufen und ich hoffe, dass Du das noch änderst!
@Spiegel: Ich denke schon, dass der Spiegel eins der besten Nachrichtenmagazine in Deutschland ist! Und der Spiegel ist nicht halb so links wie beispielsweise der Focus rechts-konservativ verfasst. Auch wieder nur meine Meinung aber für die bin ich nun mal hier im Forum!!!
@Hobbes betreffend Streitkultur:
Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass auch in den USA kontrovers diskutiert wird! Wie schon Feuerblick sagte, wäre es allerdings wahrscheinlich noch kontroverser, wenn da die gleichen Nachrichten wie hier laufen. (Siehe auch noch mal "Bowling for Columbine")
Aber es geht hier weniger, darum, dass Amerikaner nicht diskutieren können- da gibt's sicher einige, nur leider haben die, die an der Regierung waren, bisher wenig Anstrengungen gezeigt, Konflikte rein diplomatisch zu lösen- im Besonderen die Regierung Bush.
Alles wird gut
07.02.2003, 16:03
Original geschrieben von hobbes
[B]
Es ist ein unfairer Vorwurf den Polizisten anzuklagen, weil er bei jedem Verbrechen „dabei“ war! Gut jetzt kommt der Einwand, die USA soll gar nicht Polizei sein.
Es steckt ja einiges wahres in Deinen Aussagen, finde aber, dass dieser Polizei-Vergleich ein wenig hinkt. Bei der USA habe ich weniger den Eidruck eines Polizisten vor mir, als eher einen Türsteher vor ner Proll-Disko der sagt: "Nich' in diesen Schuhen!"
Die Polizei hält sich (meistens) an die Gesetze, die sie beschützt und vertritt!
airmaria
07.02.2003, 16:21
Original geschrieben von Alles wird gut
Also Mariechen, langsam hört der Spaß auf!
Du denunzierst momentan alles, was nicht auf Deiner Meinungsschiene fährt entweder als prä-pubertär, nicht-kritikfähig, falsch informiert... ohne selbst auch nur ein Stück von Deiner Meinung abzuweichen und Zugeständnisse zu machen!
Du lieferst genauso unbestätigte Behauptungen, gekennzeichnet oder nicht, wirfst aber allen anderen vor, dass sie nicht bis auf die letzte Silbe genau zitieren und ein wenig zwischen den Zeilen lesen- schon ist das alles nur Stimmungsmache!
So finde ich, kann/sollte diese Diskussion nicht weiterlaufen und ich hoffe, dass Du das noch änderst!
Nein AWG, das ist so natürlich nicht richtig!
Als prä-pubertär bezeichne ich lediglich diese egogekränkten Pauschalaussagen, daß der Ami uns seine Lebensweise in welcher Form auch immer aufzwingen möchte.
"Nicht kritikfähig" war eine kleine persönliche Spitze meinerseits auf Deinen unqualifizierten Beitrag zu meiner ursprünglichen Pubertätsaussage, welche ich mir mal gegönnt habe. Ich hoffe Du kannst mir das nochmal verzeihen. :-))
Ich liefere nur unbestätigte Behauptungen, wenn sie als solche klar als meine Meinung zu erkennen sind, hier muß man eben genau differenzieren!
(und in Deinem nächsten Posting sprichst Du tatsächlich schon wieder die "unsere" Berichterstattung als natürlich einwandfreie und klar richtige an, wogegen die amerikanische "falsch" ist... das ist humbug!!! Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen!)
Zu meiner Meinung: die ist weder festgefahren, noch auf einer Schiene, noch strikt proamerikanisch, noch erzkonservativ... oder sonstwas, sie unterliegt einem stetigen Wandel, orientiert sich diesbezüglich am globalen Weltgeschehen und keinesfalls an Tradition, Glauben oder nationalen Interessen.
"Mary" airmaria
Original geschrieben von Alles wird gut
Du schimpfst über die polarisierten deutschen (öffentlichen) Medien- wo bekommst Du Deine Infos her- ich habe immer noch nichts von der Nord-Koreanischen Drohung gehört!?!
Süddeutsche Zeitung 7.2.03 Seite9
(auch in der Franfurter Allgemeinen)
"NordKorea droht den USA mit Präventivschlag
[...]Sollten die USA ihre Millitärpäsenz in der Golfregion weoter verstärken, werde Pjöngjang dies als Einmarsch oder Angriff betrachten (stellv. Leiter des NordKoreanischen Außenm.)
Es ist nicht (nur?)den USA ein Präventivschlag vorbehalten.
[...]Pjöngj habe bereits am Mittwoch stärkere >Selbstverteidignungsmaßnahmen< angekündigt
[...]Das Pentagon gab zu Beginn der Woche bekannt, die Entsendung von 2 Dutzend Kampfbombern und ca. 2000 Luftwaffensoldaten in die Region vorzubereiten"
Ich glaub das reicht als "Drohung".
Mary, warum hälts du diesen Krieg für gerechtfertigt? Weil Saddam irgendwann mal zur Gefahr für uns alle werden könnte und ein Krieg jetzt dem vorbeugen würde? Oder hast du einfach nur Verständnis für die Amerikaner, die ihre machtposition ausweiten wollen? Das ist für mich ein Pragmatismus, der Schuld daran ist, dass unsere Welt so ist wie sie ist. Der Zweck heiligt die Mittel und alles ist gut, solange wir auf der Gewinnerseite stehen... Wenn sich die Menschheit weiter entwickeln und zu einer besseren Welt für alle werden soll, kommen wir mit solchen Einstellungen aber nie vom Fleck. *seufz* Ich weiß, dass alles andere Zukunfstmusik ist und vielleicht lächerlich klingt (Saddam würde sich totlachen). Aber wenn man es nicht wenigstens versucht....
Der Krieg bringt in meinen Augen keine Vorteile. Die eine Gefahr ist gebannt, aber irgendwo kocht schon die nächste. Die USA werden nie ihre Gegner los, wenn sie sie immer nur platt machen wollen. Sie schaffen sich nur neue!
Hallo,
also ich möchte gleich einmal feststellen, dass ich mich selbst zu den Pazifisten zähle und eine militärische Intervention im Irak in keinster Weise rechtfertigen kann. Die Beweise, die Powell, vor dem UN-Sicherheitsrat vorlegte sind zugegebenermaßen teilweise sehr überzeugend, aber auf der anderen Seite sind doch zu viele offen Fragen, wie z.B.: "Gibt es tatsächlich funktionsfähige Atomwaffen im Irak?, Belegen die Fotos der Chemiefabriken wirklich die Existenz dergleichen?. Diese und andere Fragen bleiben immer noch unbeantwortet, obwohl die Verbündeten der USA immer zahlreicher werden. Deutschland, Kuba, Lybien, Russland,aber auch u.U. Frankreich, sind immer noch strikt gegen einen Militärschlag, sowohl mit Zustimmung des UN-Sicherheitsrats als auch ohne.
Aber trotzdem muss speziell Deutschland vorsichtig sein das wirtschaftliche und politische Verhältnis zu den Amerikanern nicht zum kippen zu bringen, da sich das direkt auf unsere Binnenökonomie auswirken würde. Die Deutsche haben nämlich ihr Minimum an Wachstum 2002 (0,2%) in erster Linie mit der Exportwitschaft bewirken können. Waren, "Made in Germany", sollen schon jetzt vepöhnt sein in den USA und das schädigt eindeutig exportierenden deutschen Unternehmen.
Sollte Frankreich oder auch die anderen Verbündeten Deutschlands im Sicherheitsrat plötzlich und unvorhergesehen sich auf die Seite der Amerikaner wenden, dann steht Herr Schröder definitiv im Regen! Die Konsequenzen für die bi- bzw. multilateralen Verhältnisse wären arg geschädigt und die Folgen gravierend.
Ausserdem gibt es noch immer eine zu unbeachtete Gefahr, nämlich "Nordkorea" !!!!! Die neuesten Entwicklungen in diesem Fall zeigen, dass auch dort die diplomatischen Anstrengungen forciert werden müssen und das Augenmerk der Amerikaner nicht primär beim Iark sein darf.
Ich würde mich sehr über produktive Kommentare freuen.
mfg Marcel :-dagegen
Ausserdem gibt es noch immer eine zu unbeachtete Gefahr, nämlich "Nordkorea" !!!!! Die neuesten Entwicklungen in diesem Fall zeigen, dass auch dort die diplomatischen Anstrengungen forciert werden müssen und das Augenmerk der Amerikaner nicht primär beim Iark sein darf.
Nordkorea hat Ölquellen? Nö oda? ;-)
chata
luckyblue
07.02.2003, 22:33
Die Beweise, die Powell, vor dem UN-Sicherheitsrat vorlegte sind zugegebenermaßen teilweise sehr überzeugend, ...
Die Stichhaltigkeit von Powells sogenannten Beweisen lässt doch sehr zu wünschen übrig. Die ganze Beweislage bezüglich der Drohkulisse bewegt sich in einem weitgehend spekulativen Rahmen. Und nicht nur das. Dokumente, die als aussagekräftige Erkenntnisse des Geheimdiensts deklariert wurden, entpuppen sich als zusammengeschustertes Machwerk angegrauter Seminararbeiten. Der Inhalt: öffentlich zugänglich, wissenschaftlich aufgearbeitet, politisch abgearbeitet, und zwar seit Jahren.
Aber trotzdem muss speziell Deutschland vorsichtig sein das wirtschaftliche und politische Verhältnis zu den Amerikanern nicht zum kippen zu bringen, da sich das direkt auf unsere Binnenökonomie auswirken würde.
Dass der Konsum deutscher Exportartikel in den USA abflaut, wenn die Deutschen sich nicht in die Schlacht werfen, halte ich für Propaganda. Das ist administrative Stimmungsmache auf fragwürdigem Parkett. Dasselbe, auf dem sich auch die Warnung der US-Bevölkerung vor einer Reise nach Deutschland bewegt. Als wenn es hier eine erhöhte Gefahrenlage für US-Bürger gäbe. Da sind sie wieder, die bösen Deutschen. Vorsicht geboten, Michel beißt. Reichlich infantil. :-meinung
Lieber medichater,
wenn du aufmerksam die Medien verfolgt hättest, dann wüsstest du um welche Gefahr es sich bei Nordkorea handelt, nämlich um ein wieder aufgenommenes Atomwaffenprogramm und evtl. sogar der Besitz einer solchen Waffe, der überhaupt erst zu dieser jetzigen prekären Situation geführt hat! Die Nordkoreaner besitzen damit aller Wahrscheinlichkeit die Macht über "Leben und Tod", wie noch eine handvoll anderer Atommächte. Das Ausmaß eines solchen Konflikts wäre verheerend. Man sollte sich dabei nur einmal die Kuba-Krise 1963 ins Gedächtnis rufen, bei der ebenfalls zwei Atommächte aufeinader gestossen sind und damit fast den 3. Weltkrieg verursacht hätten, wenn nicht die diplomaten Bemühungen unerbitterlich weiter gegangen wären.
In diesem Sinne....
Jetzt noch ein kurzes Statement zum nachfolgenden Artikel. Ich teile ihre Ansichten und bin auch überzegt, dass sicherlich einiges bezogen auf wirtschaftliche Prognosen Schwarzmalerei der Medien ist. Wobei man niemals die Macht der Medien unterschätzen darf. Doch Genaueres über die Entwicklung in diesem Bereich, werden wir erst in naher Zukunft haben.
Ciao
Dr. Raddatz
07.02.2003, 23:24
Hobbes fragt:
Glaubst du ernsthaft, wenn Amerika noch Indianerland wäre, gäbe es heute keine Softdrinks und keine Comic-Heftchen?
Wer sich in der Geschichte ein klein wenig auskennt, wird sich erinnern, daß stets die militärtechnische Überlegenheit obsiegt und dabei in nicht gerade geringem Umfang auch vorhandene Kulturen vollständig eliminiert hat. Ich kann nicht erkennen, daß sich diesbezüglich irgendetwas geändert hätte.
In friedlichen Zeiten fällt der kriegerische Mensch über sich selbst her, sagt Nietzsche, und ich füge in aller Bescheidenheit hinzu: Man kann doch auch schlecht die milliardenschweren amerikanischen Rüstungsgüter verschrotten.
Im übrigen haben die Amis Saddam Hussein vor ca. 20 Jahren selber aufgerüstet (als der fundamentalistische Iran Staatsfeind Nr. 1 war)
Dr. Raddatz
ich hab da so nen kleinen Lacher für Zwischendurch:
Sung to the tune of "If you´re happy and you know it clap your hands"
If you cannot find Osama, Bomb Iraq.
If the markets are a drama, Bomb Iraq.
If the terrorists are frisky,
Pakistan is looking shifty,
North Korea is too risky, Bomb Iraq.
If we have no allies with us, Bomb Iraq.
If we think someone has dissed us, Bomb Iraq.
So to hell with the inspections,
Let´s look tough for the elections,
Close your mind and take directions, Bomb Iraq
It´s "pre-emptive non-aggression", Bomb Iraq.
Let´s prevent this mass destruction, Bomb Iraq.
They´ve got weapons we can´t see,
And that´s good enough for me
´Cos it´s all the proof I need, Bomb Iraq.
If you never were elected, Bomb Iraq.
If your mood is quite dejected, Bomb Iraq.
If you think Saddam´s gone mad,
With the weapons that he had,
(And he tried to kill your dad), Bomb Iraq.
If your corporate fraud is growin´, Bomb Iraq.
If your ties to it are showin´, Bomb Iraq.
If your politics are sleazy,
And hiding that ain´t easy,
And your manhood´s getting queasy, Bomb Iraq.
Fall in line and follow orders, Bomb Iraq.
For our might knows not our borders, Bomb Iraq.
Disagree? We´ll call it treason,
Let´s make war not love this season,
Even if we have no reason, Bomb Iraq
Froschkönig
07.02.2003, 23:43
Ein paar Gedanken zum Beitrag von Dr. Raddatz :
Wer sich in der Geschichte ein klein wenig auskennt, wird sich erinnern, daß stets die militärtechnische Überlegenheit obsiegt
Da muß mir mein Geschichtslehrer über die "amerikanische Phase" des Vietnamkriegs dann aber ziemlichen Blödsinn erzählt haben ;-)
In friedlichen Zeiten fällt der kriegerische Mensch über sich selbst her, sagt Nietzsche
Damit hat Nietzsche das Rad nun wirklich nicht neu erfunden :
Plautus, 254-184 v. Chr. : "homo homini lupus"
Im übrigen haben die Amis Saddam Hussein vor ca. 20 Jahren selber aufgerüstet
Was uns wieder zu dem "kosmischen Knotenpunkt" der Ölquellen bringt. Geht es hier also um Saddam, der damals als "Rückendeckung" wohl gut genug wahr, obwohl ich mich nicht erinnern kann, das er seither einen fundamentalen Gesinnungswandel durchlaufen hätte....aber was weiß ich schon.
Noch ein paar allgemeine Käsekrümel meinerseits zu der Diskussion :
Wir haben zwar jetzt allmählich Medienaspekte, einseitige Berichterstattung und "präpubertäres Gejammer" (Also Meinungen, deren Begründung ich für mich behalten habe....@Mary:-D) zur genüge durchgehechelt, ABER :
Man mag für sämtliche Szenarios, die die Zukunft bringen könnte passende Begründungen und Entschuldigungen parat haben, jedoch geht es hier nicht um das Ausflugsziel des nächsten Sonntagspicknicks, sondern um einen Angriffskrieg.
Ups, ´tschuldigung, sowas klingt immer so häßlich, das nennt man ja auf schlau (will heißen diplomatisch) jetzt Präventivschlag.
Naja, also wie dem auch sei, auch für selbigen Präventivschlag mag es Gründe geben, aber es geht eben um Krieg und man kann einen überzeugten Kriegsgegner mit wohl keinem Argument der Welt dazu bringen, das einzusehen.......
Ich persönlich sehe das sehr gespalten : Ich tue mich ehrlich gesagt schwer, die Entscheidung zu treffen, bis zu welchem Punkt der Waagschalen "Notwendigkeit" und "Anmaßung" wir uns begeben dürfen.
luckyblue
07.02.2003, 23:48
:-top :-top :-top :-top :-top :-top :-top :-top :-top :-top :-
Das sagt alles :-meinung
(mein den Song)
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