Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Woher weiß man, ob man für das Studium geeignet ist?
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kirschbluete
27.12.2015, 20:02
Ich musste gerade echt lachen - das gleiche wurde mir gestern von meiner Familie vorgeschlagen. Allerdings war es nicht erst gemeint ;-) Das wäre wirklich nichts für mich :-)) Aber mal aus Interesse: Was sind die Voraussetzungen dafür und wie läuft sowas ab?
WackenDoc
27.12.2015, 20:17
Mind. 17, deutsche Staatsbürgerschaft, tunlichst keine Vorstrafen, gesundheitliche Eignung (1,55m-2,irgendwas, BMI zwischen 19 und 30, keine schweren Vorerkrankungen, etc.), sonstige Eignung ist bei FWDL in der Regel kein Problem.
Man informiert sich auf der Bundeswehrkarriereseite und klärt allgemeine Fragen schon vorher (z.B. im Bundeswehrforum) und sucht sich einen Bereich aus, der einen interessiert. Dann vereinbart man einen Termin beim Karriereberater zum Beratungsgespräch und später einen zweiten zur Abgabe der Unterlagen und klärung noch offener Fragen. Irgendwann wird man zur Musterung eingeladen und bekommt dort seine Eignung und meist direkt schon eine Stelle.
ehem-user-11022019-1151
28.12.2015, 07:39
Wie war das so? Und ist ein Jahr nicht doch bisschen lang? Ich muss mich jetzt im nächsten halben Jahr mal entscheiden, wo ich mein FSJ machen möchte und mir war eigentlich immer klar wo ich hin will, aber irgendwie ist mir ein ganzes Jahr dort doch ein bisschen zu lang.
FSJ gehen standardmäßig ein Jahr (das sagt ja eigentlich auch schon der Name aus). Anerkannt wird es aber schon ab 6 Monaten.
Ich war auch im Rettungsdienst. Falls du irgendwelche Fragen hast, kannst du dich gerne an mich wenden :)
Heerestorte
28.12.2015, 11:38
Wenn einem der Job Spaß macht, dann vergeht die Zeit wie im Flug.
Und was heißt ein Jahr ist zu lang? Du wirst vermutlich in deinem Leben irgendwann einen Job haben,
den du 30-40 Jahre ausüben wirst. Dagegen ist ein Jahr ein Witz.
Ich kenne dich zwar nicht persönlich, aber so durch dein Geschreibe hier, habe ich den Eindruck,
dass die Bundeswehr eher nichts für dich sein könnte.
Vor allem da du ja sagtest, dass du irgendwie keinen Sport machen darfst.
Kann aber auch gut sein, dass der Eindruck täuscht.
Man verdient aber auf jeden Fall besser als ein FSJler.
Man kann aber auch Pech haben und in einem Bereich landen, in den man gar nicht will.
Beim FSJ suchst du dir eine Stelle (z.B. Rettungsdienst) und dann landest du auch da.
Ich bin RTW und KTW im Wechsel gefahren und wurde noch zum RS ausgebildet.
Mittlerweile bildet unser Kreisverband die FSJler nur noch zu Rettungshelfern aus,
weil dies billiger ist als jeden zum Rettungssani zu machen.
Mir hat das FSJ richtig viel Spaß gemacht und ich würde es immer wieder tun.
Ich hatte nette Kollegen, viel Eigenverantwortung, man durfte den ganzen Tag Auto fahren,
konnte Menschen retten und helfen etc. Die Arbeit mit Menschen macht halt einfach meistens
Spaß und man freut sich, wenn man sieht, dass die Menschen dankbar sind.
kirschbluete
28.12.2015, 18:22
FSJ gehen standardmäßig ein Jahr (das sagt ja eigentlich auch schon der Name aus). Anerkannt wird es aber schon ab 6 Monaten.
Ich war auch im Rettungsdienst. Falls du irgendwelche Fragen hast, kannst du dich gerne an mich wenden :)
Gut zu wissen, dass es schon ab 6 Monaten anerkannt wird. Dann könnte man doch theoretisch nach einem halben Jahr abbrechen, oder?
Danke für das Angebot! :)
Wenn einem der Job Spaß macht, dann vergeht die Zeit wie im Flug.
Und was heißt ein Jahr ist zu lang? Du wirst vermutlich in deinem Leben irgendwann einen Job haben,
den du 30-40 Jahre ausüben wirst. Dagegen ist ein Jahr ein Witz.
Ich kenne dich zwar nicht persönlich, aber so durch dein Geschreibe hier, habe ich den Eindruck,
dass die Bundeswehr eher nichts für dich sein könnte.
Vor allem da du ja sagtest, dass du irgendwie keinen Sport machen darfst.
Kann aber auch gut sein, dass der Eindruck täuscht.
Man verdient aber auf jeden Fall besser als ein FSJler.
Man kann aber auch Pech haben und in einem Bereich landen, in den man gar nicht will.
Beim FSJ suchst du dir eine Stelle (z.B. Rettungsdienst) und dann landest du auch da.
Ich bin RTW und KTW im Wechsel gefahren und wurde noch zum RS ausgebildet.
Mittlerweile bildet unser Kreisverband die FSJler nur noch zu Rettungshelfern aus,
weil dies billiger ist als jeden zum Rettungssani zu machen.
Mir hat das FSJ richtig viel Spaß gemacht und ich würde es immer wieder tun.
Ich hatte nette Kollegen, viel Eigenverantwortung, man durfte den ganzen Tag Auto fahren,
konnte Menschen retten und helfen etc. Die Arbeit mit Menschen macht halt einfach meistens
Spaß und man freut sich, wenn man sieht, dass die Menschen dankbar sind.
Mir ist nicht ein Jahr zu lang, sondern mir wäre ein Jahr an dem Ort wo ich gerne machen würde zu lange. Und ich weiß nicht, ob ich nach dem Abi ein Jahr lang das gleiche machen möchte, ich habe viel zu viele Pläne ;-)
Der Eindruck täuscht nicht, Bundeswehr wäre definitiv nichts für mich. Am Sport würde es zwar wahrscheinlich nicht scheitern (darf ich (hoffentlich) bald wieder machen) aber an den anderen Voraussetzungen schon. Und außerdem hätte ich da so gar keine Lust drauf.
In welchen Bereichen kann man denn da landen?
Das mit dem Rettungsdienst klingt aber auch ganz cool :)
kirschbluete
28.12.2015, 18:23
Und wann macht man dann eigentlich sein Pflegepraktikum?
Heerestorte
28.12.2015, 18:30
Mir ist nicht ein Jahr zu lang, sondern mir wäre ein Jahr an dem Ort wo ich gerne machen würde zu lange. Und ich weiß nicht, ob ich nach dem Abi ein Jahr lang das gleiche machen möchte, ich habe viel zu viele Pläne ;-)
Du würdest irgendwo gerne arbeiten, aber dort wäre dir ein Jahr zu lange? Dann kann es ja nicht soooo toll sein, oder?
Der Eindruck täuscht nicht, Bundeswehr wäre definitiv nichts für mich. Am Sport würde es zwar wahrscheinlich nicht scheitern (darf ich (hoffentlich) bald wieder machen) aber an den anderen Voraussetzungen schon. Und außerdem hätte ich da so gar keine Lust drauf.
In welchen Bereichen kann man denn da landen?
Ich weiß nicht, ob es immer noch so schlimm ist wie damals,
als ich Wehrdienst (Wehrpflicht war damals noch nicht ausgesetzt) geleistet habe,
aber da wurde auch vielen Freunden z.B. versprochen, dass sie Kraftfahrer, Infanterist etc.
werden und dann wird man im Endeffekt einfach nach Bedarf eingesetzt.
Es wurde einem z.B. versprochen, dass er Kraftfahrer wird und LKW-Schein bekommt und am Ende
saß er im Büro und hat da Akten verwaltet, Termine geregelt und Sekretärin gespielt.
Das mit dem Rettungsdienst klingt aber auch ganz cool :)
Ja, das ist schon sehr cool. Ich glaub hier war ja auch schon mal die Rede davon,
dass du dort ein Praktikum machen wolltest, oder? Würde ich auf jeden Fall machen,
bevor ich mich blindlings für ein FSJ im RD entscheiden würde.
Ich habe damals zwei Wochen Praktikum gemacht und ich fand es klasse.
Es kann halt einfach nicht Jeder mit dem psychischen Stress und Blut und Tod,
welche man halt ab und zu sieht, umgehen. Aber das muss man halt erst Mal herausfinden.
Und es kann teilweise auch körperlich sehr anstrengend sein, wenn man zu zweit 100+ Kg Patienten
tragen muss. Und Tragehilfe ist auch nicht immer garantiert, wobei sie meistens schon angefordert werden kann.
Heerestorte
28.12.2015, 18:31
Und wann macht man dann eigentlich sein Pflegepraktikum?
Ich habe durch mein FSJ 56 Tage anerkannt bekommen.
Und selbst wenn nicht, man schafft die 90 Tage auch während des Studiums.
erdbeertoertchen
28.12.2015, 19:35
Und selbst wenn nicht, man schafft die 90 Tage auch während des Studiums.
Hab ich so gemacht, fand das sehr anstrengend. Vorallem, weil wir 3Wochen Chemiepraktikum in den Semesterferien hatten und ich bis zum Physikum quasi keine Ferien hatte.
Du kannst ein Teil oder das gesamte Pflegepraktikum vor dem Studium machen, aber Achtung, falls du nicht gleich einen Studienplatz bekommst, kann es sein, dass dein Praktikum an manchen LPAs nicht mehr anerkannt wird. Es gibt zum Teil Fristen, die du beachten musst.
kirschbluete
29.12.2015, 18:57
Du würdest irgendwo gerne arbeiten, aber dort wäre dir ein Jahr zu lange? Dann kann es ja nicht soooo toll sein, oder?
Ich weiß nicht, ob es immer noch so schlimm ist wie damals,
als ich Wehrdienst (Wehrpflicht war damals noch nicht ausgesetzt) geleistet habe,
aber da wurde auch vielen Freunden z.B. versprochen, dass sie Kraftfahrer, Infanterist etc.
werden und dann wird man im Endeffekt einfach nach Bedarf eingesetzt.
Es wurde einem z.B. versprochen, dass er Kraftfahrer wird und LKW-Schein bekommt und am Ende
saß er im Büro und hat da Akten verwaltet, Termine geregelt und Sekretärin gespielt.
Ja, das ist schon sehr cool. Ich glaub hier war ja auch schon mal die Rede davon,
dass du dort ein Praktikum machen wolltest, oder? Würde ich auf jeden Fall machen,
bevor ich mich blindlings für ein FSJ im RD entscheiden würde.
Ich habe damals zwei Wochen Praktikum gemacht und ich fand es klasse.
Es kann halt einfach nicht Jeder mit dem psychischen Stress und Blut und Tod,
welche man halt ab und zu sieht, umgehen. Aber das muss man halt erst Mal herausfinden.
Und es kann teilweise auch körperlich sehr anstrengend sein, wenn man zu zweit 100+ Kg Patienten
tragen muss. Und Tragehilfe ist auch nicht immer garantiert, wobei sie meistens schon angefordert werden kann.
Es ist toll, aber mir ist ein Jahr am Ar*** der Welt, ca. 12 Std von meiner Familie entfernt doch bisschen zu lang. Würde es aber trotzdem machen und wenns ganz schlimm ist abbrechen. Mal gucken was sich da noch ergibt.
Irgendwie kommt der Wehrdienst hier ja ziemlich negativ rüber... was heißt damals? :-D
Ja, ich wollte da mal ein Praktikum machen, habe es aber nicht gemacht. Blindlings würde ich das auf keinen Fall machen, aber RD wird es bei mir wahrscheinlich eh nicht. Die Konfrontation mit Blut und Tod würde mir jetzt nicht so viel ausmachen, trotzdem weiß ich nicht, ob ich mein FSJ in einem medizinischen Bereich machen möchte. Wäre für dich noch ein anderer Bereich infrage gekommen?
Danke, @erdbeertoertchen, für die Tipps. Die sind echt hilfreich, auch wenn ich gefühlt noch ewig Zeit habe.
Heerestorte
29.12.2015, 19:06
Es ist toll, aber mir ist ein Jahr am Ar*** der Welt, ca. 12 Std von meiner Familie entfernt doch bisschen zu lang. Würde es aber trotzdem machen und wenns ganz schlimm ist abbrechen. Mal gucken was sich da noch ergibt.
Achso, ja gut, die Umstände kannte ich natürlich nicht :D
Irgendwie kommt der Wehrdienst hier ja ziemlich negativ rüber... was heißt damals? :-D
Mein Wehrdienst war z.B. nicht negativ. Ich wollte dir nur sagen, dass es auch negativ verlaufen kann.
Ich war ein Jahr lang in der Infanterie (Fallschirmjäger) und ich würde es jederzeit wieder machen.
Aber das hängt eben vom Typ ab und von den eigenen Interessen. Bei mir war das 2011.
Ja, ich wollte da mal ein Praktikum machen, habe es aber nicht gemacht. Blindlings würde ich das auf keinen Fall machen, aber RD wird es bei mir wahrscheinlich eh nicht. Die Konfrontation mit Blut und Tod würde mir jetzt nicht so viel ausmachen, trotzdem weiß ich nicht, ob ich mein FSJ in einem medizinischen Bereich machen möchte. Wäre für dich noch ein anderer Bereich infrage gekommen?
Naja gut, ich dachte halt, dass du das FSJ in einem medizinischen Bereich machen willst,
weil du ja auch mit dem Gedanken spielst Medizin zu studieren.
Ne, ich wollte unbedingt in den Rettungsdienst und ich bereue es auch keinen Tag,
dass ich das gemacht habe. Gleiches gilt für den Wehrdienst.
WackenDoc
29.12.2015, 19:07
Man muss das FSJ doch nicht zwingend so weit weg von zu Hause machen.
Ich finde ein FSJ im Ausland ja cool. Kann man auch noch ne neue Sprache lernen oder eine alte verbessern.
kekskruemel
29.12.2015, 21:21
Was ist an diesem FSJ so toll, das so weit weg ist?
Das wird doch nicht einzigartig sein?
ehemaliger User_10072016-1
30.12.2015, 00:09
... wenn einem das Fachliche leidenschaftlich interessiert, d.h. z.B. Offen und neugierig gegenüber medizinischen Berichten zu sein. Wer sich dabei schwer tut, sollte es sich überlegen. Ich gehe regelrecht im Studium auf, weil es mich interessiert. Und das in der Vorklinik. :-love
Wer nur an Kohle und Prestige denkt, zieht sein ärmliches Ego noch weiter herunter, wie ich einige Kollegen so kenne .. solche Leute haben keinen kostbaren Studiumplatz wegzunehmen.
Jukka666
30.12.2015, 12:29
Hallo!
Also nachdem ich sehr amüsiert Seite 1-20 dieser Diskussion gelesen habe, aber dann 21-65 übersprungen habe, kann ich es nicht mit 100%iger Gewissheit sagen, aber hat hier jemand, der aktuell wirklich ARZT ist und damit mit dem Studium FERTIG ist und BERUFSERFAHRUNG hat, der Fragestellerin geantwortet... ? :-)
@kirschbluete: ich fand die Kommentare hier z.T. sehr heftig und überzogen. Deine Frage ist vollkommen berechtigt und nachvollziehbar. lass dir nichts von Noch-Studenten über die Verantwortung eines Arztes erzählen und Vergleiche mit Busfahrern sind m.E. vollkommen Fehl am Platz.
JEDE Berufsgruppe muss respektiert werden für das was sie tut. Keine Frage.
Aber die Verantwortung eines Arztes ist nun mal im gelebten Klinikalltag (v.a. im KH) vielschichtiger: sie reicht von banalen "sollen wir den Zucker nochmal bestimmen?" bis "hören wir jetzt mit der Wiederbelebung auf?". Und die musst - irgendwann! Eventuell! - DU ALLEINE treffen. Da wird dich die Krankenschwester mit großen Augen anschauen, der Passant am Bahnhof sowieso oder eben manchmal auch der Kardiologe am Kathetertisch...
Verantwortung heisst manchmal sich entscheiden für a) oder b), für a) "Leben" oder b) Tod.
Und damit leben können.
Und das ist ein Prozess. Das wird niemand seriös von dir am Anfang verlangen, von keinem Studenten und manchmal auch nicht von einem Assistenzarzt in den ersten Jahren. Und manchmal auch nicht von gestandenen Oberärzten. Es kommt auf die Fachdisziplin an und die Situation. Ein Dermatologe wird in seiner Praxis nur selten die Verantwortung für die Einstellung der Reanimationsbemühungen stellen, sondern auf den Notarzt verweisen. Und da hat er ein gutes Recht!
Du musst in dich hineinhorchen und dir grob die Frage stellen, kannst du mit einer vielschichtigen Verantwortung leben? Hängst du z.B. an der Definition "Leben" (z.B. aus religiösen Gründen) so sehr, dass du dir nicht vorstellen könntest, jemanden gezielt und bewußt sterben zu lassen? Kannst du dir vorstellen, in einer Gruppe von Menschen das Kommando zu übernehmen oder Kollegen anzuleiten, was sie zu tun haben, wenn es um ein Menschenleben geht?
Das sind krasse Beispiele.
Du sollst (und wirst! :-)) Medizin studieren und deinen Weg finden. Und das Fachgebiet wirst du im Verlauf wahrscheinlich mehrfach wechseln. Finde deinen Weg und ich bin sicher, du wirst problemlos Verantwortung übernehmen können. Da hab ich bei dir ein gutes Gefühl.
Viel Spass!
Jukka666
30.12.2015, 12:30
Hallo!
Also nachdem ich sehr amüsiert Seite 1-20 dieser Diskussion gelesen habe, aber dann 21-65 übersprungen habe, kann ich es nicht mit 100%iger Gewissheit sagen, aber hat hier jemand, der aktuell wirklich ARZT ist und damit mit dem Studium FERTIG ist und BERUFSERFAHRUNG hat, der Fragestellerin geantwortet... ? :-)
@kirschbluete: ich fand die Kommentare hier z.T. sehr heftig und überzogen. Deine Frage ist vollkommen berechtigt und nachvollziehbar. lass dir nichts von Noch-Studenten über die Verantwortung eines Arztes erzählen und Vergleiche mit Busfahrern sind m.E. vollkommen Fehl am Platz.
JEDE Berufsgruppe muss respektiert werden für das was sie tut. Keine Frage.
Aber die Verantwortung eines Arztes ist nun mal im gelebten Klinikalltag (v.a. im KH) vielschichtiger: sie reicht von banalen "sollen wir den Zucker nochmal bestimmen?" bis "hören wir jetzt mit der Wiederbelebung auf?". Und die musst - irgendwann! Eventuell! - DU ALLEINE treffen. Da wird dich die Krankenschwester mit großen Augen anschauen, der Passant am Bahnhof sowieso oder eben manchmal auch der Kardiologe am Kathetertisch...
Verantwortung heisst manchmal sich entscheiden für a) oder b), für a) "Leben" oder b) Tod.
Und damit leben können.
Und das ist ein Prozess. Das wird niemand seriös von dir am Anfang verlangen, von keinem Studenten und manchmal auch nicht von einem Assistenzarzt in den ersten Jahren. Und manchmal auch nicht von gestandenen Oberärzten. Es kommt auf die Fachdisziplin an und die Situation. Ein Dermatologe wird in seiner Praxis nur selten die Verantwortung für die Einstellung der Reanimationsbemühungen stellen, sondern auf den Notarzt verweisen. Und da hat er ein gutes Recht!
Du musst in dich hineinhorchen und dir grob die Frage stellen, kannst du mit einer vielschichtigen Verantwortung leben? Hängst du z.B. an der Definition "Leben" (z.B. aus religiösen Gründen) so sehr, dass du dir nicht vorstellen könntest, jemanden gezielt und bewußt sterben zu lassen? Kannst du dir vorstellen, in einer Gruppe von Menschen das Kommando zu übernehmen oder Kollegen anzuleiten, was sie zu tun haben, wenn es um ein Menschenleben geht?
Das sind krasse Beispiele.
Du sollst (und wirst! :-)) Medizin studieren und deinen Weg finden. Und das Fachgebiet wirst du im Verlauf wahrscheinlich mehrfach wechseln. Finde deinen Weg und ich bin sicher, du wirst problemlos Verantwortung übernehmen können. Da hab ich bei dir ein gutes Gefühl.
Viel Spass!
Sternchenhase
30.12.2015, 13:08
Hallo!
Also nachdem ich sehr amüsiert Seite 1-20 dieser Diskussion gelesen habe, aber dann 21-65 übersprungen habe, kann ich es nicht mit 100%iger Gewissheit sagen, aber hat hier jemand, der aktuell wirklich ARZT ist und damit mit dem Studium FERTIG ist und BERUFSERFAHRUNG hat, der Fragestellerin geantwortet... ? :-)
Jaaaa, eine ganze Menge sogar ;-). Ich glaube, soviele ECHTE Ärzte haben selten hier im Forum auf die Frage einer Noch-Nicht-Studentin geantwortet ;-).
Jukka666
30.12.2015, 13:23
Na dann ist ja gut... :-)
Ich hatte den Eindruck, dass gerade die - sagen wir "direkteren Antworten" :-) - v.a. von Kollegen kamen, die nicht sooo direkt mit dem Arbeitsalltag eines Doktors vertraut sind, sondern die sich nur in der Einflugschneise aufhalten.. ;-)
in diesem Sinne: alles wird gut.
erdbeertoertchen
30.12.2015, 13:24
Jaaaa, eine ganze Menge sogar ;-). Ich glaube, soviele ECHTE Ärzte haben selten hier im Forum auf die Frage einer Noch-Nicht-Studentin geantwortet ;-).
Ja, sehr viele Ärzte mit Berufserfahrung und Studenten mit Berufserfahrung aus dem medizinischen Bereich oder anderen Bereichen sogar haben hier geantwortet.
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