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Berufsstart als Arzt

Wenn doch nur alles so einfach wäre

MEDI-LEARN

MiaMed

Nachdem die Hürde ZVS übersprungen war und das Medizinstudium kurz vor dem PJ-Ende stand, geisterten doch so allerhand Fragen und Unsicherheiten durch meinen Kopf. Wann, wo und wie bewerben? Eine schnelle und hilfreiche Antwort lieferte der „Bewerberworkshop“ der Dt. Ärztefinanz. Dort lernte ich nicht nur, was der Chefarzt hören will, sondern auch noch, wie ich es verpacken muss. Um das Erlernte gleich anwenden zu können, schrieb ich meine erste und einzige Bewerbung um eine Stelle als Assistenzärztin. Geboten war in meiner Ausschreibung neben einer unbefristeten Anstellung planmäßige Ausbildung nach eigenen Wünschen, Kostenübernahme für Fortbildungen und Abgeltung von Bereitschaftsdiensten in Freizeit. Was will man mehr? Keine 24 Stunden, nachdem meine Bewerbung in den Briefkasten der Klinik gerutscht war, rief mich bereits die Chefsekretärin an, um einen Termin auszumachen.
Fünf Tage später saß ich dem Chefarzt der Inneren Medizin gegenüber. Er schaukelte in seinem Stuhl, blätterte durch meine Bewerbung und erzählte mir, wie toll seine Abteilung für Anfänger sei. Um dies zu unterstreichen, holte er noch eine Assistenzärztin dazu, die mir die Klinik zeigte und vom Alltag berichtete. Mit „Überlegen Sie sich, ob Sie hier anfangen wollen, und rufen Sie dann einfach an!“ verabschiedete er sich nach etwa einer Stunde von mir. Etwas irritiert ging ich nach Hause, denn ich wurde gar nichts gefragt. Stattdessen hatte der Chef nur versucht, MIR die Klinik schmackhaft zu machen. Dieser Teil des Berufsstarts war ja schon mal ein Klacks gewesen …

Einige Monate später stand dann mein erster „Arbeitstag“ auf dem Programm. Formalitäten hatte ich bereits vorab erledigt, sodass ich gleich bei der Morgenvisite auf der Intensivstation einsteigen konnte. Ich wurde nach etwas Herumirren auf der Suche nach meinem Spind von allen herzlich begrüßt, dann war Visite. Wie erwartet noch mehr neue Gesichter, die ich mir natürlich auf die Schnelle nicht mit Namen hatte merken können (das also ist ganz und gar nicht einfach).

Im Anschluss machte ich mich mit einer Stationsärztin auf den Weg durchs Haus. Schon klingelte zum ersten Mal das Telefon und so sollte es die nächsten Stunden weitergehen. Hier eine Entscheidung treffen, dort ein Wehwehchen heilen und dann noch kurz einen Entlassbrief fertigmachen. Wir flitzten von einer Station zur nächsten und erledigten alle möglichen Aufgaben. Gegen Mittag hatte ich dann meinen ersten Patienten in der Notaufnahme aufzunehmen, was mit ein bisschen Unterstützung (neues Computerprogramm, unklarer Aufnahmeablauf) gut klappte.

Kurz nach dem gemeinsamen Mittagessen wurde ich dann abgerufen, um meinen Eid, falls man EINEN Satz so nennen kann, für die Tätigkeit im öffentlichen Dienst zu leisten und noch einige Unterschriften unter Paragraphen zu setzen. Und ehe ich mich versah, war es Zeit für die Feierabendbesprechung auf Intensivstation. So endete der Tag wie begonnen: mit einem Lächeln im Gesicht, dem Gefühl morgen gerne wiederzukommen und die neuen Herausforderungen anzunehmen.