4: Wie lief die Prüfung ab? (Welche Krankheitsbilder wurden wie geprüft, Prüfungsatmosphäre etc.) Wie lange dauerte die Prüfung?
Die Prüfung dauerte 1,5h bei zwei Prüflingen (jeweils 2 Fragerunden). Die Prüfer waren bekannt für schwere Prüfungen. Mein Mitprüfling war ein „Wiederholungstäter“, sodass auch da sehr genau nachgefragt wurde. Prinzipiell wurden keine offenen Fragen gestellt. Wenn man ausholen wollte, wurde man sofort unterbrochen. Häufig auch Ja- oder Nein-Fragen.
Prüfungsthemen: Pat. Zur radikalen Zystektomie mit KHK und Z.n. Herzinfarkt vor 4 Wochen (frisch PTCA), duale Plättchenhemmung, Bridging, Unterschiede von DES zu BMS, Narkosemanagement, Leitlinien Gerinnung, Thrombozytenfunktionstests.
2. Fall: war eine Patientin nach Sectio in SPA mit Kopfschmerzen am 2. Tag, kurz auf postspinale Kopfschmerzen und deren Behandlung (Lagerung, Koffein, Blutpatch), dann aber zur Schmerztherapie bei firomyalgischem Syndrom übergegangen. Weitere Themen waren PONV Prophylaxe (Übersichtsartikel im letzten Ärzteblatt), postoperative Infusionslösungen auf Intensivstation, Kalorienberechnung, Tagesbedarf Alles in allem eine anstrengende Prüfung, wo aber sehr wenige durchfallen. Man wird über Patienten, welche man in der Klinik, wo die Weiterbildung absolviert wird, regelmäßig behandelt, gefragt. Keine ganz abstrusen Sachen. Aber ein kollegiales Gespräch sieht in meinen Augen anders aus.
Ich hatte Glück, dass ich kurz vorher auf einem 2 tägigen Gerinnungsseminar war und mir PAF 100, Multiplate, Bridging, Gogarten Leitlinien gut geläufig waren, den PONV Artikel hatte ich auch gelesen. Aber meinen Mitprüfling haben sie ordentlich auseinander genommen (am Ende hat er gar nichts mehr gesagt und ist aber trotzdem durchgekommen).
5: Welche Tipps würden Sie angehenden Prüflingen mit auf den Weg geben wollen, die sich im Nachhinein aus Ihrer Sicht bewährt haben?
Basiswissen, das aber gut abrufen können und wichtig aktuelle Themen und Literatur, welche auf den Kongressen zur Zeit herumgeistern lesen. Das Buch 1000 Fragen in der mündlichen Prüfung war eine gute Zusammenfassung und deckt Lücken auf. Das Zeugnis vom Chef nochmal lesen und genannte Schwerpunkte auch wirklich wissen (z.B.: Herr M. ist in der Kinderchirurgie mit allen gängigen Regionalanästhesieverfahren vertraut – das sollte man dann auch wissen).
6: Kommen wir nun noch kurz zum Thema Weiterbildungszeit und Formalitäten: Was hat - falls zutreffend - zu Verzögerungen in der Weiterbildung geführt?
Ich war 3 Monate in einem Medical Center im Ausland, was nicht auf die Weiterbildung angerechnet werden konnte.
7: Wie haben Sie Ihre Dokumentation der geforderten Eingriffe etc. gehandhabt? Was wäre dort verbesserungswürdig gewesen?
Jede Narkose in ein kleines Heft geschrieben und so eine Übersicht über die Narkosen gemäß Weiterbildungsordnung dokumentiert. Das hat es meinem Chef leichter gemacht, Zahlen für jedes Jahr aufzuschreiben. Sich rechtzeitig um Vorzeugnisse und Bescheinigungen der Narkosen aus anderen Kliniken kümmern. Wenn man da nicht mehr arbeitet, kann es manchmal länger dauern bis man alles zusammen hat.
8: Hat es – vielleicht auch völlig unerwartete - Schwierigkeiten bei der Anerkennung von Leistungen gegeben? Wo lagen diese und wie waren diese zu beheben?
Nein
9. Gibt/gab es etwas, das unbedingt bei der Anmeldung zur Facharztprüfung zu beachten ist und mit dem man vorher nicht rechnet?
Es muss im Zeugnis die Formulierung stehen, dass man Facharztreife erreicht hat. Bei Möglichkeit nach neuer oder alter Weiterbildungsordnung sich prüfen zu lassen, vorher Unterschiede herausbekommen und dann die beste Variante auswählen.
10: Haben wir etwas vergessen zu fragen, das für Kandidaten, denen die Prüfung ins Haus steht, noch wichtig sein könnte? Dann gibt es hier Gelegenheit, sich dazu zu äußern.
Es fallen sehr wenige durch und trotzdem macht man sich vorher verrückt.