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Famulatur in Wien

Anästhesie auf Wienerisch

Susanne Modemann

 

Wie laufen die anderen Tage ab?

Man sollte 7.30 Uhr eingeschleust an der Morgenbesprechung teilnehmen. Dann klemmt man sich an einen Assistenten seiner Wahl (in anderen OP-Gruppen wird man eingeteilt) und anästhesiert Patienten. Na, nicht ganz. Aber man arbeitet sofort aktiv mit. Monitoring anlegen, venöse Zugänge in allen Größen legen, Medikamente aufziehen, verabreichen, Katheter legen, über Maske beatmen, später auch intubieren (auch bei Patienten mit Zähnen) und schließlich und endlich auch Narkosen selbst ein- und ausleiten. Das alles darf man dort, selbstverständlich unter ärztlicher Aufsicht. Man ist nie völlig allein. Zwischendurch bekommt man Kaffee von den Assistenten, die übrigens „Du“ genannt und beim Vornamen gerufen werden wollen, spendiert. Manchmal auch ein Mittagessen.
Nach Hause ging es meistens gegen 13.30 Uhr. Denn länger arbeiten Famulanten in Österreich nicht.
Man ist auch nicht nur auf den OP beschränkt. Nach kurzer Anfrage beim Oberarzt macht dieser fast alles möglich. Keine Tür war für mich verschlossen. Die Intensivstation war genauso offen wie der Aufwachraum, so dass man tatsächlich das gesamte Arbeitsfeld des Anästhesisten beurteilen kann.
 
Wie verpflege ich mich?
Im Krankenhaus gibt es eine Mensa, die 5 verschiedene Gerichte pro Tag anbietet. Man zahlt entweder €1,67 oder €1,89. Ist nicht unbedingt was für Gourmets.
Lebensmittel sind in Wien ein wenig teurer, aber dennoch nicht unerschwinglich. Das einzige, was wirklich enorm teuer ist, sind Brötchen, Weißbrot, Baguettes, eben alles aus Weizenmehl.
Sonst gibt es in Wien jede Menge Restaurants, Cafés, Imbissbuden und Beisl, wo man ganz lecker speisen kann. Und auf jeden Fall sollte man verschiedene „Heurige“ ausprobieren.

Gelauscht (Foren)

Austausch im Forum

Wie bewege ich mich fort? - Und: Mein Fazit

Am günstigsten ist es, sich ein Monatsticket für die Wiener Linien zu kaufen. Damit kann man jedes öffentliche Verkehrsmittel, das in Wien rumfährt, besteigen. Und davon gibt es sehr viele mit perfekten Anbindungen. Da lohnt sich Autofahren nicht. Auch wenn der Sprit dort traumhaft billig ist.
 

Was mache ich sonst so?

Wer sich diese Frage in Wien stellt, ist selber schuld. Man kann einfach alles machen, was das Herz begehrt. Am besten ist es, wenn man direkt zu einer Stadt-Info (sind im Stadtplan eingezeichnet) geht, um sich dort zu informieren. Für Party-Tipps sind die Assistenten im Krankenhaus allerdings besser zu gebrauchen. Die wissen auch besser, wo nicht ganz so viele Touristen rumrennen.
 

Fazit

Wir haben in Wien einen der schönsten Sommer unseres Lebens verbracht.
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