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Den Leuten gefällt es hier - Interview

Susi und Denis sind die neuen Koordinatoren für den Famulantenaustausch der bvmd

Interview mit Susanne Martens und Denis Gutmann

Wir sitzen im WG-Zimmer von Denis, dem neuen NEO-In der bvmd. Wie viele andere Organisationen auch, hat die bvmd ihre eigenen Abkürzungen. Das geht schon beim Namen los: bvmd steht für „Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland.“ Sie ist quasi eine bundesweite Fachschaft. So etwas gibt es nicht nur in Deutschland, sondern in allen 97 Ländern, die ebenfalls Mitglied der IFMSA sind, der „International Federation of Medical Students’ Associations.“

Weiter geht’s mit den Abkürzungen. Bei der MV (Medizinstudierendenversammlung) im Mai wurden die neuen NEOs gewählt: Susanne Martens ist ab Oktober NEO-Out, also „National Exchange Officer“ für deutsche Studenten, die im Ausland famulieren. Denis Gutmann ist der NEO-In. Er kümmert sich um ausländische Medizinstudenten, die zur Famulatur nach Deutschland kommen.

Zu Beginn des Gesprächs albert Denis erst mal rum und Susi meint, die Hauptaufgabe des NEO-Out sei es, auf den NEO-In aufzupassen ...


Hallo ihr beiden. Schön, dass ihr euch ein bisschen Zeit für ein Interview genommen habt. Warum sollte ich mich überhaupt über die bvmd bewerben und meine Auslandsfamulatur nicht selbst organisieren?

Du kennst von vornherein Leute im Land. Bezahlst nur 100 Euro und bekommst dafür Essen, Wohnung und „Social Programme.“ Du musst dir kein Krankenhaus organisieren, niemanden anrufen, keine E-Mails schicken, hast keinen Stress. Das macht alles die bvmd für dich. Dafür musst du nur einen Letter of Motivation und ein paar kleine Dinge wie Sprachzertifikat und Imma-Bescheinigung zusammenstellen und dann hoffen, dass du genommen wirst. Wenn, dann hast du einen tollen Monat vor dir.


Wie viel Zeit habt ihr diese Woche schon in die bvmd investiert?

Denis: Heute habe ich schon eine Stunde E-Mails beantwortet. Dienstag habe ich die Incomings auf die Städte verteilt, Mittwochabend war ich mit unseren Incomings weg. Auch an normalen Tagen geh ich morgens direkt nach dem Aufstehen online, noch bevor ich dusche, und beantworte alle E-Mails. Abends nochmal, da haben alle Zeit zum Schreiben und es können schnell 20 E-Mails in einer halben Stunde werden.

Susi: Am Freitag ist unser Büro nach Berlin umgezogen, am Montag haben wir es eingeräumt. Am Freitag war auch Bewerbungsschluss für Famulaturen von Januar bis Juni 2012. Auf der der Zugfahrt zurück nach Leipzig habe ich die Länder rausgeschrieben, in die die Studenten gehen wollen. Das ganze Wochenende über war ich in Aachen, um die nächste GA (General Assembly der IFMSA) in Dänemark vorzubereiten. Gestern war ich mit den Incomings auf einer Führung im Zentrallabor und bei Lehmanns. Dann habe ich noch eine Stunde mit den aktuellen NEOs telefoniert. E-Mails gehören auch bei mir zum Alltag, da sitze ich jeden Tag mehrere Stunden dran. Heute waren es 36 Mails.



Was sind eure Aufgaben als NEOs?

Denis: Ich betreue als NEO-In die Lokalvertretungen bei Problemen mit den Incomings und anderen Problemen. Ich arbeite im erweiterten Vorstand der bvmd mit, bereite Treffen vor, diskutiere mit. Auf den MVen und Bundeskongressen organisiere ich Workshops und AGs. Einmal im Jahr ist LEO-Woche für neue „Local Exchange Officers“ und solche, die daran interessiert sind. Die wird auch komplett von uns organisiert. Bei Trikont-Seminaren werden wir gerne gesehen als Berater und helfende Kräfte. Trikont-Seminare der bvmd bereiten auf den Austausch mit Ländern in Asien, Afrika und Südamerika vor.

Immer zwei Monate vor den Famulaturzeiträumen verteile ich die Incomings auf die Städte. Dazu gehört auch, die Lokalvertretungen anzuschreiben, damit sie rechtzeitig die Bestätigungen an die Studenten rausschicken. Ich stehe immer im Austausch mit den NEOs anderer Länder. Mit denen kläre ich zum Beispiel, wenn Studenten nicht oder erst später kommen können.

Und dann natürlich die E-Mails. Manchmal kommen ein halbes Jahr vor der Famulatur Fragen, wie „Habt ihr mich vergessen?“ Im Moment schreiben mir zwei befreundete Studenten aus Ecuador immer kurz hintereinander E-Mails mit exakt denselben Fragen. Da braucht man Geduld. Oft geht es auch um Visa-Probleme.

Neben den NEO-Aufgaben arbeiten wir weiterhin in unserer Lokalvertretung. Treffen uns zum Beispiel vier Mal pro Semester, um die Sprechstunden und Infoabende für die Leipziger Studenten zu planen. Da gehört es zu meinen Aufgaben, Wohnungen und einen Famulaturplatz für die Studenten zu besorgen und einen Teil des „Social Programme“ aufzustellen. Das mache ich aber nicht alleine, da sind wir schon einige Studenten.
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