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Die Schweiz - gar nicht paradiesisch für Mediziner....

Kantonsspital St.Gallen - Innere Medizin - Juni - September 2001

Anja Sprenger

 

Erklärung vorweg:

In der Schweiz werden Schweizer Studenten im Wahlstudienjahr (5. Studienjahr) sowie deutsche PJ`ler gleichgestellt als Unterassistenten. Bei deutschen Famulanten gibt es kantonale Unterschiede. Ich kann hier nur für Zürich und St. Gallen sprechen: In Zürich sind deutsche Famulanten ebenfalls Unterassistenten, in St. Gallen allerdings Medizinische Praktikanten.

Innere Abteilungen im KSSG:

Allg. Innere, Pneumologie, Kardiologie, Gastroenterologie, Nephrologie, Anteile an der ZNA (Zentrale Notaufnahme)
Kurz der Tagesablauf für Allg. Innere, Nephrologie und ZNA (Pneumologie, Kardiologie und Gastroenterologie hatten jeweils ihre separaten Rapporte und Tagesabläufe).
8.00 Uhr Morgenrapport, direkt im Anschluß kleine Fortbildungen, die von Oberärzten, Assistenzärzten und auch von Unterassistenten bestritten wurden.
Ca. 9.00 Uhr kurze Pause in der Cafeteria, bevor dann um 9.15 bzw. 9.30 Uhr die Visiten losgingen.

Nach den Visiten wurden die Patienten gestartet, diktiert und verordnet, wobei man sie als Uhu dem Assistenten, sowie dem zuständigen Oberarzt vorstellte, die dann anschließend mit einem zusammen nochmals den Patienten aufsuchten. Dann mußten Verläufe der Visiten getippt, Konsile geschrieben, zurückkommende Patientenwerte ausgewertet werden etc.

Mittagspause machten wir irgendwann zwischen 12 und 14.00 Uhr, wie es gerade auskam.

Tagesende war je nach Abteilung sehr variabel. Meistens zwischen 18 und 20.00 Uhr. An manchen Tagen, wenn mehr zu tun war, konnte es auch schon mal locker 21.00 Uhr werden.

Während meines Aufenthalts wurden Samstagsdienste für Uhus eingeführt; jeweils zwei Uhus pro Samstag, der mit einem Werktag kompensiert werden konnte. Nachdem wir zunächst auf die Stationen zum Zettel sortieren geschickt wurden, haben wir uns ziemlich schnell selbst auf die ZNA zum Starten der stationär aufzunehmenden Patienten eingeteilt, womit wir auf keinerlei Widerstand stießen. Scheinbar waren wir überzeugend genug in unseren Argumenten und das augenscheinlich sinnvollere Einteilen auf dem Notfall zusätzlich überzeugend.

Weitere fixe Veranstaltungen:

Mittwochs, 16.30 Uhr, "Fall der Woche", an dem interessante und knifflige Fälle von den Stationen durch die jeweiligen Assistenzärzte und Oberärzte vorgestellt und mit allen diskutiert wurden.

Freitags, 11.30 Uhr, Patho-Demonstrationen von Obduktionen der aktuellen Woche.

Für uns Uhus boten die unterschiedlichen Kliniken separate Ausbildungsprogramme an, die aber leider zeitlich so ungünstig gelegt waren, dass sie zumindest aus der Inneren kein Uhu belegen konnte, leider!!! Die einzige Ausbildungsveranstaltung für Uhus, an der wir Innere-Uhus teilnehmen konnten, war der EKG-Kurs, donnerstags, 16.30 Uhr.

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