Erfahrungsbericht Kopenhagen
Auslandssemester 01.09.00 -15.04.01
Flemming Paul
Sommer und Winter in Kopenhagen
Im Sommersemester hatte ich dann noch 2 Kurse, aber da das bei mir mit den Kursen so gar nicht hingehauen hat, überlegte ich mir, dann doch schon am 15.04. zurück nach Berlin zu kommen, da es einfach ein sicher verlorenes Semester gewesen wäre. Schade, schade, insofern, daß ich den Sommer in Kopenhagen nur am Rande mitbekommen habe, nämlich im September, als ich ankam. Der Winter in Kopenhagen ist nicht sonderlich kalt, aber sehr, sehr nass! Und windig! Das geht einem durch und durch und ist wirklich sehr unangenehm. Ach ja, ein Fahrrad ist unumgänglich in Kopenhagen, aber eben kalt; also am besten hier schon Handschuhe, Regenhose, Regenjacke, Mütze, etc. besorgen. In Kopenhagen ist nämlich alles ca. 30% teurer. Falls ihr mit dem Auto nach Kopenhagen fahrt, nicht falsch parken ;-) das kostet nämlich standardmäßig 490 DKK, umgerechnet also 60 € !! Und, nein, die Verjährungsfrist ist nicht 3 Monate wie hier, sondern 5 Jahre! Und, ja, es wird bis nach Deutschland verfolgt, über ein Inkassobüro in London nämlich (*heul*). Ein Anwohnerparkausweis ist aber auch gar nicht so teuer.
Aber nun zur für mich wichtigsten Sache, die mir also für immer im Gedächtnis haften bleiben wird, wenn ich an meine Zeit in Kopenhagen zurückdenken werde: Es ist unwahrscheinlich schwer, in Kopenhagen Dänen kennenzulernen, wenn nicht gar unmöglich. Da mein Dänisch von Anfang an eigentlich ganz gut war, ich es aber noch verbessern wollte, hatte ich mir zum Vorsatz gemacht, mich möglichst nur an die Dänen zu halten und zu versuchen, mit den anderen Erasmus-Studenten gar nicht so sehr in Kontakt zu kommen. Dieser Vorsatz erwies sich aber als kompletter Griff ins Klo (ich war 2 mal die Woche Basketball spielen, habe mit Wasserball angefangen, habe in einer Studentenkneipe ("Studenterhuset" in der Købmagersgade, sehr zu empfehlen, besonders am Mittwoch) ausgeschenkt und vieles mehr, mir ist es aber die ersten 3 Monate überhaupt nicht gelungen, auch nur einen (oder eine ;-) kennenzulernen.
Leute rund um den Globus kennenlernen
Ich war also die ersten drei, vier Monate recht einsam, ging aber dann immer mehr dazu über, doch so einiges mit den anderen Erasmus-Studenten zu unternehmen. Das war dann auch superlustig, ich lernte Leute aus aller Herren Länder kennen und wir hatten sehr, sehr viel Spaß miteinander. Aber Dänen kenne ich bis heute so gut wie keine (naja, meine Cousine halt). Dafür aber Norweger, Schweden, Franzosen, Italiener, andere Deutsche, Österreicher und so weiter. Ich empfand das als ungemein schade, denn Kopenhagen ist wirklich eine wunderschöne Stadt, mit einem prima Nachtleben und einer tollen Kultur, aber ich könnte mir nicht vorstellen, dort einmal zu leben und zu arbeiten.
Interessanterweise empfinden die Dänen das genauso, daß alle dort so verschlossen sind und es so schwer ist, Kontakt zu finden. Wie ich nun auch herausgefunden habe, scheint es eine Besonderheit an Kopenhagen zu sein, denn Leute, die nach Kopenhagen zugezogen sind, erzählten mir alle, durch die Bank, bei ihnen zu Hause wäre das anders.
Naja, als Schlußresumée kann ich ziehen, daß es studientechnisch sicherlich ein Gewinn ist, mal etwas anderes kennenzulernen und daß die Kurse an der Uni wirklich gut sind; auch kann man in Kopenhagen, wenn man ein paar Leute kennt eine sehr, sehr schöne Zeit verleben. Aber man soll sich nicht einbilden, in Kopenhagen auch noch Dänen kennenzulernen.
Das hier Geschriebene ist natürlich bei weitem unvollständig, ich könnte noch viel mehr Tipps geben, deswegen meine Aufmunterung an Dich, lieber Leser, wenn Du nach Kopenhagen möchtest, dann schreib mir doch eine Mail, dann kann ich Dir Deine Fragen, die Du vielleicht noch hast, beantworten.