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Der U-Kurs

Erfahrungsberichte direkt aus dem Krankenhaus

Redaktion (MEDI-LEARN)

Untersuchung

Viele Krankheiten erkennt der erfahrene Arzt allein durch Anamnese und Untersuchung. Doch wie werden Medizinstudenten auf darauf vorbereitet? Zum Teil durch den Untersuchungskurs, kurz U-Kurs. Er liegt meist im ersten oder zweiten klinischen Semester, also ziemlich direkt nach dem „Physikum“ (1. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung.) Der genaue Ablauf und der Inhalt sind von Uni zu Uni verschieden und so haben wir mehrere Studenten zu ihren U-Kursen interviewt. Die vollständigen Interviews wird es an anderer Stelle geben, hier kannst du schon mal ein wenig hineinlesen:

Wie ist der U-Kurs bei euch organisiert?

Zwei Wochen im Block im fünften Semester, eine Woche Innere, eine Woche Chirurgie in peripheren Krankenhäusern. Gruppen von 10 Studenten pro Dozent, pro Bett immer nur drei Studenten.

Jede Gruppe hat zwei mal die Woche U-Kurs, sodass er sich von November bis März zieht. Wir hatten ein Heft, in welchem steht, wann man wo hin muss und darin sammelt man die Unterschriften.

Kurssystem mit 11 Themen zu je 90 Minuten Praxis, mit der Möglichkeit, jeden Wochentag zum freien Üben in die Lehrklinik zu kommen.

Zuerst wird auf Station ein Thema kurz angesprochen, dann wird am Kommilitonen geübt und schließlich geht es an Patienten. Diese wurden vorher vom betreuenden Arzt kurz gefragt und meist waren sie auch sehr bereitwillig. Im Anschluss gab es einen Termin im Skills-Lab, bei dem wir an Phantomen die ganze Untersuchung noch einmal Schritt-für-Schritt durchgesprochen haben.

Der erste Teil bestand aus ca. acht Kursen im Skills Lab mit jeweils einem Dozenten und ein bis zwei studentischen Tutoren. Der zweite Teil war dann auf Station. In Kleingruppen wurde jeweils ein Patient untersucht, hinterher haben wir die Ergebnisse besprochen.

Bei uns im Modellstudiengang war der Kurs schon in der Vorklinik, im 4. Semester: Im Studienhospital mit Simulationspatienten (Schauspielern). Später im jeweiligen Semester noch einmal fachspezifisch, auch mit Schauspielern.


Wer leitet den U-Kurs?

Vom CA bis zu studentischen Hilfskräften alles dabei.

Je nach Station unterschiedlich. Generell fühlt man sich bei erfahrenen Ärzten immer besser aufgehoben. Aber oft lernt man auch von Studenten viel. Sie sind einfach nicht so überheblich wie manch OA...

Alle möglichen Ärzte, keine Studenten. Ich bin sehr zufrieden damit, da es sich häufig um erfahrene Ärzte handelt, die wertvolle Tipps weitergeben können und denen man anmerkt, dass ihnen der Unterricht mit Studenten Spaß bringt


Was gefällt dir am U-Kurs?

Dass es den Kurs überhaupt gibt. Nähe zum echten Krankenhaus-Geschehen. Endlich hat man als Student Patientenkontakt. Da weiß man nach dem Physikum endlich, wofür man das alles macht. Man lernt die wichtigsten ärztlichen Fähigkeiten: Gespräche und Anamnese.

Ärzte kannten ihre Patienten, bei denen wir pathologische Befunde sehen konnten.

Für uns war es die erste Uni-Veranstaltung mit Patienten seit dem Pflegepraktikum. Die Gruppen waren mit vier Studenten angenehm klein und die Assistenten hatten Freude am Lehren.

Fand auch gut, dass Elemente wie Blutentnahme, DK-legen und Hautnaht mit dabei waren.

Endlich Praxis, die man wirklich für die Famulatur braucht.

Praktische Untersuchungen an Mitstudenten, z.B. in der HNO.


Was hat dir nicht gefallen?

Länger wäre besser. Dieser Kurs ist jede Minute Wert gewesen, im Gegensatz zu vielen anderen Univeranstaltungen bei denen nicht immer viel hängen blieb.

Teilweise werden Patienten etwas überrumpelt und fühlen sich dann unwohl in ihrer Situation oder sind überfordert mit so vielen Studenten im Zimmer.

Dass man häufig als etwas lästig von den Ärzten angesehen wird. Leider wird für den Unterricht nicht extra Zeit eingeplant und so läuft das häufig neben der Stationsarbeit her. Oft steht man im Flur vor der Station und wartet, bis der Arzt Zeit für Unterricht hat, dadurch verkürzt sich die Zeit, die den Studenten zum Lernen bestimmt ist.

Zu wenig Praxis! Vor allem in der Inneren der Umgang mit Stethoskop etc.

Unvorbereitet Dozenten,die mit dem Spruch"Ich weiß gar nicht, was ich euch zeigen soll." die Runde eröffnen.

Theoretische Anteile?
Seminar, Vorlesungen, Skripte ...

Jedes Fach hat zu Beginn des Semesters eine Einführungsvorlesung gegeben. In einigen Fächern gab es zu Beginn jedes Kurses ein Seminar, bei anderen nicht. Skripte gab es ebenso nur in manchen Fächern.

Eine Einführungsvorlesung pro Fach zu Beginn des Semesters.

Es gab ein Skript, das man sich im Internet herunterladen oder im angenehmen Kitteltaschenformat im Skills-Lab kaufen konnte. Auch während der Termine konnte man (bei eigenständiger Vorbereitung) alle Fragen stellen.

Im Skillslab gab es zu jedem Thema eine Theorieeinheit am Anfang. Ein Skript mit den wesentlichen Sachen gab es auch.

Wir hatten im 5. Semester Vorlesungen und einen Crashkurs.

Highlight?

Als junger Medizinstudent ist man wohl recht einfach zu beeindrucken. Highlight war für viele von uns schon einfach mal ein Ultraschallgerät in der Hand zu halten und die Nieren seiner Kommilitonen zu suchen...

Als ich im 1. klinischen, so kurz nach dem Physikum ganz allein Patienten untersuchen durfte. Das gab einen unglaublichen Motivationsschub!

Es war immer schön, wenn man ein Herzgeräusch erkannt und richtig eingeordnet hat.

Eine Studentin, die mit einem Arzt liiert ist, denkt, sie sei der Star!

Nahtkurs / Punktionskurs

Händedesinfektion und Kontrolle unter UV-Licht, um zu erkennen, welche Stellen man nicht richtig erreicht hat.

Ja, als er vorbei war!!

Benötigte Ausrüstung?

Stethoskop und sauberer Kittel sind unbedingt nötig, Reflexhammer und Lampe von Vorteil. Und was zum schreiben. Die anderen Materialien wie Holzmundspatel oder Handschuhe gab es auf Station. Was man noch dabei haben sollte: Benehmen und Höflichkeit! Das fehlt leider mehr Studenten, als man denkt.

Optimale Vorbereitung?

Vorher kaum. Es ist aber gut, sich parallel zum Kurs ein eigenes Schema zu basteln und das dann immer wieder zu üben.

In unserem Skript waren die einzelnen Schritte der Untersuchung gut aufgezählt. Wenn man sich damit vorbereitet hatte, war der Kurs kein Problem. Ein anderes Buch habe ich nicht benutzt.

Theoretisch in Büchern lesen bringt sowieso nichts, und in der Einführungsveranstaltung werden die Untersuchungsschritte erklärt und ihr bekommt eine stichpunktartige Zusammenfassung,  anhand derer man sich entlanghangeln kann.

Goldstandard ist die praktische Übung an Freunden / Partnerin.

Ich habe viel auf youtube angeschaut.

Etwas gelernt oder Zeit verschwendet?

Hängt es extrem davon ab, an wen man gerät. Auf manchen Stationen war man vollkommen überflüssig und ist 2 Stunden einem Arzt hinterhergelaufen. Bei guter Betreuung konnte man aber viel lernen.

Die Untersuchungskurse waren sehr lehrreich! Gerade die körperliche Untersuchung kann man eigentlich nur durch zusehen und nachmachen lernen.

Ich hatte mich sehr darauf gefreut,empfand die meisten Kurse jedoch leider als Zeitverschwendung. Ein Lernzielkatalog und eine bessere Einweisung der Lehrenden fände ich angebracht. Leider gibt es keinen einheitlichen Lehrplan diesbezüglich. Ich fands eher lästig, habe aber trotzdem ein wenig gelernt.


Tipps?

Durchhalten bis zum U-Kurs - das ist garantiert einer der wichtigsten Kurse im ganzen Studium Und gut in Anatomie aufpassen - man glaubt gar nicht, was man tatsächlich alles braucht... :)

Beteiligt euch so viel wie möglich im U-Kurs, stellt alle Fragen, die ihr habt. Aber passt auf, was ihr vor dem Patienten sagt und fragt - oder was besser nur im Seminar gesagt werden sollte.

Termine zum freien Üben im Skillslab nutzen.

Freut euch drauf.

 

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