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Stethoskop-Kauf

Als Student die Wahl nicht allzu schwer machen

Nina Dalitz (Redaktion MEDI-LEARN)

Heutzutage werden viele Herz- und Lungenprobleme mittels Ultraschall, Röntgen und anderen Geräten abgeklärt. Trotzdem gehört das Stethoskop immer noch zur Grundausstattung jeden Arztes. Zu Recht: Mit diesem einfachen Gerät kannst du mit etwas Übung eine Menge hören. Spätestens nach dem Physikum ist ein Stethoskop Pflicht.


Low Budget oder Brillanten-Version?

Häufig ist es ein Geburtstagsgeschenk während des vierten Semesters oder eine Belohnung zur bestandenen Prüfung. Doch welches soll man nehmen, entweder für sich selbst oder um es zu verschenken? Ein Besuch im medizinischen Fachhandel oder eine Recherche zeigen schnell, dass es unglaublich viele verschiedene Stethoskope zu unglaublich vielen verschiedenen Preisen gibt: Vom einfachen 8,27 Euro - Gerät über die 50-70 Euro-Klassiker für Studenten bis hin zum vergoldeten Stethoskop mit Gravur und Brilliant auf dem Bruststück (wobei eine Gravur auch dem gefürchteten Stethoskop-Diebstahl vorbeugt.)


Mit Membran und Glocke

„600€ für ein Stethoskop...und jede Sekunde daran denken, dass es jemand klauen kann,“ meint dazu ein Student im MEDI-LEARN-Forum. Dort hatte jemand die Frage gestellt, was er sich für ein Stethoskop kaufen soll. „Es muss eins mit Membran und Glocke sein zum umschalten“ sagt er. „Muss kein Profiteil sein, aber ich hätte schon gerne, dass ich bissl länger etwas damit anfangen kann.“ So ein Stethoskop „mit Membran und Glocke“ ist für die klinische Ausbildung zu empfehlen, damit du mit beidem zu arbeiten lernst.

Anfängerfehler I: Bei Stethoskopen mit Membran und Glocke (auch Trichter genannt) kannst du immer nur über eine Seite etwas hören – vergiss deshalb nicht, das Bruststück jeweils auf die Seite zu stellen, die du benutzen möchtest.

Es gibt aber auch Stethoskope, die ausschließlich eine Membran haben, oder aber zwei verschiedene, z.B. eine große und eine kleinere für Kinder. Orientiere dich bei der Auswahl „an deinem Patientengut.“ Auf Kinderstationen gibt es vor Ort meistens spezielle kleine Kinder- oder Säuglingsstethoskope.

Einige Membranen verfügen über eine „Dual Frequency Technology,“ damit lassen sich je nach Anpressdruck auf den Körper verschiedene Frequenzbereiche besser hören. Bei starkem Anpressdruck hörst du hohe Töne (z.B. Lungengeräusche) besser, bei schwachem Druck tiefe Töne (z.B. Herzgeräusche) – das wird auch als „Trichtermodus“ bezeichnet, da du für diese Funktion eigentlich der Trichter da ist.

Schlauch, Ohrbügel und Oliven

Es gibt Stethoskope mit Monoschlauch und solche mit Doppelschlauch. Erstere sind natürlich kleiner und passen besser in die Kitteltasche. Denen mit Doppelschlauch wird eine bessere Hörqualität nachgesagt – der Hör-Unterschied spielt für Studenten aber kaum eine Rolle.

Ein weitere Bestandteil des Stethoskops sind die „Oliven:“ Die Ohrstücke sind aus Plastik, Gummi oder anderem Material. Achte beim Kauf auch darauf. Wenn dir die Oliven an deinem Stethoskop zu hart, zu groß oder anders unangenehm sind, kannst du auch Ersatzoliven kaufen und diese unkompliziert wechseln.

Anfängerfehler II:
Bügel verkehrt herum drehen. Der Gehörgang verläuft vom Ohr aus nach vorne, drehe deshalb das Stethoskop so rum, dass die Ohrbügel nach vorne zeigen und biege sie dir so zurecht, dass die Oliven perfekt im Gehörgang liegen.


Testen und nach persönlicher Vorliebe entscheiden

Es gibt nicht das eine Stethoskop, das Jedem unbedingt zu empfehlen ist. Preis, Hörvermögen, Verfügbarkeit, Farbe, Form, Größe und einige andere Faktoren spielen bei der Wahl sicher eine Rolle. Etwas hören kannst du mit jedem Stethoskop und „je teurer, umso besser“ trifft bei weitem nicht immer zu. Das Problem bei einigen No-Name-Produkten ist, dass du eventuell nicht an Ersatzteile herankommst.

Um aus der großen Auswahl ein passendes Stethoskop zu finden, kannst du in Fachgeschäften mehrere Geräte testen oder mehrere Stethoskope von Kommilitonen ausprobieren. Natürlich kannst du zum jetzigen Zeitpunkt des Studiums noch nicht einschätzen, welches Stethoskop die Töne und Geräusche am besten wiedergibt, aber du kannst ganz naiv nach persönlicher Vorliebe entscheiden, mit welchem du am besten hörst.

Anfängerfehler III:
Das eiskalte Stethoskop, das bei Aufsetzen auf den Patienten bei diesem eine Abwehrreaktion oder zumindest ein Zurückzucken auslöst. Deshalb: Membran vorher kurz mit der Hand anwärmen, falls sie kalt ist. Besonders bei Kindern.

Gelauscht (Foren)

Mehr Forenstimmen

Stimmen aus dem Forum:

„Habe bis vor einiger Zeit an der Uni den Studentenverkauf organisiert und sehr viele Stethoskope vergleichen und ausprobieren können. Wichtig ist die Verarbeitung des Kopfstücks, also kein Plastik oder Aluminium sondern mindestens Edelstahl.“

„Aktuell hab ich ein xyz.... und was soll ich sagen so prall ist es nicht (oder ich bin einfach dank Technomusik in der Jugend zu taub...) Von daher überlege ich mir was neues anzuschaffen, was wesentlich besser ist.“

„Ich hatte früher das XYZ und jetzt das ZZZ – und das gebe ich nicht mehr her. Ja, man hört den Unterschied! Der Unterschied lohnt sich aber meiner Meinung nach nur, wenn es auch auf Feinheiten ankommt.“


Letztendlich gilt wie immer, dass man nicht allen Online-Rezensionen trauen kann, denn sie kommen nicht immer von unabhängigen Kunden. Andererseits solltest du dir die Wahl auch nicht allzu schwer machen, denn im Moment wirst du noch keine großen Unterschiede zwischen den einzelnen Stethoskopen hören und wenn du später einmal Kardiologe werden möchtest, kannst du dir immer noch ein gutes vom ersten Arztgehalt kaufen.

Außerdem: „Mein OA schnappt sich zur Visite stets ein Schwesternstethoskop und hört mehr als die Assistenten und ich.“ Es kommt nicht nur auf das Stethoskop an!