teaser bild

Benutzername:

Passwort:

Jetzt registrieren

Passwort futsch!?

;-)

Unfairer Betreuer der Doktorarbeit

Schlechte Betreuer können deiner Doktorarbeit schaden

Redaktion (MEDI-LEARN)

Nicht immer läuft alles glatt im Leben. Das gilt genauso für die Doktorarbeit. Neben den Schwierigkeiten, die sich im Laufe der Versuche und Untersuchungen ergeben können, und der Herausforderung, seine Ergebnisse in eine schriftliche Form zu bringen, können dir Schwierigkeiten mit deinem Betreuer in die Quere kommen. Und das in nahezu allen Stadien der Doktorarbeit.

Chronischer Zeitmangel von Seiten des Betreuers ist wohl eines der vorrangigen Probleme. Deine Versuche laufen nicht rund, doch keiner kümmert sich drum. Deine Ergebnisse ergeben keinen Sinn, doch keiner kümmert sich drum. Deine Doktorarbeit liegt zur Durchsicht bereit, doch keiner kümmert sich drum. Wenn du versuchst einen Termin zu bekommen, passiert nichts. Keine Zeit, keine Zeit. Anrufe oder Mails können deinem Betreuer keine Reaktion entlocken. Du sitzt wie auf heißen Kohlen und weißt weder ein noch aus.
Viele der anderen Probleme, die häufig auftauchen, stehen ebenfalls mit dem Faktor Zeit in Zusammenhang. Wenn die Arbeit für die Ergebnisse sehr viel umfangreicher als geplant ausfällt und du feststellst, dass dein Studienende oder ein Auslandsaufenthalt bedrohlich näher rückt. Vielleicht wird sogar ein Freisemester zur zwingenden Alternative, das du gar nicht nehmen wolltest. Es ist ebenso möglich, dass dein Betreuer das Thema immer mehr ausweitet und der Aufwand auf diese Weise steigt und steigt. Dann ist guter Rat teuer, denn schließlich hast du neben der Doktorarbeit ja noch dein Studium.

Etwas anderer Natur und dennoch problematisch ist das Auslaufen der finanziellen Mittel. Du hast kaum Einfluss darauf, aber wenn sich darum nicht gekümmert wird, stehst du vor der Frage, ob all deine Arbeit umsonst war und wo du eine neue Doktorarbeit her nimmst. Diese Fragen kommen ebenfalls auf, wenn dein Betreuer dir keine Ergebnisse mitteilt, sondern sie für sich behält und für seine Zwecke verwendet. Nicht weniger schwierig ist es, wenn du dich am Ende der Arbeit hängen gelassen fühlst, weil dein Betreuer versprochene Korrektur nicht leistet und auch nicht mit anderen nötigen Hinweisen zur Verfügung steht.

Nun stellt sich die Frage, was du tun kannst, wenn die Schwierigkeiten erst einmal da sind. Schließlich ist das keine einfache Situation, du bist auf Hilfe deines Betreuers angewiesen und willst ihn nicht verärgern. Sprich die Schwierigkeiten frühzeitig an, wenn möglich. Es bringt wenig, monatelang auf eine spontane Verbesserung zu hoffen und dabei immer tiefer in den Schlamassel hineinzugeraten. Damit gibst du deinem Betreuer und dir Zeit und Möglichkeit zu reagieren, ehe eine total verfahrene Situation entsteht.

Ganz wichtig ist es, eventuelle Probleme freundlich, aber bestimmt anzusprechen. Das gilt sowohl dem Betreuer als auch im Fall der Fälle dem Promotionsbüro gegenüber. Denn wenn du nicht an deinen Betreuer herankommst, weil er auf Anrufe und Mails nicht reagiert und so keine Lösung erreicht werden kann, solltest du dich wohl oder übel an das Promotionsbüro wenden. Das ist nicht leicht, dennoch möglicherweise unumgänglich. Mit einem sachlichen und höflichen Beschwerdevortrag erweckst du nicht den Eindruck, dass du grundlos kritisieren oder beleidigen willst.

Eine Möglichkeit, um das Auftreten von Schwierigkeiten bereits im Vorfeld zu minimieren, ist die Nutzung bestehender Formalisierungen, die von einigen Fakultäten angeboten werden. Dazu gehört beispielsweise die förmliche Annahme als Doktorand. Einerseits mag das übertrieben scheinen, andererseits bietet es dir eine gewisse Absicherung. Unvorhergesehenes wie beispielsweise der Weggang des Doktorvaters ins Ausland kann immer mal passieren.

Auch das regelmäßige Abgleichen der Ergebnisse ist hilfreich. Einerseits staut sich die Arbeit für den Betreuer dann nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt an, andererseits erhältst du Rückmeldungen dazu, ob das, was du gemacht hast, sinnvoll und zielführend ist. Die Abstände zwischen diesen Terminen können unterschiedlich sein und sollten individuell abgesprochen werden. Im Gegensatz dazu ist von der Einforderung schriftlicher Zustimmungen abzuraten. Einmal sind diese grundsätzlich nicht rechtsverbindlich. Dazu könnte es sich negativ auf das Verhältnis zwischen dir und deinem Betreuer auswirken, denn es suggeriert ein gewisses Misstrauen. Und das macht es nicht gerade einfacher, sollten Probleme auftauchen.

Eine große Hilfe ist der Austausch mit anderen Doktoranden. Sie können dir von ihren Erfahrungen berichten und möglicherweise hilfreiche Tipps geben. Dann fühlst du dich nicht alleine und kannst etwas gelassener mit der schwierigen Situation umgehen. Ein Allheilmittel gegen auftretende Schwierigkeiten ist das natürlich ebenfalls nicht, aber eine Unterstützung in aufregenden Zeiten. Mit dieser Art der Rückendeckung und den genannten Ratschläge hast du gute Aussichten, deine Doktorarbeit zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen.