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Schmerzendes Ohr nach dem Schwimmen

Ihr Arsenal gegen Bade-Otitis und Co.

Prof. Dr. Olaf Michel - Vrije Universiteit Brussel - Gastartikel MMW

Viruserkrankungen

Anzeichen einer Virusinfektion sind eine Rötung der Gehörgangshaut mit Bläschen an Ohrmuschel, Trommelfell und knöchernem Gehörgang (Abb. 2). Der Bläscheninhalt ist rötlich, serös und klebrig. Im Stadium der Virusreplikation kann ein lokales Virustatikum eingesetzt werden und zu einem späteren Zeitpunkt ein lokales Antibiotikum, um einer bakteriellen Superinfektion vorzubeugen.

Herpes zoster und Herpes simplex

Die ersten Zeichen eines H. zoster oticus können diskret sein, bis sich die typischen Bläscheneruptionen an Cavum und äußerem Gehörgang bilden. DD: Zos ter sine herpete. Komplikationen: Hör minderung, Schwindel bei Beteiligung des Nervus vestibulo- cochlearis u. des Nervus facialis (Ramsay-Hunt-Syndrom), basale Meningitis, starke Schmerzen. Hier muss zusätzlich systemisch behandelt werden.

 

Otitis externa haemorrhagica

Das klinische Bild besteht in multiplen bläulichen, schmerzhaften Bläschen im tiefen Gehörgang, v. a. auch auf dem Trommelfell. Oft sucht der Patient mit Schmerzen und blutiger Sekretion den Arzt auf. Die Erkrankung tritt meist im Rahmen einer „Grippeotitis“ auf (s. u.).
Therapie: Analgetika (auch lokal), Antibiotika gegen Superinfektion. Wegen ihrer weitreichenden Komplika tionsmöglichkeiten (Nervenbeteiligung bis hin zum irreversiblem Hörverlust) sind Viruserkrankungen immer ernst zu nehmen und ggf. mit systemischen Virustatika zu behandeln.

Jucken: Leitsymptom der Ohrekzeme
Kontaktekzem

Das Kontaktekzem ist durch Bläschenbildung und Juckreiz geprägt, der die Patienten zum Griff an die Ohrmuschel motiviert. Eine allergische Auslösung wird z. B. durch Metalle (z. B. Nickel- (II)-sulfat, Kobalt-(II)-Chlorid, Phenylquecksilber), Zubehör von Hörgeräten, Kosmetika (auch medizinische Externa), aber auch durch Neomycinsulfat, Gentamycin oder Tetracain-HCl beobachtet.

Therapie: Grundregel: Schadstoffe meiden, Superinfektion verhindern.

Mikrobielles Ekzem
Ausgelöst durch Allergie gegen Bakterien oder Pilze im Verlauf einer Entzündung, z. B. bei purulenter Otitis media. Das mikrobielle Ekzem breitet sich rasch aus. Es kann verwechselt werden mit einem seborrhoischen Ekzem oder einer chronischen Dermatitis, die durch Stoffwechselveränderung der Haut hervorgerufen wird.

Endogenes Ekzem
Dieses beruht auf einer Intoleranzreak - tion mit Reaginbildung. Klinisches Bild: erythematöse papillöse Effloreszenzen, Schuppenbildung; evtl. Befall von Ellenbeugen und Kniekehlen. In ausgeprägten Fällen einen Dermatologen hinzuziehen, da eine Psoriasis vorliegen kann! Die meisten Ekzeme sprechen gut auf eine lokale Kortisonbehandlung an. Dennoch ist die Ursachenforschung wichtig, um Rückfälle zu verhindern. Manipulationen am Gehörgang vermeiden; der Wechsel von Schmuck oder Kosmetika und eine optimale pH-Einstellung bewirken oft eine schnelle Heilung.

 

Lokale Therapie

Antibiotika
Um eine Allergisierung zu vermeiden, werden für die Lokaltherapie Antibiotika mit breitem Spektrum eingesetzt, die möglichst selten oder nie sys temisch gegeben werden (z. B. Neo mycin, Polymyxin- B, Bacitracin und desinfizierende Zusätze wie Ethacridinlactat). Dennoch werden auch Fluorchinolone gegeben, deren Wirksamkeit gegen gramnegative und - positive Erreger nachgewiesen ist. Polymyxin-B und Bacitracin werden häufig in Kombination eingesetzt, da die Substanzen unterschiedliche Wirkmechanismen besitzen (Wirkspektrum v. a. gegen grampositive Bakterien und Kokken sowie gramnegative Kokken und einige gramnegative Bakterien; Minderung der Resis tenzentwicklung). Das Wirkspektrum entspricht dem des Penicillins, bei allerdings geringeren Allergieraten.

Antimykotika
Der Verlust des sauren Milieus verbessert die Lebensbedingungen für Pilze und Schimmel. Neben dem Einsatz von Antimykotika in Tropfen- und Salbenform ist es bei Pilzinfektionen besonders wichtig, den Gehörgang zu säubern und trocken zu halten. Im Anschluss an die Behandlung Säuerung des Gehörgangs!

Hinweis: Dieser Artikel stammt aus (MMW Fortschritte der Medizin, Heft 33, 2010). Er wurde mit freundlicher Genehmigung der Redaktion MMW Fortschritte der Medizin hier präsentiert.

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